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Titel
5074 Lebensbestände?
Vorschautext:
Lebensbestände?

Wieder die Erde zugemüllt
Mit tausend Feuerwerken,
Die eigene Mächtigkeit gestillt
Auf Meeren, Flüssen, Bergen,

Die Städte hell und vollbeschallt,
Erobert so Natur und Welt
Und mit menschlicher Urgewalt
Raketen aufgestellt,

...
5073 Heimreise
Vorschautext:
Heimreise

Und wieder mit der Bahn zurück
Durch Wälder, Wiesen frei geschaukelt,
Herrlich den Winter dort im Blick,
Wo Freiheiten uns vorgegaukelt.

Nach Tagen der Erholungsfreude –
Weil Berge uns höher erscheinen –
Hören wir am Glockengeläute,
Dass wir zum Feste uns vereinen.

...
5072 Besinnliches
Vorschautext:
Besinnung

Haben wir es
den Tieren und Pflanzen schon gezeigt,
dass sie unsere Mitgeschöpfe sind,
uns hinab
zu ihnen schützend geneigt
im kalttreibenden Januarwind?


©Hans Hartmut Karg
2019
...
5071 Wenn die Wasser
Vorschautext:
Wenn die Wasser

Wenn die Wasser
sich nicht mehr sammeln,
weil hitzegeborene Weltlasten
Hoffnungen versiegen lassen,
führen die Naturereignisse
zu trockenführenden Ornamenten
und unsere hoffenden Kopfgeburten
bleiben dauerhaft nur noch in
bangenden Ängsten
gefangen.
...
5070 Fremdwelten
Vorschautext:
Fremdwelten

Treibt die Neugier uns hinaus
In Welten, die fremd uns sind?
Verlassen steht mein Vaterhaus
Und die Scheiben dort sind blind.

Die Straßen meiner Kinderbeine
Hat man zweimal schon geteert
Und die Häuser, die ich meine,
Zweimal von Toten geleert.

...
5069 Nur wenig hell
Vorschautext:
Nur wenig hell

Wo früher Schnee die Lande deckte,
Liegt heute alles grau und mild.
Nichts, das die Lebensgeister weckte,
Tritt morgens in ein Hoffnungsbild.

Zäh ziehen sich Erwartungszeiten,
Die lange nicht das Grau verlassen,
Nicht Seelen und nicht Herzen weiten
Und Leben so beim Schopfe fassen.

...
5068 Raum und Zeit
Vorschautext:
Raum und Zeit

Sich einfinden in neue Jahre,
Weil wir doch zeitgebunden sind,
Womit die Seele dann erfahre,
Dass sie des Ortes Lieblingskind,

An dem wir atmen, den ich sah,
Weil mich das Schicksal hingeführt,
Wo ich der großen Liebe nah,
Mit der Leben erst aufgespürt.

...
5067 Windstrom
Vorschautext:
Windstrom

Propeller stehen gut im Wind
und produzieren fleißig
Strom zwischen 50, zwischen 30
Prozent, weil wir Windfreunde sind
für Erdnatur auf weiter Flur
und nicht Naturvernützer.

So bringt der Wind
den Strom ins Haus
und weit in unser Land hinaus,
...
5066 Herrnhuter Sterne
Vorschautext:
Herrnhuter Sterne

Man sieht sie immer überall,
wenn es schon Nacht.
Und auch am Tag
bei Dämmerlicht
lenken sie uns
so
heimelig
die Blicke
mit tiefem Rot
beseelt und hoffnungsvoll,
...
5065 Vogelfütterung
Vorschautext:
Vogelfütterung

Ach, wir Menschen sind so gut,
Füttern Vögeln gern im Winter
Körner zu – und frohgemut
Retten wir so Vogelkinder...

Doch vielleicht könnte es sein,
Dass so manches Korn verdorben,
Schimmelhaft und nicht sehr rein,
So dass damit auch gestorben!

...
5064 Rolando, mein Villazón
Vorschautext:
Rolando, mein Villazón

Du kannst wirklich alles, mein Lieber,
Bist Herr schöner Musik, ihr Gebieter,
Hast es besser, als jeder Lehrer, Priester:
Du liebst die Oper, ihre Helden, die Biester,
Bleibst komödiantisch, ein tatsächlich lieber,
Kein Verwalter oder gar Kulissenschieber.

Dein Witz, Dein Humor, urgroßmutterbedingt,
Womit man keine Weltsprache jemals verschatte,
Als schon Dein Vater, musikalisch verlinkt
...
5063 Verstehenwollen
Vorschautext:
Verstehenwollen

So mancher Satz erreicht erst Wucht,
Wo man nach Defiziten sucht.
Man kann ja alles missverstehen
Und immer auf Verqueres sehen,
Um heimlich für sich abzutasten,
Wie kollektiv dann auszurasten.

Dabei sind Menschen meist sehr offen,
Weil sie auf Geistverwandtschaft hoffen
Und sich dabei nicht sehr beschützen,
...
5062 Kleine Welt
Vorschautext:
Kleine Welt

Schon immer war sie gern für sich,
Ihr Leben war kein Zuckerschlecken,
Doch sie verehrte, mochte mich,
Man konnte sie ja herrlich necken...

Gern lag sie in dem alten Haus,
Uralt, wartend aufs späte Sterben,
Kam nicht mehr aus dem Bett heraus,
Doch wollt' sie keine Lebensscherben.

...
5061 Der Schwerenöter
Vorschautext:
Der Schwerenöter

Ja, unser alter Schwerenöter
Der ist ja wirklich gar kein Blöder,
Liegt chillend auf der großen Liege
Und führt deshalb auch keine Kriege.

Er schläft länger an jedem Morgen,
Kennt deshalb so auch keine Sorgen,
Geht mit sich um recht kultiviert
Und hält die Welt für affektiert.

...
5060 Eingeschneit
Vorschautext:
Eingeschneit

Tatsächlich gab's erst keinen Schnee,
Wir wollten deshalb schon abreisen.
Dann kam er mit zwei Metern Höh',
Das Schneien wollt' nicht mehr abreißen.

Weder Rodeln, noch Skifahren
Konnte man bei dem Wettersturm.
So etwas gab es nicht seit Jahren:
Über dem Auto – ein Schneeturm!

...
5059 Rituximab
Vorschautext:
Rituximab

Die Infusion läuft langsamer ein,
Fünf Stunden muss ich schon liegen
Und hoffe, dass dieses Mittel allein
Zurückbringen kann Gesundheitssegen.

Da liege ich nun gedankenverloren
Und weiß nicht, wie's weitergeht.
Eigentlich bin ich doch glücksgeboren,
Wenn Hoffnung sich neu aufstellt.

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5058 Und wieder ist sie ihr zu eng
Vorschautext:
Und wieder ist sie ihr zu eng

Und wieder ist sie ihr zu eng –
Die Nähe wird Beziehungsstress:
Zuviel wird alles ihr, zu streng,
Sie will doch frei sein, wild und kess.

Ihr Liebster kann sie nicht verstehen,
Sie hat doch alles, was sie will,
Die Wünsche sieht er, kann sie sehen,
Doch ist das auch ihr wahres Ziel?

...
5057 Was hilft es
Vorschautext:
Was hilft es

Was hilft es, wenn in Lebensnot
Sich nicht mehr richtig kann entscheiden,
Was leidend aus Beziehungslot,
Wo die Gemüter müssen streiten?

Dort gibt es Blicke, Aversionen,
Mit denen sich das Böse weitet:
Gutwille kann sich nicht mehr schonen,
Weil man sich disharmonisch streitet.

...
5056 Bangen
Vorschautext:
Bangen

Die Tage vergrauen die tiefbraune Erde,
Weil Schnee nicht mehr aus den Wolken fällt
Und Wärme die letzten Schneefelder leerte,
So dass vergeblich ein Schlitten bestellt.

Wird es heuer wieder die Heißzeit geben,
Bei der Wiesen und die Blumen verdorren
Oder dürfen wir endlich ein Normaljahr erleben,
Mit dem weder Natur, noch Geist verworren?

...
5055 Leidenschaft und Anerkennung
Vorschautext:
Leidenschaft und Anerkennung

Nicht jedes motivierte Tun
Erhält auch öffentliche Nennung.
Doch was ist mit den Menschen nun,
Die niemals hören Anerkennung?

Natürlich braucht es Leidenschaft,
Um für die Arbeit auch zu brennen,
Denn wer sich Ideale schafft,
Der darf sich auch berufen nennen.

...