Sortieren nach:

Gedichte über Familie


Anzeige


Kinderaugen

Zum mitspielen war ich zu klein
meine Geschwister wollten mich nicht
war sehr oft allein
zeigte öfter keinerlei Einsicht

habe mich in der Schule von ihnen ferngehalten
wollte mein eigenes Ding durchziehen
habe immer alle Regeln eingehalten
wollte dem Stress von zuhause entfliehen

hatte ne schwierige Schulzeit
mehr gibt’s nicht zu sagen
wurde behandelt wie eine Krankheit
musste so einiges ertragen

mein Zimmer war mein Rückzugsort
meine älteste Schwester mein Vorbild
es hat sich niemand um mich gesorgt
war als Teenager ziemlich wild

habe meinen Eltern das Leben zur Hölle gemacht
das waren sie teilweise selber Schuld
haben ihre Zeit mit saufen verbracht
hatten mit uns nie die geringste Geduld

Hausaufgaben mussten schnell gemacht werden
Zeit mit uns verbrachten sie sehr selten
dachte früher schon daran zu sterben
lebten in unterschiedlichen Welten

hatten früher einen Wohnwagen
meine Eltern tranken jeden Tag
konnte es irgendwann nicht mehr ertragen
feierte auch nie meinen Geburtstag

habe mich für meine Eltern geschämt
nie Freunde mit nachhause genommen
war damals noch viel zu gelähmt
habe mir damals etwas wichtiges vorgenommen

niemals so zu werden wie die beiden
ihre Lebensweise zu vermeiden
nicht dabei zusehen, wie meine Kinder leiden
und es nicht mit jeglichem Konsum zu übertreiben

als Kind war diese Zeit für mich traumatisch
denke heutzutage intensiver darüber nach
dieses Verhalten war absolut abartig!
Es waren diese Momente, in denen etwas in mir zerbrach

Papa hat Mama immer angeschnauzt
Mama hat sich jeden Mittag hingelegt
ich wollte einfach nur von zuhause raus
habe damals lange überlegt

wie konnten wir zuhause überleben?
Unsere Seelen trugen Schäden davon
wollte ganz oft einfach aufgeben
wie oft sagte ich mir “komm schon!“

vielleicht übertreibe ich auch einfach
ich empfand diese Zeit als sehr schmerzhaft
als Kind war ich emotional sehr schwach
war diejenige, die nie etwas schafft

mit meinen Kinderaugen
wollte ich immer an das gute glauben
ich empfinde meine Vergangenheit als pure Qual
um ehrlich zu sein, hatte ich nie eine andere Wahl

mit meinen Erwachsenenaugen
sehe ich die Welt als schier endlose Dunkelheit
werde wohl nicht mehr allzu viel taugen
heute bis in alle Ewigkeit

gehöre den kranken Menschen an
werde in eine Schublade gesteckt
an mich traut sich keiner heran
bin mit Pessimismus verdreckt

“Es wird alles gut!“
Ich kann´s nicht mehr hören!
In mir brodelt unbändige Wut
lasse mich davon nicht mehr stören

wieso ist diese Krankheit ein Tabu?
Man kann es auch übertreiben
sie gehört zum Leben nunmal dazu
und wird es auch immer bleiben

nehmt Depressionen bitte ernst!
Es ist nicht toll, wenn du das lachen verlernst …
dich weiter von deinem Leben abschottest
und als Misanthrop durch die Gegend trottest

dir Suizidgedanken die Sicht vernebeln
deine Welt in schwarz weiß siehst
lebst nach den “schwarzen“ Regeln
und dich in dunkle Gedanken zurückziehst

sie ist wie ein Gift, welches sich ausbreitet
vegetierst langsam und qualvoll vor dich hin
sie trifft dich völlig unvorbereitet
und nimmt dir jeglichen Lebenssinn!




© Lily .N. Hope
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen


Anzeige