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Titel
6718 Meine Fantasie
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Meine Fantasie

Meine Fantasie hat sich vorgenommen,
Sie am Bahnhof in die Arme zu schließen,
Denn zu dem Schluss bin ich gekommen,
Diese Umarmungen doch zu genießen.

Am Anfang habe ich sie noch gefragt,
Ob ich sie überhaupt küssen dürfe,
Und ein jedes Mal hat sie „Ja“ gesagt,
So dass ich nicht nach Gründen schürfe.

...
6717 Man wird bescheiden
Vorschautext:
Man wird bescheiden

Man wird bescheiden, wenn sich Jahre neigen,
Denn der Jugend gehört das Glück:
Sie machen sich das Offene zu eigen,
Setzen ein ihr Suchgeschick.

Sich dort noch aktiv beteiligen,
Wo man in vergebenen Räumen steht,
Gleichwohl Bindungen nicht entheiligen,
Wenn Liebe bei Zweien einhergeht.

...
6716 Wasser entsalzen mit Sonnenstrom
Vorschautext:
Wasser entsalzen mit Sonnenstrom

Das kostbare Wasser geht überall zur Neige,
Denn die Heißzeit fördert jedes Verdunsten,
So dass es immer mehr Dürreperioden gibt.
Wo der Sonnenwagen seine Kräfte zeige,
Entsalzt man daher zu unseren Gunsten,
Weil der Mensch doch das Leben liebt.

Deshalb müssen wir weltweit an den Stränden
Neue Wasserentsalzungsanlagen errichten,
Wasser durch Sonnenkraft vom Salz befreien,
...
6715 Mehr Regenwasser speichern
Vorschautext:
Mehr Regenwasser speichern!

Wie mit den Photovoltaikanlagen,
So sollte man auch mit Zisternen verfahren:
Wer sie einbaut bei Wohnanlagen,
Der darf durch Zuschüsse erheblich sparen.

Und die genehmigten Pläne zum Hausbauen
Müssen ebenfalls Zisternen bekommen,
Weil wir vorsorglich auf Heißzeiten schauen,
Wo uns so viel Wasser weggenommen.

...
6714 Sich schützend
Vorschautext:
Sich schützend

Sich schützend doch einem Partner zeigen,
Um im Netz weiterhin täglich zuhause zu sein,
Die Augen heimlich zu schönen Bildern neigen,
Denn pausenlos will unser aller Sehnen sein …

Was man hat, will man es denn nicht?
Was man will, ist das schon vergeben?
Unerreichtes trägt ein Allerweltsgesicht,
Denn ungerecht bleibt schon das Leben …

...
6713 Es bleibt
Vorschautext:
Es bleibt

Es bleibt der tiefen Liebe geschuldet,
Dass sie immer mehr will, als sie bekommt
Und doch dabei sehnend Zeiten erduldet,
Auf die sie baut, bis sie endlich ankommt.

Die tiefe Liebe ist für Überraschungen gut,
Bleibt glücksfühlend und glückshemmend,
Wenn trotz der Sehnsüchte vorbei aller Mut,
Sie sich dennoch gegen Verluste stemmend.

...
6712 Die Oma
Vorschautext:
Die Oma

Immer wenn ich sie besuchte,
Empfing sie mich mit ihrem Lachen.
Auch wenn sie manchmal heftig fluchte
Hielt zusammen sie ihre Siebensachen.

Authentisch erwies sie sich als Autorität,
Weil sie nicht autoritär, sondern glaubwürdig war.
Dadurch hat sie bei uns Vertrauen gesät,
Selbst als bereits weiß ihr spätes Haar.

...
6711 Beerdigung der Lieblingstante
Vorschautext:
Beerdigung der Lieblingstante

Sechsundneunzig Jahre hat sie ausgehalten
In einem überaus arbeitsreichen, erfüllten Leben,
Das sie in ihrer kleinen Landwirtschaft geführt hat.
Dort konnte sie verantwortlich schalten und walten,
Hat Kühe gemolken, Schweinen, Hühnern Futter gegeben,
War allzeit eine gute Ehefrau, Mutter, eine Frau der Tat.

Das alles nahm sie als selbstverständlich gegeben an,
Denn sie hatte Gottvertrauen, war religiös tief geerdet,
Dazu jederzeit lachend, gastfreundlich, weltoffen.
...
6710 Lange habe ich
Vorschautext:
Lange habe ich

Lange habe ich nach ihr gesucht,
Nach der Muse, die mich bis heute begleitet,
Wenn mich wieder neue Worte mit Wucht
Dorthin führen, wo mich Sprache reitet.

Dichter brauchen jene Inspiration
Als Nähe katalytisch für ihre Denkakte,
Denn Neuworte gelten für sie als Lohn
Für Anstrengungen, werden das Angesagte.

...
6709 Wir müssen wieder lernen
Vorschautext:
Wir müssen wieder lernen

Bei allem lebenserhaltenden Misstrauen
Müssen wir allesamt wieder lernen,
Durch Suchen nach Guten zu vertrauen
Und so unser Menschsein zu besternen.

Denn mit dem Guten zu kommunizieren
Erweitert Horizonte und rettet unser Geblüt,
Denn so lässt sich Bindung aufspüren,
Mit der werthaltig gestärkt unser Gemüt.

...
6708 Naja, ein bisschen kalt
Vorschautext:
Naja, ein bisschen kalt

An der Kasse gab es das Gequengel,
Denn Hunger verspürte der kleine Bengel
Und schlug mit der Hand auf den Wagen immerzu,
In Mamas Gesicht blieb er der kleine Bu.

Deshalb setzte sie sich mit ihm auf die Bank
Hatte volle Brüste jetzt Gottseidank
Und ließ seine Hände ihre Brüste fühlen,
So konnte sie ihn herrlich stillen.

...
6707 Wir dokumentieren nur noch
Vorschautext:
Wir dokumentieren nur noch

Wir bringen zwar nicht mehr viel zustande,
Aber dennoch dokumentieren wir fleißig:
Ist noch genügend Flusswasser im Lande
Oder ist der Rheinpegel schon bei Dreißig?

Man glaubt überhaupt nicht, wie wichtig es ist,
Die vielen Hochbezahlten auch melden zu lassen,
Dass anhält noch recht lange diese Heißzeitfrist:
Das Thermometer will schon 40 Grad fassen!

...
6706 Halb ohnmächtig
Vorschautext:
Halb ohnmächtig

Halb ohnmächtig der Liebe frönen
Und seine Lenden gern verwöhnen,
So sagte er es, BEIDEN schicklich
Und BEIDE waren überglücklich.

Nach langer Zeit der Abstinenz
Wünschen sie sich auch Resilienz
Ganz wiederum sich nah zu sein:
Liebende sind nicht gern allein.

...
6705 Es ist der Wille
Vorschautext:
Es ist der Wille

Schaffen wir es noch, um zu laufen
Oder wollen wir immerzu nur fahren,
Wenn wir wieder etwas einkaufen,
Weil bequem wir allzeit waren?

Kommen Überlegungen ins Spiel
Oder ist’s viel zu oft Gedankenlosigkeit?
Bleibt im Zentrum noch das edle Ziel:
Umweltschutz für mehr Glaubwürdigkeit?

...
6704 Ein Freund Kants
Vorschautext:
Ein Freund Kants

Die selbstverschuldete Unmündigkeit erkennen
Und sich daraus immer wieder erneut befreien,
Das darf man verantwortetes Leben nennen,
Erst damit kann man ehrlich buhlen und freien.

Nur wer sich tatsächlich auch frei gemacht
Von Irritationen und überflüssigen Konventionen,
Der gelangt für sich selbst in jene Eigenmacht,
Mit der aufbaubar der Liebenden Zonen.

...
6703 Nicht immer
Vorschautext:
Nicht immer

Nicht immer wird Freiheit als Befreiung verstanden,
Nicht immer sieht der Befreite auf das helle Licht,
Denn wo so viele das Freiheitliche nicht kannten,
Wird es verkannt, wenn es ins Leben einbricht.

So manches Mal muss man schwer nachjustieren,
Wo scheinbar Offensichtlichkeit leider nicht möglich,
Nur Nostalgisches das Gemüt will weiter verführen,
Obwohl jene Rückwärtsgewandtheit unsäglich.

...
6702 Wäre mir
Vorschautext:
Wäre mir

Wäre mir die junge Frau nicht aufgefallen
Mit ihren schönen Haaren, dem klaren Blick,
Groß, schlank, voller Begegnungsstrahlen,
Ich hätte nicht gewusst, was ein Glück.

Zu ihr bin ich dann sehr weit gefahren,
Um sie herzklopfend immer wieder zu sehen.
Da wir BEIDE noch jung und unerfahren waren,
Konnten wir leichter zu dieser Minne stehen.

...
6701 Das Seinkönnen
Vorschautext:
Das Seinkönnen

Das Seinkönnen beginnt dann,
Wenn das Habenwollen verblasst
Und so die übliche Gier irgendwann
Von den Geistreichen geschasst.

Dann öffnen sich Augen und Sinne,
Suchen, was bisher übersehen,
Finden möglicherweise ihre Minne,
Um endlich zum Leben zu gehen.

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6700 "Schon wieder geklaut!"
Vorschautext:
„Schon wieder geklaut!“

„Schon wieder geklaut!“
In allen öffentlichen Toiletten,
Welche frei zugänglich sind,
Habe ich nach Papier geschaut,
Doch an all diesen Stätten –
Verweht wie von unsichtbarem Wind.

Bei manchen scheint es Leidenschaft,
Das gesamte Klopapier zu klauen
Und sich dafür auch nicht zu schämen.
...
6699 Es ist das Warten
Vorschautext:
Es ist das Warten

Es ist das Warten auf den richtigen Moment,
Wenn man sich anbietet, um erhört zu werden,
Weil man die Abläufe im Netz längst kennt:
Sie sucht den einzigartigen Lebensgefährten.

Deshalb bietet sie sich auch an als Frau,
Stets elegant, frei lächelnd und schön,
Möchte sich medial nicht verabschieden,
Sich gern zeigen, in Zuneigung geh’n.

...