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| 84 | Die Entscheidung | 31.10.25 | ||
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Vorschautext: Wie brichst du dich entzwei, wenn deine Schmerzen toben, doch andre lauter sind? Auf welche Wunden legst du deine Hände? Auf fremde? Wenn deine näher sind? Bist du dem Gott, bist du dir selber teurer? Oder sind diese ... |
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| 83 | Lust zur Philosophie | 30.10.25 | ||
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Vorschautext: Die Sonnenscheibe zersägt die Nacht, wir wandern kopfüber im All. Das habe nicht ich mir ausgedacht, ich habe auch sonst keinen Knall. Wir sind ja auch Kosmos, das ist halt Fakt, ist komisch, es zu akzeptier'n, sind Partikel im rechten Milchstraßentrakt und könnten uns einmal verirr'n. Aus Orions Sicht sind wir gar nicht da, nur Begriff von dem kleiner als klein. ... |
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| 82 | Nur verkleidet | 30.10.25 | ||
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Vorschautext: Ja, Winter ist Winter, viel steckt nicht dahinter als Kälte und Eis, ich weiß. Und sommers das Gleiche, die schattige Eiche, die trägt keinen Schnee, ich seh. Der Herbst ist dann bunter, der Winter ist drunter, ... |
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| 81 | Fensterblick | 29.10.25 | ||
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Vorschautext: In Brauntönen schweben Gedanken mir zu aus den Bäumen. Oktober setzt bunt sich in allen Verstecken nun fest. Das Blechschaf wird heut noch die Wildblumenwiese räumen, der Herbst baut in sonnmüden Ästen sein dürftiges Nest. Und irgendwann sind all die Kronen ... |
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| 80 | Noch immer Oktober | 29.10.25 | ||
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Vorschautext: Jaulendes Rütteln am Fenster. Wolken tropfen die Scheiben blind, von hier oben betrachtet. Von hier oben betrachtet, pilzformgetarnte Wesen schleichen kopflos vorüber. Bleigrau der Tag, trägt sein Gesicht triefend in Herbst gehüllt sonnenscheu, farbmüde. Sonnenscheu, farbmüde, drehen die Stunden ... |
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| 79 | Berliner Schnauze | 28.10.25 | ||
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Vorschautext: Ich öffne das Fenster. Die Straße ist öd. Da schaut einer hoch, fragt:"wat kieckstn so blöd ?" Habs selber erlebt. Doch ist Fake darin? Nö, ich wohne ja hier in Berlin! Lisa Nicolis |
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| 78 | Blick durchs Fenster | 28.10.25 | ||
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Vorschautext: Der Osten klammert strahlend an der Mauer des Nachbarhauses. Fenster pusten feurige Garben. Flugzeuge werfen sich in die Tiefe des Himmels und zeichnen das Fernweh ins Blau. Hier das Morgenlicht, weit weg, hinter dem Horizont, bricht die Nacht in die Häuser. ... |
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| 77 | Nicht austauschbar | 28.10.25 | ||
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Vorschautext: Am offnen Fenster da stehe ich oft und schau in die Welt hinaus. ‘ne Frau, leichten Fußes, momenterhofft, geht jetzt grade vorbei am Haus. Ich zaubere mich nun in ihre Schuh und gehe vergnügt mal jetzt aus. So rutscht sie in meine Latsch'n im Nu und guckt halt zum Fenster raus. Was solls, bin noch immer 'ne gute Fee, ist mein Leben auch nicht so schön. ... |
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| 76 | Mein Herbst | 27.10.25 | ||
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Vorschautext: Dem Rest von Frühling, der im Herzen weilte, vergilben alle Blätter, trocknen Zweige. Es neigt das Blühen, das der Sommer streute, dem Welken zu, das ich mir gern verschweige. Ich hör in schlummerfreien, kalten Nächten in meinem Innern wehmutsvolles Klagen, als wollte sich von unbeugsamen Mächten mein Ich verzweifelt Gnadenfrist erjagen. Ich werd dem Herbstwind trockne Blüten streuen und meiner dürren Zweige gelben Blätter. ... |
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| 75 | Herbstgeschwätz | 27.10.25 | ||
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Vorschautext: Der Ahorn stand in voller Pracht, gestern noch bunt im Sonnenstrahl, doch tobte'n Wind in dieser Nacht. Jetzt steht er knorrig da und fahl. Nun scheints, er stützt das Himmelszelt mit tausend Fingern und spontan. Ist fraglich, ob es mir gefällt. Was fängt man mit viel Himmel an? Und noch was wird jetzt wohl geschehn, es gibt nicht mehr die friedlich Ruh. ... |
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| 74 | Es regnet Herbst | 26.10.25 | ||
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Vorschautext: Aus meinem Fenster blick ich in die Kronen der Bäume, die in meinem Garten wohnen. 'ne Esche neben Ahornbäumen, im Herbst ein Anblick, gelb und braun, zum Träumen. Dem Wunder kann ich nie so ganz entgehen, ich könnt es tausendmal und öfter sehen und immer werd vor Ehrfurcht ich erschauern, von Bildern die nur herbsteslange dauern. Wohl Zauberhände streuen warme Farben über des Scheidens sonnverhüllten Narben. ... |
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| 73 | Alltag | 25.10.25 | ||
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Vorschautext: Morgenstund tut schläfrig kund: hab heute Amalgam im Mund. Tagesration, salopp kreiert, wird schon vom guten Tag serviert, mit Hoffnungsperlen pflichtgrün schön drapiert, im Stundentakt und mundgerecht verpackt. -Das Süßsaure ganz fein zurecht gehackt. Der Wind, der grad vorüber streift, der pfeift ... |
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| 72 | Erfahrungsgeschädigt | 25.10.25 | ||
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Vorschautext: Ich hätte soviel noch zu geben, doch keiner will etwas davon. Und manchmal würd' ich auch was nehmen, doch wer teilt mit mir das denn schon? Den täglich Weg, den ich da gehe, den ginge ich so gern zu zweit. Doch all die Wege mit viel Nähe sind mir dann wieder auch zu weit. Ich will, doch will ich's immer zaghaft, weil selten ich's auch richtig will. ... |
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| 71 | Oktober | 24.10.25 | ||
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Vorschautext: Endlosdüster stehlen sich Tage oktoberein. Windgetrieben, hohl wie die Scherben von Weihnachtskugeln, rascheln straßenweit haltlose Blätter. Sommerverbrannt? Herbstmüde? Im Fernseher glimmert schon Weihnacht. Die Menschheit kauft Träume, Realität verdrängend. Lebt Schein. Lebt Chaos. Und alles wird zu ... |
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| 70 | Blick aus dem Fenster | 24.10.25 | ||
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Vorschautext: Herbst liegt auf den Straßen, rostet vor sich hin, Farben still verblassen, 's regnet ohne Sinn. Schirme täuschen Ruhe, drunter klopf, klopf, klopf, füßeln ein paar Schuhe zügig ohne Kopf. Rätsle so am Fenster, wen ein Schirm wohl birgt. ... |
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| 69 | Großstadt | 24.10.25 | ||
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Vorschautext: Die Nacht streut schon wohlige Stille und suhlt sich im Licht der Laternen. Der Mond schwebt mit Halbmondpupille und zwinkert sich durch alle Fernen. Die Straßen nur laufen sich müde am endlosen Grau ihrer Bahnen in ewiger Steinplattitüde mit nachtlebenwill'gen Kumpanen. © Lisa Nicolis |
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| 68 | Blättertanz | 23.10.25 | ||
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Vorschautext: Da seh ich wehmutsvoll den bunten Blättern nach, wie sie der Wind sich holt und alle Bäume kühl entkleidet. Wie sich das Sterben, das Verderben im frohen Reigen wiegt; wie all das rost’ge Rascheln hier auch keinen Todestanz vollzieht. Es lebt das Lied ... |
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| 67 | Abendstunden | 23.10.25 | ||
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Vorschautext: Noch flimmert`s golden in der Bäume Kronen und lange Schatten zeichnen Geisterspuren. Es fließt das Sonnenlicht rot durch die Fluren, wie surreale Malervisionen. Der Tag vertaut in letzten Tränen, netzend das grüne Antlitz bunt beblümter Gärten und folgt der Sonne, seinem Weggefährten. Die Vögel kuscheln laubverdeckt, leis schwätzend. Der Glocken Kehlen in den fernen Türmen verschlingen kurz die jungfräuliche Stille. ... |
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| 66 | Das Wunder | 22.10.25 | ||
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Vorschautext: Morgens immer die Wolken in mir. Das Wettertief schaufelt mich leer , der Lebensmut, den ich zurecht frisier und die Wortlosigkeit tun's mir schwer. Und heute war's irgendwie mir so leicht, alle Sinne sind wieder vereint. Wie hab ich das Wunder denn nur erreicht? Ach, guck mal! Die Sonne scheint! Lisa Nicolis |
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| 65 | Brücken | 22.10.25 | ||
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Vorschautext: Brücken, die fast Wurzeln schlagen, dich an andre Ufer tragen, sich ganz stolz auch widerspiegeln, unsterblich mit sieben Siegeln. Brücken die sich stolz erheben, weiterführ'n ins nächste Leben, wo dann alles besser wäre, folge nur dem Schildermeere. Brücke, grandioser Bogen, führt dich, sicher, ungelogen, ... |
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