Profil von Marcel Strömer

Typ: Autor
Registriert seit dem: 30.10.2014
Geburtsdatum: * 02.07.1969 (56 Jahre)

Kontakt Daten


E-Mail-Adresse:
gototop2002@yahoo.com

Homepage:
https://www.youtube.com/@marcelstroemerdj/videos

Statistiken


Anzahl Gedichte: 1.798
Anzahl Kommentare: 126
Gedichte gelesen: 1.333.258 mal
Sortieren nach:
Titel
1798 Ich bin ich 20.02.26
Vorschautext:
So lang’ schon will ich’s nicht mehr wissen,
was war, sei hin, soll in sich zerfließen.
Kein alter Schmerz soll je mich binden,
kein fremdes Leid mir Wege finden.

Ich will allein mich stärkend tragen,
mit Herz und Mut an schwachen Tagen.
Talente, die in mir sind, soll`n mich weiten
die will ich schleifen, mich vorbereiten

Nicht warten auf kalte Arme die ergreifen,
bei Gefahr nicht zögernd oder zweifelnd,
...
1797 Sei dein Freund 20.02.26
Vorschautext:
Wenn die Welt
sich gegen dich zu wenden scheint,
und die, die Freundschaft predigen,
dich in der Stunde des Leids verlassen,

wenn du
zwischen Stühlen zermalmt werden sollst,
während andere
das Drama applaudierend betrachten,
wenn die Kälte
der Menschen zu Eis wird,
das Misstrauen
...
1796 Ruhend in mir selbst 20.02.26
Vorschautext:
Es erzürnt mich,
und doch bleib ich ruhig.

Die Welt dreht sich nur noch um sich selbst,
und ich frag mich,
wann wir aufgehört haben zuzuhören.

Menschen sind laut geworden,
aber sagen nichts.
Sie tragen Masken,
führen Dinge im Schilde,
unberechenbar wie Wetter im April.
...
1795 Das Erbe kann warten.. [Teil 11] 19.02.26
Vorschautext:
Frau Scherz steht am Fenster und blickt hinaus. Mitte Februar, der Schnee liegt wie ein weißer Teppich über der Landschaft und glitzert im Licht, als wolle er sagen: „So schön kann Kälte sein.“ Tatsächlich pfeift ein eisiger Wind durch die Gassen und trifft ihr Gesicht mit der Diskretion eines schlechten Journalisten. „Fast schlimmer als Lügen“, denkt sie, „ist eine Kälte, die gleichzeitig beleidigt und frieren lässt.“ Schneeschieben? Nein danke. Dafür gibt es den Hausmeister und seine Spezialmaschine mit Rollen, Borsten und Benzin, die den Schnee beiseite räumt, als hätte er das persönlich verschuldet. Sie lehnt sich zurück, Tee in der Hand, und lässt den Blick zur Flimmerkiste wandern.

Dort läuft Olympia in Italien. Die Winterspiele finden gerade zwischen dem sechsten und dem zweiundzwanzigsten Februar in Mailand, Cortina d’Ampezzo und weiteren Orten im Norden des Landes statt. Fast zwei‑tausendneunhundert Sportlerinnen und Sportler aus rund zweiundneunzig Nationen haben sich eingefunden, um in über hundert Wettbewerben Medaillen zu erringen. Skifahren auf steilen Hängen, Snowboarden über schneebedeckte Rampen, Eiskunstlauf mit funkelnden Kostümen und Biathlon, wo man hofft, dass Präzision nicht nur bei Schießen und Zeitmessung zählt, sondern auch beim Spaghetti‑Essen danach.

Frau Scherz nimmt das Ganze mit einer Mischung aus Bewunderung und schelmischem Spott wahr. Es ist ein riesiges Theater, ein globales Fest der menschlichen Leistung, aber auch ein buntes Spektakel aus Kameras, jubelnden Zuschauern und Sprechern, die sich überschlagen, um jeden Schwung, jeden Sprung und jede Sekunde mit Superlativen zu versehen. „Regen aus Gold“, murmelt sie lächelnd, „und drunter stolpert die Seele.“ Sie weiß, wie viel Training, Technik und eiserner Wille hinter jeder Medaille steckt, aber sie beobachtet auch die Schattenseiten: den Druck, der auf Leistung lastet, die vermarktete Emotionalität, die manchmal mehr Inszenierung als Gefühl ist, und die ungeheure Aufmerksamkeit, die aus einem Wettkampf ein globales Event macht.

Zwischendurch schweifen ihre Gedanken ab in die Erinnerung an die Kindheit, an jene leuchtenden Bilder, die hängen bleiben, während die peinlichen oder langweiligen längst im Nebel der Vergessenheit verschwunden sind. „So brauch ich schon keine Alzheimer“, kichert sie in sich hinein, lachend über sich selbst und über das Leben. Vereinsamung ist ein Wort, das sie kennt, nicht als Angst, sondern als Bestandsaufnahme dessen, wie Menschen sich oft in ihre eigenen Gedanken zurückziehen, wenn die Welt zu laut, zu hektisch oder zu missgünstig wirkt. Und auch darüber denkt sie mit einem scharfen Hauch Ironie nach: über den allgegenwärtigen Neid, der wie ein unsichtbarer Schatten mitspielt, stets unterschwellig, nie offen, immer bereit, eine Freude zu trüben.

Sie rückt ihr Geld auf dem Tisch ein wenig zur Seite, als ordne sie die Welt in Gedanken neu. Gewinnen, Verlieren, Einsicht, Humor, alles ist Teil eines größeren Spiels, und Frau Scherz liebt Spiele. Sie atmet tief ein und aus, genießt den Wind, die Stille und den ironischen Kontrast zwischen der scheinbar perfekten Olympia‑Inszenierung und dem chaotischen Alltag, der jeden Einzelnen von uns täglich fordert. Ein Sturz, ein missglückter Sprung, ein unerwarteter Erfolg, das olympische Chaos ist wie das echte Leben, nur glitzernder und mit dramatischerem Soundtrack.

Wenn die Nacht kommt, geht Frau Scherz spät ins Bett. Gerade dann, wenn alles schläft und die Straßen leer sind, wird sie ein bisschen romantisch und ein bisschen melancholisch. Carpe diem, ruft sie sich zu, nutze den Tag! Aber nutze auch die Nacht, fügt sie hinzu, stets bereit, einen spitzen, frechen Kommentar auf die Lippen zu setzen. In der Dunkelheit ist sie eine kleine Denkfabrik, in der sie Gedanken sortiert, reflektiert und manchmal auch verspottet, bevor sie sie wieder loslässt. Ohne diese Stunden, denkt sie, würde das Leben an ihr vorbeiziehen wie ein Film, ohne dass sie die Essenz, den Witz und die bitteren Momente wirklich spürt.

...
1794 Meisterstück 19.02.26
Vorschautext:
Wenn du die Bühne betrittst, kleines Mädchen,
mit der roten Schleife im Haar – mit aufspringendem Siegel
wie aus der Werkstatt einer gotischen Sonne,
und den Tanzschuhen, die klingen wie ferne Hufe
auf dem Pflaster einer alten Königsstadt,
da neigt sich selbst der Atem der Menge.

Dein Antlitz, erst Grimasse, keck und kühn,
ist vergleichbar mit dem Spiel eines Hofnarren im Saal des Kaisers,
doch hinter der Maske schwefelt und schwärmt dein Ernst,
so alt wie die Psalmen Davids,
so jung wie der erste Morgen im Paradies.
...
1793 Der Fremdling 18.02.26
Vorschautext:
Sein Herz verglimmt in eigner Glut,
vom Zweifel an sich selbst verzehrt;
was Ursprung war und tiefstes Gut,
hat sich dem Denken selbst entleert.

Es trennte ihn von seines Zeichen,
vom prägenden Gesetz der Zeit;
nun treibt sein Ich in Schattenreichen
entbunden von Notwendigkeit.

Vor Schwellen stand er, Geist und Schranke
zu stolz für Bitte, bang für Tat;
...
1792 Winter 17.02.26
Vorschautext:
Der Frost berührt die Haut so sacht,
Die Lippen bleichen blau bei Nacht.
Die Schritte weichen, alles ruht,
Vergeht die Welt, so wie sie tut.

Wenn alles schläft, der Winter schreibt,
Und alles friert von Zweig zu Zweig.
Ganz tief im Innern scheint ein Licht,
Das warme Herz, das nie zerbricht.


© Marcel Strömer
...
1791 Meine Geschichte 17.02.26
Vorschautext:
Ich war ein Kind.
Ein Herz, das Schutz suchte,
manchmal fast fand.
Manchmal lachten sie.
Manchmal schlugen sie.
Manchmal war alles fast okay.
Und manchmal war alles kaputt.

Ich habe gesprochen.
Aber niemand hörte zu.
„Ach, so schlimm wird es schon nicht sein.“
„Typisch, heile Welt.“
...
1790 Klage an den Tod 16.02.26
Vorschautext:
Oh Tod, du Herr der letzten Stunde!
Du schreibst dein Wort in meine tiefste Wunde.
Mein Dasein gleicht der Kerze Schein,
ihr Licht aus Flammen möchte ewig sein.

Am Docht, ein kurzer Glanz der Zeit,
verglimmt im Rausch der Ewigkeit.
Die Tränen löschen nicht, was nie vergeht,
kein einzig Wort, das ewig uns besteht.

Die Last der Welt liegt schwer auf mir,
meine Sehnsucht die an Kraft verliert.
...
1789 Tanz am Rande 16.02.26
Vorschautext:
Ich werde an meinen Tränen zerbrechen,
meine Trauer verzehrt mich von innen.
Ich bin ein moderner Bettelmönch,
durstig nach einer Welt, die andere nicht wahrnehmen.

Meine Wünsche bleiben unerfüllt,
weil sie aus einer anderen Dimension stammen,
die der Volksmund nicht zu deuten weiß.

Meine Worte tanzen am Rand,
umschreiben das Leben,
ohne es zu verkürzen,
...
1788 Unter fremden Himmel 16.02.26
Vorschautext:
Sie verließen mich,
jene, die sich Familie nannten.
Ich wurde gegeben,
als wäre ich ein Gegenstand mit Atem.
Ein Kind
in fremden Armen,
unter fremden Dächern.

Und doch hing mein Himmel
noch voller Geigen.

Nachts zog ich die Decke über den Kopf,
...
1787 Abgrund 16.02.26
Vorschautext:
Wenn alles im Leben zerbricht
wie Eis unter einer unerbittlichen Sonne,
wenn mein Weg von Leid gepflastert ist
und ich keine Schuld erkenne,
die ich tragen müsste,

dann erinnere ich mich.

An eine Kindheit,
in der das Licht noch weich war.
An Hände, die pflegen wollten
und doch etwas in mir trafen,
...
1786 Kinder Sommergedicht 14.02.26
Vorschautext:
Funken fliegen durch die Luft,
streck deine Hände, schnupper Duft.
Sommerlieder klingen hell,
mein Herz hüpft froh,
mein Herz hüpft schnell.

Hoch erheben wir
nun Kopf und Hand,
Freude kommt ins ganze Land.
Ärger, Kummer, werden klein,
unser Tag darf heute
richtig lustig sein.
...
1785 Seelenklage 14.02.26
Vorschautext:
Bald bin ich Stein,
in finstrer Gruft,
vom rauen Schicksal hart bezwungen,
bald treibt mein Herz wie Sturm in Luft,
vom wilden Weltenrad
verschlungen.

Zuletzt zu schwer,
die große Last,
bald bin ich Asche,
im Wind verwehend,
die mir meine Qual umfasst,
...
1784 Zwischen den Abgründen 12.02.26
Vorschautext:
Ganz oben, wo das freie Auge
kühn in des Himmels Bläue schwelgt
und sich der Geist, vom Licht berauscht,
zum Ewigen emporzuschwingen wähnt,

und ganz unten, wo in dumpfer Finsternis
der Mensch sich selbst zum Rätsel wird,
wo Zweifel wie Gewürm am Herzen nagen
und jede Hoffnung matt zusammenbricht,

in diesem furchtbar heiligen Zwischenreich
bewegt sich unser menschlich Los.
...
1783 Pflegekind 06.02.26
Vorschautext:
Sie legen mir Roben an
lieblos und Häme,
jeder Stich Spott,
Urteile als Willkür.

Kalk auf meinem Schädel,
Verdautes ins Gesicht,
nur in der Dunkelheit brennt es.
Sie hassen mein Licht.

"Fesselt ihn, mit krallenden Glieder"
zur Strafe in die Dunkelkammer,
...
1782 Versuchung 06.02.26
Vorschautext:
Boden heißt Fallen.
Mein Herz genährt von Sturm,
von dem, was du Liebe nanntest.

Mit gebrochenem Rückblick
lerne ich, was Teilen heißt -
wenn die Sonne Splitter lächelt
unf Zucker auf meine Wunden streut.

Hinter allem, was bricht und brennt,
lag dieser Sehnsuchtswunsch,
unvernünftig, bittersüß.
...
1781 Zwischen Himmel und Erde 06.02.26
Vorschautext:
Wie ein Vogel will ich fliegen, hoch über die gezackten Häupter der Berge, über kristallklare Bäche, die im Sonnenlicht wie flüssiges Glas erstrahlen. Nicht länger soll mein Schritt an die Schwere der Erde gebunden sein. Mein Herz verlangt nach Höhe, nach Weite, nach jenem stillen Raum zwischen Himmel und Welt.

Ich sehne mich danach, den warmen Südwind an meiner Brust zu spüren, wie eine unsichtbare Hand, die mich hebt. Er soll meinen Herzschlag verstärken, ihn mit heiliger Inbrunst erfüllen. In seinem Atem werde ich gereinigt. Mein Herz wird leicht, meine Seele klar. Und im Fluge erkenne ich: Freiheit ist kein Ort, sie ist ein Erwachen.

Unter mir treiben die Wolken, von meinem Flügelschlag bewegt, und tief unten tosen die Wassermassen in uralter Kraft. Doch ich fürchte sie nicht. Denn ich weiß: Die Natur trägt eine Seele in sich. Die Strömung ist lebendig, mächtig und stark, so wie meine Sehnsucht nach der Zukunft.

Diese Zukunft ruht hinter dem Horizont wie ein verborgener Schleier. Sie wartet, still, unergründlich, voller Verheißung. Und meine Sehnsucht reicht nach ihr wie ein ausgestreckter Arm im Morgengrauen.

Meine Worte sind nicht bloß Klang im Wind. Sie sind Töne meines innersten Wesens. Sie steigen empor wie ein Gebet, tragen mein Hoffen und mein Beben hinauf, bis an die Pforte des Himmels.

So fliege ich.
Nicht nur über Berge und Wasser,
...
1780 Sturm und Stille 04.02.26
Vorschautext:
Nicht um Schmuck nenn ich dich,
sondern weil dein Wirken alle Welt durchdringt;
Wort und Tat gehorchen deiner unsichtbaren Hand,
wie Flüsse, die den Ozean suchen.

Du bist Maß und Urteil, Licht und Nacht,
und alles Sein folgt deiner unteilbaren Kraft;
kein Pfeil, kein Schatten, kein Gedanke bleibt verborgen,
wenn du den Kreis deiner Ordnung spannst.

Geborgenheit und Strenge wohnen in dir,
wie Sonne und Mond in ewiger Bahn;
...
1779 Wo meine Seele ruht.. 04.02.26
Vorschautext:
Des Morgens, da der Tau noch schweigt im Gras,
erhebt sich mir die Welt wie neu geboren;
kein Tag gleicht je dem andern, denn dein Maß
hat alles Sein in stetem Wandel verloren.
Was gestern war, vergeht im ersten Licht,
und neu ersteht, was deinem Willen folgt.

Des Nachts jedoch, wenn Schlaf mein Auge bricht
und mich in dunkle Hallen niederbeugt,
da trittst du ein in Traum und Zeichenwort,
in Farben tief wie Erz und Sternenbrand;
nicht greifbar bist du, doch an jedem Ort
...