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| 1072 | Die Mittagsstunde | |||
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Vorschautext: Des Nachbarn Frau, die Kunigunde, sprach zum Mann mit vollem Munde: So wie Ziege , Kuh und Schaf halten wir heut Mittagsschlaf. Und falls dich ein Lüstlein packt, ruhen wir gleich splitternackt. Der Mann nur den Abwasch meidet und zum Waschen sich entkleidet. Als die Frau ins Bad enteilt, der Mann bereits im Bettchen weilt. Sie naht wogend froh und munter, ... |
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| 1071 | Die Reformation | |||
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Vorschautext: Es läuten die Glocken der Reformation, sie rufen die Eltern, die Tochter, den Sohn. Sie erinnern die Nachbarn an die Religion, nicht nur an Hochzeit und Konfirmation. Sie verkünden mit heiligem Klang, der Glaube hält ewig, ein Leben lang. Wir können ihn sprechen, lesen und schreiben, deshalb wird er immer im Herzen bleiben. 31.10.2019 © Wolf-Rüdiger Guthmann |
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| 1070 | Wer erfand nur das Unterhemd | |||
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Vorschautext: Wer erfand nur das Unterhemd, jenes Stück Stoff, das stetig klemmt? Will ich beim Arzt die Brust frei machen, flutscht das auch bei allen Sachen, doch was am Ende klemmt, ist das verflixte Unterhemd. Damals als ich noch Windeln trug, der Möhrenbrei manchmal durchschlug. Eine neue sollte mich umschlingen und wieder frische Düfte bringen. Doch oftmals war das gar nicht toll, ... |
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| 1069 | Die gespendete Bank | |||
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Vorschautext: In der Chronik las ich neulich eine Geschichte, die erfreulich. Ein älteres Paar, Frau und Mann, kamen jährlich irgendwann, aus Sehnsucht und Gedächtnissport immer an den gleichen Ort. Sie sahen stehend in die Ferne, bis den Tag verdeckten Sterne. Sie hielten sich bei den Händen oder fassten des andern Lenden. Der Blick in das geliebte Tal ... |
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| 1068 | Poesie im Garten 2 | |||
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Vorschautext: Geregnet hat es zwischendurch mein Poetenheft war nass, die Blumen haben sich erholt und gefüllt ist unser Fass. Oleander braucht viel Wasser, dazu noch saure Erden, damit er wächst in Einsamkeit und viele Blüten werden. Das Schönste ohne großes Mühen, sind immer noch im Gartenland, ... |
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| 1067 | Abendstimmung | |||
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Vorschautext: Die Sonne war fast am Untergehen, kein Mensch konnte sie halten, bald würde man sie nicht mehr sehen. die Wände nur noch Hitze strahlten, Es war zu schön, um ins Haus zu gehen, selbst Fliegen und Käfer sich noch wärmten und statt die Technik aufzudrehen, alle vom Sommer schwärmten. Jetzt ließ die Natur sich hören, selbst von der Bäume höchsten Spitzen. ... |
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| 1066 | Unsere Jugendliebe | |||
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Vorschautext: Wir haben beide schon gespielt, als wir noch Kinder waren. Ich habe scheu zum Haus geschielt nach deinen blonden Haaren. Ich war ein kleiner Junge, die Haare ohne Schnitt, man hörte meine laute Zunge, als wären wir zu dritt. Du warst des Nachbars Töchterlein, bei allen doch sehr beliebt, ... |
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| 1065 | Unser Nussknacker hat geweint | |||
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Vorschautext: Gestern war ich auf dem Boden und habe schrecklich geflucht, bis ich ihn fand zwischen alten Loden, den Nussknacker, den ich gesucht. Ich holte ihn aus seiner Ecke und habe dann gemeint, weil Farbe hing wie Tränensäcke, der Nussknacker hätte geweint. Als ich ihn vom Staub befreit, blickte er ernst und stumm. ... |
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| 1064 | Asyl-gestern, heute, morgen | |||
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Vorschautext: Als Deutschland braun war, weit und breit, und Lager drohten jederzeit, da mussten viele ihre Reichsmärker zählen und eine neue Heimat wählen. Angekommen am meist Schweizer Ziel riefen sie einfach nur: „Asyl“. Heute ist Deutschland demokratisch und andere Staaten sind fanatisch. Mit Waffen, die noch für D-Mark gekauft, wird jetzt dort gestritten und gerauft. Vielen ist das grenzüberschreitend zu viel, ... |
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| 1063 | Positiv und Negativ | |||
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Vorschautext: Im Vertiko im zerknitterten Brief lag ein altes Foto samt Negativ. Schwarz auf weiß konnte man sehen, was in der Vergangenheit geschehen. Alle lobten den fotografischen Abzug und sagten, das war praktisch klug. „Du bist doch aber nur meine Kopie“ von unten da das Negativ schrie. „Du nennst dich zwar das Positiv, aber irgendetwas läuft hier schief. Drum werde ich dir mal erklären, ... |
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| 1062 | Gesicherte Zukunft | |||
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Vorschautext: Lärmen die Spatzen auf dem Dach, hört die Katze diesen Krach. Und ganz sanft kommt sie geschlichen, jedem Hindernis wird ausgewichen. Erst einmal um die Ecke sehen, „Was ist los? Was ist geschehen? Stürzte jemand in den Tod und wird jetzt mein Abendbrot?“ Die Spätzin lässt sich vom Spatz besiegen und freut sich, dass die Federn fliegen. Die Katze aber heimlich kichert: „So wird meine Zukunft gesichert!“ ... |
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| 1061 | Das Aufsatzgedicht | |||
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Vorschautext: In der Schule, möchte ich berichten, schreibt als Aufsatz man Geschichten. Meist nach der langen Ferienzeit ist das schönste Erlebnis so weit. Da wird geschwindelt und gelogen, so mancher Stab zur Spirale gebogen. Nur das was uns wichtig geblieben wird geflissentlich verschwiegen. Unser Lehrer war auch mal jung und schwelgte in der Erinnerung. Deshalb verlangte er als Ferienbericht ... |
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| 1060 | Fluch oder Besuch | |||
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Vorschautext: Es war ein heller, warmer Tag, so wie ich ihn gerne mag. Die Sonne schien froh und munter, aber irgendwann ging sie dann unter. Also ward von irgendwo geschrien, wir sollen doch am Rollo zieh‘ n. Ein kräftiger Ruck am Band, schon halt ich‘s Ende in der Hand. Und weil ich es nicht fest gebunden, ist der Rest auch schnell verschwunden. Das hätte nicht sein gesollt, ... |
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| 1059 | Schwere Sprache | |||
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Vorschautext: Bei der Geburt der erste Schrei schon ein kleiner Hinweis sei, wenn die Lunge ist gesund, gibt es bald den Kindermund. Wenn die Kinder Sprechen lernen, zwischen Sonne, Mond und Sternen lassen sie ihre Zunge drehen, das Mundwerk darf nicht stille stehen. Was sie sehen wird laut erfragt, dem kleinsten Tier wird nachgejagt. ... |
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| 1058 | Weder Haken noch Öse | |||
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Vorschautext: Ein Bursche lernt ein Mädchen kennen und möchte sie bald sein eigen nennen. Das Mädchen mit der Sehnsucht kämpft doch erst mal lose Spielchen dämpft. Er sieht sie an, lässt die Hände spielen, die bald auf Haken und Ösen zielen. Das Mädel nickt und lächelt weise, der junge Mann geht auf die Reise. Irgendwo zwischen Schulterblättern muss man doch zwei Teile fleddern. Er zieht und zerrt, hoch und runter, ... |
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| 1057 | Der Glaube selbst | |||
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Vorschautext: Der Glaube selbst ist Sonnenschein, denn es kann nicht immer Sonne sein. Das haben wir im Herbst erlebt, als wir nach Schwiebus sind geschwebt. Im Reisebus, schön warm und trocken, machten wir uns symbolisch auf die Socken. Von der neuen Pilgerstätte in Polen wollten wir uns einen Eindruck holen. Nur das Wetter war sehr ungelegen, von früh bis spät nur Wind und Regen. ... |
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| 1056 | Abenddämmerung | |||
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Vorschautext: An jedem Tag der gleiche Lauf, am Morgen geht die Sonne auf; sie scheint am Tag so gut sie kann und geht am Abend unter dann. Dabei gibt es auch neuen Schwung durch jede Abenddämmerung. Wenn man interessiert hin sieht, bemerkt man auch, was da geschieht. Die Sonne sinkt, die Kühle zieht, statt Arbeitskrach hört man ein Lied. ... |
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| 1055 | Steine wachsen | |||
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Vorschautext: Ob in Bayern, Preußen oder Sachsen, wenn man auf dem Lande wohnt, hört man, dass die Steine wachsen, weil ein Steinbeißer dort thront. Wer früher Landwirt war gewesen, kennt das noch aus seiner Zeit, man musste ständig Steine lesen, das war schwere Feldarbeit. Nach dem Pflügen und dem Eggen konnte man das Wachstum sehen, ... |
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| 1054 | Dieses Sudoku | |||
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Vorschautext: Sie hat an mich gedacht, mir eine Zeitschrift mitgebracht. Stehend, mit dem Blatt in der Hand ich darinnen ein Sudoku fand. Gleich nahm ich den Bleistift her und tüftelte so kreuz und quer. Dieses Sudoku macht mich irr, denn seine Ziffern sind ganz wirr. Weder Zeilen noch die Spalten jemals einen Sinn enthalten. Und betrachte ich jeden Block, ... |
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| 1053 | Weihnachtstreffen im Spreewald | |||
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Vorschautext: Heute habt ihr Langeweile und lest darum jede Zeile. Deshalb wird euch nun präsentiert, was mir im Sommer ist passiert. Das Alter lässt sich nicht vermeiden, auch wenn man beim Geburtsjahr schwindelt, doch habe ich noch keine Leiden für die man mich im Altersheim windelt. Weil ich neulich etwas sah, wobei ich heut noch zitter, ... |
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