Profil von Lisa Nicolis

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Anzahl Gedichte: 268
Anzahl Kommentare: 159
Gedichte gelesen: 22.598 mal
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Titel
128 Blattgeflüster 18.11.25
Vorschautext:
Die Bäume wurden still.
Gefallen ist der Worte Schauer
und die Geschichten trug der Wind
über die Gartenmauer.

Jetzt träumen sie April,
doch liegt schon Winter auf der Lauer.
Ist ihnen Thor auch wohlgesinnt,
ihr Stummsein ist von langer Dauer.


Lisa Nicolis
127 Ballast 17.11.25
Vorschautext:
In all den einsamdüstren Tagen
hab Ängste ich
in mein Versteck getragen.
Als ich dann sah,
wieviele sich ergaben,
wollt‘ ich damit
aus diesem inn‘ren Labyrinth
mich wagen.
Doch finde ich da niemals raus
und auch mein Weg geht mir bald aus.

© Lisa Nicolis
126 ausWEGlosigkeit 17.11.25
Vorschautext:
vielleicht holst du mich mal
aus meiner Vertiefung

aus meinem
vergeblichen Gewesensein

aus meinem
holprigen Jetzt

nur müsste ich mir
den Weg zu dir
ebnen
...
125 ausmisten müsst ich 17.11.25
Vorschautext:
Staub des Vergessens
verdeckt das Gelebte
die Erinnerung
und den Plunder

wie Disteln wuchern
die Souvenirs
in meinen Tag

unter anderem
steht dein Bild
gepuzzelt aus Traumfetzen
...
124 Der Verserichter 16.11.25
Vorschautext:
Gute Dichter, schlechte Dichter,
was die Kritiker sonst unkten,
das entscheidet mancher Richter
mit 3 Sternen, alias Punkten.

Uuups, ich hab hier fehlgegriffen,
mach die Verse schon zunichte!
Er verteilt auch 5, verkniffen,
an die eigenen Gedichte.

Lisa Nicolis
123 Die Regenmacherin 16.11.25
Vorschautext:
1. In dieser Strophe lass ich's regnen,
nicht Thor, ich werd die Erde segnen
und lass den Regen so lang fließen,
bis sich der Strophe Tore schließen.

2. Hier werd' ich Regen, Wind bestechen,
dass sie auch manche Bäume brechen,
dass sie durch diese Strophe wüten,
ich werd kein Haus, kein Heim behüten.

3. Siehst du, der Sturm hat nachgelassen,
das Sein fließt still durch alle Straßen.
...
122 Damals 16.11.25
Vorschautext:
So oft hatte der See mich getrunken,
die Bäume die Seel mir berauscht,
der Kies mich ertragen und
die Bänke sich stumm
an mir satt gesessen .

Damals,
als ich im Sommer wohnte und
in der Freiheit zu Hause war.

Jetzt schlummert alles in mir.

...
121 Himmel auf Erden 16.11.25
Vorschautext:
Der Himmel beginnt
am Boden,
hier unten,
nicht oben.

Und Himmel am Zenit,
ist da
wo es Liebe gibt.
Und sowieso
nicht im siebenten
Irgendwo,
nicht in Höhen,
...
120 Meiner missratenen Muse 14.11.25
Vorschautext:
Es kann wohl nicht Erato sein,
die mich so zärtlich küsst,
wenn ich Gedichte konzipier,
sie rhythmisch aufbau’n müsst.

Das muss ’ne andre Muse sein,
die alles längst vergaß,
die jambisch und trochäisch nicht
mehr misst der Verse Maß.

Doch hab’ ich ihr schon längst verzieh’n.
Mir reicht die Phantasie,
...
119 Das wollte ich nur mal fragen… 14.11.25
Vorschautext:
Wollte die Stille ich kurz mal auch brechen,
könnten die Scherben mich dann etwa stechen?
*
Auf wackligen Beinen steht die Lüge nie fest,
setzt sie sich dann lieber ins gemachte Nest?
*
Und Lügen haben zwar kurze Beine, doch
mit E-Roller flitzen sie über Stock und Steine.
*
Oft heißt es, die Zeit, die bliebe mal stehen,
sahst du sie etwa jemals auch gehen?
*
...
118 einfach vergessen 13.11.25
Vorschautext:
wie wär es
ich trete hinaus
durch alle Türen

vergesse die Angst
drin im Tagebuch

oder im Hauch
einer Erinnerung

vielleicht an einem andren Ort
oder überhaupt
...
117 Das Meer 13.11.25
Vorschautext:
In Cinque Terre ist’s Morgen.
Ich hab so viel Grau im Gesicht
und bin noch in Nebel geborgen,
ich finde die Sonne noch nicht.
Die Wolken bedecken den Himmel.
Vom Turm kommt ein Sonntagsgebimmel.

Es hat mich zu ihm gezogen,
es fühlt meine Sehnsucht, ich weiß.
Ich wollte nichts Seichtes, wollt Wogen,
heut ist’s mir zu farblos, zu leis.
Doch plötzlich da lösen sich Böen
...
116 Im Wald 12.11.25
Vorschautext:
Blätterrauschen, Waldgeflüster,
graue Borken moosbestückt.
Schlanke Stämme, dichte Kronen,
Wanderlaune- weltentrückt.

Vogelzwitschern, scheue Rehe,
Fuchsbau unterm Wurzelwerk.
Zwischen Laub- und Strauchgewirre
Tannen, stolzer Augenmerk.

Sonnenfunken, windbetrunken,
dringen spärlich durchs Geäst,
...
115 Im Dämmerlicht 12.11.25
Vorschautext:
Der Abend ist vom Berg gestiegen
mit tauperlenbesetztem Saum,
und streift die Gräser, die sich wiegen,
und lullt die Blumen in den Traum.

Die Bäume, die den Weg einfassen,
verhüllen sich in Schummertand.
Die Nacht füllt schweigend alle Gassen
und auch das Tal bis an den Rand.

Frau Lunas Sichel mäht den Rasen
des Himmels Sternengarten blank.
...
114 Im Gehölz 12.11.25
Vorschautext:
Im Gehölz auf dunklen Pfaden
helle Hände der Dryaden
tragen Lichter in die Bäume
und den Zauber bunter Träume.

Hier im Wald möcht ich sie trinken,
Strahlen, die ins Laubwerk sinken,
weitgereist und Gott gesegnet,
bis es dunklen Abend regnet.

© Lisa Nicolis
113 Katzenleben 11.11.25
Vorschautext:
So mancher würde alles tun
und Vieles dafür geben,
zu führen eben lebenslang
ein kleines Katzenleben.

Du musst nicht mehr zur Schule geh’n,
du musst nicht mehr studieren
Und auf die Nase fällst du nicht:
du gehst auf allen Vieren.

Es ist so toll im eignen Fell,
kein Prada, blöd und teuer,
...
112 So einfach ist das nicht 11.11.25
Vorschautext:
Wenn ich mich selber trösten soll,
dann tu ich das doch gern.
Ich heg dem Schicksal keinen Groll,
die andern sind so fern.

Ich kenne mich auch richtig gut
und muss mich nicht erklär'n,
erdulden nicht noch den Disput,
ich sei vom andren Stern.

Ich werd mich sicherlich verstehn,
ich hab doch Seel und Herz
...
111 Der Zahn der Zeit 10.11.25
Vorschautext:
Ich bin nicht groß, ich bin nicht klein,
ich bin nicht grob, ich bin nicht fein.
Ich bin nicht jung und bin nicht alt,
mir ist nicht warm, mir ist nicht kalt.

Ich bin nicht Meister, auch kein Stern,
nur eines mach ich gut und gern,
ich fresse mich an Mörtel satt,
solang `ne Mauer Mörtel hat.

Besonders wenn es regnet, schneit,
da bin zum Fressen ich bereit.
...
110 Zugvogel 10.11.25
Vorschautext:
Noch eh die kühle Hand
das frierende Gezweig entblößt,
sich blau die Erde aus
dem müden Sommer dreht,
noch eh das Welken, rostig
durch die dunklen Straßen weht
und Herbstwind um die Ecken jault,
erzürnt und trist,
sind Zugvögel schon längst
in Scharen ausgeschwärmt, erlöst,
dem Sommer nach, der ihnen Heimat ist.

...
109 KI, die falsche Gefährtin? 10.11.25
Vorschautext:
Wo sind meine,
wo sind deine,
Bilder, Verse,
Kreationen?
Wir sind träge,
wir sind müde,
lassen KI drüber thronen.
Überall nur ihr Gesicht,
unsres gibt es bald schon nicht.
Trinken nur aus ihrer Quelle
und vergessen unsre Seele.

...