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Titel
5240 Manchen kommt die Zeit gelegen
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Manchen kommt die Zeit gelegen

Endlich Homeoffice, auch Familie,
Kollegen sind jetzt ganz fern.
Gartenfreunde säen Petersilie,
Haben ihre Liebsten so gern...

Ein wenig chillen im Garten,
Wenn niemand es sieht, kontrolliert
Und auf Instruktionen warten –
So sind wir seelengeführt.

...
5239 Einsiedler
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Einsiedler

Steht mit den Egoismen
der Eremit nicht fern des Lebens,
nicht wirklich in der Welt zu Hause?

Er mag zwar Ruhmehr' finden,
voll Denken, Weisheit stecken,
nachhaltig leben, nichts verschwenden
und auf drängende Fragen
verschwiegene Antwort wissen.

...
5238 Gruppendynamik
Vorschautext:
Gruppendynamik

Da sitzen Sechs an einem Tisch
In Harmonie zu späten Jahren,
Aßen zuvor gemeinsam Fisch,
Wollen sich heute nichts ersparen.

Selbst wenn sie sich nun sehr bemühen
Und alle zum Wort kommen lassen,
Selbst die, die wenig Geist versprühen,
So kann nicht alles hier Fuß fassen.

...
5237 Glorreiche Jahre
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Glorreiche Jahre

Mein erster Lehrer war ein abgeschossener Flieger,
Der mit dem Crashkurs nach dem Krieg zur Pädagogik kam.
Er trat bescheiden auf, war stolz, trotzdem kein Sieger,
Sein Unterricht war stets erfreulich – niemals lahm.

Ins Zeugnis hatte er bei mir geschrieben,
Dass zappelig ich und sehr unruhig wäre.
Darüber lachten meine Eltern, die mich lieben,
Das war für später mir doch eine Lehre...

...
5236 Der Weinselige
Vorschautext:
Der Weinselige

Alle Welt kannte ihn als den frohen Mann,
Der so gastfreundlich zu jedermann,
Mit dem man immer trinken kann:
Humor brach sich bei ihm die freie Bahn.

Charmant konnte er Witze reißen,
Ich habe ihn dafür gerne gemocht,
Weil dabei unsere Fantasien reisen –
Auf Rechthaben hat niemals er gepocht.

...
5235 Meine Heimat
Vorschautext:
Meine Heimat

Dort bin ich zuhause,
wo Menschen mir
lieblich erscheinen,
Blumen blühen.

In den Gärten reifen
die Birnen und Äpfel,
so dass auch Gefallenes
Sinne und Magen erfreut.

...
5234 Buntes im Hochgebirge
Vorschautext:
Buntes im Hochgebirge

Muntere Buntgewächse
ducken sich gegen die Winde,
unterbrechen an Steinhügeln
das monotone Grauweiß der Felsen.

Ganz kleine Gelbrotflächen,
versprengte Flechten wohl,
unterstützen unseren Blick dort
und den immensen Anspruch,
hier bleiben zu wollen.
...
5233 Gewandelte Zeiten
Vorschautext:
Gewandelte Zeiten

Ach, wie war das denn vordem:
Das Schulehalten so bequem!
Man stand vorne und man sprach,
Es drohte noch kein Ungemach.
Man hatte damals wenig Stress,
Nur vormittags war man ja kess.
Bestellte man die Eltern ein,
So kamen sie voll Einsicht rein:
Alles was da noch verschroben
Wurde gesprächsweise behoben.
...
5232 Da war doch was
Vorschautext:
Da war doch was

Nach vielen Jahren Abstandswahrung
Kamen ZWEI doch auf die Idee,
Den alten Chef mal zu besuchen
Und bei Kaffee und Apfelkuchen,
Noch vor dem ersten Herbsteschnee,
Zu sehen auf die Weißbehaarung.

Wie ist er drauf, freut er sich noch
Auf seine Mitarbeiterinnen,
Obwohl er Abschied längst genommen?
...
5231 Kranke Kritikaster
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Kranke Kritikaster

Im Netz gibt es die Menschzerstörer,
Die scheinheilig, als Beschwörer
Ihre Mitmenschen piesacken,
Würdelos die Herzen packen,
Denn ihre Seelen sind krank,
Dass sie kritisch, ohne Dank
Ihre Krankheiten nun pflegen
Auf bekannten Netzeswegen.

Das ist des Zeitgeists größtes Laster,
...
5230 Abendbeten
Vorschautext:
Abendbeten


Gib Herr mir einen sel'gen Schlaf,
Schmerzfrei und mit viel Ruhe,
Damit der Alp, der gestern traf,
Versinkt in seiner Truhe.

Nimm von mir jenes Traumes Last,
Bei der Erinnyen tanzen.
Schlaf sei ein liebevoller Gast,
Der nicht will firlefanzen.
...
5229 Röhrengesang
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Röhrengesang


In den vielen Leitungen
sammeln sich beständig
Luftbläschen und Wasser.

Ganz still ist alles nachts,
noch völlig ohne Bewegung.

Erst mit den aufsteigenden Lichtstrahlen
erwacht, wenn der Himmel aufreißt,
...
5228 Eigene Kräfte
Vorschautext:
Eigene Kräfte

Es ist nicht leicht,
Sich selbst zu kontrollieren,
Wenn alles seicht
Und Medien verführen.

Es ist sehr leicht,
Sich selber abzulenken,
Weil das dann reicht,
Bequemlichkeit zu schenken!

...
5227 Forsythien
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Forsythien


Es ist sehr trocken, es ist kalt
Und überall noch kahle Wälder.
Der Frühling kommt jetzt nicht so bald,
Doch dann entreift er viele Felder.

Gleichwohl warten wir alle noch
Auf sein Eintreffen und sein Wärmen,
Damit er nimmt des Winters Joch
Und wir für neues Licht im Schwärmen.
...
5226 Erwartungssonett
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Erwartungssonett

Wo Hoffnung als Erwartung loht,
Bleibt herzklopfend laut jede Frage,
Egal, ob Kälte, Wärme droht,
Die Sommerhitze, Regentage.
Es ist der Hoffnung vorbehalten,
Das Sehnen als Ziel zu begreifen,
Womit sich Wagnisse verschalten
Und im Gemüte heftig reifen
Zur Neugierde, den Anspruch suchend,
Weil dadurch ja das Hoffen steigt,
...
5225 Städter im Regen
Vorschautext:
Städter im Regen

Der Tropfen fällt ins leere Fass,
Dann, stärker, läuft doch nach der Strahl.
Die Häuser, Straßen werden nass,
Laub atmet auf am Berg, im Tal.

Und bald treibt erdig' Morgenduft
Auch Städter zum Balkon:
Der Regentag bringt frische Luft,
Befreit von Staub, Ozon.

...
5224 Geometrie und Natur
Vorschautext:
Geometrie und Natur

Das Eckige, am Boden, flach,
Wartet schon auf die Regenrunde.
Ein Amselmännchen fliegt vom Dach
Gibt aufgewacht schon frühe Kunde,
Was es alles ausrichten soll,
Gesangsbegleitet vom Pirol.

Ecksteine, nackt und an den Grenzen
Weisen den Menschen feste Wege.
Libellen wollen oben glänzen,
...
5223 Versinken in der Zeitlosigkeit
Vorschautext:
Versinken in der Zeitlosigkeit

Noch versucht das Alter sich
Ein wenig von Freuden zu erhalten,
Mitreisend im Alltag zu sein.
Und doch muss man erkennen:
Manches wird schmerzlicher, schwerer

Aus der Zeit gefallen erscheinen –
Niemand will sich gerne entlarven! –
Die alternden Sehnsüchte nach mehr,
Und doch tanzen die vielen Leute
...
5222 Kinderlieder
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Kinderlieder

Heute gibt es kaum noch Lieder,
Lehrpläne, die sind fast leer.
Niemand singt von Mai und Flieder,
Kinderseelen haben's schwer.

Mit Kinderliedern lernte man
Auch Schreiben, Rechnen, Lesen,
Damit man später viel mehr kann,
Als im Raum anwesend gewesen.

...
5221 Kindergebet
Vorschautext:
Kindergebet


Lass mich nicht mehr ängstlich sein,
Wenn ich in die Kita gehe!
Gib mein Herz nicht mehr da drein,
Wenn ich böse Buben sehe!

Gib Erzieherinnen Kraft,
Dass sie Störungen erkennen,
Die, dann aus der Welt geschafft,
Nicht die Seelen mehr berennen.
...