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Gedichte Über Augen


Seelenstreichler

einfach nur zusammen mit dir liegen
nichts weiter als uns nackt vor Augen
auch sonst wird nur geschwiegen
mit Blicken wir uns den Atem rauben

streicheln sanft und zart mit Sehgespür
scannen unserer Körper Konturen
benutzen nur unsere Biolaser hierfür
berührungslos, hinterlasśen keine Spuren

und doch registrieren wir jeden Blick
als wenn du mich real berührst
was ist das nur, was für ein Trick?
als ob du meine Seele verführst

in Seitenlage dir zugewandt
ruhig wir uns nun Aug in Aug lesen
was sonst schnell wird penetrant
dein Dauerblick nie unangenehm gewesen

immer dann, wenn der Alltag so grau
suche ich nach deiner Zärtlichkeit
bekomme Sehnsucht, mir wird schon flau
dann ist sie da ... Seelenstreichelzeit

ich seh dich atmen, verspüre dein Hauchen
alles so angenehm, nichts friert
alles so schön entspannt, gelöst eintauchen
in das sinnliche Bad, die Haut vibriert

wieder berühren sich nur unsere Blicke
verständigen sich inniglich darauf
sind die Einfallstore zu unsrer Seelenmitte
stille Vertrautheit weist den weiteren Verlauf

unser Körper ist nur die Hülle unserer Seele
unsere Haut ist Mittel zum Zweck
was auf ihr geschrieben, ich an sie maile
nicht auf Umwegen, sondern direkt

Verschlüsselte Botschaften abgesendet
den Schlüssel sicher im Herzn versperrt
nur mit ihm allein von dir verwendet
der Zugang zur Seele dir wird gewährt

ist erstmal das von dir vollbracht
gebe bitte ganz besonders darauf Acht
ab jetzt besitzt du alleine diese Macht
die mich dir gegenüber wehrlos macht

wenn du jetzt meine Haut berührst
du sie streichelst, sanft liebkost, sie küsst
dasśelbe du auch auf meiner Seele vollführst
vom Haut- zum Seelenstreichler du nun wirst

was nun du mit feinster Tastsemantik sagst
unmittelbar an meine Seele wird gerichtet
pasś also auf, was du so alles wagst
nichts davon später wird noch umgedichtet

so zueinander vollends offenbart
liegen wir uns zeitlos gegenüber
sind so einzigartig gepaart
Seelenstreichler gehen hin und herüber

© meteor 2024
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Fesselnde Blicke

deine Weiblichkeit entwaffnet
zu schön, bist so begehrenswert
dein Anblick wirkt schlaraffend
ins Paradies mit dir, ungestört

wo Milch und Honig fließen
Genuss, wohin Haut sich traut
Sinnlichkeit über dich ausgießen
makellose Wolllust erlaubt

ich ziehe dich aus
mit meinen Augenblicken
entschale dich nackt heraus
rundherum an dir erquicken

erkennst in meinen Pupillen
die Absicht meiner Seele
ihren unweigerlichen Willen
zweifelsfrei ihre Befehle

folgst ihren Wünschen detailliert
jede Anweisung klar ersichtlich
errötest blickberührt ungeniert
zwei optische Fühler erfassen dich

streicheln sanft über deine Wangen
kontaktieren stets deine Sensoren
reagieren auf vorfreudiges Bangen
melden unterschwelliges Rumoren

ein Funke Sehnsucht in deiner Haut
folgt dem Kitzel meiner Blicke
wird zum Funkenflug, als Glut laut
weil Lippen nun voller Augabdrücke

mit Spuren bis zu den Ohren
dein Antlitz gründlich übersät
abgetastet jede deiner Konturen
erregtes Wohlgefallen entsteht

langsam gleiten zwei sehende Sucher
über dein nacktes Gelände streichelnd
stoßen auf erogenen weiblichen Wucher
erfühlen Enthülltes schmeichelnd

die Intensität nimmt sichtbar zu
Pupillen bewegen sich hastig am Hals
meine Seele erfasst steigende Unruh
Lider spreizen sich weit oftmals

von deiner Detailflut sichtlich angetan
überhitztes Kitzeln nicht unbemerkt
dein schwelendes Verlangen wohlan
unter deiner Haut erbebt es vermehrt

stroposkopisch flitzen meine Agenten
über Hügel und Täler deiner Kurven
werden zu meinen fesselnden Händen
mit Augenzwingen dich eng festgurten

so festgezurrt pulsiert dein Atem
nahezu synkopiert im Blickkontakt
reizüberflutet in Ekstase geraten
beider Bedürfnis intensiv offenbart

bist für meine Ohnmacht aufgebahrt
von mir fast bewusstlos dechiffriert
jede kleinste Berührung orgastisch klar
sind bereit, dass alles explodiert

© meteor 2026
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