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Titel
5378 Hätte sie mir nur
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Hätte sie mir nur

Hätte sie mir nur ein wenig Zeit gelassen,
Um meine Wünsche und Gedanken zu formulieren,
Denn eigentlich wollte ich diese klar fassen,
Um mich auch selbst ein wenig frei zu sortieren.

Seit vielen Wochen treffen wir uns jeden Tag
Im Internet, wunderbar, auf den Sozialen,
Wo ich ihr natürlich dort immer auch sag‘,
Dass ohne sie mein Leben nur voller Qualen.

...
5377 Der Sonne Kraft
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Der Sonne Kraft


Heut tritt sie wieder leuchtend auf:
Die Sonne mit der ganzen Kraft,
Treibt zum Wandern jene hinauf
Zum Berg, der hier den Frieden schafft.

Nicht kennt die Sonne das Gemeine,
Denn fern bleibt ihr das irdisch' Wesen,
Verantwortet des Mondes Scheine
Und hilft, dass wir im Taglicht lesen.
...
5376 Das Leben ist kurzlang
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Das Leben ist kurzlang


Mein Leben ist langkurz – wie Deines,
Der Kopf stützt auch den Arm des Himmels,
Verteidigt ihn gegen Gemeines,
Ist gegen Karst des Geistesschimmels.

Dem Kranken mag es lang erscheinen,
Er sehnt den Tod für sich heran
Und will sich mit dem Gott vereinen,
Der ihn allhier nicht tragen kann.
...
5375 Fußabdrucke
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Fußabdrucke

Kein Tier hat je ein Tier begraben,
Der Mensch ja seinesgleichen schon,
Musste an Gottheiten sich laben
Im Glauben an den Himmelslohn.

Das war sein erster Fußabdruck:
Das Feuer und die Gräberfelder
Mit Festen und dem Glaubensruck
In Flussoasen, fern der Wälder.

...
5374 Wären wir
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Wären wir


Wären wir alle nur noch Soldaten,
wer könnte uns dann
unser Leben retten?

Wären wir allesamt Maschinen,
wie könnten wir herzhaft
über Fehler lachen?

Wären wir nur noch Roboter,
...
5373 Verrückte Situation
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Verrückte Situation


Schau nicht zur Frau mit ihrer Büste,
Auch nicht auf Knie, in die Augen,
Schau in New York zur Freiheitsbüste,
Dazu kann Haftung dann noch taugen.

Alles will man doch dort verbieten,
Was nur den Hauch von Trieb, Sexismus,
Sollte im Klemmstall Zimmer mieten –
Ganz ohne Sehnsucht und Genuss!
...
5372 Nicht hat die Zeit es je geschafft
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Nicht hat die Zeit es je geschafft

Nicht hat die Zeit es je geschafft,
Dass ich der Liebe konnt' vergessen.
Selbst als der Todgevatter gafft',
War Anmut mir präsent gewesen.

Vergänglichkeit ist doch kein Grund,
Den Männerblick gleich auszusetzen,
Denn Liebe kennt nicht Tag, nicht Stund',
Selbst wo man hört das Sensenwetzen.

...
5371 Besichtigung
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Besichtigung


Der Herbst hat schon Türme verschleiert,
Nur Kirchenglocken hört man mahnen;
Und wo zwei Schlossflügel erneuert,
Kann man den Flussgrund noch erahnen.

Das Schloss hat selbst graue Fassaden,
Die mit Gefachen, gelb, versehen
Touristen zum Besuch einladen –
Soweit sie laufen können, gehen.
...
5370 Da haben wir uns
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Da haben wir uns

Da haben wir uns doch glatt verrannt,
Sind im Internet aneinander vorbeigeschlittert
Und suchen nacheinander nun wie gebannt,
Damit ja keiner von uns auch verbittert.

Gar manches Mal vertippt man sich halt
Oder ein System wirft einen hinaus.
Die Technik hat uns so in ihrer Gewalt,
Manch ein Problem wächst uns da aus.

...
5369 Tagesbeginn
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Tagesbeginn

Wenn zu Zeiten des Arbeitslebens
Der Wecker die Zeit mir nicht ließ,
Schlug ich nach ihm oft vergebens,
Weil er mir nur Aufsteh'n verhieß.

Dabei ist uns die Liebe so wichtig,
Weil tagweis' zur Sonne sie führt,
Denn mit ihr wird alles erst richtig,
Was sich gut anfühlt, man erspürt.

...
5368 Lehrerleistung
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Lehrerleistung

Wo bildungsferne Schichten walten,
Hat es die Bildung reichlich schwer:
Wie kann sie lehrend noch gestalten,
Wo man Erzieher mag nicht mehr?

Wer seinen Nachwuchs fördern will,
Der muss sich selbst auch interessieren
Für das, was mehr als nur ein Spiel:
Gespräche muss er reichlich führen,

...
5367 Briefdokument
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Briefdokument

Ich verstehe die Jugend von heute,
Wenn Briefe sie nicht mehr schreibt:
Eine Brief kann werden zur zur Beute,
Mit der man Feindseligkeiten treibt.

Ist er erst einmal verfasst und hinaus,
Wird er zum weltzeitlichen Dokument,
Schützt nichts mehr in Deinem Haus,
Du, Schreiber mit Inhalt bist bekennt!

...
5366 Mondarbeit
Vorschautext:
Mondarbeit

Zur Schlafnacht trägt der helle Schein
Mit sonnenleisen Strahlen bei,
Weil wir bemondet nicht allein,
Er uns gern Nachtbegleiter sei.

Viel Licht bescheint das Areal
Und findet so den rechten Lohn
Für viele Schläfer, wenn er fahl
Für sie findet den rechten Ton,

...
5365 Glück gehabt!
Vorschautext:
Glück gehabt!

Zum eingeladenen Tag
gesellt sich nun die Stunde,
auf welcher die Hauptsitzung
längst für den Tag geplant.

Da sitzen sie ja alle
und warten in der Runde,
die Mitarbeiter, Menschen,
die so gespannt,

...
5364 Habe Mut!
Vorschautext:
Habe Mut!

Lass' Dich von Beckmessern nicht drängen,
Schärfe stets Deinen eigenen Mut,
Um Lebensleistungen zu längen,
Zu leben in des Geistes Glut!

Du musst sie höflich ignorieren,
Welche nur Fladenwerfen lernen,
Um Dich als Schlechtmensch vorzuführen:
Sie lassen sich nie gut besternen!

...
5363 Zensur
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Zensur

Du glaubst, Demokratie sei frei
Von Wildgewächs und von Hassesnöten,
Es gäbe weniger Geschrei,
Nur Bestes füllt' im Netz die Läden?

Schau Dich doch endlich um,
Hör' das Geschrei, Gebrumm,
Mit dem die Superkalten
Den Schweinehund erhalten!

...
5362 Auf dem Balkon
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Auf dem Balkon

Zwei sitzen zu schlafspäter Stunde
noch regungslos auf dem Balkon.
Die Platten sind ganz sonnenwarm,
sehr angenehm für nackte Füße...
Im Licht des Parks die Fledermäuse:
sie jagen hakenschlagend, leise.
Keiner steht auf, wenn gar so mild
und windlos Abenddüfte locken.
Während die Wärme immer noch
den Füßen und den Beinen schmeichelt,
...
5361 Nachsommer
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Nachsommer

Steh' auf und sing' ein neues Lied,
Der Morgen trägt noch keinen Schleier,
So dass die Trauer fern Dir blieb.

Die Sonne wird sich jetzt zwar schwächen,
Wenn sie den Lauf nach Süden führt –
Und Kälte will sich langsam rächen,

Doch finden Strahlen auch zurück
Ins Zimmer, wo sie schon erwartet
...
5360 Blick nach vorn
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Blick nach vorn

Die Zeit rast fort und immer weiter,
obschon die Welt so wunderbar,
denn wo der Augenblick geboren,
wo er entsteht als wandelbar,
trägt er uns keinen Kummer nach
und preist das Leben in den Foren.

Ja, wären alle wir Geschwister
im Lieben, das den Augenblick
als Freiheit und als Chance sieht,
...
5359 Wandelröschen
Vorschautext:
Wandelröschen

Sie lagen im Müll, in einer Tonne,
Die kleinen Pflänzchen, voller Staub.
Man raubte ihnen Sommersonne,
Außen herum lag dürres Laub.

So nahmen wir sie mit nach Hause
Und sahen, dass sie noch am Leben.
Wir stellten sie unter die Brause,
Um Lebensmut ihnen zu geben.

...