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| 883 | Der Alleinmensch | |||
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Vorschautext: Der Alleinmensch, einsam und vergessen, sieht alles was vor Augen ist, zusammengefügter Blickwinkel, perspektivisch in Einem. Dass ihm keiner zu Nahe kommt, rettet die Flucht in die Einsamkeit. Im sozialen Tod, im Schutz der Isolation, sang- und klanglos lebt sein zweites Ich. ... |
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| 882 | Als ich mich selbst zu lieben begann | |||
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Vorschautext: Ein schönes Abbild, das in Stein gemeißelte Begehren, gepresst an der Wange der Zeit, in ihren Küssen fand ich die Nachwelt. An hängenden Gärten der Lust, schluchzten sie der Sehnsucht, die aus tränenden Wasser entstiegen, jeder Macht der Erinnerung entkommen. Auf den Wellen ohne Widerkehr, scheiterte ihr zaghafter Versuch, ... |
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| 881 | Wunsch der Säulenheilige nach der Zeitenwende | |||
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Vorschautext: Wetteifernde Jünger aus der Mitte längst entrückt Ritter schmerzloser Bethäuser betäubt vom hartnäckigen Duft des nahenden Untergangs stimmen in den Attributen Gottes manifestiert entgegen Weltschmerz und plagendem Zeitgeist den Choral der Heiligen an feiern unentwegt die Vielfalt kaltgepresster Messen ... |
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| 880 | die Stunde Null | |||
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Vorschautext: Dem nie endenden Lichtstrom der wandernden Sternmeere gefolgt wird jäh das Menschenlob versinken Zwischen Leerzeile und Abgrund am Anfang und Ende spricht das Wort durch zugemauerte Himmel geschlagen Aus der Ursuppe gelöffelte Schmerzgeborene falten entrückt die Hände und Geldscheine vergöttern das Zerbrechliche dieser Welt ... |
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| 879 | Chat | Die Wohltäter | |||
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Vorschautext: Er: Die Uneigennützigkeit in den Mittelpunkt gerückt? Sie: Ja, und dann die Preisvergabe im Zeichen der Wohltätigkeit. Er: Wie man die Armut in großer Ergriffenheit für einen kurzen Moment salonfähig macht. Sie: Gaaanz betroffen ist. Er: Schuld- und Mitgefühl durch den sozialen Schredder gerpresst. Sie: Herzergreifend, wie Rührung aus gefakten Tränen die Stille zerbricht. Er: Erst schluchzen und wimmern, danach ab ans Benefiz-Bufett und Champagner saufen. Sie: Den teuren Nerz überm Herz, in den fetten Benz einsteigen. Er: Lobesworte für die Welt, sich selbst beglückwunschen und fremde Schultern beklopfen. Sie: Herrlich! Das Leben ist doch schön! Er: Die Hilfe fängt eben damit an, dass man den Menschen mit Lendenschürzen erklärt, wie sie zu leben haben. Sie: Und was sie zu tun haben. ... |
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| 878 | Stilles Glück | |||
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Vorschautext: Bleib still vergnügt im Glück, komm sieh das Blitzen, ein Herz trägt Schmacht auf Bergesspitzen. Weiss doch, dass alles sinkt, was keiner will! Wie schön, der gülden Stern, ... |
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| 877 | Der Abglanz | |||
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Vorschautext: Auf der Strasse nach Santiago de Compostela atmeten wir unentwegt das verbotene Eden, formten unser ich ins entrückte Traumland. Im unbegrenzten Zaubermeer der Freude sanfter Wellengänge von Hochgefühl, vertrauten wir den Glitzeraugen der Seligen, von zigtausend Planeten umgeben, ihr Funkeln diamantengleich, am Ohr, das verrauschende Lied, in uns, das schöne Gefühl, als schlüpften Schmetterlinge im Bauch, beträumten wir glücklich und zufrieden, ... |
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| 876 | gütig | |||
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Vorschautext: Die stille See aus der die Tränen sind, treibt stärker noch als aller Menschen Wehen, wenn sie der Seele tiefen Grund erblickt, selbstlos klar, das Wort aus ihrer Mitte bricht, gleich wie`s aus nackter Mutterbrust zum Kind, weil herzbedrängt so Lust und Leid entstehen. Ihr Blick bleibt gütig, die reife Frucht in zarten Mund geführt, will sie zur guten Letzt, allein nur diesen Erdenschmerz verstehen. ... |
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| 875 | "Rehabilitation" - Die neue Leiden der Opfer | |||
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Vorschautext: Wenn die Täter entwischen, komme ich nicht davon. Sobald der Schleier der Erinnerung sich legt, um meine Wunden der Vergangenheit unter dem Betrug zu begraben, ohne die Verletzungen der Gegenwart zu heilen. Still wird es sein um mich, zu still. Wie einzelne Regentropfen aus einem Wolkenbruch im tiefen Sturz werde ich zerfallen, zertrümmert die Tage meiner Rehabilitation. Noch einmal splitternackt an unbarmherzigen Echos verzweifeln, den Hammerschlägen des Schicksals ausgeliefert. Im Falle einer Verweigerung von Wiedergutmachungsleistungen werde ich wieder hilflos und zerwühlt sein, vielleicht so gebrochen, dass sich das Blatt niemals mehr wenden kann. Wenn sie erneut den Versuch unternehmen sollten, mich in den Strudel ihrer bleischweren Nachtblindheit mithineinzuziehen, um die Nachgeschichte des Unrechts ein für allemal auszuräumen, wie erfrorene Tränen, die man achtlos aus kalten Händen einfach abschüttelt, weil sie besser ungeweint oder ungesehen sein sollten. Dann helfen mir weder gutgemeinte Ratschläge aus reizüberfluteten Erklärungsversuchen, noch mein über Sinne stolperndes Gewissen. Nichts könnte mich danach noch retten. Dann wird es still sein um mich, zu still. Wenn die Täter entwischen, komme ich nicht davon. © Marcel Strömer ... |
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| 874 | Menschlichkeit | |||
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Vorschautext: Wenn du begreifst dass deine Zeit im Hier und Jetzt nicht ewig bleibt Wenn du verzeihst selbst deinem Feind dass sich sein Leid vom Schmerz befreit Dann führt dein Herz dich meilenweit auf gutem Weg ... |
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| 873 | Niemand kann mehr die Augen verschließen (Die gestohlene Kindheit) | |||
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Vorschautext: Sie werden wohl schon längst in Vergessenheit geraten sein die seit Geburt in Angst getauften Erdenkinder Lebenslänglich blieben ihre zarten Hände heimatlos und unberührt Sie überlebten beinahe das kaltherzige Echo geschwärzter Jahre Sie kennen die Dunkelziffer der kleingeredeten Alltagstode schmerzforderndender Teufelskreise ... |
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| 872 | Wunsch | |||
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Vorschautext: Manch ein Wunsch bleibt zäh am Boden kleben Welcher Mensch hängt nicht an seinem Leben Und träumt doch nachts davon er könnte fliegen Um mühelos all die Alltagsängste zu besiegen © Marcel Strömer (Magdeburg, den 05.08.2017) Alle Rechte vorbehalten, besonders das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung, sowie Übersetzung. Kein Teil des Textes darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert oder verarbeitet werden! |
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| 871 | Spruch | Respekt | |||
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Vorschautext: Ich respektiere die Vielfalt von Entwicklungsprozessen und den Anspruch auf Gestaltungsfreiheiten eines jeden Menschen.. ..aber bitte der wohlwollenden Art! © Marcel Strömer (Magdeburg, den 15.08.2017) Alle Rechte vorbehalten, besonders das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung, sowie Übersetzung. Kein Teil des Textes darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert oder verarbeitet werden! |
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| 870 | Im Zeitenwandel | |||
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Vorschautext: Die uralten Götter sind längst im Wüstensand versunken Vorbei die Zeit - als sie noch vergoldetes Lametta spuckten und wundersamerweise die Welt in Märchengestalt beschliefen Vorbei die Zeit - als sie Wort für Wort, als Fleisch verkleidet, in die vier Winde hauchten, zartmündig ihre gute Botschaft flüsterten und dafür sorgten, daß alles Leben, das geboren war, sich niemals der Sorgen unterwerfen mußte Im Zeichen des großen Lichtsiegels wurden die Totenbücher geöffnet Heraussprang das verlorene Lamm, das siebente Etwas Aufgeschreckt floh es über brennende Berge und überflutete Täler, ... |
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| 869 | Sternstunde | |||
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Vorschautext: Der aufbrechenden Blüte Mensch, nachts erleuchtet die schicksalshafte Sternstunde das Prinzip von Ursache und Wirkung Jener Moment, der sich fest in unser Herz einbrennt © Marcel Strömer (Magdeburg, den 28.08.2017) ... |
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| 868 | Der Sommer ist vorbei | |||
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Vorschautext: Der Sommer ist vorbei Ich erwache lächelnder Augen aus dem Schlaf wie eine Rosenblüte der Glückseligkeit, die im Morgentau emportaucht und neu benetzt honiggleich ihren süßen Wohlduft liebesrot entfaltet, und schon das Geheimnis ihrer samtweichen Hingabe mit noch geschlossenen Augen verrät © Marcel Strömer (Magdeburg, den 04.09.2017) ... |
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| 867 | Liebe | |||
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Vorschautext: Liebe wächst und wächst. Im heißen Sand, wie auch auf eisigen Gletschern. Im tiefen Morast, und auf hoher See. In den Schwingen des Windes, auch im Schatten des Lichts. Unaufhörlich wächst sie und wächst. ... |
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| 866 | Zum Geburtstag | Aber, Mensch versteh zu leben... | |||
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Vorschautext: Aber, Mensch versteh zu leben... Sieh, wie die Jahre ziehen wie die Stunden fliehen und dein Leben sich bewegt Wie die Wellen trieben die im Fallen siegen nur der Wind sie legt Schau, das wilde Treiben niemals wirst du bleiben denn dein Weg führt immerfort ... |
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| 865 | Du Herr | |||
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Vorschautext: Du Herr öffnest Herz wie Himmel, und öffnest mich zuvor, hoch bei dir wohnt große Güte zur höchsten Macht empor. Deinen Schlüssel gabst du liebend, Lamm Gottes, Menschensohn, ewig Leid und Tod besiegend, Jerusalem zum Thron. Am Kreuze, am Berg zu Füssen, die uns getilgte Schuld, ließest deinen Sohn verbüßen, tat deiner Liebe kund. ... |
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| 864 | Leben | |||
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Vorschautext: Wie der Lebensfluss uns bewegt, so möchte ich sein Ein Strom, der die Grenzen des Ufers nicht fürchtet und sich doch frei bewegt Zuversichtlich Vergangenes löst und mit offenen Armen der herausfordernden Gegenwart mutig entgegenstrebt © Marcel Strömer [Magdeburg, den 19.02.2024] |
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