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Anzahl Gedichte: 258
Anzahl Kommentare: 166
Gedichte gelesen: 18.088 mal
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Titel
118 einfach vergessen 13.11.25
Vorschautext:
wie wär es
ich trete hinaus
durch alle Türen

vergesse die Angst
drin im Tagebuch

oder im Hauch
einer Erinnerung

vielleicht an einem andren Ort
oder überhaupt
...
117 Das Meer 13.11.25
Vorschautext:
In Cinque Terre ist’s Morgen.
Ich hab so viel Grau im Gesicht
und bin noch in Nebel geborgen,
ich finde die Sonne noch nicht.
Die Wolken bedecken den Himmel.
Vom Turm kommt ein Sonntagsgebimmel.

Es hat mich zu ihm gezogen,
es fühlt meine Sehnsucht, ich weiß.
Ich wollte nichts Seichtes, wollt Wogen,
heut ist’s mir zu farblos, zu leis.
Doch plötzlich da lösen sich Böen
...
116 Im Wald 12.11.25
Vorschautext:
Blätterrauschen, Waldgeflüster,
graue Borken moosbestückt.
Schlanke Stämme, dichte Kronen,
Wanderlaune- weltentrückt.

Vogelzwitschern, scheue Rehe,
Fuchsbau unterm Wurzelwerk.
Zwischen Laub- und Strauchgewirre
Tannen, stolzer Augenmerk.

Sonnenfunken, windbetrunken,
dringen spärlich durchs Geäst,
...
115 Im Dämmerlicht 12.11.25
Vorschautext:
Der Abend ist vom Berg gestiegen
mit tauperlenbesetztem Saum,
und streift die Gräser, die sich wiegen,
und lullt die Blumen in den Traum.

Die Bäume, die den Weg einfassen,
verhüllen sich in Schummertand.
Die Nacht füllt schweigend alle Gassen
und auch das Tal bis an den Rand.

Frau Lunas Sichel mäht den Rasen
des Himmels Sternengarten blank.
...
114 Im Gehölz 12.11.25
Vorschautext:
Im Gehölz auf dunklen Pfaden
helle Hände der Dryaden
tragen Lichter in die Bäume
und den Zauber bunter Träume.

Hier im Wald möcht ich sie trinken,
Strahlen, die ins Laubwerk sinken,
weitgereist und Gott gesegnet,
bis es dunklen Abend regnet.

© Lisa Nicolis
113 Katzenleben 11.11.25
Vorschautext:
So mancher würde alles tun
und Vieles dafür geben,
zu führen eben lebenslang
ein kleines Katzenleben.

Du musst nicht mehr zur Schule geh’n,
du musst nicht mehr studieren
Und auf die Nase fällst du nicht:
du gehst auf allen Vieren.

Es ist so toll im eignen Fell,
kein Prada, blöd und teuer,
...
112 So einfach ist das nicht 11.11.25
Vorschautext:
Wenn ich mich selber trösten soll,
dann tu ich das doch gern.
Ich heg dem Schicksal keinen Groll,
die andern sind so fern.

Ich kenne mich auch richtig gut
und muss mich nicht erklär'n,
erdulden nicht noch den Disput,
ich sei vom andren Stern.

Ich werd mich sicherlich verstehn,
ich hab doch Seel und Herz
...
111 Der Zahn der Zeit 10.11.25
Vorschautext:
Ich bin nicht groß, ich bin nicht klein,
ich bin nicht grob, ich bin nicht fein.
Ich bin nicht jung und bin nicht alt,
mir ist nicht warm, mir ist nicht kalt.

Ich bin nicht Meister, auch kein Stern,
nur eines mach ich gut und gern,
ich fresse mich an Mörtel satt,
solang `ne Mauer Mörtel hat.

Besonders wenn es regnet, schneit,
da bin zum Fressen ich bereit.
...
110 Zugvogel 10.11.25
Vorschautext:
Noch eh die kühle Hand
das frierende Gezweig entblößt,
sich blau die Erde aus
dem müden Sommer dreht,
noch eh das Welken, rostig
durch die dunklen Straßen weht
und Herbstwind um die Ecken jault,
erzürnt und trist,
sind Zugvögel schon längst
in Scharen ausgeschwärmt, erlöst,
dem Sommer nach, der ihnen Heimat ist.

...
109 KI, die falsche Gefährtin? 10.11.25
Vorschautext:
Wo sind meine,
wo sind deine,
Bilder, Verse,
Kreationen?
Wir sind träge,
wir sind müde,
lassen KI drüber thronen.
Überall nur ihr Gesicht,
unsres gibt es bald schon nicht.
Trinken nur aus ihrer Quelle
und vergessen unsre Seele.

...
108 Schlechtreden 09.11.25
Vorschautext:
Es könnte immerhin
viel Gutes
auf der Erde geben,
gäb es den einen nicht,
dem es gelingt,
auch alles Gute
schlecht zu reden.

© Lisa Nicolis
107 Wunder 09.11.25
Vorschautext:
Mein ganzes Leben lang
habe ich mir
ein Wunder ersehnt
und war bereit,
das Wunder zu erfahren.
Erst jetzt weiß ich,
wie ich dieses Wunder
erleben kann.
Durch die Erkenntnis,
dass ich ein Wunder
gar nicht mehr brauche.

...
106 Nachrichten 09.11.25
Vorschautext:
Der kahle Baum an meinem Fenster
klammert wie sonst
am Blau des Himmels.
Kein angekündigtes Tief
biegt seine Äste.
Nur die Menschen
fuchteln wieder
mit ihren Wortkeulen
und schlagen dem Tag
das Lächeln aus dem Gesicht.

© Lisa Nicolis
105 Alle Tassen im Schrank 08.11.25
Vorschautext:
Die Tassen sind leer,
sie hatten mich oft
mit Wärme und Duft
zugeschüttet.
Ich hatte sie immer,
tagtäglich,
im Griff,
sie wurden auch
stets gut behütet.

Jetzt stehen sie da,
alle zierlich und fein.
...
104 Körperwelten 08.11.25
Vorschautext:
Die Kniekehlen, die singen keine Lieder,
der Augapfel schmeckt auch nicht frisch und süß,
dein Zwerchfell braucht 'nen Modeschnitt nie wieder,
der Zungenbrecher mundet meist ganz fieß.

Die Fingerkuppen musst du nicht begehen,
das Ohrläppchen wischt sicher keinen Staub.
Dein Blickfeld musst du keinesfalls auch mähen,
im Hörgang klingt ein Klang öfter auch taub.

Das Augenlicht beleuchtet keine Nächte,
das Doppelkinn braucht kein Doppelgesicht,
...
103 Abschied 07.11.25
Vorschautext:
Ich sinke unerkannt
ins Leere deiner trüben Augen.
Und meine warme Hand
vereist an deiner kalten Stirn.

Dich kann ich auch
im Herzen nur erkennen,
so fremd du liegst
in diesem kühlen Raum.

Wenn du das bist
hier in dem bleichen Laken,
...
102 Ab heute 07.11.25
Vorschautext:
Heut bin ich dran,
mein Lächeln abzuschminken,
entfärben meinen Mund
mit blassem Schweigen,
die Heiterkeit der Augen Seen
zu trinken,
um dir mein neues Ich
endlich zu zeigen.

Ich werde mir den Herzton
etwas dämpfen
und drosseln,
...
101 Warum nur Hass? 07.11.25
Vorschautext:
Abneigung, Hass
sind Bürden,
die deine Seele tragen muss,
nicht die
deiner Verhassten,
nicht die der Feinde.

Das Lächeln,
das du andern schenkst,
ist Licht,
das sich nach innen drängt,
das auch dich selbst erhellt.
...
100 Die Träumerin 06.11.25
Vorschautext:
Ich stehle zuweilen
gedanklich mich fern,
ich schleiche mich diebisch
von dir weg so gern
und weile auch vielmals,
verklärt wie im Wahn,
auf kosmischer Bahn.

Entschwebe schon immer
dem Boden, dem Sein
und denk mich in
herzwarme Träume hinein.
...
99 Bitterkeit 06.11.25
Vorschautext:
Ich m￶öchte dich aus meinem Herzen weinen,
aus Hirngewinden l￶öschen deine Spuren.
aus allen Zellen mö￶cht ich dich verneinen,
in meinem Traum entflieh'n deinen Konturen.

Aus meiner Blutbahn m￶öcht ich dich entweben,
dich aus der Zeit, aus meinem Dasein denken.
Dem Leben m￶öcht ich neue Wendung geben
und dich in die Vergessenheit versenken.

Ich irre hier im wüsten Wortgewitter,
entw￶öhne mich dem kleinen W￶örtchen- lieben.
...