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| 1783 | Pflegekind | 06.02.26 | ||
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Vorschautext: Sie legen mir Roben an lieblos und Häme, jeder Stich Spott, Urteile als Willkür. Kalk auf meinem Schädel, Verdautes ins Gesicht, nur in der Dunkelheit brennt es. Sie hassen mein Licht. "Fesselt ihn, mit krallenden Glieder" zur Strafe in die Dunkelkammer, ... |
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| 1782 | Versuchung | 06.02.26 | ||
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Vorschautext: Boden heißt Fallen. Mein Herz genährt von Sturm, von dem, was du Liebe nanntest. Mit gebrochenem Rückblick lerne ich, was Teilen heißt - wenn die Sonne Splitter lächelt unf Zucker auf meine Wunden streut. Hinter allem, was bricht und brennt, lag dieser Sehnsuchtswunsch, unvernünftig, bittersüß. ... |
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| 1781 | Zwischen Himmel und Erde | 06.02.26 | ||
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Vorschautext: Wie ein Vogel will ich fliegen, hoch über die gezackten Häupter der Berge, über kristallklare Bäche, die im Sonnenlicht wie flüssiges Glas erstrahlen. Nicht länger soll mein Schritt an die Schwere der Erde gebunden sein. Mein Herz verlangt nach Höhe, nach Weite, nach jenem stillen Raum zwischen Himmel und Welt. Ich sehne mich danach, den warmen Südwind an meiner Brust zu spüren, wie eine unsichtbare Hand, die mich hebt. Er soll meinen Herzschlag verstärken, ihn mit heiliger Inbrunst erfüllen. In seinem Atem werde ich gereinigt. Mein Herz wird leicht, meine Seele klar. Und im Fluge erkenne ich: Freiheit ist kein Ort, sie ist ein Erwachen. Unter mir treiben die Wolken, von meinem Flügelschlag bewegt, und tief unten tosen die Wassermassen in uralter Kraft. Doch ich fürchte sie nicht. Denn ich weiß: Die Natur trägt eine Seele in sich. Die Strömung ist lebendig, mächtig und stark, so wie meine Sehnsucht nach der Zukunft. Diese Zukunft ruht hinter dem Horizont wie ein verborgener Schleier. Sie wartet, still, unergründlich, voller Verheißung. Und meine Sehnsucht reicht nach ihr wie ein ausgestreckter Arm im Morgengrauen. Meine Worte sind nicht bloß Klang im Wind. Sie sind Töne meines innersten Wesens. Sie steigen empor wie ein Gebet, tragen mein Hoffen und mein Beben hinauf, bis an die Pforte des Himmels. So fliege ich. Nicht nur über Berge und Wasser, ... |
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| 1780 | Sturm und Stille | 04.02.26 | ||
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Vorschautext: Nicht um Schmuck nenn ich dich, sondern weil dein Wirken alle Welt durchdringt; Wort und Tat gehorchen deiner unsichtbaren Hand, wie Flüsse, die den Ozean suchen. Du bist Maß und Urteil, Licht und Nacht, und alles Sein folgt deiner unteilbaren Kraft; kein Pfeil, kein Schatten, kein Gedanke bleibt verborgen, wenn du den Kreis deiner Ordnung spannst. Geborgenheit und Strenge wohnen in dir, wie Sonne und Mond in ewiger Bahn; ... |
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| 1779 | Wo meine Seele ruht.. | 04.02.26 | ||
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Vorschautext: Des Morgens, da der Tau noch schweigt im Gras, erhebt sich mir die Welt wie neu geboren; kein Tag gleicht je dem andern, denn dein Maß hat alles Sein in stetem Wandel verloren. Was gestern war, vergeht im ersten Licht, und neu ersteht, was deinem Willen folgt. Des Nachts jedoch, wenn Schlaf mein Auge bricht und mich in dunkle Hallen niederbeugt, da trittst du ein in Traum und Zeichenwort, in Farben tief wie Erz und Sternenbrand; nicht greifbar bist du, doch an jedem Ort ... |
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| 1778 | Gebet an den Gekreuzigten | 03.02.26 | ||
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Vorschautext: Ich hebe mein Antlitz gen Kreuz und Holz, dorthin, wo einst die Stunde der Welt sich neigte, da alle Schöpfung in einem Atem hing und deine göttliche Gnade wie Blut und Licht zugleich über Himmel und Erde rann. Und doch, ich wage kaum zu schauen. Denn Scham liegt schwer auf meinen Lidern, wie Staub aus tausend Sündenjahren. Wie oft hat meine Zunge Übles geboren, wie oft nährte ich mich vom Unreinen, ... |
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| 1777 | [Sch]Limerick: Anglerpech | 03.02.26 | ||
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Vorschautext: Es lebte ein Fisch im See und schwam, der seinem Häscher beim Angeln stets entkam. Da sah er den Fischer vor Wut sich betrinken, plötzlich fiel der über Bord – er kann nicht schwimmen, ist nun am Winken! © Marcel Strömer [Magdeburg, 03.02.2026] |
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| 1776 | Lauf der Zeit | 03.02.26 | ||
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Vorschautext: Ich stehe im Schatten der Jahre und frage unentwegt. Mein Mund formt Worte, doch die Antwort bleibt mir schuldig wie Schrift unter vieler Hände Abrieb. Alles, was ersteht, neigt sich schon dem Fall, und alles, was lebt, trägt den Saum des Endes. Schwer fällt mir der Gang durch diese Welt. Mit ängstlichem Herzen schreite ich voran, und jede Stunde liegt mir auf der Brust wie ein Stein aus fremder Hand. ... |
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| 1775 | Unter guten Sternen | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: Die Sterne stehen gut, alles wartet auf dich, ein Raum hält den Atem und öffnet sich. Du nimmst deinen Platz, ohne Lärm, ohne Hast, weil etwas in dir weiß, dass es jetzt passt. Dein Talent geht weiter, als jemals gedacht, es bringt Herz zum Leuchten, aus eigener Kraft. Die Welt aus Gefühl gerät in Schwingung hinein, und plötzlich darf alles viel berührbarer sein. Menschen werden still, dann bricht Jubel hervor, Applaus rollt über, steigt zum Himmel empor. ... |
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| 1774 | Heilendes Gebet | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: Heilende Händ’, die mir die Augen verhüllen, Kräfte zur Sonne strebend, mein Herz zu wandeln gebieten. Ein Wunsch aus der Herzensmitte, still und schwer, wie Balsam, der die zerrissene Seel’ berührt, liebäugelt mein Herz. Die Puzzleteile, wie entfremdet, ... |
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| 1773 | In the end | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: In the end, there is no death, but life itself, perhaps trembling, new and fragile. We first feel the darkness, not the chalice of light, offered to us softly, as if hope were a whisper in the wind. Love, ambivalent, ecstatic- is frightening. ... |
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| 1772 | Weg der Stille | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: Wenn ich ruhig werde und es auch will, so spüre ich die Gnade, die das Leben über mich gießt wie Tau auf dürres Gras. Wenn ich mein Ohr wach dir hinhalte und deine Worte in mein Herz forme, nicht mit Eile, sondern mit Ehrfurcht. ... |
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| 1771 | Ein Sternenmaß der Guten | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: Selig sind die Friedensstifter und selig ist ihr Tun. Wie sie Segen regnen lassen auf dürres Land der Herzen, wie sie Mut zurufen ohne Lärm und ohne Anspruch. Sie säen Verständnis mit geduldiger Hand, sie pflegen andere aufopferungsvoll, tragen fremdes Leid, als wär es ihr eigenes. ... |
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| 1770 | Vom Irrtum zur Gnade | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: Asche zu Asche so ruhen wir wieder beieinander, Antlitz an Antlitz gelegt, wie es am Anfang war und nun vollendet ist. Ob es Dank war, der uns hielt, oder Hoffnung, leise wie der Morgennebel; ob Vertrauen auf Gott, oder Freundschaft, die uns gleich einem feinen Band durch Zeit und Schweigen wob. ... |
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| 1769 | Der Fluch | 01.02.26 | ||
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Vorschautext: Von nun an sollst du hier verharren, Lebendig einst, bis hin zum Tod erstarren. Ein Fluch, ein Zauber hält dich inne, Und steigt vom Fleisch empor in deine Sinne. Die Zauberin bin ich, die böse Zunge, Die spricht, was glänzte nun im Sprunge. Was einst voll Schönheit und Freiheit war, Verfällt nun meinem dunklen Bann. Keine Hand, kein schützend Liebes sei dir mehr geschenkt, Kein Wort, das dich aus Finsteren dich lenkt ... |
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| 1768 | Das Erbe kann warten.. [Teil 10] | 28.01.26 | ||
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Vorschautext: Frau Scherz reibt sich die Augen. Deutschland hat sich einen ordentlichen Winterkuss abgeholt. Schnee und Eis auf den Straßen, klirrende Kälte, dieses klare, fast schneidende Licht am Morgen. Man darf doch auch mal skeptisch sein, denkt sie sich, während sie sich Kaffee einschenkt. Kaffeetrinker spüren die steigenden Preise inzwischen sehr deutlich. Ob im Supermarktregal oder im Café, ein Cappuccino kostet heute meist zwischen vier und fünf Euro, ein Espresso selten weniger als zweifünfzig. Der tägliche Kaffeegenuss ist für viele zum kleinen Luxusmoment geworden. Auch im Supermarkt zeigt sich die Entwicklung: Gemahlener Markenkaffee liegt inzwischen bei rund zwanzig Euro pro Kilo, Kaffeepads bei etwa fünfunddreißig, Instantkaffee teilweise sogar jenseits der fünfzig Euro pro Kilo. Frau Scherz seufzt kurz, hebt dann die Tasse. Eine heiße Tasse am kalten Morgen, denkt sie, besser geht es trotzdem nicht. Preise hin oder her. Der Winter hat Deutschland fest im Griff. Schneefall garantiert, das nächste Schneetief aus Italien bereits angekündigt. Allein diese Formulierung bringt sie zum Schmunzeln. Schneetiefs mit Reisepass. Frau Scherz summt leise ein verspätetes Weihnachtslied. Oh du fröhliche. Ironisch natürlich, aber mit Wärme im Ton. Demnächst stehen Wahlen in Sachsen-Anhalt an. Frau Scherz blickt skeptisch in dieses Zeitfenster. Oh weia. Strukturprobleme, Abwanderung, niedrige Löhne, eine alternde Bevölkerung. Viele fühlen sich abgehängt, nicht gehört. Der Ost-West-Unterschied ist zwar statistisch kleiner geworden, gefühlt aber oft größer. Durchschnittseinkommen und Vermögen liegen weiterhin deutlich unter dem westdeutschen Niveau, Vertrauen in Politik ist brüchig. Wo Unsicherheit wächst, gedeihen einfache Antworten. Frau Scherz weiß das, und genau das macht ihr Sorgen. Zur Ablenkung läuft abends das Dschungelcamp. Herrlich banal. Da kann sie abschalten. Lachen darf man schließlich noch. Doch dann stolpert sie über den Fall Gil Ofarim. Der öffentliche Umgang damit lässt sie nicht los. Sicher, der Vorwurf war schwer, der Vorfall fatal, das Zurückrudern unerquicklich. Aber die mediale Dauererregung, das genüssliche Ausschlachten, diese moralische Überhöhung, Frau Scherz nennt das beim Namen: Mainstream. Empörung als Geschäftsmodell. Sie denkt sich: Wer von uns hat nicht schon einmal gelogen, aus Angst, aus Überforderung, aus Dummheit. Keine Entschuldigung, aber ein Mensch bleibt ein Mensch. Kurz darauf googelt sie per Zufall einen Namen. Ein ehemaliger Schulfreund. Kindergarten, Grundschule, Sandkastenzeit. Einer von denen, die einfach da waren. Dann verlor man sich, wie es eben geschieht. Ein knapper Eintrag erscheint. Krebs. Frau Scherz sitzt still da. Dann kommen die Tränen. Keine große Geste, kein Drama. Sie weint um ihn, weil er viel zu früh gegangen ist. Mehr braucht es nicht. ... |
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| 1767 | Der Weg | 25.01.26 | ||
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Vorschautext: Äste greifen nach dem Himmel, Bäume, die noch weinen können, nicht aus Schwäche, sondern weil Leben durch sie spricht. Winde ziehen frei, sie kennen kein Versteck, sie rufen deinen Namen und tragen ihn weit hinaus ins Morgen. Schlafe, Bruder, schlafe. Träume ohne Furcht. ... |
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| 1766 | Das Erbe kann warten.. [Teil 9] | 20.01.26 | ||
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Vorschautext: Frau Scherz startet entspannt in diesen Morgen. Nicht mit Drama, sondern mit Haltung. Kaffee in der Hand, positive Energie im Bauch, als hätte sie über Nacht heimlich mit dem Optimismus gekuschelt. Für sie ist jeder Tag ein Geschenk, manchmal hübsch verpackt, manchmal mit Beipackzettel, Warnhinweisen und dem dezenten Hinweis: „Überwindung erforderlich.“ Das Erste nach dem Aufstehen: die lila Gardinen zurückziehen, Fenster auf. „Hereinspaziert, Winterluft“, denkt sie, fast singend. Sie liebt diese Polarluft, diesen klaren, metallischen Geschmack, der die Lungen einmal gründlich durchspült und den Kopf sortiert. In der Nacht hatte ein starker Sonnensturm die Erde getroffen, ein geomagnetisches Ereignis, das geladene Teilchen tief in die Atmosphäre schleuderte. Sie kollidierten mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen, regten sie an, und ließen sie leuchten. Polarlichter. Nicht nur über Norwegen oder Island, sondern sichtbar bis nach Deutschland. Am 19. Januar 2026. Kurz, intensiv, flüchtig. Schönheit auf Zeit. Wie ein kosmisches Schulterzucken: Schaut her, ich kann auch anders. Dann greift sie zur Fernbedienung. Altmodisch, ja. Aber sie steht dazu. ARD, ZDF, Morgenmagazin. MOMA. Eine Gewohnheit wie Zähneputzen, nur mit mehr emotionalem Kariesrisiko. Und wie jeden Morgen trifft es sie. Nicht subtil. Sondern frontal. Themenauswahl wie ein Faustschlag in die Magengrube. Wieder dieses Gefühl: Bin ich die Einzige, die das so empfindet? Sie merkt, wie sich etwas in ihr zusammenzieht. Dieses leise, zähe Runterziehen. Sie schaltet ab. Abrupt. Entschlossen. „Das tue ich mir nicht an“, murmelt sie. Niemand hört es. Niemand außer der schwarz-weißen Katze, die aussieht, als hätte sie das politische System längst durchschaut und sich bewusst für Desinteresse entschieden. Niemand wird je genau wissen wollen, wie sich Frau Scherz in ihrem kleinen Alltag fühlt. Sie lebt seit Jahren im Single-Status, Fluch und Segen, wobei der Segen inzwischen deutlich in Führung liegt. Beziehungskonferenzen, emotionale PowerPoint-Präsentationen und Psychogramme? Nein danke. Sie bevorzugt klare Gedanken und ungeteilte Decken. Doch dann diese Schlagzeile. Und jetzt wird Frau Scherz wirklich wach. ... |
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| 1765 | Das Erbe kann warten.. [Teil 8] | 18.01.26 | ||
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Vorschautext: Frau Scherz und die Welt im Minusbereich Frau Scherz schüttelt sich den Frost aus den Gliedern. So kann man sich irren, denkt sie. Der Winter ist dieses Jahr kälter als gedacht. Es hat ordentlich geschneit, mehr als gewöhnlich für ihre heimischen Gefilde. Eine dünne, aber geschlossene Schneedecke liegt über dem Land, fast so, als hätte sich die Welt selbst zugedeckt, um nicht ständig auf die eigenen Wunden schauen zu müssen. Vielleicht, sinniert Frau Scherz, häufen wir Menschen uns solche Decken über Herz und Verstand, um den weltpolitischen Themen nicht psychologisch oder seelisch zum Opfer zu fallen. Denn lustig ist das alles nicht. Ihr Humor ist bekanntlich leise. Fast lautlos. Nur hin und wieder kichert sie in sich hinein, wenn das Leben wieder einmal diese urkomischen Alltagsmomente produziert, die beweisen, dass Realität oft absurder ist als jede Satire. Doch was der amtierende US-Präsident Donald Trump aktuell mit seinem Anspruch auf Grönland veranstaltet, ist selbst für geübte Ironikerinnen schwer verdaulich. Territorialansprüche, wirtschaftlicher Druck, Strafzölle gegen europäische Staaten, die es wagen, sicherheitspolitisch Präsenz zu zeigen, all das wirkt auf Frau Scherz weniger wie strategische Außenpolitik als wie ein Streit um den roten Plastikbagger im Sandkasten. Ihr erster Gedanke: Kindergarten. Nicht kindlich, das wäre harmlos. Sondern kindergartenhaft: impulsiv, besitzfixiert, laut. Sie ist nicht enttäuscht von Donald Trump, dafür ist sie zu realistisch. Sie ist genervt. Genervt von dieser banalen Art zu regieren, die komplexe geopolitische Zusammenhänge auf Schlagworte wie „America First“ reduziert, als ließe sich die Welt wie ein Supermarktparkplatz verwalten. ... |
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| 1764 | Für meinen Sandkastenfreund, der uns 2020 verließ | 15.01.26 | ||
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Vorschautext: Lass uns träumen von den Tagen unserer Kinderzeit, von den Sonnentagen, wie klein wir waren und wie groß unsere Träume. Lass uns die Hände wieder reichen für die Verbindung, die von Anfang uns verwob. Lass unsere Hoffnung nicht durch den Tod vertreiben. ... |
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