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| 38 | Dreikäsehochs Sorgen | 09.10.25 | ||
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Vorschautext: Die Wolken fallen tropfenschwer zur Erde, sie sickern in die sonn’gestemmten Ritze. Der Boden fängt es durstig auf, das Strömen, und dampfend weicht die angestaute Hitze. Der Sturm ist jetzt vorbei, die Luft ist klarer. Der Regen liegt als Duft noch auf den Gärten. Die Menschen trau’n sich wieder aus den Häusern, um all den wüsten Schaden zu bewerten. Im Hof, auf dem Asphalt, ganz selbstverständlich, die Pfützen haben Zeit nach all dem Rinnen ... |
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| 37 | Auf Sand gebaut | 08.10.25 | ||
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Vorschautext: Die Sonne verfängt sich im Bann deines Blicks und irrt durch das Blau deiner Augen. Wir liegen am Trümmerfeld unsres Geschicks voll Träume, die heut nichts mehr taugen. ”Komm, bau’n wir ein Schloss!” Und dein Eifer steckt an. Wir buddeln, und bauen, und lachen. Vergessen sind unsere Stürme, woran die Blumen der Liebe zerbrachen. Die Türme des Schlosses, mit Muscheln geschmückt, verkünden, das ist keine Klause. ... |
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| 36 | Wer, was, wie | 07.10.25 | ||
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Vorschautext: Dem Einen bin ich viel zu klein, bemitleidet mein bied'res Sein. Dem Andren bin ich viel zu groß beneidet und umgeht mich bloß. Der Dritte gönnt mir jederzeit die seichte Mittelmäßigkeit. Ein jeder legt sich was zurecht, mal bin ich falsch, mal bin ich echt, mal bin ich grob, mal viel zu fein. Es ist nicht leicht, ein Mensch zu sein. ... |
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| 35 | Abendflimmern | 07.10.25 | ||
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Vorschautext: Aus dem Osten steigt der Abend, überflutend mild die Stille, nur im Nichts zirpt eine Grille. Lau umschlingt seine Mantille alles Sein. Die Karriolen sich am Himmel überholen. Leuchtkäfer mit Lichtkapriolen ihren Liebsten Nachricht blinken. Möcht im Gräserduft versinken, mich mit Tauperlen betrinken, ... |
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| 34 | Schweben | 07.10.25 | ||
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Vorschautext: Im Nirwana, lichtjahrferne, schwebt im roten Orionnebel, losgelöst im Glanz der Sterne, sanft mein Floß mit weißem Segel. Hab mich über Bord geworfen und nur meinen Geist behalten. Sonnenwind hat mir geholfen, meine Schwingen zu entfalten. Liege schwerelos im Schweben, werde mich nun treiben lassen. ... |
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| 33 | Wenn... | 06.10.25 | ||
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Vorschautext: Ach, schwiegen einmal nur des Fortschritts Mühlen und gäbs nur einen Tag noch Altsteinzeit! Ich würde meine eignen Sinne fühlen von allem Hasten, Dröhnen kurz befreit. Wenn alles Schweigen aus den Tiefen sprösse, wie Sonnenblumen, strahlend, sonnengleich, in dieser Vielzahl stolzer Übergröße, ich wähnte mich in einem Feenreich. Wenn alle Stille aus den Wolken bräche, wie kühler Sommerregen auf die Glut ... |
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| 32 | Die Ruine | 05.10.25 | ||
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Vorschautext: Wie sich die Mauern aneinander klammern, wie heimlich jeder Schatten in aller Mondnacht fällt, wie jede Zeit entflieht,sich aus der Wirrnis dieser Wände schält, der Sturm um hohle Türme jammert und wieder weiter zieht, der Himmel, wie zerriss'nes Tuch, sich drüber spannt. Aus allen Wunden rieselt, trist wie Fluch, der Sand. Die Treppen führen nirgendwärts ins Land. ... |
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| 31 | Morgens bei Colleferro | 05.10.25 | ||
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Vorschautext: Nebelschleier hängen rund um Fernen, Graugespinst, drin Gipfel sich verbergen. Mir zu Füßen, aus dem Talgewinde, wölben Hügel sich in hohen Wellen. Auf den gräsersatten Hängen sprühen Gänseblümchen Funken durch die Halme. Und am Wegrand lodert, zwischen Dornen, Klatschmohn, grell, in unruhigen Flammen. Würzig steigt die taugetränkte Frische aus den grünen Säften in den Morgen. ... |
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| 30 | Meine Bega | 04.10.25 | ||
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Vorschautext: Zwischen Rohr und Schilfes Schneide trägt sie sich und ihre Lasten, schwenkt, leicht kräuselnd, ohne Hasten um der Heide Trauerweiden. Loses Band auf weiten Fluren, wie vom Wind ins Land getragen, folgt sie nachts den Himmelswagen auf den feinen Sternenspuren. Morgens tauchen müde Strahlen, weit gereist, in ihre Tiefen, ... |
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| 29 | Kindheit… | 04.10.25 | ||
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Vorschautext: Der Sonne war ich ein verwandtes Kind. In Regen kehrt’ ich ein, verträumt und heiter. War meinem Fluss am Dorfrand Wegbegleiter und war zu Hause stets im Sturm und Wind. Der Dämm’rung Licht, den goldnen Farbkontrast, die ließ ich wohlig durch die Sinne fließen. Die Erd’ liebkoste ich mit bloßen Füßen. Der Wiese war ich längst kein seltner Gast. Versunken in der wilden Blumen Pracht, in all den kindheitlichen Sommerzeiten, ... |
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| 28 | Gegooglete Heimat | 04.10.25 | ||
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Vorschautext: Wild verwachs’ne Wassergräben, schiefe Zäune, altes Haus all das wollt ich nochmals leben, zieh mit Google Maps hinaus. Freue mich der blum’gen Wiesen vom Akazienwald gesäumt, blühender Kastanienriesen -all das 50 Jahr’ versäumt. Will noch sehn die wilden Rosen, Schafgarben am Wegesrand ... |
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| 27 | Alltagsmorgen | 03.10.25 | ||
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Vorschautext: Habe zu viel Schlaf getrunken, gehe so noch traumversunken wieder entgegen dem Regen, der den Tag mir verhagelt, den Drohungen, totalvernagelt, der Weltidioten, den Hiobsboten, den offenen Türen, die zurück zu mir führen. Ob ich`s nun nicht, oder mag… egal. Guten Tag! ... |
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| 26 | In den Karpaten | 03.10.25 | ||
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Vorschautext: Mit schwieligen Händen durchbricht er das Brot und legt es vor uns auf den Tisch. Er teilt selbstverständlich mit uns seine Not, das knusprige etwas aus Wasser und Schrot, und Tee aus ’nem Kräutergemisch. Die Wände aus Lehm sind von selbiger Hand und schützen uns jetzt vor dem Sturm. Der Heiland blickt tröstend auf uns von der Wand - zumindest hat er auch ein trock'nes Gewand. Im Holz eines Schranks nagt ein Wurm. ... |
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| 25 | Diese Ringe... | 03.10.25 | ||
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Vorschautext: Ringe, Ringe, große, kleine fallen, fallen über mich und sie zeichnen ihre Rillen in die Seele, ins Gesicht. Jeden Tag die gleichen Engen, ... |
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| 24 | Der Fels in der Brandung | 02.10.25 | ||
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Vorschautext: Ein glitschiger Stein ist er nun, von Fernen umgeben, wo sich einst Leben klammerte und er es trug, wo die Brandung sich Wunden schlug und die Unendlichkeit aufhörte zu sein. Damals ein Fels zum Anlehnen und Halt. Jetzt alt und kalt und sie gleitet davon, ... |
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| 23 | Der Faden | 02.10.25 | ||
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Vorschautext: Da hängt ein Faden aus dem Nichts, Mein Blick steigt hoch an ihm und bleibt mit ihm an einer Wolke hängen. Die schwebt im Schimmer eines Lichts, das in azurnen Fernen treibt, lieblich umhüllt von sanften Klängen. Soll ich den Faden zieh‘n und brav erwarten, wo er sich verliert? Soll ich mich lieber an ihn binden? ... |
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| 22 | Fragen, fragen | 02.10.25 | ||
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Vorschautext: Hätten Sterne keinen Halt, wohin würden sie dann fliegen? Könnten Bäume nicht nur stehn, würden sie gern öfter liegen? Könnt das Wetter nur noch schnei’n, würde es auch gerne blitzen? Ist die Zeit im Flug vorbei, würd’ sie gern dazwischen sitzen? Würd’ der Wind, statt trostlos weh‘n, lieber schöne Lieder singen? ... |
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| 21 | Dir zum Trost | 30.09.25 | ||
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Vorschautext: Pfirsichblüten, zart und rosig, wie ein süßer Kindermund - oft hab ich sie still betrachtet und bewundert manche Stund. Pfirsichblüten- längst vergangen, erste Liebe- auch vorbei... All die wohlig süßen Früchte erntet man nicht nur im Mai. Stürme werden manche prüfen, ob sie reifewürdig sind ... |
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| 20 | Ein*e Meise*r | 30.09.25 | ||
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Vorschautext: September ist's, die Mitternacht ist leise. Die Lampe steht im Hof auf einem Bein und irgendwo verzwitschert sich 'ne Meise. Die Nacht ist öd, sie fühlt sich wohl allein. Bin voller Freude, dank der frischen Töne. Dann schlummert sie sich fort, wird leiser schon, Ich dank ihr fürs Konzert, im Herz das Schöne... War es ein Meiser wohl, der sprang von Ton zu Ton? Lisa Nicolis |
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| 19 | Das Schweigen der Dichter | 29.09.25 | ||
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Vorschautext: Manchmal schweigen alle Türen zu dem Herzen, hin zum Sinn. Kein Geschehen klopft von Außen -keine Regung innen drin. Sitze Helikon zu Füßen, bin wie Echo sprachberaubt. Mancher Hang zu grünen Höhen ist verschüttet und verstaubt. Und kein Sturm wirbelt Gefühle, auch kein Wind Erinnerung ... |
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