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Titel
5056 Stadt im Frühling
Vorschautext:
Stadt im Frühling

Noch sind die vielen Bäume kahl,
Die groß in unserem Schlosspark stehen.
Die Luft ist kalt, das Licht noch fahl,
Blass muss das Mondgesicht gleich gehen.

Der Lärm ist wieder riesengroß,
Nachdem Schneeberge abgeschmolzen.
Die Stadt stellt ihre Flächen bloß,
Wo Morsches sie muss jetzt abholzen.

...
5055 Partnersuche
Vorschautext:
Partnersuche

Einst fiel die Partnersuche leicht,
Als man sie lebensnah verspürt',
Dass man im Stande das erreicht',
Was an Auswahl noch lenzgeführt.

Im Dorf gab es den Frühlingstanz,
Man wusste, wer um einen tanzte:
Die Mädchen fanden ihren Hans –
Und niemand sich heimlich verschanzte.

...
5054 "Wie bin ich denn?"
Vorschautext:
„Wie bin ich denn?“

Manche Menschen fragen gern:
„Magst Du mich, wie bin ich denn?
Wer geht an mich ran, welcher Stern,
Gibt es für mich gar einen Fan?“

Ja, Selbstdarstellung könnte dienen,
Wenn sie ehrlich ins Netz geschrieben.
Braucht man dazu denn noch die Bühnen,
Auf denen manche sich nur lieben?

...
5053 Die kleine Schwester
Vorschautext:
Die kleine Schwester

Die kleine Schwester hat Geburtstag,
Heut, sonntags an Septuagesimae.
Und weil sie das so gerne mag,
Läuft sie vergnügt im Pulverschnee.

Sie ist immer Glückskind gewesen,
Der Sonnentag war ihr gewiss,
Konnte so viele Bücher lesen,
Weil sie sich gerne bilden ließ.

...
5052 Verantwortlichkeit
Vorschautext:
Verantwortlichkeit

To-do-lists, leicht zu formulieren:
Man sammelt halt, was man so weiß,
Um holistisch den Geist zu führen,
Weil unsere Welt wieder mal heiß.

Von Sokrates wissen wir ja,
Dass das Daimonion uns sagt,
Was es verneint, wofür wir da
Und wo uns das Gewissen plagt.

...
5051 Die Lösung
Vorschautext:
Die Lösung

Freunde wollten Fasching sehen,
Doch bekamen sie auch Karten,
Um zum Witzbolde zu gehen,
Mussten gar nicht lange warten.

Als die Karten sie erhalten,
Erkannten sie, dass an dem Tag
Die Prunksitzung wird abgehalten,
Zu der man gerne gehen mag.

...
5050 Sehernöte
Vorschautext:
Sehernöte

Wo die Welt im Dauergebabbel
Bekommt man leichter seinen Rappel,
Sieht die vielen Kocher, Röster
Und hofft auf die Seelentröster.

Auch im Followerbereich
Ist die Sprache nicht sehr reich,
Wiederholt sich allemal
Recht banal in großer Zahl.

...
5049 Eine Handvoll Sonne
Vorschautext:
Eine Handvoll Sonne

Gestern lief ich zur Terrasse
und setzte mich dort in die Sonne.

Ich öffnete die klamme Hand,
die sich sehr rasch erwärmte.

So warm habe im Februar
die Handvoll Sonne
ich noch nie verspürt!

...
5048 Vermittlung
Vorschautext:
Vermittlung

Wenn früh der Blick zum Berge geht,
Der Sinn auf Anmutrundung steht,
Will man auch noch in hohem Alter
Mehr sein, als nur Rentenverwalter.

Als ich den Weg nach oben fand,
Traf ich den Mann, der unbekannt
Mir seine Wünsche offenbarte –
Voll Lebensfreude, der Bejahrte.

...
5047 Zitronenbäumchen
Vorschautext:
Zitronenbäumchen

Schon treiben erste, weiße Blüten
Im Januar an kleinen Bäumen –
Und wie in wundersamen Mythen
Erwacht das Jahr zu Früchteträumen.

Verzweigt stehen Zitroenenbäumchen
Belaubt, fruchtend und lebensecht
Im Zimmer wie in süßen Träumchen:
So lieb' den Süden ich erst recht!

...
5046 Erwachen
Vorschautext:
Erwachen

Mit glanzerstarrter Aufwachmiene
zieht sich im Strahlstrebengebälk
so wundersam die Megastimme,
die wesensnah mir reichlich gleich
mein traumseliges Ziel erschließt,
das mir vielleicht dann doch hinreicht,
die Nachtphase wenig zu längen.

Da trifft mich nun das grelle Licht;
ein Traumbild aus vergangener Nacht
...
5045 Hans Küngs Vermächtnis
Vorschautext:
Hans Küngs Vermächtnis

Oft schwindet zu rasch mit dem Tode
Das Interesse an der Großen Werke.
Dann überwuchern sie Zeit und Mode,
Aus der Größe werden oft Zwerge.

Hans Küngs Weltethos, es bleibe,
Hat sich als Wahrheit erwiesen,
Weil Toleranz sich festschreibe,
Wo Religionen Frieden hissen.

...
5044 Satyrfreuden
Vorschautext:
Satyrfreuden

„Ja, lüstern bin ich wohl,
Waldgeist mit tiermenschlichen Zügen.
Kommt der Dionysos vorbei,
Werden im Feiern wir auch siegen.

Wende Dich nicht ab von mir,
Begleit', Dionysos, die Wege,
Erhalte mir den Liebreiz hier:
Verlangen bleibt bei mir so rege!

...
5043 Stänkerer
Vorschautext:
Stänkerer

Stänkerer sind üble Leute,
Mitmenschen sind für sie nur Beute,
Die sie immer mal verkloppen
Und mit andern gerne mobben.

Sie geben sich meist als gekränkt,
Die Krokotränen – sind geschenkt!
Denn sie allein wollen ja kränken
Und im Netze gerne henken.

...
5042 Rückkopplungen
Vorschautext:
Rückkopplungen

Wir müssen Bildung wieder ehren,
Uns über Lehrer nicht beschweren,
Denn wenn man Wissen nicht erringt
Der Wohlstand im Chaos versinkt.

Als Lehrer darf man nie vergessen,
Wie man als Schüler selbst gewesen.
Auch Eltern müssen immer wissen:
Bildungsferne bricht Arbeitswissen!

...
5041 Anspruch an die Politik
Vorschautext:
Anspruch an die Politik

Die Welt war nie ein Ponyhof,
Um dort zu chillen, zu entspannen.
Probleme, die sind riesengroß,
Damit müssen wir anfangen!

Nicht alles ist nurmehr Toskana,
Wir schlürfen nicht nur gute Weine.
Wer da entfleucht in sein Nirwana,
Der lässt die Welt mit sich alleine.

...
5040 Sonntagmorgen
Vorschautext:
Sonntagmorgen

Sonnenhungrige Moospolster lecken
vom Boden die eisweißen Tautropfen auf.
Kommt der Frühling?
Ist es noch Winter?
Besonnt der Tag schon den Lebenslauf?

Büsche im Garten recken die Zweige
zum Himmel und tragen erwartungsvoll
in diesen Sonntag,
der Sonne mag
...
5039 Gluckenwelt
Vorschautext:
Gluckenwelt

Ständig lebt er an einem Ort,
Die Frau, sie lässt ihn nicht mehr fort.
Im Haus blüh'n Orchidee und Lilie,
Er lebt nur noch für die Familie.

Sie kontrolliert die Netzeswege,
Damit er nicht erst überlege
Aushäusig die Bistros zu buchen
Und sich gar Freundinnen zu suchen.

...
5038 Sonnenstunden
Vorschautext:
Die Sonne meint es gut mit mir
Will mir die Hände bräunen.
Ich weiß ja, so gefall' ich Dir,
Das woll'n wir nicht versäumen.

Also sitzen wir am Balkon,
Wo uns die Sonne lacht,
Und das Gesicht bräunt uns auch schon,
S'ist stärker als gedacht.

Die Sonne ist uns wirklich lieb,
Doch muss sie so grell scheinen
...
5037 Wie oft
Vorschautext:
So oft hab' ich zu Dir gesagt
Wie arm die Welt ohne Dich wäre,
In der mich nur das Alter plagt
Mit allbekannter Erdenschwere?

Wie lange sind wir schon zusammen,
Wissen um unser großes Glück,
Mit dem wir zu Sternen gelangen,
Weil sorgsam weilt der freie Blick?

Wir haben uns so viel gegeben,
Waren in Nöten uns sehr nah
...