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Gedichte über Schwäche


Um Hilfe bitten

Mensch,
öffnet die Augen und schaut euch um.
Wer sitzt hier mitten unter uns im Saal?
Unter so vielen Geschwistern
doch einsam
mit seiner Qual?
Siehst du ihn nicht?
Es ist dein Bruder!
Er schweigt.
Die Arme verschränkt und den Kopf geneigt
lehnt er sich traurig zurück.
Er denkt bei sich still:
„Jeder hat doch nur sich selbst hier im Blick.
Was wäre denn wenn ich mal erzähle?
Wie es aussieht in meinem Leben,
in meiner Seele,
womit ich mich täglich rumquäle,
und täglich kläglich verfehle.
Was würden sie tun?
Wie jetzt auch,
weiter zufrieden, wortlos in sich selbst nur ruhn?
Oder würden sie ehrlich Anteilnehmen,
sich gar selbst einmal öffnen und zeigen
welcher Kummer ihnen zu eigen?
Oder wären sie sogar bereit,
angenommen sie hätten die Zeit,
tatsächlich tatkräftig zu Hilfe zu eilen
und so die Liebe zu teilen,
die Jesus sich wünscht?

Statt schweigend und stumm,
hilflos, peinlich berührt,
abzuwarten was andere machen
was jetzt wohl passiert,
und damit auf dem eigenen Platz verweilen.
Ich weiß nicht, wie sie reagieren würden,
wie es wäre, würde ich um Hilfe bitten.
Und was wäre dann mit mir,
wie würde ich mich denn fühlen?
Inmitten der scheinbar Gesunden,
die nicht dermaßen geschunden
durchs Leben laufen müssen.
Ich weiß es nicht.
Hab so viele Fragen
und keinerlei Antwort.
Besser ich halt weiter meinen Mund,
werde weiter schweigen.
Es gibt keinen Grund
mich selbst bloßzustellen
und ihnen meine Schwäche zu zeigen.
Geschweige denn meine Not
und die Last die mich drückt.

Somit bleib ich in meiner sicheren Höhle,
ich kann niemand bitten und belasten
den Schutz meiner eigenen Mauern
würde ich damit überschreiten
bäte ich um Hilfe und würde so
meine Not unterbreiten.
Mir bleibt jedoch eines,
das ist mir sicher,
ich kann meinen Herrn und Heiland um Hilfe bitten.
ER nämlich allein hat mit mir alle Tiefen längst schon durchschritten.
ER war immer bei mir und wird bei mir sein,
hat mit und für mich gelitten.
So werfe ich erneut alle Sorgen, alles Leid, allen Kummer auf Ihn
und kann damit wieder ruhig und getrost,
ja getröstet und im Frieden verweilen
darin gewiss
ER wird mir auch weiter
in Wort und in Tat
mit göttlichem Rat
sowie Weisheit von oben
zu Hilfe eilen.
Und dann?
Ja,
und dann
werde ich IHN, JESUS ALLEIN,
aus ganzem Herzen, voll Freude loben.“


(Gedicht läuft auch unter dem Pseudonym 'His Francis')
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Mama, wo bleibt Deine Zuversicht? (N.55)

Warum sagst Du das alles?
Warum hab ich immer dieses Gefühl,
Dir sagen zu müssen, dass ich doch Bescheid weiß?
Wo bleibt Dein Glaube in mich, in Dich, in uns?
Wo ist Deine Beharrlichkeit geblieben,
die Dein Leben lang schon ist und sich an Dir misst?
Warum weine ich nicht, wenn ich Dich so erlebe?
Warum denke ich nicht an Dich, jeden Tag, an Dein Gesicht, an Deine Taten, Deine Geschichte?
Warum liegt alles an Dir und alles an mir?
Warum willst Du nicht kapieren,
dass ich es doch kapiere?
Wieso bin ich nur so oft wie Du,
warum drückt uns beiden der selbe Schuh?
Warum bist Du nur so oft wie ich,
wieso malst Du Bilder mit nur einem Strich?
Wieso fällt es Dir so leicht,
vieles so schwer zu sehen?
Und warum mir,
so vieles nicht zu sehen, nicht vorwärts zu gehen, oder bei Dir zu stehen?
Warum lebe ich noch und warum Du?
Warum fühlt sich jeder Tag mit Dir so gleich an,
aber so mancher, als könnte er der letzte sein?
Warum hörst Du mir nicht mehr zu,
bei all meinen Gedichten?
Warum fühle ich es und nicht Du,
trotz unser beider Geschichten?
Warum trennt uns so viel,
aber liegen uns im Weg?
Warum überhaupt, ist Missstand unser Weg, aber Zweisamkeit nur ein schmaler Steg?
Weshalb muss Deine Liebe in Wut umschlagen,
weshalb muss ich meine Liebe müßig zu Tage tragen?
Und warum schreib ich jetzt so viel
und verlier dabei die Worte?
Weil nicht alles da sein kann, was ich an Dir missen würde,
weil alles nicht genug wäre, wenn ich Dich vermisse müsste.
Gib nicht auf, bitte, gib nicht auf!
Wach wieder auf, steh auf und schau hinauf!
Und selbst wenn Du die letzte bist,
die meinen Erfolg bei sich selbst bemerkt,
dann hast Du es geschafft, hast es wenigstens gemerkt.

Jacob Seywald XIII
für meine Mutter
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