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Gedichte zu Halloween

Hier finden sie eine große Auswahl an gruseligen und lustigen Halloweengedichten.


Werwolf-Nacht

Fast einen Monat seit dieser schicksalhaften Nacht,
in der ich im Licht des Vollmonds wurd gebissen.
Bin immer noch hier, mit dieser Sehnsucht bedacht,
dieses Fieber in mir hält mich brennend zerrissen.

Fühle mich in die Nachtluft hineingezogen,
hoffe, dass jemand mein Gebet erhört.
Bin dem schwarzen Nachthimmel so gewogen,
möchte heulen und weinen, bin verstört.

Denn dort sehe ich den hellen Vollmond,
der da hängt wie ein goldener Ballon.
Hoch schauend, spür ich in mir das Feuer schon,
weiß, dass sich kein Hoffen mehr lohnt.

Oh Gott... dieser qualvollste Schmerz!
Meine Knochen beginnen zu bersten,
mein Fleisch zerreissts bis aufs Herz,
werd grauenvoll zum Ungeheursten.

Öffne meinen Mund zum lauten Schrei,
nichts Menschliches entrinnt meiner Kehle,
was so Abscheuliches bahnt sich frei,
grusliges Heulen entweicht meiner Seele!

Oh Gott ... das kann nicht wahr sein!
Was passiert nur hier mit mir?
Blut schiesst pulsierend in meine Adern ein,
in meinem Gehirn die Gedanken wirr.

Was ist das für ein seltsames Gefühl?
Wie geschärft sind denn nur meine Sinne?
Mein Geruchssinn ist plötzlich so subtil,
werd überwältigt durch Euphorie von innen.

Kann mein neues Tempo gar nicht glauben,
und diese Blutgier wird so stark in mir.
Zeit für mich, auf der Jagd zu rauben,
zähnefletschend wie ein wildes Tier.

Das also brachte mir ein dein süßer Liebesverbiss!
verwüstetest mich, machtest mich zu deinem Riss.
Mit roten Klauen für deinen ausgehungerten Mund,
verschlangst mit Hingabe mich in deinen Schlund.

Zerrissen meine Haut mit diesem zarten Schmerz,
folgtest deinem Triebverlangen ohne Erbarmen,
erwecktest mich neu mit deinem Kuss ins Herz,
durch kehliges Flüstern meines neuen Namen.

Nun bin auch ich, was du bist schon so lange,
die Nacht hört jetzt unser beider Lustgeheule,
ausgehungert wird uns auf der Jagd nicht Bange,
geschärfte Sinne verheissen uns Lammkeule.

Es ist das Blut, nach dem uns der Sinn nun steht,
dieses fliessende Rot will uns stets verführen.
Wahrlich, keine solche Nacht mehr ohne es vergeht,
was du Vollmond-Verführerin ließest mich spüren.

© meteor 2024
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Die Nacht der wandelnden Geister, des wohligen Schauers, der schrecklichen Hexen und trügerischen Feen - Das ist Halloween. In dieser Kategorie zelebrieren die hier gesammelten Gedichte den Lust am Grusel in dieser einzigartigen Nacht.
Eigentlich stammt die Tradition aus Irland und irische Einwanderer sorgten auch dafür, dass Halloween zu einem der wichtigsten amerikanischen Feiertage wurde. Seit einigen Jahren ist aber auch Europa wieder fest in der Hand der Geister und Hexen in der Nacht vor Allerheiligen. Die Gedichte erzählen deshalb von unheimlichen Begegnungen im Wald, die mit einem Kinderlachen enden. Sie zeugen von der diebischen Freude am Erschrecken, wenn ein Kostüm besonders gelungen ist. Und manch ein Dichter berichtet vom Wichtigsten, das Kindern die Freude an Halloween im wahrsten Sinne des Wortes versüßt: Die frohe Erwartung, wenn sie an einer Tür klingen, der Spruch "Süßes oder Saures" durch die Nacht schallt und sie am Ende mit allerlei leckeren Dingen für ihre fantasievollen Kostüme belohnt werden.