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Anzahl Gedichte: 2.048
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Titel
1628 Umkehr 23.06.19
Vorschautext:
Umkehr

Noch schwankend und mit Schmerz im Leib
Erhebt er sich aus seinem Morgenschlaf:
Quartaltrinken ist für ihn stets ein Hype,
Er ist da uneinsichtig und so gar nicht brav.

Der Blick geht auf den Boden, ein Papier,
Das leicht vergilbt unter dem alten Schrank
Er vorholt und es mit sicherm Gespür
Nachliest – der Neugier sei hier ewig Dank!

...
1627 Rosenblüte 22.06.19
Vorschautext:
Noch hatt' der Regen alle Rosen fest im Griff,
Er zielt auf ihre Blüten, ihre Köpfe.
Die großen, die er wild ergriff,
Schüttelten nur die alten Schöpfe,
Denn aus Erfahrung wussten sie:
Die Sonne ist's, die Kraft dem Regen lieh.
©Hans Hartmut Karg, 2019
*
1626 Lavendelglück 22.06.19
Vorschautext:
Lavendelglück

Die beiden halbrunden Kugelbüsche
sind zwar schon zu den Wurzeln verkahlt,
und dennoch treiben sie sanft alljährlich
zu magischer Blühkraft weit nach oben.

Blaulila tragen die Rispenblüten,
als wären sie in der Provence zu Hause,
behängt von Früh' bis zu später Stunde
mit Insekten und ganzen Immenschwärmen.

...
1625 Frankentherme Bad Windsheim 22.06.19
Vorschautext:
Frankentherme Bad Windsheim

Ausgreifend und sehr charmant
Wird man um den Ort geleitet.
Doch die Therme ist bekannt,
Weil sie uns Wärme bereitet.

Wenn die alten Knochen schmerzen,
Gibt es dann nur dieses Ziel:
Um die Schmerzen auszumerzen,
Hilft Schwimmen im Wasser viel.

...
1624 Machtaphorismen 21.06.19
Vorschautext:
Machtaphorismen

Säßen wir noch auf den Bäumen
In den waldgeprägten Räumen,
Würden wir nicht pathogen,
Wenn wir nur auf and're seh'n?
*
Müssen wir denn da zuschauen,
Wo Mitmenschen sich verhauen
Oder sucht das Menschenrecht
Wege aus diesem Unrecht?
*
...
1623 Vertrauen 21.06.19
Vorschautext:
Vertrauen

Von Vertrauen reden – nur?
Im Vertrauen handeln – immer?
Vertrauen aufbauen – wo?
Vertrauen leben – warum?
Vertrauen anmahnen – bei wem?
Vertrauen suchen – wie?
Vertrauen verkündigen – wann?
Vertrauen finden – bei wem?
Vertrauen geben – wieviel?
Vertrauen schenken – wem?
...
1622 Besonnenheit 20.06.19
Vorschautext:
Besonnenheit

Wer immer nur besonnen lebt,
Der frisst alles in sich hinein,
Selbst wenn im Sonnenschein
Die lange Liebesglut abebbt.

Wer nur besonnen lebt,
Hat vielleicht nicht begriffen,
Dass, wo man angegriffen,
Nicht noch nach Nähe strebt.

...
1621 Bordsteinschwalben 20.06.19
Vorschautext:
Bordsteinschwalben

Adler schweben majestätisch über Berge,
Schauen auf die Wiesen, Wälder, Felsen,
Bau'n sich auf mit Augen, ihren Stärke,
Recken sich nach Beute mit den Hälsen.

Nur die kleinen Bordsteinschwalben meinen,
Es den übergroßen Diven nachzumachen,
Leben nicht im Sein, gerne im Scheinen,
Schminken sich vor Kameras – und lachen.

...
1620 Was könnte bleiben? 19.06.19
Vorschautext:
Was könnte bleiben?

Ist die Natur der Wüchsigkeit
des Lebens immerzu Balsam?

Glaubst Du, dass etwas von uns bleibt,
wenn erst ein großer Meteorit
sich in der Erden Mitten treibt,
der Tod allein hat seinen Schnitt!

Ruinen, Tote, Brandgewächse
verhindern die Erinnerung
...
1619 Angst und Freiheit 19.06.19
Vorschautext:
Angst und Freiheit

Kommt Freiheit ohne Ängste aus
Oder gibt es erst dann Freiheit,
Wenn Ängstlichkeit beschreibend
Zur Freiheit führt uns, treibend?

Kommt aus bewehrtem Hexenhaus
Nicht immer schon ein Satan 'raus,
Der allenfalls Krieg lässt erwarten,
Wenn Anhänger da werbend starten?

...
1618 Kolonisierung der Lebenswelt 18.06.19
Vorschautext:
Kolonisierung der Lebenswelt

Das war zu allen Zeiten so,
Dass in Städten sich Handel mühte,
Käufer wie Händler waren froh,
Dass am Markte die Vielfalt blühte.

Doch wenn uns nur noch Waren reizen,
Wird alles zu Marktwert und Preis:
Um ständig Konsum anzuheizen
Gibt Werbung nun den Dauerreiz.

...
1617 Sagenhaft 18.06.19
Vorschautext:
Sagenhaft

Traumfindend stehen die Sterne zum Mond,
Wenn ich den Blick zum Himmel wende,
Wo fast alles vertraut, bewegungsgekonnt
Mir mehr ist, als nur Augenspende.

Natürlich kennen wir alle die Bilder,
Welche uns unser Sternenkreis bietet.
Doch mir bleibt er ursprünglicher und wilder
Als ein Weltganzes, das Respekt mir gebietet.

...
1616 Morgenstille 17.06.19
Vorschautext:
Morgenstille

Schon erste, leichte Nebelfelder
Füllen die Gärten, nässen Bäume,
Ziehen hinauf in nahe Wälder,
Damit Natur ja nichts versäume.

Fern hört man leise Vogelstimmen,
Vom Orte nur gedämpfte Laute.
Lavendelbüsche locken Immen
Und Winde haben jetzt noch Flaute.

...
1615 Sein und Dasein 17.06.19
Vorschautext:
Sein im Dasein

Am Tag danach
Lockt Neugierde
Ohn' Weh und Ach
Die Blütenzierde.

Beim Schein allein
Kommt Freude auf,
Denn jedes Dasein
Hat munteren Lauf,
Will ohne Grenzen
...
1614 Nachbesserung 16.06.19
Vorschautext:
Nachbesserung

Als einst die Welt erschaffen wurde,
Der Urknall Feuer, Hitze brachte,
Der Herrgott aus dem Himmel lurte
Und noch nicht an den Menschen dachte,
Da gab es auch kein Oben, Unten,
Kein Tier, nicht Wesen, die da pflanzten,
Nicht den Discounter, keine Kunden,
Die ihm schon auf der Nase tanzten.

Doch Gott sah: Das ist langweilig
...
1613 Kränkungsrituale und Stigmatisierungsformen im Netz 16.06.19
Vorschautext:
Kränkungsrituale und Stigmatisierungsformen im Netz

Die primitivste und die einfachste Art:
Einen User im Forum zu sperren!
Diese Entscheidung ist zwar manchmal hart,
Doch sie zeigt die Macht von Damen und Herren.

Fakenews, Beleidigungen, Obszönitäten
Verlangen manchmal nach dieser Härte.
Würde sich dabei ein Forum verspäten,
Wäre es offen ein Unrechtsgefährte.

...
1612 Das Rosenbäumchen 15.06.19
Vorschautext:
Das Rosenbäumchen

Da fand ich doch in einer Tonne,
Gefüllt mit Abfall aller Art
Ein Pflänzchen ohne Lebenssonne,
Hineingeworfen, wild und hart.

Ich zog es aus dem Abfall hoch:
Fast alle Knospen abgeknickt!
Den Lebenswillen spürt' ich noch
Habe mich deshalb angeschickt,

...
1611 Jürgen Habermas zum 90. Geburtstag 15.06.19
Vorschautext:
Jürgen Habermas zum 90. Geburtstag

Noch immer steht sie in mir auf:
Die Habermas'sche Trilogie,
Führte in frühem Lebenslauf
Als Kraftquell' hin zur Philosophie.

Arbeit, Sprache und die Herrschaft
Sind Wirkkräfte in menschlichem Sein,
Mit denen man auch Freiheit schafft –
Oder man lässt das eben sein...!

...
1610 Glücksfall 14.06.19
Vorschautext:
Glücksfall

Sie konnte nichts, nicht mal organisieren,
Nur schminken und sich fein frisieren.
So ging sie in die späten Jugendjahre –
Und keine Mädchenschönheit an ihr spare.

Denn sie hielt Ausschau nach dem reichen Mann
Und war deshalb um ihre Aura sehr bemüht,
Ließ aber keinen an sich nah heran,
Denn alle Liebe schien ihr noch verfrüht.

...
1609 Kunststück 14.06.19
Vorschautext:
Kunststück

Auseinander hatten sie sich längst gelebt
Und litten doch in ihrem neuem Liebesglück,
Denn ihren Kindern blieben sie bestrebt,
Heimstatt zu schaffen mit wenig Geschick.

Sie mussten sich zwar räumlich trennen,
Um freier nun ihr eigen Glück zu führen,
Doch wollten sie zu Anwälten nicht rennen:
Die Kinder sollten ihre ganze Liebe spüren!

...
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