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| 612 | Der Jahrmarktsteller | |||
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Vorschautext: Unser Nachbar war einst reisender Schausteller, mit dem rasenden glatten Jahrmarktsteller. Das war eine Scheibe ganz spiegelglatt, die keine Rille zum Festkrallen hat. Die Fahrgäste setzten sich in die Mitte und unser Nachbar rief: „Festhalten bitte!“ Als er den Schalter ruckweise nach vorne legte, die Scheibe sich langsam drehend bewegte. Der Schalter wurde in Stufen gebogen, die Scheibe ist schneller losgezogen. Schreie gellten durchs flimmernde Land, ... |
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| 611 | Der Stein des Anstoßes (Variante 1) | |||
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Vorschautext: Einen Stein ich einmal fand in dem feuchten Ostseesand. Er war glatt und ziemlich rund, für mich ein schöner Urlaubsfund. Ich nahm ihn heimlich mit nach Haus, das zog mir fast die Hose aus. Auf der Werkbank abgelegt habe ich reibend ihn bewegt, ihn in heißes Wachs gesenkt und so für alle Zeit getränkt. Mit maschinellem Gravur Stein ... |
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| 610 | Der Stein des Anstoßes (Variante 2) | |||
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Vorschautext: Einen Stein ich einmal fand in dem feuchten Ostseesand. Er war glatt und ziemlich rund, für mich ein schöner Urlaubsfund. Ich nahm ihn heimlich mit nach Haus, das zog mir fast die Hose aus. Auf der Werkbank abgelegt habe ich reibend ihn bewegt, ihn in heißes Wachs gesenkt und so für alle Zeit getränkt. Mit maschinellem Gravur Stein ... |
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| 609 | Die Steine und die Liebe | |||
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Vorschautext: Ist ein Pärchen frisch verliebt, er sie mit zarter Sorgfalt umgibt: "He Kleinchen, heb die Beinchen es kommen Steinchen." Ist die Liebe etwas älter, klingt die Sorge etwas kälter: "He Kleine, heb die Beine, es kommen Steine." Doch wenn das Paar sehr lange verliebt, er nur noch den Hinweis gibt: ... |
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| 608 | Verflixt und zugenähte Fantasien | |||
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Vorschautext: Das Mädchen schielt, der Junge hielt. Die Mutter wüsst, der Junge grüßt. Die Mutter geht, das Mädchen steht. Der Junge quatscht, das Mädchen klatscht. ... |
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| 607 | Die Hände | |||
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Vorschautext: Der Schöpfer gab dem Mann zwei Hände damit er schaffend sie verwende. Mir fällt im Augenblick dazu nichts ein, doch er muss kein Rubens sein. Kein Künstler der mit Pinsel und Palette, alles sich erschafft, was er gerne hätte. Und nicht jeder kann ein Maurer sein, weil seine kleinen Hände zart und fein. Bei Dürer waren die Hände gefaltet, betend als Gruß und Wunsch gestaltet. Die Hände sollen den Brotteig kneten, ... |
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| 606 | Sonne, Sonne, Sonne | |||
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Vorschautext: Die Sonne sticht, der Asphalt glüht, es jeden in den Schatten zieht. Selbst der Hund, trotz kurzer Mähne, macht am Fressnapf lange Zähne. Kreischende Kinder im Springbrunnen sitzen, die Rettungswagen helfend flitzen. Das Radio warnt vor Wetterkapriolen, die Tauben schwärmen unverhohlen. Der Wassertank sprüht letzte Tropfen, einer zerdrückt die leere Büchse Hopfen. ... |
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| 605 | Der Baum | |||
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Vorschautext: Ein Eichelhäher machte Ehre seinem Namen ich war damals noch ein Kind, und brachte einen Eichensamen, den man hier nur selten find. Hier stehen Obstbäume und Hecken, reihenweise Linden, Birken, Buchen. Selbst Nussbäume kann man entdecken, aber so eine Eiche müsste man suchen. Der Eichelhäher an den Winter dachte, das steckt ihm so im Blut, ... |
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| 604 | Feierabend | |||
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Vorschautext: Der Feierabend nach erfolgreichem Tag war heute so wie ich ihn mag. Leuchtend ging die Sonne unter, hielt bis dahin alle munter. Drei Ballone waren gezogen, der Hund ängstlich geflogen. Die letzten Wespen suchten uns heim, naschten von dem Traubenseim. Die Spatzen in des Daches Ritzen genossen noch die Sonnenspitzen. Im Radio war Hit auf Hit, ... |
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| 603 | Tischchen rücken | |||
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Vorschautext: Ich war einst mal zu Besuch bei der Tante mit dem Buch. Die Tante war ein Fräulein pur, das Buch sah man von außen nur. Sie legt den Kunden Patiencen, meist über ihre Liebeschancen. Oder über den Kurs der Bank entwicklungsmäßig 10 Jahre lang. Sie drehte meine Handfläche nach oben, um meine Lebenslinien zu loben. ... |
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| 602 | Der Papierreiche | |||
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Vorschautext: Vor vielen, vielen Jahren, unser Nachbar war schon alt, da kamen zu ihm gefahren, ein Notar mit Rechtsanwalt. Sie konnten ihm nur berichten, ihr Klient war lange tot, unglaubliche Geschichten, vom Reichtum nach der Not. Unseres Nachbarn Vater war, das wusste er selber nicht, im Kriege verschollen zwar, doch verstorben war er nicht. Gefangen als Kriegsmariner, weil er die Enigma gekannt, blieb er im Land der Sieger, vergaß sein Heimatland. ... |
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| 601 | Mädchen | |||
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Vorschautext: Weil es typisch ist für Mädchen, tanztest du durch unser Städtchen, sangest dabei von Spule und Fädchen, die sich bewegen durch das Rädchen. Dich lockte doch das kleine Lädchen mit dem frechen Sohne Fredchen. An der Türe schwang das Drähtchen und klingelte herbei das Gretchen. Ihr platzte schnell ein Nähtchen. ... |
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| 600 | Jungen | |||
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Vorschautext: Weil es typisch ist für Jungen, bin ich durch den Park gesprungen, habe laut und falsch gesungen, dass es schrecklich hat geklungen. Als ich das Taschentuch ausgewrungen, ist mir ein Käfer auf den Kopf gedrungen. Ich habe ein Blatt vom Baum gerungen Und ihn auf dieses Schiff gezwungen. Als ihm jedoch die Flucht gelungen, hat ihn ein großer Fisch verschlungen. ... |
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| 599 | Der Adventskalender | |||
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Vorschautext: Klappt auf die Fensterläden das Tor am Schluss macht weit, doch Vorsicht, keine Schäden, es ist wieder Adventskalenderzeit. Der gute Christ als Vorspann sieht, was in der Christnacht so geschieht. Alle Tiere kann man sehen, die in und um Bethlehems Stall stehen. Der Gastwirt, Bauern und Hirten drinnen das heilige Paar bewirten. ... |
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| 598 | Die Klage des Weihnachtsmannes | |||
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Vorschautext: Gestern kam vom Weihnachtsmann ein Schreiben, in dem hat er mich gefragt, wo denn die Wunschzettel bleiben, die jährlich ihn ab Juli geplagt. Kaum hatte ich das gelesen, habe ich ihm die Antwort gesandt, die Kinder seien jetzt digitale Wesen und hätten ein Handy zur Hand. Eben kam neue Post von dem Alten, er sei ja auch nicht unmodern. ... |
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| 597 | Seelenfrieden | |||
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Vorschautext: Leute, seid nur froh und munter, schluckt den Ärger schnell herunter. Habt ihr euch mit Schuld beladen, müsst ihr nicht noch Spott ertragen. Habt ihr Glück gehabt, gibt es leider immer irgendwelche Neider. Schert euch nicht um diese und jene, dann versiegt die letzte Träne. Gelingt das, ist euch beschieden auf Erden schon der Seelenfrieden. 17.06.2014 © Wolf-Rüdiger Guthmann |
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| 596 | Kundendienst | |||
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Vorschautext: Ob für die Liebe oder die Maut, die Technik ist stabil gebaut. Das Handy kann man ruhig stauchen oder in das Bierglas tauchen, trocknet man es mit dem Föhn, kann bald man wieder alles sehn. Verreist waren wir für viele Wochen, doch heute hieß es selber kochen. Kartoffelbrei ward eingerührt, der Spinat war extra fein püriert. Die Spiegeleier waren zerschlagen ... |
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| 595 | Mit dem Flirt begann' s | |||
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Vorschautext: Schon als ich dich das erste Mal sah, in Herz und Hirn etwas geschah. Im Vorbeigehen auf voller Straße sah ich weder Größe noch Maße. Doch die Stimme hat mich angeregt, dass ich die Augen zu dir bewegt. Ganz neutral war erst dein Blick, dein Kopf flog keck in das Genick. Die Brust ward dafür rausgestreckt der Bauch gezogen, bis er versteckt. Dabei muss beides gar nicht sein, ... |
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| 594 | Drei Frösche | |||
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Vorschautext: Drei Frösche saßen einst im Graben um an den Mücken sich zu laben. Doch diese Straßenseite konnte nicht locken, für Mücken war es hier viel zu trocken. Da beschlossen quakend die Drei, dass der andere Graben erfolgreicher sei. Und schon sprangen sie los, d.h. zwei sprangen bloß. Während die angestrengt schwitzen, blieb der Dritte einfach sitzen. ... |
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| 593 | Mein Liebesbrief | |||
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Vorschautext: Wegen der Sehnsucht nach der Lieben habe ich einen Brief geschrieben. Ich kam mir vor wie vom andern Stern, denn sowas ist nicht mehr modern. Ich nahm nicht einfach ein Papier und schrieb gewohnte Worte ihr, ich suchte selbst im Nachbarland bis ich das Richtige, Einmalige fand. Handgeschöpftes, feines rosa Bütten, nur gerissen, nicht geschnitten. ... |
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