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| 592 | Die Klage des Weihnachtsmannes | |||
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Vorschautext: Gestern kam vom Weihnachtsmann ein Schreiben, in dem hat er mich gefragt, wo denn die Wunschzettel bleiben, die jährlich ihn ab Juli geplagt. Kaum hatte ich das gelesen, habe ich ihm die Antwort gesandt, die Kinder seien jetzt digitale Wesen und hätten ein Handy zur Hand. Eben kam neue Post von dem Alten, er sei ja auch nicht unmodern. ... |
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| 591 | Seelenfrieden | |||
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Vorschautext: Leute, seid nur froh und munter, schluckt den Ärger schnell herunter. Habt ihr euch mit Schuld beladen, müsst ihr nicht noch Spott ertragen. Habt ihr Glück gehabt, gibt es leider immer irgendwelche Neider. Schert euch nicht um diese und jene, dann versiegt die letzte Träne. Gelingt das, ist euch beschieden auf Erden schon der Seelenfrieden. 17.06.2014 © Wolf-Rüdiger Guthmann |
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| 590 | Kundendienst | |||
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Vorschautext: Ob für die Liebe oder die Maut, die Technik ist stabil gebaut. Das Handy kann man ruhig stauchen oder in das Bierglas tauchen, trocknet man es mit dem Föhn, kann bald man wieder alles sehn. Verreist waren wir für viele Wochen, doch heute hieß es selber kochen. Kartoffelbrei ward eingerührt, der Spinat war extra fein püriert. Die Spiegeleier waren zerschlagen ... |
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| 589 | Mit dem Flirt begann' s | |||
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Vorschautext: Schon als ich dich das erste Mal sah, in Herz und Hirn etwas geschah. Im Vorbeigehen auf voller Straße sah ich weder Größe noch Maße. Doch die Stimme hat mich angeregt, dass ich die Augen zu dir bewegt. Ganz neutral war erst dein Blick, dein Kopf flog keck in das Genick. Die Brust ward dafür rausgestreckt der Bauch gezogen, bis er versteckt. Dabei muss beides gar nicht sein, ... |
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| 588 | Drei Frösche | |||
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Vorschautext: Drei Frösche saßen einst im Graben um an den Mücken sich zu laben. Doch diese Straßenseite konnte nicht locken, für Mücken war es hier viel zu trocken. Da beschlossen quakend die Drei, dass der andere Graben erfolgreicher sei. Und schon sprangen sie los, d.h. zwei sprangen bloß. Während die angestrengt schwitzen, blieb der Dritte einfach sitzen. ... |
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| 587 | Mein Liebesbrief | |||
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Vorschautext: Wegen der Sehnsucht nach der Lieben habe ich einen Brief geschrieben. Ich kam mir vor wie vom andern Stern, denn sowas ist nicht mehr modern. Ich nahm nicht einfach ein Papier und schrieb gewohnte Worte ihr, ich suchte selbst im Nachbarland bis ich das Richtige, Einmalige fand. Handgeschöpftes, feines rosa Bütten, nur gerissen, nicht geschnitten. ... |
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| 586 | Jetzt ist Ruh | |||
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Vorschautext: Im Zoo das Nilpferd war sehr faul, es lag im Sand mit off ‘nem Maul. Vögel, die mir nicht bekannt, sind auf seiner Zunge gerannt. Sie pickten hier und kratzten dort, und irgendwann flogen sie fort. Eine Fliege, die das von weitem sah, kam dabei einem Frosch sehr nah. Der Bursche stellte sich auch faul und öffnete sein breites Maul. Neugierig, wie Fliegen nun mal sind, ... |
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| 585 | Toleranz und Ignoranz | |||
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Vorschautext: Ein Gedicht sollte es werden, das die Menschheit überlebt auf Erden. Ich schrieb von Leben, Liebe, Zeit und Geld, dem Guten und Bösen auf der Welt. Ehe ich den Schluss ersann, gab ich es frei für jedermann. Ich erwartete, dass jeder emsig bleibt, und dazu Kommentare schreibt. Kaum konnte man es lesen und fragen, sind die Wogen hochgeschlagen. ... |
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| 584 | Schwanger | |||
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Vorschautext: Die Schule hat uns aufgeklärt, wie man mit dem Besen kehrt. Doch viele finden diese Sachen in ihrem Alter noch zum Lachen. Statt weiterbildend nachzufragen wollen sie wie die Kumpels jagen. Manche können‘ s kaum erwarten, mit 16 Jahren durchzustarten. Der Körper noch nicht ausgereift, manche Regel auch nicht greift. Für den Schutz fehlt oftmals schon ... |
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| 583 | Ein Platz bleibt leer | |||
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Vorschautext: Ein Platz zwischen uns bleibt leer, die dort saß, sie kommt nicht mehr. Wir können es selbst kaum fassen, eine gute Freundin hat uns verlassen. Sie war der Quellborn zu dem Bach, der sich schlängelt krumm und flach. Der mit anderen sich vereinigt und so manches Kerbholz reinigt. Der plätschernd sich durchs Leben windet und lautlos dann im Meer verschwindet. ... |
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| 582 | Der Warteraum | |||
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Vorschautext: In jedem Ort in Berg und Tal gibt es ein Haus mit Wartesaal. Meist ist das doch bei den Doktoren, die messen, klopfen oder bohren. Doch ehe wir ängstlich schwitzen müssen wir im Wartezimmer sitzen. Doch auch Banken, Ämter und sehr spät oftmals auch die Pietät, mischen häufig erst die Karten und lassen ihre Kunden warten. Nicht immer ist es ein großer Raum, ... |
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| 581 | Hund, Katze, Maus | |||
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Vorschautext: Der Herbst ist eine bunte Zeit, Laub und Heu nur weit und breit. Um die Beet Ordnung zu schaffen, ging ich im Garten Halme raffen. Links am Steindamm saß die Katze, rechts im Gras der Hund mit Fratze. Plötzlich rannte eine kleine Maus, wahrscheinlich in ihr Mäusehaus. Auch wenn Hund und Katze pennen, diese Maus sahen sie rennen. Im Nu kamen beide angesprungen, haben um das Vorrecht gerungen. ... |
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| 580 | Der Mond | |||
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Vorschautext: Der Lehrer vor der Klasse thront: „Wer erzählt mir bitte was vom Mond? Aber bitte etwas Neues mit Fantasie, was die Welt vernahm noch nie.“ Karl meint: „Wir brauchen sein Licht, die Sonne scheint des Nachts doch nicht. Ich gehe meist erst dann zur Ruh, wenn er kneift die Augen zu.“ Fritz sagt: „Würden wir dort leben, würde es nur geistige Nahrung geben. ... |
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| 579 | Der Australientraum | |||
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Vorschautext: Einst wollte ich der lauten Welt entfliehen, mit dir und wenig Geld nach Australien ziehen. Wollte auf Leichhardts Spuren wandeln, ebenfalls dort mit der Natur anbandeln. Im Traum lief ich mit Kängurus Rennen und sah das verdörrte Gras verbrennen. Im River tränkte ich die edlen Pferde, die ich ausgesucht aus riesiger Herde. Ich fing die Rinder und baute lange Zäune, bevorratete Heu und Stroh in einer Scheune. Wenn ein Fleck auf meiner Kleidung harrte, ... |
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| 578 | Der Reformationstag | |||
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Vorschautext: „Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“ hieß es einst bei Ablass und Buße, gegen Geld gab es dann Muße. Die Bibel als Wort Gottes allein, gab es damals nur in Latein. Wer wie alle nur in der Schule gewesen, konnte sie trotzdem nicht lesen. Gott und Kirche gingen nicht konform, drum forderten viele eine Reform. ... |
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| 577 | Raum für Gedanken | |||
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Vorschautext: Heute war ich in der schrumpfenden Stadt, wo es immer noch reichlich Menschen hat. Viele Beamte und Arbeiter und Studiose, dazu Angestellte, Rentner und, Arbeitslose. So habe ich mich statistisch stets beeilt und die Menschengruppen eingeteilt. Doch heute vor unserem Rathaus stand, ein Häuschen, das ich schon seltsam fand. Es war ohne Tür und ohne Schranken, nur ein Schild „Raum für Gedanken“. Neugierig bin ich so eigentlich nicht, ... |
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| 576 | Singe, wem Gesang gegeben | |||
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Vorschautext: Singe doch, wem Gesang gegeben, heißt des Notenschreibers Streben. Und die Männer sind gemeint, wo manch schöne Stimme weint. Und so dichtet er zum Text eine Melodie die uns verhext. Sie soll singend uns verwandeln, lässt uns mit den Mädchen bandeln. Lässt uns auf die Schönheit singen, Sehnsüchte zum Ausdruck bringen. Angefangen mit den Augen, ... |
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| 575 | Leichhardt kehrt zurück | |||
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Vorschautext: In der Zeitung steht, er kommt zurück, Meile für Meile, jedoch Bit für Bit. Die Leichhardt-Freunde haben nicht gepennt und sein Denkmal in Sydney gescannt. Er ließ sich nicht vom Sockel trennen, man konnte nicht den Rücken scannen. Doch Modeschöpfer mittendrin, kriegen das bestimmt noch hin. Der Computer hat dreidimensional gedacht und einen virtuellen Leichhardt gemacht. Und er kann schrumpfen oder wachsen, ... |
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| 574 | Beim Tierarzt | |||
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Vorschautext: Wau, wau, miau, manch seltnen Ton hörte ich beim Eintritt schon, als ich kam mit meinem kranken Krieger, einem schwarz-weiß-rotem Stubentiger. Er hat nicht nur um eine Katze gebuhlt, sondern sich mit den Rivalen gesuhlt. Jetzt muss er den Schmerz verstecken und sich seine Wunden lecken. Meine Nachbarinnen bedauern seine Leiden, aber viel mehr die Katze beneiden. 29.10.2014 © Wolf-Rüdiger Guthmann |
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| 573 | Eifersucht | |||
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Vorschautext: Bekommt der andere, was man sucht, nennt man es gern Eifersucht. Ich hab da niemals mitgemischt, weil es mich selber nicht erwischt. So dachte ich bei Tag und Nacht, denn ich war ständig auf der Wacht. Doch Alter schützt vor Torheit nicht, sodass man auch Gewohnheit bricht. Täglich treffe ich viele Frauen, die verstohlen auf mich schauen. Man grüßt und hebt den Schopf ... |
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