Profil von Marcel Strömer

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Registriert seit dem: 30.10.2014
Geburtsdatum: * 02.07.1969 (56 Jahre)

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Anzahl Gedichte: 1.818
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Titel
1758 Formung 10.01.26
Vorschautext:
Kannst du aus mir Strukturen weben,
so filigran, so fremd,
dass ich mich selbst kaum wiedererkenne?
Dann nimm, nimm noch mehr von mir,
reiße auf, forme neu,
jede Linie, jede Kante —
lass mich in deinem Entwurf verschwinden.


© Marcel Strömer
[Magdeburg, 10.01.2026]
1757 Zwischen Hier und Jetzt 10.01.26
Vorschautext:
Zwischen Hier und Jetzt
flirrt alles,
das sein könnte
und das, was noch im Schatten lauert.

Zwischen Traum und Realität
glimmen vergessene Farben,
und zwischen Dir und mir
webt ein weises Wort
aus Atem und Sturm.

Zwischen den Zeilen
...
1756 Zwischen Nacht und Morgen 10.01.26
Vorschautext:
Am äußersten Rand
liegt das Ende wie ein fernes Raunen.
Und doch erzittert das Leben,
wenn es seinen Namen hört.

Es sieht die Hand im Dunkel,
nicht den Becher aus Licht,
der ihm hingereicht wird.

So scheut das Herz die Nähe,
als stünde es vor dem Einsturz.
Denn wo Liebe aufwacht,
...
1755 Sprüche - Das Leben ist kostbar 09.01.26
Vorschautext:
Das Leben ist kostbar – also verschwende es nicht an Dinge, die dich klein halten.


© Marcel Strömer
[Magdeburg, 08.01.2026]
1754 Puls der Zeit 08.01.26
Vorschautext:
Die kalte Jahreszeit hat nun begonnen
sie fühlen wir längst im eignen Blut
sie war bereits im Sommer schon gekommen
mit Hass mit Hetze und mit Wut

Es geht um Menschen, die verkennen
dass unser Aufenthalt auf Erden endet
und wie es einst so jung begonnen
so endet es dann für jeden früher oder spät

Wir sind nur Gast auf blauem Sterne
und Mond und Sonne schauen zu
...
1753 Das Erbe kann warten.. [Teil 6] 08.01.26
Vorschautext:
Frau Scherz katapultiert sich ins Jahr 2026

Frau Scherz startet mit Elan ins Jahr 2026. Nicht laut, nicht marktschreierisch, sondern mit jener Entschlossenheit, die man nur entwickelt, wenn man sich lange genug gefragt hat, was eigentlich noch trägt. Dieser Jahreswechsel war außergewöhnlich, nicht wegen des Datums, sondern wegen ihrer Haltung. Zum ersten Mal seit Jahren begab sie sich unter die Menschen, mitten hinein in eine Silvesterparty in der City. Keine Couch, kein Fernseher, kein ritualisiertes Wegnicken vor Mitternacht. Dieses Mal wollte sie dabei sein. Wirklich dabei.

Die Diskussionen um die Silvesterböllerei kennt sie natürlich. Forderungen nach Verboten, nach Regulierung, nach Schutz vor sich selbst. Frau Scherz hört das alles, wägt ab, und schüttelt innerlich den Kopf. Sie kann diesem Ruf nach immer weiterer Einschränkung gesellschaftlicher Freiräume wenig abgewinnen. Freiheit, so denkt sie, war noch nie risikolos. Selbst ein Böller, der ihr beinahe ins Augenlicht rauschte, quittierte sie mit einem frechen, beinahe kindlichen „Auweia“, und hakte den Moment unter Lebensrealität ab. Die wirklichen Gefahren, weiß Frau Scherz, sind anderer Natur.

Denn die größte Bedrohung kommt längst nicht mehr von Funkenflug oder Pulverdampf, sondern von Schreibtischen. Von jenen, die hinter Formularen, Verordnungen und Roben Entscheidungen treffen, die sich wie unsichtbare Fesseln um den Alltag legen. Bürokratische Tyrannei nennt sie das, nicht laut, nicht wütend, sondern nüchtern analysierend. Sie beginnt bei Abschlagsrechnungen für Strom und Gas, setzt sich fort in Mieterhöhungen, Nebenkosten, Beiträgen, Vertragsbindungen, und endet in einer Daueranspannung, die viele kaum noch bemerken, weil sie längst Normalität geworden ist. Geld regiert die Welt, und mit jeder Preiserhöhung schrumpft ein Stück gelebter Freiheit.

Frau Scherz weiß das. Und genau deshalb schätzt sie die kleinen, kostenfreien Wunder. Eine fallende Schneeflocke etwa. Sie kostet nichts, verlangt nichts und darf dennoch bestaunt werden, bis sie auf dem Boden der Tatsachen zergeht. Diese Einfachheit ist für sie kein Eskapismus, sondern Widerstand. Ein stiller, freundlicher Protest gegen eine Welt, die selbst dem Tod inzwischen Kostenvoranschläge beilegt.

Sie liebt große Literatur, jene Texte, die Weisheit atmen und den Menschen größer denken als er oft handelt. Und doch beobachtet sie mit Sorge, wie auf Straßen und in sozialen Netzwerken menschenfeindliches Gedankengut lauter wird. Die Schreie schriller, die Inhalte hohler. Ein bekanntes Phänomen, sagt die Soziologie: Polarisierung, Emotionalisierung, algorithmische Verstärkung. Frau Scherz braucht keine Studien, um das zu spüren. Sie steht mittendrin.

...
1752 Der innere Weg 06.01.26
Vorschautext:
Übt euch in der Freude,
denn sie ist jene Emotion,
die der Liebe in Struktur und Wirkung am nächsten steht.
Sie öffnet den Zugang zum Herzen
und ermöglicht einen bewussten inneren Weg.

Der Mensch ist dabei nicht getrennt vom Erleben:
Er ist zugleich der Mond, der sich im Wasser spiegelt,
und das Wasser, das vorbeifließt.
Er ist die Sonne, die wärmt,
der Regen, der fällt,
der Lernende im Prozess des Verstehens
...
1751 Heilungsphase 29.12.25
Vorschautext:
Die Wunden sie heilen, oft langsam und spät
Die Zeit ist ein Zeuge, vom Winde verweht

Die Narben bleiben noch als Zeichen von Schmerz
Sie mahnen uns leise, bewahren das Herz

Vergangenes zieht weiter, doch stets noch präsent
Die Seele ein Führer, der den Sinn erkennt

Die Wege, sie führen durch Dunkel und Licht
Am Ende von allem beginnt Zuversicht

...
1750 Zeitwirbel 29.12.25
Vorschautext:
Die Welt rotiert, unruhig,
Algorithmen sortieren unser Denken,
Feeds spülen Nachrichten wie Sturmfluten heran:
Aufstieg, Fall, Skandal, Triumph –
alles gleichzeitig, alles flüchtig.

Die Feiertage: vorbeigehende Fremde,
Blitze der Freude, schnell verblassend,
wie Temperaturwechsel im Klimawandel
– jede Freude, jede Trauer ein Moment,
der schon wieder verschwindet.

...
1749 verflucht geboren 22.12.25
Vorschautext:
Ich klammere mich an alles,
was mein Blut wieder taut –
Fragment der Wärme,
Wunder gegen die Kälte des Seins.

Ich stürze in die See
der Ahnungslosigkeit,
tauche auf ohne Boden,
ohne Karte, ohne Name,
nur Strömung und Wogen.

Meine Wünsche: Papierschiffe,
...
1748 Lasst ab 22.12.25
Vorschautext:
Winde, vernehmt mich!
Hemmt euren Zorn!
Nicht jeder Schuldige
ist dem Verderben geborn.
Ja, Treue zerbrach er,
mein Herz da im Staub —
der Liebe, die wahr ist,
hat er sich anvertraut.

Oh brandende Mächte,
ihr Richter der Welt,
tragt nicht mein Leben
...
1747 Ich treffe schon wieder nicht 22.12.25
Vorschautext:
Ich treffe schon wieder nicht.

Geschwärzte Töne ziehen mir direkt ins Herz
Aus stolzgeschwellter Brust schwingend -
die Weltchöre in den Stadien –
ich höre nur die Leere dazwischen.

Straßen starren mir nach,
mit zerbrochenen Augen aus Asphalt und Stein
geben sie immer noch nicht auf.

Wer versucht das Heute nicht zu deuten?
...
1746 Kriegsgedicht 22.12.25
Vorschautext:
Das Buch zernagt vom Social Network Terror.
Die Blumenwiesen – Orte der Steinigung.
Hart hagelt die Harfe der Zeit.
Krieg eruptiert im Wohlstandsland,
Blut schießt wie flüssiges Blei durch Straßen.

Drohnen reißen den Himmelrücken auf, tückisch-kalt.
Wandklage verschleppt die Schreie der Ungesehenen.
Windflucht in alle Himmelsarme, halten Atem an.

Er betrog mich immer –
sein Schattenlid verklebt meinen Mut.
...
1745 Codex der Sterne 22.12.25
Vorschautext:
Oh flammende Sterne,
Pixel im endlosen Gewebe des Alls,
die ihr die Finsternis zerreißt
und das Vakuum zum Leuchten zwingt!

Oh Sonne, Kern aus Glut, oh Mond,
Silberspiegel der Nacht,
der ihr den Gesetzen folgt,
die den Kosmos in Drehungen zwingt!

Preiset die Kraft, die euch antreibt,
die Gravitation, die Bahnen schreibt,
...
1744 Die Wiedergeburt 22.12.25
Vorschautext:
Wiedergeboren wird
was standhaft blieb im tiefsten Leid;
nur der Leib vergeht in Schmerz und Gram,
die Seele lernt daran, zu tragen und zu sein.

Zerschlagen sinkt der Leib
vor des Götters wachem Auge,
doch wenn die Seele sich erhebt,
als raubte es die Flügel der Ewigkeit,
steigt sie durch die Schatten,
Nacht und Tränen,
ungebeugt jedweder Qual.
...
1743 "Fürchtet euch nicht" 21.12.25
Vorschautext:
Nicht wie die Welt den Frieden verteilt,
flüchtig, laut, an Bedingungen gebunden,
so lege ich ihn in eure Hände.
Still.
Schwer wie Wahrheit.
Bleibend wie eine Wunde, die heilt,
ohne je vergessen zu lassen.

Eure Herzen sind müde geworden
vom Tragen zu vieler Nächte.
Angst hat sich eingenistet
in den Zwischenräumen der Gedanken,
...
1742 Weihnachtsbotschaft "Fürchtet euch nicht" 21.12.25
Vorschautext:
Nicht wie die Welt den Frieden gibt,
so schenke ich ihn euch.
Lasst alle Angst von euch gehen,
der Finsternis sei Einhalt geboten.

Ich entzünde ein Licht
in euren müde gewordenen Seelen.
Fürchtet euch nicht,
auch wenn die Labyrinthe des Lebens
euch in die Irre zu führen scheinen.

Bleibt im Geist verbunden,
...
1741 Sanfte Bande 21.12.25
Vorschautext:
Die Welt ist groß, doch nah für dich und mich,
Sie atmet, lebt wie das außerirdische Licht.
Für alles, das sich sanft zu uns gesellt,
Jedes Gefühl, das leise in uns quellt.

Die Welt ist schön, für Auge und Gemüt,
Sieh an, wie still es grünt und zart erblüht.
Sie leuchtet hell, wie Sterne in der Nacht,
Und lebt die Freude, die in uns lacht.

Das Leben schenkt, wer offen Brust empfängt,
Die Richtung, die von fremder Macht gelenkt.
...
1740 Das Erbe kann warten.. [Teil 6] 21.12.25
Vorschautext:
Wir stehen wenige Tage vor Weihnachten, vor der Heiligen Nacht. Für Frau Scherz ist es eine magische Zeit. Sie bewahrt die christliche Tradition nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Respekt. Eine Christvesper kann sie durchaus in Verzückung versetzen, und bei der Gelegenheit zündet sie auch ein Lichtlein oder zwei für verstorbene Familienmitglieder an. „Soviel Zeit muss sein“, sagt sie, und man glaubt es ihr sofort. In dieser dunklen Jahreszeit gönnt sie jedem ein Licht, das das Erdenherz erwärmt, erhellt und zum Lächeln bringt. Eine Geste, so schlicht, und dennoch selten unter den „Großen“ zu finden.

Doch Frau Scherz ist nicht naiv. Sie kennt die Gesellschaft, und sie kennt sie genau: selten ein Herz, das Liebe spendet, Mitgefühl zeigt oder Nachsicht übt. Häufiger trifft man auf Erfolgshungrige, Verwöhnte, die sich in Luxus sonnen und gleichzeitig die virtuellen Klagemauern der Welt besetzen. „Alles da oben schuld!“, rufen sie, während sie selbst im Alltag nicht bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Auch im Alter, wenn scheinbar fast alles vorbei ist, begegnet Frau Scherz nur selten jener Herzlichkeit, von der sie so oft träumt.

Weihnachten gilt als Fest der Liebe, und doch – schon jetzt sind Fäuste geballt, Familien zersplittern wie Fensterglas. Es flammt auf, dramatisch, regelmäßig. Mal geht es ums Erbe, mal um eingeschlafene Liebe, dann wieder um Kinder, vor allem ums Geld. Eifersucht, Besitzanspruch, eingefahrene Rollenmuster – die Liste ist endlos. Frau Scherz schüttelt den Kopf und denkt: „Wie oft hab ich es euch gesagt… aber nein, ihr hört mir ja nicht zu.“

Sie beobachtet die konsumorientierte Gesellschaft, die brav funktioniert, sich im Mainstream-Kanal trifft, sich gegenseitig bestätigt. Und was erwartet man da? Es dreht sich nun einmal ums Geld. Wer Geld besitzt, hat Freiheiten, Mobilität, Optionen. Wer es nicht hat, steht außen vor, auf der Schattenseite der Schere zwischen Arm und Reich. Frau Scherz erklärt es, als würde sie uns einen kleinen Exkurs in Sozialökonomie geben:

Die Kluft ist messbar und sichtbar. In Städten stehen Luxusappartements neben Wohnblöcken, in denen Familien mehrere Generationen auf engstem Raum teilen. Menschen, die sich teure Reisen leisten, können Bildung, Gesundheitsvorsorge und Freizeit gestalten; andere kämpfen ums tägliche Brot, sparen an Medizin, Lebensmitteln und kultureller Teilhabe. Digitales Shopping, Streaming-Abos, Designerklamotten – für viele nur ein ferner Traum. Beispiele? In Berlin kann ein Kind in Prenzlauer Berg teure Musikschulen besuchen, während ein Kind in Marzahn auf einen kaputten Klavierstuhl schaut. In München fährt man SUV, während auf der anderen Straßenseite Hartz-IV-Bezieher jeden Cent zweimal umdrehen. Die Ungleichheit ist systemisch, strukturell, und Frau Scherz seufzt nur. Sie teilt dieses Wissen mit uns nicht, um Schuldgefühle zu erzeugen, sondern um die Augen zu öffnen.

Trotz allem wünscht Frau Scherz allen ein frohes Weihnachtsfest – natürlich mit Geschenken, Freude und Lachen. Doch ihr Herzenswunsch, den sie sich direkt vom Himmel erhofft, geht darüber hinaus: Frieden unter den Menschen. Einen echten Frieden, nicht nur die Fassade. Menschen, deren Herzen klopfen, die lieben, nachsichtig sind, die teilen, ohne zu kalkulieren. Das ist der Wunsch, der größer ist als alle Konsumgeschenke, größer als alle glänzenden Schaufenster und festlich dekorierten Straßen.

...
1739 Wir suchen etwas 19.12.25
Vorschautext:
Marias der Welt,
Dornwälder, Minenfelder,
üppig bewachsen wie Gewohnheiten.
Ihr seid das Salz der Erde, sagen sie,
doch viele leben überzuckert,
klebrig vom Zuviel,
satt bis zur Leere.

Die Weihnachtsmärkte quellen über,
Zuckerwatte-Himmel, Glühweinatem,
ein Illusionsrummelplatz des Mainstreams.
Kein Platz für Herz.
...