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Gedichte über den Mann


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Frühjahrs-Graus

Der März schlägt aus, man sieht schon Sprossen,
zu lang der Winter uns verdrossen.
Die Vögel piepen bis zum Abend,
und Füchse, sich am Müllsack labend,
'ne heiße Füchsin suchen im Revier
zur Arterhaltung, so wie wir.

Der Jagdtrieb weckt nun auch die Katzen,
an denen Kater lüstern kratzen.
Die Mäuse wurden auch grad wach,
schon stellen ihnen Katzen nach:
Von früh bis spät sind auf der Hut
Familie Maus und ihre Brut.

Derweil der Maulwurf immer fleißig,
wirft Erd' auf Rasen, Beet und Reisig.
Natürlich sorgt er für Verdruß,
weil Papa wieder gärtnern muß.
Denn Mama mag es gar nicht leiden,
wenn Papa Arbeit will vermeiden.

Der März ist doch des Bauern Zeit,
wo dieser sich auf Aussaat freut.
Er zwar kein Rößlein mehr anspannt,
da er den Traktor einst erfand.
Das gilt für Vatern jedoch nicht,
weil dieser selbst im Erdreich mischt.

Hat nachher Blasen an der Hand
und kommt schnell zu Mama gerannt,
auf daß sie liebevoll ihn pflege.
Stattdessen bringt sie rasch die Säge,
weil an der schönen alten Linde
belästige Geäst die Rinde.

„Der Ast sollt' schon im Jänner weg.
Und bitte mach' mir keinen Dreck!‟
spricht Mama und ist schnell verschwunden –
ganz ungerührt von Papas Wunden.
Der knurrt und schnappt sich das Metall,
will bringen läst'gen Ast zu Fall.

Der fällt jedoch nicht gern allein –
auch Äste können listig sein:
Denn Vater mied den Weg zur Leiter,
weil Hocker nah – die Leiter weiter.
Ein alter Hochsitz aus 'ner Bar
müßt' standfest sein, das schien ihm klar!

Bestieg demnach den Tabouret
und tat dem armen Baume weh.
Er sägte das Gehölz entzwei,
alsbald erklang ein lauter Schrei.
Der Ast fiel ab zwar, aber locker
riß Säge er samt Paps vom Hocker.

Da liegen Säger nun und Säge,
der Hocker steht noch, aber schräge.
Der Ast ist weg, der Baum jetzt schmäler.
Das mit dem Hocker war ein Fehler –
Papa erkennt's und hört Gelache:
Es lacht der Baum – und das aus Rache.

Papa hofft nun auf Tee und Pflaster,
doch Muße sei Beginn der Laster –
so sieht es jedenfalls sein Weib:
Die Ruhe schlage auf den Leib.
Und Papas Bäuchlein, spottet sie,
verschwände ohne Arbeit nie.

So sorgt der März zwar für Entzücken,
doch hat er leider arge Tücken:
Denn wer am Garten sich erfreut,
hat dies zumeist schon früh bereut.
Weil, wer 'ne Frau bei sich zuhaus',
dem wird das Frühjahr schnell zum Graus.

Micha Schneider
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Liebe fragt und antwortet

Liebe ist doch eine seltsame Sache,
sie beherrscht global jede Sprache,
und ich dabei gedanklich lache,
eigentlich braucht sie keine Sprache.

Erst liebt man Eltern, samt Verwandten,
auf dem Schoß bei Müttern und Tanten.
Man wird gestreichelt, geküsst und gelobt.
Selbst wenn man verschwitzt, da man getobt.

Man weiß zwar nicht den genauen Grund,
doch man liebt Tiere, wie Katze und Hund.
Das ist vielleicht Training für spätere Zeit,
wenn man zur körperlichen Liebe bereit.

In der Schulbank war Liebe nur Theorie,
auf der Parkbank bricht man sie übers Knie.
Die Frage der Fragen wird dann oft gestellt,
bis Hektik und Stress sich dazu gesellt.

Fächer, die wir in der Schule scheuten,
für manchen den Lebensinhalt bedeuten.
So ist mit Physik, dem Fach für die Jungen,
schnell auch die Kommunikation gelungen.

Oder Biologie, der Mädchen Fach,
hält sie ängstlich bei der Liebe wach.
Wenn sie fragen, passiert es jetzt,
hat die Liebe schon vieles zerfetzt.

Politische Fächer, Glaube, Gesellschaft,
hass- und angstfreie Liebe gibt Kraft.
Doch Ehepaare, die längst geschieden,
sind beim Sex mit dem Ex zufrieden.

Liebesmängel sind die Verleitung zum Suff,
aber auch der Besuch im benachbarten Puff.
Gut proportionierte Nachbarinnen locken,
wenn sie fast nackt in der Sonne hocken.

Schauspieler, Sänger, weltweit bekannt
werden uns oft als Liebesidole genannt.
Modezare lassen uns atemlos werden
bei Kleidung, die wir ausziehen werden.

Und das alles der lieben Liebe wegen,
die oft Fluch ist, aber auch Segen.
Drum lasst uns lieber weiterhin fragen,
oder eine Antwort sagen.

01.08.2018 © W.R.Guthmann
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Die Begegnung

Die Begegnung


Ich ging die vielen Straßen lang...
unendlich müde war mein Gang
und schwer vom vielen Wein.
Was soll's: ich war allein.

Ich fror entsetzlich, und ich rief:
> Zum Teufel mit dem Seelentief! <
Dann fiel ich hin, fast um ein Haar
betrunken, weil ich einsam war.

Da kam ein alter Mann vorbei.
Mir war der Alte einerlei -
doch er stützte mich beim Gehen.
Ich konnte sein Gesicht nicht sehen
und lallte: > Mich will keiner hier.
Bin unbeliebt - liegt wohl an mir.
Freunde hab ich längst nicht mehr
und alles ist so sinnlos, leer..! <

Der Alte sah mir ins Gesicht.
Da streifte ihn ein Straßenlicht...
Wie furchtbar war er doch entstellt!
Wie jemand, nicht von dieser Welt.

Schreien wollt' ich vor Entsetzen -
doch das würde ihn verletzen.
Eins seiner Augen stand heraus,
die Nase sah zerschnitten aus,
der Mund hing schief an seinem Kinn:
Ein Monster!, kam mir in den Sinn.

Sein fauler Atem streifte mich
und leiser Ekel regte sich,
als er noch etwas näher kam -
verlegen und auch voller Scham.

Da sprach es traurig aus der Fratze:
> Ich bin wie eine nasse Katze,
die sich zumeist verborgen hält
vor dem Spott in heller Welt.
Ich mag die Nacht, die stille Zeit,
wenn niemand 'Ungeheuer'! schreit.
Frühmorgens schleiche ich nach Haus
und heul mir oft die Augen aus. <

Wir stapften noch ein kleines Stück.
Er winkte mir und rief: > Viel Glück! <
Ich sah ihm nach, wie er entschwand
im Schatten einer Häuserwand.

Noch sehr viel später, in Gedanken
sah ich jenen Alten schwanken,
wie er da durch's Dunkel schleicht
und mir seine Hilfe reicht.

Und ich fand, er hatte recht
als er sagte: > Na, so schlecht
geht es dir doch wirklich nicht:
auch wenn dein Mund ganz anders spricht. <



(c) Ralph Bruse
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