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| 108 | Schlechtreden | 09.11.25 | ||
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Vorschautext: Es könnte immerhin viel Gutes auf der Erde geben, gäb es den einen nicht, dem es gelingt, auch alles Gute schlecht zu reden. © Lisa Nicolis |
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| 107 | Wunder | 09.11.25 | ||
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Vorschautext: Mein ganzes Leben lang habe ich mir ein Wunder ersehnt und war bereit, das Wunder zu erfahren. Erst jetzt weiß ich, wie ich dieses Wunder erleben kann. Durch die Erkenntnis, dass ich ein Wunder gar nicht mehr brauche. ... |
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| 106 | Nachrichten | 09.11.25 | ||
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Vorschautext: Der kahle Baum an meinem Fenster klammert wie sonst am Blau des Himmels. Kein angekündigtes Tief biegt seine Äste. Nur die Menschen fuchteln wieder mit ihren Wortkeulen und schlagen dem Tag das Lächeln aus dem Gesicht. © Lisa Nicolis |
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| 105 | Alle Tassen im Schrank | 08.11.25 | ||
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Vorschautext: Die Tassen sind leer, sie hatten mich oft mit Wärme und Duft zugeschüttet. Ich hatte sie immer, tagtäglich, im Griff, sie wurden auch stets gut behütet. Jetzt stehen sie da, alle zierlich und fein. ... |
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| 104 | Körperwelten | 08.11.25 | ||
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Vorschautext: Die Kniekehlen, die singen keine Lieder, der Augapfel schmeckt auch nicht frisch und süß, dein Zwerchfell braucht 'nen Modeschnitt nie wieder, der Zungenbrecher mundet meist ganz fieß. Die Fingerkuppen musst du nicht begehen, das Ohrläppchen wischt sicher keinen Staub. Dein Blickfeld musst du keinesfalls auch mähen, im Hörgang klingt ein Klang öfter auch taub. Das Augenlicht beleuchtet keine Nächte, das Doppelkinn braucht kein Doppelgesicht, ... |
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| 103 | Abschied | 07.11.25 | ||
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Vorschautext: Ich sinke unerkannt ins Leere deiner trüben Augen. Und meine warme Hand vereist an deiner kalten Stirn. Dich kann ich auch im Herzen nur erkennen, so fremd du liegst in diesem kühlen Raum. Wenn du das bist hier in dem bleichen Laken, ... |
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| 102 | Ab heute | 07.11.25 | ||
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Vorschautext: Heut bin ich dran, mein Lächeln abzuschminken, entfärben meinen Mund mit blassem Schweigen, die Heiterkeit der Augen Seen zu trinken, um dir mein neues Ich endlich zu zeigen. Ich werde mir den Herzton etwas dämpfen und drosseln, ... |
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| 101 | Warum nur Hass? | 07.11.25 | ||
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Vorschautext: Abneigung, Hass sind Bürden, die deine Seele tragen muss, nicht die deiner Verhassten, nicht die der Feinde. Das Lächeln, das du andern schenkst, ist Licht, das sich nach innen drängt, das auch dich selbst erhellt. ... |
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| 100 | Die Träumerin | 06.11.25 | ||
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Vorschautext: Ich stehle zuweilen gedanklich mich fern, ich schleiche mich diebisch von dir weg so gern und weile auch vielmals, verklärt wie im Wahn, auf kosmischer Bahn. Entschwebe schon immer dem Boden, dem Sein und denk mich in herzwarme Träume hinein. ... |
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| 99 | Bitterkeit | 06.11.25 | ||
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Vorschautext: Ich möchte dich aus meinem Herzen weinen, aus Hirngewinden löschen deine Spuren. aus allen Zellen möcht ich dich verneinen, in meinem Traum entflieh'n deinen Konturen. Aus meiner Blutbahn möcht ich dich entweben, dich aus der Zeit, aus meinem Dasein denken. Dem Leben möcht ich neue Wendung geben und dich in die Vergessenheit versenken. Ich irre hier im wüsten Wortgewitter, entwöhne mich dem kleinen Wörtchen- lieben. ... |
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| 98 | Aufgeräumt | 05.11.25 | ||
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Vorschautext: Die schwarze Tinte auf vergilbten Blättern, - wie trocknes Blut verletzten Daseins, auf Seelen längst gefällter Bäume. Vorbei an schon verblassten Schnörkeln, lese ich mir die Augen nass und während ich die Worte dann ... |
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| 97 | Auf Capri | 05.11.25 | ||
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Vorschautext: Ich stehe hier gebannt und tief berührt und glaube innigst, nur ein Gott hat mich zur Schönheit dieses Augenblicks geführt. Ein Gott nur werkt so schön und meisterlich. Die Felsenlandschaft, sonnenlichtgefüllt, aus Wellen sich erhebt zum Märchenreich, von tief azurnem Strahlen eingehüllt und süßlich zarten Düften edensgleich. Von meinem Herz der klare Himmel reicht bis tief hinein in die Unendlichkeit. ... |
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| 96 | Sammelsurium | 04.11.25 | ||
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Vorschautext: Nur Regen * Oh, es regnet Regen, fein. 's könnten auch mal Rosen sein! Aber Häckl hat gequakt, Regen nur vorausgesagt. Doch, die Rosen täten eh, wenn sie regneten, recht weh! ****************************** Lila Blume ... |
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| 95 | Rat- Schläge | 04.11.25 | ||
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Vorschautext: So lustig ist‘s an manchen Tagen, so traurig wird auch manche Stund. Musst nicht dann gleich `nen Rat mir schlagen, halt einfach deinen Mund. Warum willst du mich stets erziehen? Leg deine Sprüche doch auf Eis. `s gibt nichts in deinen Kopfarchiven, das ich nicht längst schon weiß. Lisa Nicolis |
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| 94 | Staffellauf | 04.11.25 | ||
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Vorschautext: Die Sonnenstunden biegen linksrum aus meiner Stadt. Paar Fenster blinseln müde und blind, und sonnensatt. Die Straßen laufen alle oktobernbunt davon, die Bäume zeigen Flagge in einen rost'gen Ton. Der Abend schleicht schon kühler von irgendwo hervor ... |
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| 93 | Flughafennähe | 03.11.25 | ||
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Vorschautext: Lisette (eine Gedichtform, die noch erfunden warden musste):- Es blinkt zuweilen in den Bäumen, sind nachts geheimnisvolle Funken, als fiel' ein Stern kosmisch betrunken hernieder auf die müde Welt. Kein UFO ist's aus Himmelsräumen, nur'n Flugobjekt aus Schönefeld. Taktwechsel: Da fliegen die Kisten aus Schönefeld ... |
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| 92 | Die Zeit | 03.11.25 | ||
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Vorschautext: Die Zeit ist nicht alt. Sie hat kein Gesicht. Die Zeit ist nicht schnell. Sie hat kein Gewicht. Die Zeit hat nicht Zeit. Sie hat keinen Raum. Die Zeit ist nicht bunt. Sie lebt keinen Traum. Die Zeit nichts verspricht. Die Zeit nichts vergisst. ... |
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| 91 | Trubeltag | 02.11.25 | ||
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Vorschautext: Ach, fänd’ ich den gefeiten Ort, wo Stille Wörtergarben bindet, in jedem Wort ein Sinn sich findet, ich weilte gerne lange dort. Und horchte jedem Worte nach, das mir aus Silbenkörnern keimte und sich auf all mein Denken reimte, ich flüsterte mir Träume wach. An diesem dunklen Trubeltag sehn’ ich mich nur nach hellen Schweigen, ... |
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| 90 | Mein Wort zum Sonntag | 02.11.25 | ||
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Vorschautext: Hallo, zuerst mein kleiner Kommentar. Ich lese gerne Haikus, schreibe aber keine. Diese hier sind Versuche aus fernen Tagen, denn als Gedichtezerschreiberin muss man sich auch mal damit versuchen. Nur kommt bei mir keine nötige Demut vor diesen siebzehn Silben auf. Im Gegenteil, will ich mal versuchen, in einer angesagten Form (HaIQ, Elfchen, Zwölfchen, usw) Verse zu backen, sitzt mir schon der Schalk im Nacken und ich entwürdige die Haikusianer*innen ,oder so, wenn ich weiter mache. Wer will das schon? Das hier sind die wenigen Dingsdas mit Contenance. mit schwarzer Tinte schreibt leis die Nacht Geschichten auf helle Straßen. *** an offnen Fenstern gehen Gedanken Wege die kein Fuß erreicht *** ... |
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| 89 | An meine blauäugige Erde | 01.11.25 | ||
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Vorschautext: In deinem Odem atme ich mein Leben. An deiner Bläue still ich meinen Durst, Aus deinen Kelchen trink ich alle Düfte. In deinem Schatten schaukeln meine Träume. Und nimmt das Leben mir das Recht in ihm zu wohnen, dann suche ich ... |
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