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| 131 | Tagmüde | 19.11.25 | ||
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Vorschautext: Am Rande der Nacht verflacht der Lebenswille, igelt sich ein, ganz fein, wunschlos gern nur noch bereit zu Trägheit und zu Stille, und braucht kein Licht, den Mond nicht, keinen Stern. Sei's denn, du willst entspannt im Liegen fliegen, dem Nachtgestirn ... |
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| 130 | Wir schweigen uns an | 19.11.25 | ||
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Vorschautext: Komm, wir schweigen uns an, denn die Worte haben längst kein Gewicht. Und im Schweigen kennen wir uns noch nicht. In unsrer Augen Trübe können wir uns nicht lesen. Wir sind nicht mehr, wir waren gewesen. Wir mühen uns, während Gefühle verhallen, nicht aus dem Gleichgewicht ... |
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| 129 | Abendhimmel | 18.11.25 | ||
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Vorschautext: Tief hinter der Stadt, versunken, schießt die Sonne, farbentrunken, Lichterpfeile ins Mäandern heller Wolken, die da wandern windgetrieben, leicht sich umeinander schmiegen, mit dem rotseidenen Saum. Goldgetränkt, wie'n schöner Traum, ... |
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| 128 | Blattgeflüster | 18.11.25 | ||
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Vorschautext: Die Bäume wurden still. Gefallen ist der Worte Schauer und die Geschichten trug der Wind über die Gartenmauer. Jetzt träumen sie April, doch liegt schon Winter auf der Lauer. Ist ihnen Thor auch wohlgesinnt, ihr Stummsein ist von langer Dauer. Lisa Nicolis |
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| 127 | Ballast | 17.11.25 | ||
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Vorschautext: In all den einsamdüstren Tagen hab Ängste ich in mein Versteck getragen. Als ich dann sah, wieviele sich ergaben, wollt‘ ich damit aus diesem inn‘ren Labyrinth mich wagen. Doch finde ich da niemals raus und auch mein Weg geht mir bald aus. © Lisa Nicolis |
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| 126 | ausWEGlosigkeit | 17.11.25 | ||
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Vorschautext: vielleicht holst du mich mal aus meiner Vertiefung aus meinem vergeblichen Gewesensein aus meinem holprigen Jetzt nur müsste ich mir den Weg zu dir ebnen ... |
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| 125 | ausmisten müsst ich | 17.11.25 | ||
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Vorschautext: Staub des Vergessens verdeckt das Gelebte die Erinnerung und den Plunder wie Disteln wuchern die Souvenirs in meinen Tag unter anderem steht dein Bild gepuzzelt aus Traumfetzen ... |
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| 124 | Der Verserichter | 16.11.25 | ||
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Vorschautext: Gute Dichter, schlechte Dichter, was die Kritiker sonst unkten, das entscheidet mancher Richter mit 3 Sternen, alias Punkten. Uuups, ich hab hier fehlgegriffen, mach die Verse schon zunichte! Er verteilt auch 5, verkniffen, an die eigenen Gedichte. Lisa Nicolis |
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| 123 | Die Regenmacherin | 16.11.25 | ||
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Vorschautext: 1. In dieser Strophe lass ich's regnen, nicht Thor, ich werd die Erde segnen und lass den Regen so lang fließen, bis sich der Strophe Tore schließen. 2. Hier werd' ich Regen, Wind bestechen, dass sie auch manche Bäume brechen, dass sie durch diese Strophe wüten, ich werd kein Haus, kein Heim behüten. 3. Siehst du, der Sturm hat nachgelassen, das Sein fließt still durch alle Straßen. ... |
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| 122 | Damals | 16.11.25 | ||
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Vorschautext: So oft hatte der See mich getrunken, die Bäume die Seel mir berauscht, der Kies mich ertragen und die Bänke sich stumm an mir satt gesessen . Damals, als ich im Sommer wohnte und in der Freiheit zu Hause war. Jetzt schlummert alles in mir. ... |
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| 121 | Himmel auf Erden | 16.11.25 | ||
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Vorschautext: Der Himmel beginnt am Boden, hier unten, nicht oben. Und Himmel am Zenit, ist da wo es Liebe gibt. Und sowieso nicht im siebenten Irgendwo, nicht in Höhen, ... |
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| 120 | Meiner missratenen Muse | 14.11.25 | ||
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Vorschautext: Es kann wohl nicht Erato sein, die mich so zärtlich küsst, wenn ich Gedichte konzipier, sie rhythmisch aufbau’n müsst. Das muss ’ne andre Muse sein, die alles längst vergaß, die jambisch und trochäisch nicht mehr misst der Verse Maß. Doch hab’ ich ihr schon längst verzieh’n. Mir reicht die Phantasie, ... |
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| 119 | Das wollte ich nur mal fragen… | 14.11.25 | ||
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Vorschautext: Wollte die Stille ich kurz mal auch brechen, könnten die Scherben mich dann etwa stechen? * Auf wackligen Beinen steht die Lüge nie fest, setzt sie sich dann lieber ins gemachte Nest? * Und Lügen haben zwar kurze Beine, doch mit E-Roller flitzen sie über Stock und Steine. * Oft heißt es, die Zeit, die bliebe mal stehen, sahst du sie etwa jemals auch gehen? * ... |
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| 118 | einfach vergessen | 13.11.25 | ||
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Vorschautext: wie wär es ich trete hinaus durch alle Türen vergesse die Angst drin im Tagebuch oder im Hauch einer Erinnerung vielleicht an einem andren Ort oder überhaupt ... |
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| 117 | Das Meer | 13.11.25 | ||
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Vorschautext: In Cinque Terre ist’s Morgen. Ich hab so viel Grau im Gesicht und bin noch in Nebel geborgen, ich finde die Sonne noch nicht. Die Wolken bedecken den Himmel. Vom Turm kommt ein Sonntagsgebimmel. Es hat mich zu ihm gezogen, es fühlt meine Sehnsucht, ich weiß. Ich wollte nichts Seichtes, wollt Wogen, heut ist’s mir zu farblos, zu leis. Doch plötzlich da lösen sich Böen ... |
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| 116 | Im Wald | 12.11.25 | ||
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Vorschautext: Blätterrauschen, Waldgeflüster, graue Borken moosbestückt. Schlanke Stämme, dichte Kronen, Wanderlaune- weltentrückt. Vogelzwitschern, scheue Rehe, Fuchsbau unterm Wurzelwerk. Zwischen Laub- und Strauchgewirre Tannen, stolzer Augenmerk. Sonnenfunken, windbetrunken, dringen spärlich durchs Geäst, ... |
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| 115 | Im Dämmerlicht | 12.11.25 | ||
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Vorschautext: Der Abend ist vom Berg gestiegen mit tauperlenbesetztem Saum, und streift die Gräser, die sich wiegen, und lullt die Blumen in den Traum. Die Bäume, die den Weg einfassen, verhüllen sich in Schummertand. Die Nacht füllt schweigend alle Gassen und auch das Tal bis an den Rand. Frau Lunas Sichel mäht den Rasen des Himmels Sternengarten blank. ... |
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| 114 | Im Gehölz | 12.11.25 | ||
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Vorschautext: Im Gehölz auf dunklen Pfaden helle Hände der Dryaden tragen Lichter in die Bäume und den Zauber bunter Träume. Hier im Wald möcht ich sie trinken, Strahlen, die ins Laubwerk sinken, weitgereist und Gott gesegnet, bis es dunklen Abend regnet. © Lisa Nicolis |
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| 113 | Katzenleben | 11.11.25 | ||
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Vorschautext: So mancher würde alles tun und Vieles dafür geben, zu führen eben lebenslang ein kleines Katzenleben. Du musst nicht mehr zur Schule geh’n, du musst nicht mehr studieren Und auf die Nase fällst du nicht: du gehst auf allen Vieren. Es ist so toll im eignen Fell, kein Prada, blöd und teuer, ... |
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| 112 | So einfach ist das nicht | 11.11.25 | ||
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Vorschautext: Wenn ich mich selber trösten soll, dann tu ich das doch gern. Ich heg dem Schicksal keinen Groll, die andern sind so fern. Ich kenne mich auch richtig gut und muss mich nicht erklär'n, erdulden nicht noch den Disput, ich sei vom andren Stern. Ich werd mich sicherlich verstehn, ich hab doch Seel und Herz ... |
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