Profil von Michael Jörchel

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Titel
241 Doppeltes Pech 15.02.13
Vorschautext:
Ein Mann, der alle anderen für das Unglück seines Lebens verantwortlich machte ging, in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, durch die Vororte der Großstadt, in der er lebte, um sich einmal an den Menschen zu rächen die es, seiner Ansicht nach, auf seinem Rücken zu Wohlstand gebracht hatten. Er zerstörte die Fensterscheiben an den Häusern und sprühte derbe Worte an die Mauern und Zäune der einzelnen Grundstücke. Er trat gegen die Rückspiegel der parkenden Autos und riss die Scheibenwischer heraus. Ein Mann, der ihn daran hindern wollte, wurde so brutal zusammen geschlagen, dass er leblos vor seinem Grundstück liegen blieb.

Auf dem Weg der Zerstörung machte er auch vor einer Telefonzelle nicht halt. Er riss den Hörer ab und trat so stark gegen das Telefon, dass es mit einem riesigen Scheppern durch die Scheibe der Telefonzelle krachte. Durch den Schwung seiner Tritte fiel der Mann hinterher und verletzte sich schwer an den Glasscherben, die sich sowohl in sein Gesicht als auch in den Körper schnitten.
Er verlor dadurch viel Blut und wollte sofort einen Rettungswagen anrufen. Allerdings hatte er die einzige Telefonzelle dieser Gegend zerstört und Mobiltelefone waren zu der Zeit noch nicht so verbreitet. Letztendlich gelang es ihm, sich in einen Vorgarten zu schleppen, in dem er dann auch gefunden wurde.

Im Krankenhaus wurde ihm gesagt, dass sein Auge, das von einer Glasscherbe zerstört wurde, nicht mehr gerettet werden konnte weil der Unfall einerseits zu spät gemeldet wurde und weil andererseits zu viel Zeit vergangen sei bis sie einen Spezialisten aus einem anderen Krankenhaus herbeiholen konnten, da der hiesige Augenspezialist , vor seiner Haustür, von einem Unbekannten niedergeschlagen wurde.

© Michael Jörchel
240 Rückfall 15.02.13
Vorschautext:
Ich fühle mich stark,
ich fühle mich sicher,
Verletzungen
fügen mir kein Leid zu,
denn ich spüre viele Freunde,
die mir den Rücken stärken.

Schmerzhaft
werden Verletzungen erst
wenn sie an den Stellen
zugefügt werden
an denen ich mir
...
239 Ganz unten 11.02.13
Vorschautext:
Irgendwann,
ich weiß nicht mehr wann
und nicht mehr warum,
bin ich in ein tiefes Loch gestürzt.
Nach einiger Zeit der Finsternis
und tiefer Traurigkeit
begann ich
es mir in „meinem“ Loch,
gemütlich, einzurichten.

Ich pflanzte sogar einige Blumen.
Blumen der Hoffnung,
...
238 Zitate und Gedanken: 6 07.02.13
Vorschautext:
Kunstverstand,

Kunstverstand ist ein Verstand,
den sich die Menschen anmaßen,
denen die Fähigkeit fehlt,
die Individualität
der Geschmäcker anzuerkennen.

© Michael Jörchel



...
237 Es tut mir leid 07.02.13
Vorschautext:
Du hast dich aufgegeben.
Meine Bemühungen,
dich über Wasser zu halten,
wurden immer schwerer.
Das Gewicht deiner Resignation
und deiner Untätigkeit
zogen mich mit in die Tiefe.

Um nicht im Sog
deiner Selbstaufgabe
mit hinuntergerissen zu werden,
zu ertrinken,
...
236 Eile mit Weile 05.02.13
Vorschautext:
Da vorn ist der Bus,
ich kann ihn sehen,
ich renne gleich los,
Freundin will gehen.

Renn über die Straße,
doch die Ampel ist rot,
will ihn nicht verpassen,
trotz Atemnot.

Zum Gehsteig ein Sprint,
ich stürze fast hin.
...
235 Meine Furcht 05.02.13
Vorschautext:
Ich fürchte meine Einsamkeit,
zwischen vielen Menschen.
Ich fürchte die Leere
in mir zu spüren.

Ich fürchte mich
um Etwas zu kämpfen.
Ich fürchte mich
nichts mehr zu fühlen.

Ich fürchte, mich zu verlieren
um Jedem zu gefallen.
...
234 Masken 05.02.13
Vorschautext:
Meine Maske,
Schicht für Schicht aufgetragen.
Für jede Situation
ein passendes Gesicht.

Um nicht aufzufallen,
um etwas darzustellen.
Immer bestrebt so zu sein
wie mich Andere sehen wollen.

Meine Maske,
veränderbar wie Knetmasse.
...
233 Kunst 31.01.13
Vorschautext:
Du hast Bilder an der Wand,
von Künstlern, gänzlich unbekannt.
An meinen Wänden findet statt
nur was Rang und Namen hat.

Deine Bücher im Regal,
ohne Tiefe, ganz banal.
In meinem Regal kannst du sehen,
Bücher, die als Bestseller durchgehen.

Was hörst du denn für Musik?
Die hat doch nur schlechte Kritik.
...
232 Treuer Hund 31.01.13
Vorschautext:
Schau der Hund, ist er nicht lieb?
Er wedelt mit dem Schwanz.
Wenn man ihm etwas Leckeres gibt
dann dreht er sich, im Tanz.

Er holt das Stöckchen, fängt den Ball,
egal wie hoch, wie weit.
Er tut alles, überall.
Alles was seinen Herrn erfreut.

Oh, wie stolz ist doch der Hund
wenn das Herrchen mit ihm spielt.
...
231 Besonderes 26.01.13
Vorschautext:
Der Wunsch,
für den Menschen
den man liebt
anders zu sein,
etwas Besonderes,
ist immer da.

Wir hoffen,
dass der Andere
das Besondere sieht,
sich die Mühe macht
Es zu suchen
...
230 Unsere lieben Mitmenschen 25.01.13
Vorschautext:
Ob privat, Büro, Betrieben,
fällt es oft nicht allzu schwer.
Tun wir, was wir alle lieben,
wir ziehen über Andere her.

Oftmals trifft es solche Leute,
die, scheinbar, besser sind als wir.
Wir machen sie zu unserer Beute,
verteidigen unser Revier.

Mit dem Leben unzufrieden,
fühlen wir uns als Mittelmaß.
...
229 Böse Gedanken 24.01.13
Vorschautext:
Sind Menschen böse,
weil es Waffen gibt?
Oder gibt es Waffen
weil sie böse sind?

Wissen die Bösen,
dass sie böse sind?
Oder halten die Bösen
die Anderen für böse?

Ich sah in das Gesicht
meines Feindes
...
228 Zitate und Gedanken: 5 22.01.13
Vorschautext:
Lernerfolg

Der Mensch lernt nur aus Dingen
die ihm, hinterher, wehtun.
Aber oftmals ist dieses Wissen
auch nicht von Dauer.

© Michael Jörchel

...

Frühjahrsputz
...
227 Berge versetzen 20.01.13
Vorschautext:
Ich wollte, ganz schnell, mein Leben aufräumen.
So holte ich den ganzen Seelenmüll
und all den Ballast,
der sich im Laufe der Zeit angesammelt hat,
aus allen Bereichen hervor.

Dabei bildete sich ein großer Berg von Problemen,
die sich dabei noch miteinander
verknotet haben.
Erstarrt von der Masse
und der Unübersichtlichkeit meiner Sorgen
die mir, auf diese Weise,
...
226 Stärke 18.01.13
Vorschautext:
Stark ist auch der Mensch,
der seine Schwächen sehen kann,
sie zulässt,
darüber redet und versucht
Schwächen als Teil des Lebens anzuerkennen.

Der aber auch merkt,
dass er Stärken besitzt
und lernt, diese Stärken zu nutzen
damit die Schwächen nicht sein Leben bestimmen.

Denn jeder Mensch hat etwas worin er stark ist.
...
225 Ewige Jagd 18.01.13
Vorschautext:
Wir sind immer auf der Jagd
wir suchen Dinge
die uns glücklich machen sollen
aber sobald wir diese Dinge,
oder auch Menschen,
für uns „erbeutet“ haben,
machen sie uns auf einmal nicht mehr glücklich
und wir fangen an nach neuer „Beute“ ausschau zu halten.
Etwas, dass uns glücklich machen soll.



...
224 Eltern am Spielfeldrand 18.01.13
Vorschautext:
(oder: Spaß im Verein)

Mach eine Grätsche in das Bein,
lass den Gegner niemals türmen,
und hau die Kugel einmal rein.
Du musst immer nur nach vorne stürmen.

Den steckst du locker in die Tasche,
höre auf herum zu klagen.
Los, geh ran, du dumme Flasche.
Musst du immerzu versagen?

...
223 Langsam kommt man schnell voran 16.01.13
Vorschautext:
Ich blicke auf und kann es sehen,
das grüne Männchen, ich kann gehen.
Noch zwanzig Schritte oder Zehn,
ich möchte ja nicht ewig stehen.

Ich laufe los, mit schnellem Schritt,
beeile mich, die Zeit läuft mit.
Doch als ich an den Bordstein komm,
dreht mein Fuß sich, plötzlich, um.

Es machte knirsch, vielleicht auch knack,
dann fiel ich um, so wie ein Sack.
...
222 Ballast 16.01.13
Vorschautext:
Aus Angst vor Veränderungen,
vor einer Zukunft in Ungewissheit,
klammerst du dich am Boden fest.

Um auf dem Boden zu bleiben
umgibst du dich mit immer mehr Ballast.
Ballast, der dich nicht einmal mehr
nur am Boden hält,
sondern in die Tiefe zieht.

Doch nur wenn du etwas
von deinem Ballast abwirfst
...
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