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Gedichte zum Ursprung




Etappen

Sucht man nach Anàlogien in der Natur,
um das Menschsein richtig zu ermessen,
auf der Erde findet sich dazu keine Spur,
derartige Wesen hat der Planet nie besessen.

Die Lebensphasen ähneln Pflanz' und Tier,
der Zellverfall begrenzt die Verweilzeit.
Krankheiten, Krieg, Mord sorgen dafür,
selten einer erreicht die Mindesthaltbarkeit.

Durch Mitgefühl selbst im Herzen verletzt,
sich Zugeneigte um sich sorgen, trauern,
wenn das Schicksal ein Lebensende setzt,
das Sein ohne einem schmerzlich bedauern.

In stillen Momenten wird einem bewusst,
was nützt Macht und Geld im Überfluss?
Wenn stets dem Leben droht Verlust,
der Tod setzt der Gier den fatalen Schluss.

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und hilft, zu leben."
In diesem Motto, im einzig wahren Sinne,
ruhen Glücksmomente, die anzustreben.

Echten Lebenskünstler sind die auf Erden,
die ihr Dasein schaffen so zu gestalten,
im Streben nach sinnerfülltem Werden,
keine Angst vor morgen mag sie abhalten.

Wie Nomaden frei durchs Wunderland,
wird gewahr, was auf dem Weg begegnet.
Mal reicht sich eine verbundene Hand,
mal eine Anlehnschulter bei Starkregen.

Keine Grenzen sind so hinderlich bekannt,
offen begreifen sie ihre Existenz als Reise,
benutzen auf ihr Herz und ihren Verstand,
erreichen die Etappenziele auf ihre Weise.

Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter?
Oh nein! Darauf lasś dich besser nicht ein!
So wird dein Leben nur noch viel gehetzter.
Was auf der ToDo-Liste will morgen sein?

Sieh dein Leben als Geschenk, mit Genuss,
auch wenn dir mal schwerlich zumute ist.
Schick einen Mittelfinger hoch zum Gruss,
dein Schicksal ist's, was dich bleibend küsst!
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Schattenregen

Nichts ist unrein oder verboten
im klaren Wasser.
Niemand steht zwischen uns,
nur der Regen.
Dein Schweiß und deine Küsse
vermischen sich mit den
fallenden Tropfen und
jeder meiner Faser,
während meine Hände
den Perlen folgen verwegen,
die über deinen Körper rinnen,
und der Feuchtefilm
uns sanft umhüllt.

Das Mondfeuer streichelt unsere Haut,
Fieber brennt durch unsere Adern,
unser Herzschlag heult
wie der zweier Wölfe laut,
die nach des anderen fleischlichen
Verlangens mäandern...

Hunger, dunkler als die Liebe,
ist am Überkippen,
süßer Anblick schimmernder Brust,
deine Augen ein Fest für meine
ausgehungerten Lippen,
ertrinkend in der Völlerei
meiner Lust.

Während sich das Wasser
unter unseren Füßen findet,
stehen wir zusammen
wie Inseln in einem Meer der Lust,
entfernen alles, was uns trennt …
unsere Vereinigung unterbindet,
nur mit Regen bekleidet,
der einzigen Zeugin unseres Dursts.

Luna, Herrin dieses Augenblicks
hält uns in ihren fließenden Armen,
drückt unsere Körper ohne Rücksicht
so nah wie das Wasser
an unsere Haut ohne Erbarmen...
unsere Lippen treffen sich,
erhitzen,
Zungen verwickeln
ihr Spitzen.

Du hauchst lüsterne Versuchung
in mein Ohr
bis ich aufknurre...
Zwei liebeshungrige nasse Wölfe
kriechen aus sich empor,
folgen in ihre spiralförmigen Hölle
der in Seide gehüllter Sünde Spuren.

Das Wasser schlägt über
unsere nackte Haut …
Nässe verbindet sich mit dem Regen,
der über meine Finger läuft vertraut,
während ich deinen Kopf
umschließe.

Ich beobachte, wie der Regen
deine vielen Facetten offenbart.
Die Tropfen, die
an deinen Wimpern kleben,
an deiner Nase hängen zart,
fallen sinnlich in einem
wellenförmigen Rhythmus
über dein Gesicht.

Das Wasser, das glitzernd
über deine Lippen gleitet,
offenbart seine Tiefe blitzernd,
seinen Farbton und seine Intensität
ins Satte schreitet.

Während ich vor dir kniee,
vermischt sich der Regen,
der von dir zu mir mündet,
mit deinem Geschmack,
während mein Mund
deine Knospen findet.

Deine Blume öffnet sich
dem Regen meiner Aufmerksamkeit,
während dein Körper
seinen Tanz auf meiner Zunge
vorantreibt.

Ich stehe auf,
meine Lippen reiben sich mit deinen,
hebe dich hoch,
lasse dich langsam mit mir
vereinen.

Während du deine Beine
fest um meine Taille schlingst,
drücke ich deinen Rücken
vorsichtig gegen
die nächste Wand...

Unsere Leiber lodern im
Mondfeuer verwringt,
Regentropfen verdampfen
in unserem Hitzebrand...

Ein lautes schauriges Wolfsduett
ertönt heulend durch die
Nacht verwegen...
Zwei eben noch Wolflüstige
im wilden Lustballett,
entspannt sich nicht mehr
bewegen....

In uns versunken sind wir eins,
haben uns gegenseitig
erfolgreich errettet soeben.
Nass von unserem Schweiss,
von unserem Daseins
und vom
Schattenregen ...

2024
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