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Gedichte Über Mahnung


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miteinander gemeinsam gegeneinander

miteinander gemeinsam gegeneinander

Politiker längst Rentner auf Lebenszeit
das letzte Kinderlachen stieg in die Straßenbahn ein
ziellose Träume verglühen im Eis
Lächeln ist gegen Wände geprallt
Gedankenblitze voller Sehnsucht
Liebe zwischen zwei lauten, taktlosen Musikstücken
Klappern von Registrierkassen
graue Haut vor den Computern
Augenblicke verzweifelt gesucht
die Scherben der Natur zu Geld gemacht
Worte die nichts sagen und Treue die nichts bedeutet
den Besitz als Ziel gesetzt
hilflos treibt die Hilfe davon
Rücksicht in den Kehlen erstickt
der Neid bis an die Zähne bewaffnet
Kinder die das Hassen lernen
Vertrauen in der Erde versickert
Schmerzen in der Nahrungskette
antriebslos verharrt das Glück
Flohmärkte der Eitelkeit
keine Mitglieder im Förderverein für Frieden
der Verstand auf der Flucht
Museen voller guter alter Zeit
Trauer längst dem Vermögen gewichen
Berührungen zufällig verboten
Freiheit von der Klippe gestürzt
dem Esel den Reiter aufgezwungen
Schönheit massenhafter Einheitswert
Toleranz gepredigt und begraben
steinerne Wege der Gefühle gepflastert
schnelles Geld in Altenheime gesteckt
die Hoffnung brennt im kargen Treiben
niemals um Verzeihung bitten
der Starke liebt des Schwachen Angst
stehen geblieben und anonym auf der Strecke ertrunken
Einsamkeit an Scheiben platt gedrückt
in der Geisterbahn des Seins allein gelassen
Blitzeis auf den Sonnenstrahlen
Lebenssorgen sickern durch die Narben
Gespräche erstarren an der Oberfläche
Sünden sind längst ausgestorben
Selbstverliebtheit bewegt die Persönlichkeit
Lügen kleben an den Lippen
allein dem Geld gehört der Stolz
hinter vorgehaltener Hand verblaßt die Wahrheit
und in den Wüsten der Hysterie stirbt das Füreinander
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Vom Ertrinken

Die Hände auf dem Rücken gefesselt
sitze ich in einem tiefen Wasserloch
und sehne mich nicht mehr nach Freiheit
Hier kann mir nicht viel passieren
Entweder halte ich die Luft an und versinke mit meinen Zweifeln
oder ich atme tief ein und steige mit meiner Hoffnung an die Oberfläche
Wasserperlen reihen sich wie auf einer Schnüre aneinander
und die Uhren lassen die Zeit nur langsam verstreichen
Wasserträger nehmen mir die Lasten von den Schultern
damit ich nicht tiefer sinken kann
Wassertürme auf Sand gebaut stürzen ein
und auf unruhigen Wasserstraßen schaukeln kleine Fischerboote
Wasserstaub legt sich auf meinen Körper wie zum Schutze
und Vögel legen eine Rast ein um sich auszuruhen
Das Wasser findet seine Wege auch ohne Kompass
und in Unterwasserwelten scheint keine Sonne
Über Wasser wandern können nur die Starken
um in Wüsten ohne Sand zu ertrinken
Wirbel bringen meine Gedanken durcheinander
um sie später auf der ruhigen See wieder auszusetzen
wo Fontänen in den Himmel schießen
Wasserstellen sind der Treffpunkt der Heimatlosen
und im Wasserspiegel kann ich mich nicht sehen
Wasserspiele kennen keine Gewinner und
ein Wasserschlag tut nicht weh
Wassersäulen fallen über Ertrinkenden zusammen
und eine Wasserrose versprüht keinen Duft
Auf Wasserrädern werden keine Rennen gefahren
und Wasserpistolen töten keine Menschen
Wassernixen sind unsichtbar
und Wassermänner keine Kavaliere
Auf der Wasserlinie kann ich nicht balancieren
und Wasserläufer haben es nicht eilig
Wasserkunst hängt nicht an der Wand
und am Wasserhimmel scheint kein Mond
Wassergüte vergibt nicht
und Wassergeister hört man nicht poltern
Wasserfedern schweben nicht davon
Wasserblasen geben Auftrieb
und Armut kann auch durstig machen
In Adern muss kein Blut fließen
und Wasserflöhe tanzen leichten Fusses
Leichen kommen irgendwann mit gefesselten Händen
wieder an die Oberfläche zurück und klagen an

Johannne Thomsen
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