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Gedichte über Reife


Etappen

Sucht man nach Anàlogien in der Natur,
um das Menschsein richtig zu ermessen,
auf der Erde findet sich dazu keine Spur,
derartige Wesen hat der Planet nie besessen.

Die Lebensphasen ähneln Pflanz' und Tier,
der Zellverfall begrenzt die Verweilzeit.
Krankheiten, Krieg, Mord sorgen dafür,
selten einer erreicht die Mindesthaltbarkeit.

Durch Mitgefühl selbst im Herzen verletzt,
sich Zugeneigte um sich sorgen, trauern,
wenn das Schicksal ein Lebensende setzt,
das Sein ohne einem schmerzlich bedauern.

In stillen Momenten wird einem bewusst,
was nützt Macht und Geld im Überfluss?
Wenn stets dem Leben droht Verlust,
der Tod setzt der Gier den fatalen Schluss.

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und hilft, zu leben."
In diesem Motto, im einzig wahren Sinne,
ruhen Glücksmomente, die anzustreben.

Echten Lebenskünstler sind die auf Erden,
die ihr Dasein schaffen so zu gestalten,
im Streben nach sinnerfülltem Werden,
keine Angst vor morgen mag sie abhalten.

Wie Nomaden frei durchs Wunderland,
wird gewahr, was auf dem Weg begegnet.
Mal reicht sich eine verbundene Hand,
mal eine Anlehnschulter bei Starkregen.

Keine Grenzen sind so hinderlich bekannt,
offen begreifen sie ihre Existenz als Reise,
benutzen auf ihr Herz und ihren Verstand,
erreichen die Etappenziele auf ihre Weise.

Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter?
Oh nein! Darauf lasś dich besser nicht ein!
So wird dein Leben nur noch viel gehetzter.
Was auf der ToDo-Liste will morgen sein?

Sieh dein Leben als Geschenk, mit Genuss,
auch wenn dir mal schwerlich zumute ist.
Schick einen Mittelfinger hoch zum Gruss,
dein Schicksal ist's, was dich bleibend küsst!
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Meine Bank am Waldesrand

meine Bank am Waldesrand
die gefühlt schon immer da stand
als Kind saß ich auf ihr und spielte Karten
wollt' das Erwachsensein nicht abwarten
hatte keinen Blick für all das Schöne herum
tat nur das, was Kinder einfach mal so tun

meine Bank am Waldesrand
als Teenager ich sie langweilig empfand
saß auf ihrer Lehne, ritzte Zeichen ins Holz
ein Herzchen mit Initialen, mein ganzer Stolz
niemand sollte je erfahren, wem das M galt
bis heute trage ich es geheim ihm Herzspalt

meine Bank am Waldesrand
viele, viele Jahre gingen dann so ins Land
Bundeswehr, Studium, die Zeit entschwand
und doch saßen inzwischen viele andere hier
erlebten ihre Erinnerungen, wie ich auf/mit ihr
sie gehörte niemanden, stand für alle bereit
jeder der wollte, verbrachte mit ihr einige Zeit

meine Bank am Waldesrand
mit meinen Kindern ich mich hier einfand
erzählte ihnen, wie ich hier spielte im Wald
als ich ungefähr wie sie war noch etwa alt
schon morsch und bröslig war das Lattenholz
und ich war auf mich und meine Bank so stolz

meine Bank am Waldesrand
ohne Kinder sitze ich nun hier mit alter Hand
sie gehen ihrer Wege, wie ich meinen auch
die Bank bekam frisches Holz, ich verschnauf'
die Zeit hinterließ mir Erfahrungen und Narben
ist das die Weisheit für mich jetzt alten Knaben?

meine Bank am Waldesrand
jetzt ist Winter ... so viele sie schon überstand
jetzt! ja jetzt hab ich den Blick für das Schöne!
erinnere mich an alle verschiedenen Lebenstöne
mit einem Lächeln auf den Lippen sitz ich hier
blicke zurück, stille Waldgeräusche hinter mir

meine Bank am Waldesrand
nichts in meinem Leben war wie du konstant!
heute steh ich vor dir und schreib diese Zeilen
nehme mir vor, jetzt öfter auf dir zu verweilen
früher fand ich das ja wirklich nicht so wichtig
jetzt bin ich weiser, und weiß, alles ist nichtig
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