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Anzahl Gedichte: 3.532
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Titel
3532 Schnittgut 20.01.22
Vorschautext:
Schnittgut

Dampfend unterm Apfelbaum
liegt schon genässt der Grashaufen,
fällt zusammen im Winter,
wo Eichhörnchen drüberlaufen,
um elegant und geschwinder
in Wipfeln zu verschwinden,
da sieht man sie kaum
mit ihrem Freisprungkünden.

Gelegentlich raschelt es,
...
3531 Fünfundsiebzig Jahre Leben 20.01.22
Vorschautext:
Fünfundsiebzig Jahre Leben

Jetzt sind sie mir doch noch geschenkt
Die fünfundsiebzig Jahre Leben:
Das Schicksal hat noch eingelenkt,
Der Herrgott hat's mir mitgegeben.

Von Anfang an ward ich getragen
Hatte eine Wunderkindheit,
Wo am Flusse wir sommers lagen,
Satt, in vollkommener Freiheit.

...
3530 Lebenstag 19.01.22
Vorschautext:
Lebenstag

Haben wir denn,
schlafgestillt,
endlich wieder einmal
bei schrumpfenden Zellen
die toxischen Stoffe
aus den Hirnen geworfen,
um das Nachtheulen,
die ranzenden Träume
besiegen zu können
mit sonnendem Morgen,
...
3529 Morgenluft 19.01.22
Vorschautext:
Morgenluft

Die Morgenluft, sie hat mich schon gekitzelt,
Wenn die Nase unter ihrer Decke spitzelt,
Denn jetzt schlafen noch die Smartphonegeister
Und ein wenig Traum bleibt früher Meister.

Doch der Hamster steht im Hamsterrad
Dreht schon Runden – das ist mir zu fad,
Weil niemand dem Schlendrian entgeht,
Wenn er nicht die eigenen Runden dreht.

...
3528 Himmelslicht 18.01.22
Vorschautext:
Himmelslicht

Der Baum ist fort,
Längst abgeschmückt,
Kein Kerzchen mehr vor Ort,
Das noch das Licht erblickt.

Wer aus dem Fenster schaut,
Sieht nur Hochnebelschwaden,
Ein Hellwerden auf klammer Haut,
Sonne ist kaum einladen.

...
3527 Januarflausen 18.01.22
Vorschautext:
Januarflausen

Noch sind die Bäume alle kahl,
Das Licht im Nebel wirkt nur fahl
Und wie schon anno dazumal
Leiden Nordlichter und Personal
Am Tagesgrau, katastrophal
In diesem unserem Jammertal
Wird manchem das zur Seelenqual,
Doch haben noch eine Wahl?

Im Augenblick fällt schwer das Reisen,
...
3526 Feiert und tafelt miteinander! 17.01.22
Vorschautext:
Feiert und tafelt miteinander!

Ja, manche brauchen lang,
bis Pferde sie endlich einspannen.

Doch wisse auch: Der Pferdewirt
lässt sich vom Ritt dann abhalten,
wenn ein Stangenreiter mit ihm feiert.

Erkläre ihm, dass Ihr gern miteinander
essen und trinken wollt, Gelage habt,
dass er allzeit ohne Furcht sein darf,
...
3525 Friedensblümlein 17.01.22
Vorschautext:
Friedensblümlein

Überall am Wegerand
Kannst Du Friedensblümlein finden,
Wenn Deiin Auge mit Verstand
Feindschaften will überwinden.

Friedensblümlein brauchen wenig,
Brauchen keinen Landgewinn,
Nehmen Leid, wo Augen tränig,
Haben Lichtblicke im Sinn.

...
3524 Europakonfusionen 16.01.22
Vorschautext:
Europakonfusionen

Sind nicht überflüssig wie ein Kropf
Rechtschreibreform und Zeitumstellung?
Wo haben wir nur unseren brillanten Kopf,
Der verhindert unnütze „Reformanschwellung“?

Jetzt soll jeder Staat frei entscheiden,
Ob er Sommer- oder Winterzeit will.
An dem Unsinn werden Fahrpläne leiden,
Das ist doch kein praktisches Ziel!

...
3523 Wie wäre es denn 16.01.22
Vorschautext:
Wie wäre es denn

Wie wäre es denn,
wenn Menschen begreifen würden,
dass positives Denken und Reden
als dauerhafte Hintergrundnorm
den Lockruf des Sittlichen aufspürten,
um Hellräume zu schaffen?

Es geht nicht um's Moralisieren,
Vorwürfe wären kontraproduktiv
und Schuldzuweisungen führten
...
3522 Im Leben mittendrin 15.01.22
Vorschautext:
Im Leben mittendrin

Wie schimpften mich damals die Eltern,
Als an Bombentrichtern ich spielte,
Wo wir Rostbrühweine kelterten,
Man mit Schrott aufeinander zielte!

Wie schimpften sie uns Kinder,
Als wir in zerbombte Loks krochen
Bei Eis und Schnee im Winter
Und wir nach Kohlen rochen!

...
3521 Der Du mir sagst 15.01.22
Vorschautext:
Der Du mir sagst

Der Du mir sagst
ich beib' Dir nah
und mit mir wagst,
was frei ich sah,
vom Morgenlicht
getragen, gesträhnt,
wenn zu uns spricht,
was himmelslohnt,
um hell beseelt
in Dunkelzeiten
...
3520 Bleibt mir gewogen 14.01.22
Vorschautext:
Bleibt mir gewogen, Freunde,
Auch wenn mein Geist streunte
Im Wind der Gezeiten,
Da wollt' ich nicht leiden,
Denn alles, was im Blick
Bleibt auch Euer Glück.

(c)Hans Hartmut Karg
2022

*
3519 Vergesst mir die alten Geschichten nicht! 14.01.22
Vorschautext:
Vergesst mir die alten Geschichten nicht!

Viele Menschen kamen immer, wenn es hieß:
„Pfingschdwoch' aus, Meßwoch ei'!“
Nach Nördlingen, aßen Meßwürst', man ließ
Bier in die Kehlen strömen, man war so frei!

Da hat man Fremde und Verwandte getroffen,
Man mit allen geredet, gegessen, getrunken.
Gar manche wurden streitsüchtig und besoffen,
Man rauchte und vom Grill sprangen Funken.

...
3518 Philosophie der Menschlichkeit 14.01.22
Vorschautext:
Philosophie der Menschlichkeit

Menschlichkeit ist nichts Angeborenes,
Menschlicher bleibt das Herrschenwollen,
Immer schon des Menschen Schwäche.

Menschlichkeit ist auch nichts Ausgegorenes,
Kein Abbild von göttlchem Sollen,
Mitunter nur, wo Gesellung sich räche.

Wer wandelte denn dort in Delphi
Und übernahm diese weisen Orakel.
...
3517 An die Vielschreiber 13.01.22
Vorschautext:
An die Vielschreiber

Lasst sie doch schreiben,
Ich finde das gut!
Wer am Leben will bleiben,
Braucht den Dichtermut!

Es sollte kein Poet
Dem anderen Dichter sagen,
Dass das nicht geht,
Alles ins Netz zu tragen.

...
3516 Museumseröffnung 13.01.22
Vorschautext:
Museumseröffnung

Natürlich war er selbst dazu eingeladen,
Der an der Peripherie des Wissensadels stand.
Er kam auch, war ja sehr gut beraten,
So dass er zur Eröffnung sich gerne einfand.

Da standen sie, viele der bekannten Gesichter,
Die konnte er im Hallenrund ausmachen:
Es gab Professoren, Ehrengäste, Richter
Mit ehrwürdigem Antlitz – ganz ohne Lachen.

...
3515 Wortverständnis 12.01.22
Vorschautext:
Wortverständnis

Wer interessiert sich denn noch für Dich
Bei diesen Millarden an Menschen?
Wer äußert wirklich wohltuend sich,
Ohne Mitmenschen auszugrenzen?

Leibhaftig bleibt doch das Wort im Bild,
Doch sind Worte mehr als nur Hülsel,
Die weggleiten, grau werden wie ein Schild,
Vergilbend, nur notgeiles Füllsel?

...
3514 Schneezeiten 12.01.22
Vorschautext:
Schneezeiten

Gesänge verklungen,
Erwartungen gestärkt,
An Schneewächten gesungen,
Viele Ängste verzwergt:
So geben leumundgebunden,
beziehungsgewundene
Seelen ihr Stelldichein.

Schneezeiten verleisen
Bewegtes, Vorlautes,
...
3513 Jetzt schon? 11.01.22
Vorschautext:
Da höre ich doch in sich längendem Tag
Erste Amseln laut schlagen und rufen.
Jetzt schon? Ist denn das Jahr bereit,
Noch fahren doch Schlitten auf Kufen.

Der Schnee hockt sich zwar mehr und mehr
In sonnenabgewandte Buhnen und Täler.
Darüber freuen sich die Daheimgebliebenen sehr
Und ein jeder Tag wird schon heller.

Und die Amseln tragen fleißig zum Nest,
Was schon schneefrei im Sonnenglast lagert.
...
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