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Titel
148 Dezember 01.12.25
Vorschautext:
Ein Flüstern
liegt in den verbognen Gassen.
Der Tag träumt müd
schon Lichter vor sich hin
und dunkelt,
in versteckten Ecken,
Heimatlose
und deckt sie zu
mit einem kühlen Abend.

© Lisa Nicolis
147 Winter am See 30.11.25
Vorschautext:
Der Mond scheint in den See zu fallen.
Das Wasser saugt es auf, das Licht.
Ans Ufer wellt es sich kristallen,
wo sacht sein Spiegelbild zerbricht.

Gespenstisch steigen Nebelschwaden
die Böschung aufwärts, hoch zum Strand.
Verirren sich wie Traumplejaden
und lassen Glimmerspur’n im Sand.

Die Nacht liegt im Gezweig der Wälder
und hüllt das Land in tiefe Ruh.
...
146 Wir sind 29.11.25
Vorschautext:
Bevor ich gewesen war,
war ich niemals gewesen.
Nachdem ich gewesen war,
werde ich nie wieder sein.
Zwischen dem war ich nicht gewesen
und dem werde ich nie mehr sein,
bin ich,
an der Ewigkeit gemessen,
nie gewesen.
So bin ich
zwischen dem war ich nicht gewesen
und dem werd ich niemals sein,
...
145 Da sind die Tränen 29.11.25
Vorschautext:
Da sind die Tränen,
die ich noch niemals weinte.
Da sind Gedanken,
die meine Lippen nie berührten.
Da sind die Worte,
die ich ganz anders meinte.
Und da sind Träume,
die mich vollendungswärts nie führten.

Da sind die Tränen noch,
zum Seelenüberschwemmen.
Da sind Gedanken, die mich
...
144 Der Schneemann 28.11.25
Vorschautext:
Wenn Stille herrscht im Sternenhain,
im Dunst des Winterabends, zieht
Erinn'rung leis sich seelenein,
wo noch die Lebenswärme glüht.

Auf Silberwegen -Illusion
aus stillen Tiefen, bittersüß.
Voll nun das Herz von Emotion
vom Einst, dem fernen Paradies.

Entglitten so im Strom der Zeit
scheint alles Glück vom Wind verweht...
...
143 Advent 28.11.25
Vorschautext:
(meiner lieben Freundin Barbara)

Wie wird das Leben doch
zu einem leeren Haus,
wo nur die Wände noch Geschichten leben,
gerahmte Augen starr dein Sein erfassen,
der Klinke niemand mehr die Hände reicht,
die Füße deiner Stühle,
eingeschlafen,
sich gehen lassen,
und immerzu die vielen Türen
nur noch nach draußen führen.
...
142 Wintermärchen 27.11.25
Vorschautext:
Winter hat sein Sternelaken
über alles ausgebreitet,
Wind verweht die Flaumenspuren,
wenn er durch die Straßen gleitet.

Märchenhaft geschmückt die Bäume,
tragen Diamantenkronen.
Die Spaziergänger am Parkweg
lassen sich flockenbelohnen.

Nur die Vöglein im Verstecke
träumen von den Frühlingsdüften
...
141 Winterwetter 25.11.25
Vorschautext:
Es liegt so bleiern in dem Regenstrom,
es fließt so schwer
der engen Blutbahn lang,
und ist in so viel Winter eingehüllt,
und liegt in allen Dingen um mich her.

Mit meinen Sinnen fremd verschlungen, kalt,
drückt es die Last
des Himmels mir aufs Herz,
verschleiert lichtlos, grau mir meinen Blick
-zu meinem Gestern- freudloser Kontrast.

...
140 Es schneit 24.11.25
Vorschautext:
Es schneit nun ganz leis vor sich hin,
der Himmel verstreut all die Sterne.
Die Wolken vergaßen die Ferne
und hängen jetzt über Berlin.

Das Wunder erweckt die Gefühle
von Kindsein, von Demut, von Freud.
Ich liebe den Zauber im Heut,
wenn Sternglitzern schmückt diese Stille.


Lisa Nicolis
139 Wortinsel 23.11.25
Vorschautext:
Ich möchte gern ein Wort
für dich
aus meiner Tiefe holen,
noch warm, aus meinem Lavaherzen,
keins das geborgt, gekauft oder gestohlen
und keines das schon tausendmal gesprochen,
versprochen und gebrochen wurde.
.
Und sollte es zu Stein gerinnen,
dann soll es Wortinsel
im Ozean des Fühlens sein,
wo sonnig Silbenböen walten
...
138 Unmut 23.11.25
Vorschautext:
*** ***
******* *******
Laut drängen sich Wortböen
zwischen meine Sonnenstunden,
jagen Wolken aus dem Nichts
über meinen Herzhimmel.
Gefühle verzweigen sich
seelenweit ,wild
wuchernd.
*
Verstreute Knospen
~~~von Hoffnung~~~
...
137 Stille 22.11.25
Vorschautext:
Stille ist pastellne Seelenfarbe,
Quelle, die das Meeresrauschen übt,
kirschblütengefang’ne Sonnengarbe,
Frühling, den kein Wolkenzipfel trübt.

Stille ist, mit sich in Einklang leben.
Stille baut sich schützend vor dich auf,
kann dich siebtfach in die Himmeln heben
und den Geist gesunden kann sie auch.

Stille wird mitunter auch mal lauter
und du kannst sie einfach nicht mehr hör’n.
...
136 Stadtbummel 22.11.25
Vorschautext:
Mein Weg der läuft mir weit voraus
und windet sich dann heiter
um jede Eck’, von Haus zu Haus,
dann geht er fröhlich weiter.

Ich folge ihm und weiß nicht recht,
wohin er mich wird führen.
Heut schließen alle Straßen schlecht
und haben offne Türen.

Dem Weg ist diese Stadt nicht weit,
ein einzig großes Zimmer,
...
135 Es regnet 22.11.25
Vorschautext:
Heute regnet es,
es regnet, regnet still,
und es regnet halt,
es regnet,
weil ich’s will.
Klar- beend ich
dies’ Gedicht,
na, da regnets
eben nicht.
Doch jetzt regnet’s,
ja es regnet,
regnet still.
...
134 Doch es kommt 22.11.25
Vorschautext:
In den Wipfeln pfiff der Wind
gestern wehmutsvolle Weisen,
nahm die Blätter windgeschwind
mit auf wunderbunte Reisen.

Schaue heut zum Fenster raus
und da herrscht nur rost’ges Schweigen.
Trostlos sieht der Garten aus,
weg ist er, der bunte Reigen.

Ach, wie schnell ging es vorbei,
all das Bunte, windgestohlen.
...
133 Manchmal macht wohnen keinen Spaß 20.11.25
Vorschautext:
Im Raum spricht wieder alles laut,
wohin man auch mit Gleichmut schaut.
Die Bilder bilden sich wohl ein,
etwas Besonderes zu sein.
Es blickt herausfordernd der Schrank,
sein Anblick macht mich seelenkrank.
Der Sessel sitzt ganz lässig da,
als fragt' er mich ganz hämisch, na?
Ich blick verärgert hin zum Tisch,
der wieder schweigt wie'n toter Fisch
und all der Kram hier ringsherum
ist keinen Jota wen'ger stumm.
...
132 Mondnacht 20.11.25
Vorschautext:
Mir war,
also ob der Mond
durchs Fenster greift,
mir meine Lider streift
und mir die Träume stielt.
Mein Schlaf ist hin,
die Träume,
aufgeschreckt, verflogen
zum Nachbarn,
oder sonstwo hin.

Und der wird weiter
...
131 Tagmüde 19.11.25
Vorschautext:
Am Rande der Nacht
verflacht der Lebenswille,
igelt sich ein, ganz fein,
wunschlos gern
nur noch bereit
zu Trägheit und zu Stille,
und braucht kein Licht, den Mond nicht,
keinen Stern.

Sei's denn,
du willst entspannt im Liegen fliegen,
dem Nachtgestirn
...
130 Wir schweigen uns an 19.11.25
Vorschautext:
Komm, wir schweigen uns an,
denn die Worte haben
längst kein Gewicht.
Und im Schweigen
kennen wir uns noch nicht.
In unsrer Augen Trübe
können wir uns nicht lesen.
Wir sind nicht mehr,
wir waren gewesen.
Wir mühen uns,
während Gefühle verhallen,
nicht aus dem Gleichgewicht
...
129 Abendhimmel 18.11.25
Vorschautext:
Tief hinter der Stadt,
versunken,
schießt die Sonne,
farbentrunken, Lichterpfeile
ins Mäandern
heller Wolken,
die da wandern
windgetrieben,
leicht sich umeinander schmiegen,
mit dem rotseidenen Saum.
Goldgetränkt,
wie'n schöner Traum,
...