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| 1774 | Heilendes Gebet | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: Heilende Händ’, die mir die Augen verhüllen, Kräfte zur Sonne strebend, mein Herz zu wandeln gebieten. Ein Wunsch aus der Herzensmitte, still und schwer, wie Balsam, der die zerrissene Seel’ berührt, liebäugelt mein Herz. Die Puzzleteile, wie entfremdet, ... |
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| 1773 | In the end | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: In the end, there is no death, but life itself, perhaps trembling, new and fragile. We first feel the darkness, not the chalice of light, offered to us softly, as if hope were a whisper in the wind. Love, ambivalent, ecstatic- is frightening. ... |
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| 1772 | Weg der Stille | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: Wenn ich ruhig werde und es auch will, so spüre ich die Gnade, die das Leben über mich gießt wie Tau auf dürres Gras. Wenn ich mein Ohr wach dir hinhalte und deine Worte in mein Herz forme, nicht mit Eile, sondern mit Ehrfurcht. ... |
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| 1771 | Ein Sternenmaß der Guten | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: Selig sind die Friedensstifter und selig ist ihr Tun. Wie sie Segen regnen lassen auf dürres Land der Herzen, wie sie Mut zurufen ohne Lärm und ohne Anspruch. Sie säen Verständnis mit geduldiger Hand, sie pflegen andere aufopferungsvoll, tragen fremdes Leid, als wär es ihr eigenes. ... |
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| 1770 | Vom Irrtum zur Gnade | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: Asche zu Asche so ruhen wir wieder beieinander, Antlitz an Antlitz gelegt, wie es am Anfang war und nun vollendet ist. Ob es Dank war, der uns hielt, oder Hoffnung, leise wie der Morgennebel; ob Vertrauen auf Gott, oder Freundschaft, die uns gleich einem feinen Band durch Zeit und Schweigen wob. ... |
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| 1769 | Der Fluch | 01.02.26 | ||
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Vorschautext: Von nun an sollst du hier verharren, Lebendig einst, bis hin zum Tod erstarren. Ein Fluch, ein Zauber hält dich inne, Und steigt vom Fleisch empor in deine Sinne. Die Zauberin bin ich, die böse Zunge, Die spricht, was glänzte nun im Sprunge. Was einst voll Schönheit und Freiheit war, Verfällt nun meinem dunklen Bann. Keine Hand, kein schützend Liebes sei dir mehr geschenkt, Kein Wort, das dich aus Finsteren dich lenkt ... |
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| 1768 | Das Erbe kann warten.. [Teil 10] | 28.01.26 | ||
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Vorschautext: Frau Scherz reibt sich die Augen. Deutschland hat sich einen ordentlichen Winterkuss abgeholt. Schnee und Eis auf den Straßen, klirrende Kälte, dieses klare, fast schneidende Licht am Morgen. Man darf doch auch mal skeptisch sein, denkt sie sich, während sie sich Kaffee einschenkt. Kaffeetrinker spüren die steigenden Preise inzwischen sehr deutlich. Ob im Supermarktregal oder im Café, ein Cappuccino kostet heute meist zwischen vier und fünf Euro, ein Espresso selten weniger als zweifünfzig. Der tägliche Kaffeegenuss ist für viele zum kleinen Luxusmoment geworden. Auch im Supermarkt zeigt sich die Entwicklung: Gemahlener Markenkaffee liegt inzwischen bei rund zwanzig Euro pro Kilo, Kaffeepads bei etwa fünfunddreißig, Instantkaffee teilweise sogar jenseits der fünfzig Euro pro Kilo. Frau Scherz seufzt kurz, hebt dann die Tasse. Eine heiße Tasse am kalten Morgen, denkt sie, besser geht es trotzdem nicht. Preise hin oder her. Der Winter hat Deutschland fest im Griff. Schneefall garantiert, das nächste Schneetief aus Italien bereits angekündigt. Allein diese Formulierung bringt sie zum Schmunzeln. Schneetiefs mit Reisepass. Frau Scherz summt leise ein verspätetes Weihnachtslied. Oh du fröhliche. Ironisch natürlich, aber mit Wärme im Ton. Demnächst stehen Wahlen in Sachsen-Anhalt an. Frau Scherz blickt skeptisch in dieses Zeitfenster. Oh weia. Strukturprobleme, Abwanderung, niedrige Löhne, eine alternde Bevölkerung. Viele fühlen sich abgehängt, nicht gehört. Der Ost-West-Unterschied ist zwar statistisch kleiner geworden, gefühlt aber oft größer. Durchschnittseinkommen und Vermögen liegen weiterhin deutlich unter dem westdeutschen Niveau, Vertrauen in Politik ist brüchig. Wo Unsicherheit wächst, gedeihen einfache Antworten. Frau Scherz weiß das, und genau das macht ihr Sorgen. Zur Ablenkung läuft abends das Dschungelcamp. Herrlich banal. Da kann sie abschalten. Lachen darf man schließlich noch. Doch dann stolpert sie über den Fall Gil Ofarim. Der öffentliche Umgang damit lässt sie nicht los. Sicher, der Vorwurf war schwer, der Vorfall fatal, das Zurückrudern unerquicklich. Aber die mediale Dauererregung, das genüssliche Ausschlachten, diese moralische Überhöhung, Frau Scherz nennt das beim Namen: Mainstream. Empörung als Geschäftsmodell. Sie denkt sich: Wer von uns hat nicht schon einmal gelogen, aus Angst, aus Überforderung, aus Dummheit. Keine Entschuldigung, aber ein Mensch bleibt ein Mensch. Kurz darauf googelt sie per Zufall einen Namen. Ein ehemaliger Schulfreund. Kindergarten, Grundschule, Sandkastenzeit. Einer von denen, die einfach da waren. Dann verlor man sich, wie es eben geschieht. Ein knapper Eintrag erscheint. Krebs. Frau Scherz sitzt still da. Dann kommen die Tränen. Keine große Geste, kein Drama. Sie weint um ihn, weil er viel zu früh gegangen ist. Mehr braucht es nicht. ... |
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| 1767 | Der Weg | 25.01.26 | ||
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Vorschautext: Äste greifen nach dem Himmel, Bäume, die noch weinen können, nicht aus Schwäche, sondern weil Leben durch sie spricht. Winde ziehen frei, sie kennen kein Versteck, sie rufen deinen Namen und tragen ihn weit hinaus ins Morgen. Schlafe, Bruder, schlafe. Träume ohne Furcht. ... |
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| 1766 | Das Erbe kann warten.. [Teil 9] | 20.01.26 | ||
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Vorschautext: Frau Scherz startet entspannt in diesen Morgen. Nicht mit Drama, sondern mit Haltung. Kaffee in der Hand, positive Energie im Bauch, als hätte sie über Nacht heimlich mit dem Optimismus gekuschelt. Für sie ist jeder Tag ein Geschenk, manchmal hübsch verpackt, manchmal mit Beipackzettel, Warnhinweisen und dem dezenten Hinweis: „Überwindung erforderlich.“ Das Erste nach dem Aufstehen: die lila Gardinen zurückziehen, Fenster auf. „Hereinspaziert, Winterluft“, denkt sie, fast singend. Sie liebt diese Polarluft, diesen klaren, metallischen Geschmack, der die Lungen einmal gründlich durchspült und den Kopf sortiert. In der Nacht hatte ein starker Sonnensturm die Erde getroffen, ein geomagnetisches Ereignis, das geladene Teilchen tief in die Atmosphäre schleuderte. Sie kollidierten mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen, regten sie an, und ließen sie leuchten. Polarlichter. Nicht nur über Norwegen oder Island, sondern sichtbar bis nach Deutschland. Am 19. Januar 2026. Kurz, intensiv, flüchtig. Schönheit auf Zeit. Wie ein kosmisches Schulterzucken: Schaut her, ich kann auch anders. Dann greift sie zur Fernbedienung. Altmodisch, ja. Aber sie steht dazu. ARD, ZDF, Morgenmagazin. MOMA. Eine Gewohnheit wie Zähneputzen, nur mit mehr emotionalem Kariesrisiko. Und wie jeden Morgen trifft es sie. Nicht subtil. Sondern frontal. Themenauswahl wie ein Faustschlag in die Magengrube. Wieder dieses Gefühl: Bin ich die Einzige, die das so empfindet? Sie merkt, wie sich etwas in ihr zusammenzieht. Dieses leise, zähe Runterziehen. Sie schaltet ab. Abrupt. Entschlossen. „Das tue ich mir nicht an“, murmelt sie. Niemand hört es. Niemand außer der schwarz-weißen Katze, die aussieht, als hätte sie das politische System längst durchschaut und sich bewusst für Desinteresse entschieden. Niemand wird je genau wissen wollen, wie sich Frau Scherz in ihrem kleinen Alltag fühlt. Sie lebt seit Jahren im Single-Status, Fluch und Segen, wobei der Segen inzwischen deutlich in Führung liegt. Beziehungskonferenzen, emotionale PowerPoint-Präsentationen und Psychogramme? Nein danke. Sie bevorzugt klare Gedanken und ungeteilte Decken. Doch dann diese Schlagzeile. Und jetzt wird Frau Scherz wirklich wach. ... |
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| 1765 | Das Erbe kann warten.. [Teil 8] | 18.01.26 | ||
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Vorschautext: Frau Scherz und die Welt im Minusbereich Frau Scherz schüttelt sich den Frost aus den Gliedern. So kann man sich irren, denkt sie. Der Winter ist dieses Jahr kälter als gedacht. Es hat ordentlich geschneit, mehr als gewöhnlich für ihre heimischen Gefilde. Eine dünne, aber geschlossene Schneedecke liegt über dem Land, fast so, als hätte sich die Welt selbst zugedeckt, um nicht ständig auf die eigenen Wunden schauen zu müssen. Vielleicht, sinniert Frau Scherz, häufen wir Menschen uns solche Decken über Herz und Verstand, um den weltpolitischen Themen nicht psychologisch oder seelisch zum Opfer zu fallen. Denn lustig ist das alles nicht. Ihr Humor ist bekanntlich leise. Fast lautlos. Nur hin und wieder kichert sie in sich hinein, wenn das Leben wieder einmal diese urkomischen Alltagsmomente produziert, die beweisen, dass Realität oft absurder ist als jede Satire. Doch was der amtierende US-Präsident Donald Trump aktuell mit seinem Anspruch auf Grönland veranstaltet, ist selbst für geübte Ironikerinnen schwer verdaulich. Territorialansprüche, wirtschaftlicher Druck, Strafzölle gegen europäische Staaten, die es wagen, sicherheitspolitisch Präsenz zu zeigen, all das wirkt auf Frau Scherz weniger wie strategische Außenpolitik als wie ein Streit um den roten Plastikbagger im Sandkasten. Ihr erster Gedanke: Kindergarten. Nicht kindlich, das wäre harmlos. Sondern kindergartenhaft: impulsiv, besitzfixiert, laut. Sie ist nicht enttäuscht von Donald Trump, dafür ist sie zu realistisch. Sie ist genervt. Genervt von dieser banalen Art zu regieren, die komplexe geopolitische Zusammenhänge auf Schlagworte wie „America First“ reduziert, als ließe sich die Welt wie ein Supermarktparkplatz verwalten. ... |
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| 1764 | Für meinen Sandkastenfreund, der uns 2020 verließ | 15.01.26 | ||
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Vorschautext: Lass uns träumen von den Tagen unserer Kinderzeit, von den Sonnentagen, wie klein wir waren und wie groß unsere Träume. Lass uns die Hände wieder reichen für die Verbindung, die von Anfang uns verwob. Lass unsere Hoffnung nicht durch den Tod vertreiben. ... |
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| 1763 | Maß | 15.01.26 | ||
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Vorschautext: Wer die Nacht mit Denken füllt und es Weisheit nennt, dreht nur tiefer im Kreis und trägt die Sorge ins Licht. Besitz gibt Stand, Liebe ein Anker, doch ohne Demut verlieren beide ihr Maß. Die ungezügelte Zunge entfesselt Pfade, die ins Verderben führen ... |
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| 1762 | Sprüche - Herausforderung | 13.01.26 | ||
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Vorschautext: Man kann nicht immer alles richtig machen. Aber gehst du den Weg der Herausforderung, wirst du wachsen. © Marcel Strömer [Magdeburg, 11.01.2026] |
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| 1761 | Das Erbe kann warten.. [Teil 7] | 11.01.26 | ||
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Vorschautext: Frau Scherz und die allgemeine Weltlage 2026 Frau Scherz richtet sich allmählich ein im Jahr 2026. Die Zahl wirkt stabiler als 2025, das ihr persönlich eher wie ein scharfkantiger Kiesel im Schuh vorkam, mit ständigen Aufs und Abs, zuletzt begleitet von einer zähen Krankheit, die ihr den Jahresabschluss ordentlich vermiest hat. Doch der Spuk scheint vorbei, sie richtet ihre imaginäre Krone neu aus und nimmt die Herausforderungen dieser neuen Zeit mit jener Mischung aus Gelassenheit und klarem Blick in Angriff, die ihr so eigen ist. Vom warmen Fensterplatz aus verfolgt sie täglich die weltpolitische Lage und staunt manchmal, als habe sie den Horizont versehentlich mit einem Kaleidoskop verwechselt. Das globale Lagebild liest sich wie ein Lehrbuch der internationalen Beziehungen, nur ohne klare Kapitelüberschriften. Ganz oben auf ihrer mentalen Weltkarte steht derzeit ein Konflikt, der so viele Schlagzeilen erzeugt hat, dass man meinen könnte, ganze Zeitungsseiten seien direkt von ihm finanziert worden: der militärische Angriff auf Venezuela. Anfang Januar 2026 führten US-Spezialkräfte einen Luftschlag und eine marinebasierte Operation gegen Caracas durch, bei der der venezolanische Präsident Nicolás Maduro gefangen genommen und angeblich nach New York gebracht wurde unter dem Vorwurf von Drogenterrorismus und Schmuggel, was breite internationale Reaktionen auslöste. Parallel dazu hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump eine maritime Blockade venezolanischer Ölanlieferungen durchgesetzt und mehrere Öltanker beschlagnahmt darunter Schiffe unter russischer Flagge, was die transatlantischen Spannungen weiter verschärft. Die Maßnahme, die offiziell als Durchsetzung von Sanktionen präsentiert wird, wirft schwerwiegende völker- und seerechtliche Fragen auf, weil Sanktionen völkerrechtlich sensibel sind und ihr Einsatz über den bloßen Wirtschaftsbereich hinaus oft als aggressive Durchsetzung nationaler Interessen interpretiert wird. Frau Scherz runzelt die Stirn, wenn sie an die „Donroe-Doktrin“ denkt, jene moderne Anspielung auf die alte Monroe-Doktrin, mit der Trump den Westen für quasi exklusive US-Einflussnahme im westlichen Hemisphäre beansprucht. Auch europäische Stimmen kritisieren diese Eskalation: Sie sehen darin einen möglichen Bruch des „rules-based international order“, also der auf internationalen Normen und dem Völkerrecht beruhenden Ordnung, die nach 1945 aufgebaut wurde. ... |
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| 1760 | Kinderreim für Erwachsene | 10.01.26 | ||
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Vorschautext: Gegensätze hassen sich, Ausgeliebt erträgt man nicht. Hungrig treibt die Suche Keil, Wut erklimmt, was noch so steil. Hass und Liebe täuschen dich, Wort und Sinn verdichten Licht, Wind und Sonne, Kinderspiel – Das Leben gibt, und nimmt nicht viel. © Marcel Strömer ... |
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| 1759 | Gleichgewicht | 10.01.26 | ||
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Vorschautext: Alter ohne Einsicht verfehlt den Sinn, Wissen ohne Tat bleibt eine leere Stirn Führung ohne Herz verliert das Volk, Gesetz ohne Gerechtigkeit wirkt hohl. Hoffnung ohne Grund trägt kein Licht, Reichtum ohne Ehre bleibt nicht dicht. Disziplin ohne Frucht ist leer, Arbeit ohne Dank wiegt schwer. Gemeinschaft ohne Zusammenhalt zerbricht – wo dies regiert, verliert die Welt ihr Gleichgewicht. ... |
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| 1758 | Formung | 10.01.26 | ||
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Vorschautext: Kannst du aus mir Strukturen weben, so filigran, so fremd, dass ich mich selbst kaum wiedererkenne? Dann nimm, nimm noch mehr von mir, reiße auf, forme neu, jede Linie, jede Kante — lass mich in deinem Entwurf verschwinden. © Marcel Strömer [Magdeburg, 10.01.2026] |
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| 1757 | Zwischen Hier und Jetzt | 10.01.26 | ||
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Vorschautext: Zwischen Hier und Jetzt flirrt alles, das sein könnte und das, was noch im Schatten lauert. Zwischen Traum und Realität glimmen vergessene Farben, und zwischen Dir und mir webt ein weises Wort aus Atem und Sturm. Zwischen den Zeilen ... |
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| 1756 | Zwischen Nacht und Morgen | 10.01.26 | ||
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Vorschautext: Am äußersten Rand liegt das Ende wie ein fernes Raunen. Und doch erzittert das Leben, wenn es seinen Namen hört. Es sieht die Hand im Dunkel, nicht den Becher aus Licht, der ihm hingereicht wird. So scheut das Herz die Nähe, als stünde es vor dem Einsturz. Denn wo Liebe aufwacht, ... |
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| 1755 | Sprüche - Das Leben ist kostbar | 09.01.26 | ||
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Vorschautext: Das Leben ist kostbar – also verschwende es nicht an Dinge, die dich klein halten. © Marcel Strömer [Magdeburg, 08.01.2026] |
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