Profil von Marcel Strömer

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Registriert seit dem: 30.10.2014
Geburtsdatum: * 02.07.1969 (56 Jahre)

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Anzahl Gedichte: 1.783
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Titel
763 Geburtstagsgedicht | einfach war es nicht
Vorschautext:
Jede unsre Zeit vergeht
dass Wachstum kommt
dein Leben aber steht
vom Glück gesonnt

immer wuchs so Tag für Tag
im Schlaf erträumt
keinem Schicksalsschlag
den Platz geräumt

hast mit deinem Sonnenlicht
das Leid verjagt
...
762 Wenn ich gehe
Vorschautext:
Ich will in deinen Armen sterben,
mein sinkend Blick dir in die Seele weben,
wie Blätter die am Baum verfärben,
die letzte Kraft aus ihrem Leben geben.

Ich will ein waches Auge schenken,
täuscht doch der Schlaf seit Ewigkeiten,
so soll es dich zum Leben lenken,
dir Herz und Abschied keinen Schmerz bereiten.

Du bist noch hier und sollst dich wenden
zur Liebe, zur Freude, die sich vereinen,
...
761 Glaubenskrieg
Vorschautext:
Die Letzten werden die Ersten sein. Im Sturmlauf der Gewehre, der steigenden Anzahl der geschleuderten Gebete verwandelt sich der verklagte Nachthimmel zur Kraterlandschaft einer erwachten Wüstenschlucht, so führt Glaubenseifer das geschundene Herzblut noch leichter direkt ins ausgetretene Mienenfeld der Bittersee. Qualvoll hausen die graumelierten Götter am oberen Ende der wendigen Jakobsstufen, stöhnend und ächzend, springen sie trotz Triumphgeheul, das die Mondpriesterin erhebt, auf eigene Entscheidung in die verwegene Todeswelle, in die Sturzflut, ins Unheil der reißenden Feuersee. Zu groß die Tempel, zu schwer das Tragende, die Liebeslast fest ans Gängelband gefesselt, werfen sie die vertrockneten Abendsterne achtlos auf den kilometerhohen Aschenhaufen der besiegten Seelenfänger. Nun aber ziehen Heilige, die einstigen Hoffnungsträger, blass-schimmernd, wie Millionen untergehende Sonnen mit brüchigem Augenlicht, durch und durch verwirrt, getäuscht dem Traum aus Verrat und dunkler Vorahnung, am bitteren Segen- und Heilsversprechen gedemütigt, irregeführt und geschunden durch irdische Zwänge und Verhaftungen, jetzt kreisen sie um das einsam-verlassene Wolkenfeld der gepriesenen Sehnsüchte auf den versprochenen Garten Eden. Sie kriechen lautlos, aber fordernd wie hungrige Würmer statt Wölfe, vorbei am Schlagen und Klopfen der himmlischen Mutterbrust, die endgültig verweigernd verkündet und schwört, dass sie sich niemals wieder mehr die Muttermilch aus ihrer Brust und Lenden saugen ließe. Das Ziel vor Augen ausgestanzt – die Unglücksseligen fallen ins Uferlose, wie tanzende Motten ins quellende Licht, ihre gepriesenen Namen und die Namen ihrer heiligen Städte stürzen mit. Sie atmen nie wieder, auch nicht wenn wieder die Nacht beginnt, die am Morgen gewöhnlich mit Hoffnungsschrei und unter Jubel Lebendiges gebiert.


© Marcel Strömer
(Magdeburg, den 03.09.2016)

Alle Rechte vorbehalten, besonders das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung, sowie Übersetzung. Kein Teil des Textes darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert oder verarbeitet werden
760 Feindberührung
Vorschautext:
Die Tragik des Lebens, nichts zurücknehmen zu können,
begangene Fehler nicht besser entschuldigt oder besser verziehen,
nichts unternommen zu haben der Wiederherstellung des Glücks.
Aus den kühnen Gedanken entsteht auch Betrübliches,
das zuvor der Wagnis und dem Gewinn ausgesetzt wurde, unterläuft der Zensur.
Wie sie die Städte belagern, die Landsmänner verlassen Haus und Hof,
sie ziehen in die Städte, mit ihnen kommt Hunger, Pest und Hohn.
Da thront sie, die „Hochkultur der Elite“, wie „Ritter vom Geiste“,
betört von der Kunst der Verstellung und das zur Schaustellen
einer vagen, prinzipiellen Würde, angezogen von Neugier und dem
Ergebnis des Annäherns an Feind und Frieden, das Erreichen eines
gesteckten Zieles, in vorgegebener Wunschvorstellung.
...
759 Ein Stück Paradies
Vorschautext:
Ich habe die Bilder abgehängt
das Kapitel beendet
das Buch zugeschlagen
versuche nun zu vergessen

Etwas was sehr schön war
was mich berührt hat
wieder unberührbar zu machen

Ich wundere mich
wie sich Geschichte verändert
unverhofft und fast zufällig
...
758 Böser Wolf
Vorschautext:
Wau Wau
mit wedelndem Schwanz
und geknickten Pfoten
Wackelpo und Ausfallschritt
mit gefärbten Neon-Strähnchen im Haar
Fan einer Hüpfburg für tanzende Wölfe
Besitzer einer verstellbaren Führerleine
und eines chicen Auto-Sicherheitsgeschirrs
einer Dressurhalsung Marke Freestyle
stolzer Träger einer flotten Thermosteppjacke
immer dabei hast du zwei schwarze Packtaschen
darin enthalten eine Schallzahnbürste
...
757 Musik
Vorschautext:
Musik – herzsprunggeführter Ton, der Freude ein Ohr,
Aufregung begreift Sinn in tanzerlöster Vollendung;



© Marcel Strömer
(Magdeburg, den 04.11.2016

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756 Unkultur
Vorschautext:
Er nannte es „Rettung der Sonneninseln“.
Mit wenigen aber einpeitschenden Worten, ihrer euphorisierenden Wirkung,
erinnerte er mich an den Triumpf des Verlierens.
Auf seinem Bierdeckel standen die vielen Todesurteile.



© Marcel Strömer
(Magdeburg, den 04.01.2017)

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755 Haiku > Senryu | Düstere Zukunft
Vorschautext:
Wie dunkle Seite
des Mondes - erdabgewandt,
lebt Lichtmensch zerstreut



© Marcel Strömer
(Magdeburg, den 11.09.2015)

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754 Guten Morgen-Gedicht
Vorschautext:
Ich habe die Nacht durchgemacht
Ich habe im Leben viel durchgemacht

Nun warte ich auf die Sonne
Nun warte ich auf Dich

Du gehst mit mir den neuen Weg
Du gehst mir nicht aus dem Sinn


© Marcel Strömer
(Magdeburg, 26.03.2014)
...
753 Mein Sonnenlicht
Vorschautext:
Bei Gott bin ich geborgen
Kind und friedlich still
vertrau ich auf ein Morgen
horch- was er mir sagen will

Bekehre mich zum Frieden
zur Liebe in die Welt
hab mich dafür entschieden
die er zusammenhält

Im Danken da liegt Segen
der Seele tiefer Sinn
...
752 Das Meer
Vorschautext:
Wo das Meer
seine Reiter schickt
Welle um Welle
ringt es Atem ab
Schiebt Wassermassen
aus tiefstem Grund
mich wuchtiger Kraft
schießt auf feste Bank
Wilder Schaum
voll Wut entbrannt
ringt ab und jagt
die Angst
...
751 Papier lebt weiter
Vorschautext:
Verzweiflung
lässt schreiben
ablenken
vom Schmerz
von Schwäche
vom Zerbrechen
lässt aufschieben
einige Momente
länger leben
noch etwas Luft
nochmals Mensch sein
Flucht in Buchstaben
...
750 Versetzte Lebenslage
Vorschautext:
Oh du Vergänglichkeit
Wie hast du mich erschreckt
Noch eben träumte ich
Nun hab ich mich versteckt

Versteckt erstarrt und atemlos
So dränge ich mich weg
Entkommen kann ich nicht
Du hast mich schon entdeckt

Du ziehst an meinen Haaren
Und schnürst an meinem Hals
...
749 Spruch | Antworten
Vorschautext:
>> Manchmal darf man nicht die Leute fragen – tausend Antworten und alle falsch <<


© Marcel Strömer
(Magdeburg, 11.05.2005)

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748 Kein Ziel
Vorschautext:
Diese Welt ist voller Lüge
Und Kälte
Und sie ist stumm
Und schweigt als Zeuge
Niemand gibt mehr
Als er nimmt
Und darum ist es still
Um die geworden
Die Hungern
Nach Liebe,
Nahrung und Gerechtigkeit.
Die Kälte regt sich eisig
...
747 Perlen der Nacht
Vorschautext:
Träume -
Perlen der Nacht
wandern zum geheimen Ort,
fließender Farbenpracht.
Welt der feinen Sinne
leuchten hoffnungsschimmernd
Firmamente ab

Symbole treffen Mystik,
Reflexionen der Gedanken
altgedienter Tage,
knüpfen Muster
...
746 Die große Liebe
Vorschautext:
küsst
schöne Lippen
glaubt
an den Himmel
wacht
über Engel
schenkt
allem Leben
liebt
nur mit Herz


...
745 einst waren wir alle Brüder
Vorschautext:
sie werden uns wie hungriges Wild vertreiben
wir wollen aber hier in der Heimat bleiben
müssen wir in finsterer Dunkelheit fliehen
und unter den schweren Regenwolken ziehen
da hilft auch kein Jammer, keine Klage, kein Schrei
denn Schatten des Himmels fliegen schneller herbei

die Erde zu Füssen, sind Felder der Ahnen
durch Reihen zogen Fuhrwerke ihre Bahnen
so sprossen Gerste, Roggen und Weizenkleie
stürzten Vögel vom Himmel, durchs Wolkenfreie
lebten Generationen unter einem Dach
...
744 Klimawandel
Vorschautext:
der Meeresspiegel steigt
und mit ihm die Wut
auf eine unwirkliche Welt

während Menschenherz gefriert
schmelzen die Gletscher
entschwinden mächtiger Gebirgszüge

Technologie erzeugt trockenes Land
Tiere verlieren Lebensraum
Leid trifft wieder einmal
die Ärmsten der Armen
...