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Gedichte über Niederlagen


Taubheit

Vielleicht reicht schon ein bisschen Morphium,
um diesen Schmerz zu stoppen.
Vielleicht reicht schon ein Pflaster,
um diese Blutung zu stoppen.
Vielleicht reicht schon ein Paar Ohrstöpsel,
um dieses Schreien zu stoppen.
Vielleicht reicht schon ein Rettungsfloß,
um dieses Ertrinken zu stoppen.
Vielleicht reicht schon ein bisschen Taubheit,
um diese Qual zu stoppen.

Ich bin jetzt schon seit einigen Wochen taub...

Es begann an meinen Zehen.
Es knabberte an meinen Beinen.
Es flirtete mit meinem Kopf.

Es schlich sich leise heran.
Es kroch durch meinen Körper.
Dann nahm sie mir mein Herz.

Taubheit ist ein lautloser Killer.
Taubheit ist ein Verräter.
Taubheit ist nicht das, was sie zu sein scheint.

Sie stoppt den Schmerz nicht,
hält nur die Schleusen auf
schlafloser Nächte schreiender Herzen,
blutunterlaufener Augen ...

Gerade lange genug,
um einen Hoffnungsschimmer zu erhaschen,
eine Fata Morgana in der Sahara,
so schön und doch so grausam.

Gerade als ich nahe genug bin,
um ein süßes Morgen zu kosten,
geht die Wüstensonne unter.
...
und ich blute immer noch
und du bist immer noch weg

Vielleicht reicht schon ein bisschen weniger Hoffnung,
um diese Suche zu beenden...
...
Sie ist vorbei!
...
Doch es gibt ein Danach!
Mein Herz hält mich wach,
schüttelt mich ganz LAUT...
... ich bin nicht mehr taub!

Wenn du verloren und allein dich fühlst,
lass einfach dein Herz dich führen!
Es klimmen viele leise Lichter in ihm,
wenn du nur willst
... öffnen sie dir neue Türen.

© meteor 2024
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Selbstwertgefühl

Das Leben ist eine endliche Reihe
aus persönlichen Erfolgen und Niederlagen,
ein Try and Error auf dem Weg zur Reife,
ein ständiges Einstecken und mutiges Wagen.

Um seinen eigenen Weg hindurch zu finden,
mit sich und seinen Eigenarten klarzukommen,
Konflikte in und um sich zu überwinden,
ist ein gesundes Selbstwertgefühl zu formen.

Schon in der Kindheit zeigt sich der Charakter,
ist man eher Einzelkämpfer oder Herdentier,
die Startposition ist entscheidender Faktor,
nicht reich oder arm, Intelligenz bevorteilt hier.

Die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen,
Gestik, Mimik einzusetzen und zu verstehen,
soziale Kompetenz ist nicht davon zu trennen,
will man in der Gesellschaft nicht untergehen.

Im Unterricht lernt man Wissen und Können,
nebenher, wie es ist zu dissen oder es zu werden.
Je nach Rolle beim Mobbing wird man flennen,
oder feige in der Herde die Wahrheit verbergen.

Im täglichen Ringen in der Gemeinschaft,
war es schon immer besser, nicht allein zu sein,
in Nächten sozialer Kälte gibt es einem Kraft,
jemanden zu haben, der uns festhält, mitweint.

Im Gerangel und Kampf um Status und Liebe,
wird oft mit zu harten Bandagen konkurriert.
Wir sehnen uns nach Zuneigung und Siegen,
bei Rückschlägen sind wir am Boden zerstört.

Auf der Ursachensuche mit gekränktem Stolz,
suhlen wir uns gedemütigt in Selbstmitleid.
Erst mit der Erfahrung mehrerer "Was soll's?!",
erlernt man die Einsicht von Gleichgültigkeit.

Bei den ersten Malen war mein Verstand
eine Einöde aus dunklen, negativen Gedanken,
tief vergraben, selbstzerstörerisch, krank ...
sie verzehrten mich, war in mir am Versanden.

Nur meinem Herz war es dann zu verdanken,
es zeigte mir einen Weg aus meiner Hölle,
es lenkte meinen Blick auf andere im Wanken,
ihnen beizustehen, half mir von der Stelle.

Wie sie ihre eigenen Einöden überlebt hatten,
gab mir Hinweise, mein Leben zu meistern,
die Hoffnung nicht zu verlieren, wie sie es taten,
anderen die Hand zu reichen gegen ihre Geister.

Und doch erwache ich in einem leeren Raum,
nicht mehr so oft, wie in meinen Lehrjahren,
sehe mich in einen bekannten Abgrund schau'n,
will ich mich unterbewusst vor was bewahren?

Vor Zeiten mit Echokammern und Blubberblasen,
mit Ab- und Ausgrenzungen wohin man sieht,
wo Ängste lauthals Hass und Hetze loslassen,
das Miteinander ein Netz aus Lügen überzieht.

Es ist so ein schönes Gefühl mit Suchtpotential,
willkommen, gewollt und angenommen zu sein,
die Mixtur aus Serotonin und Dopamin ist ideal,
vielfach läd sie zum kritiklosen Mitmachen ein.

Das Selbstwertgefühl erreicht unbekannte Höhen,
nicht unerwünscht, mit dabei, schon fast beliebt,
diese Bestätigung ist nur mit Hohn zu übertönen,
bis man mit Aussagen die tolle Stimmung trübt.

Mit dem Blick in den Spiegel droht die Reflexion,
in dieses Buhlen um Aufmerksamkeit fürs Ego
mischt sich das Auseinandersetzen mit Metadon,
mein Selbstwert widerfährt ein geniales Retro.

Einsamkeit wird zum Fluch, Stille zum Entzug,
allein glücklich zu sein ist Heilmittel und Betrug,
die Besinnung auf seinen Eigenwert bestärkt,
mit sich im Einklang ist das Leben lebenswert

© meteor 2025
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