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| 28 | Gegooglete Heimat | 04.10.25 | ||
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Vorschautext: Wild verwachs’ne Wassergräben, schiefe Zäune, altes Haus all das wollt ich nochmals leben, zieh mit Google Maps hinaus. Freue mich der blum’gen Wiesen vom Akazienwald gesäumt, blühender Kastanienriesen -all das 50 Jahr’ versäumt. Will noch sehn die wilden Rosen, Schafgarben am Wegesrand ... |
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| 27 | Alltagsmorgen | 03.10.25 | ||
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Vorschautext: Habe zu viel Schlaf getrunken, gehe so noch traumversunken wieder entgegen dem Regen, der den Tag mir verhagelt, den Drohungen, totalvernagelt, der Weltidioten, den Hiobsboten, den offenen Türen, die zurück zu mir führen. Ob ich`s nun nicht, oder mag… egal. Guten Tag! ... |
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| 26 | In den Karpaten | 03.10.25 | ||
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Vorschautext: Mit schwieligen Händen durchbricht er das Brot und legt es vor uns auf den Tisch. Er teilt selbstverständlich mit uns seine Not, das knusprige etwas aus Wasser und Schrot, und Tee aus ’nem Kräutergemisch. Die Wände aus Lehm sind von selbiger Hand und schützen uns jetzt vor dem Sturm. Der Heiland blickt tröstend auf uns von der Wand - zumindest hat er auch ein trock'nes Gewand. Im Holz eines Schranks nagt ein Wurm. ... |
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| 25 | Diese Ringe... | 03.10.25 | ||
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Vorschautext: Ringe, Ringe, große, kleine fallen, fallen über mich und sie zeichnen ihre Rillen in die Seele, ins Gesicht. Jeden Tag die gleichen Engen, ... |
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| 24 | Der Fels in der Brandung | 02.10.25 | ||
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Vorschautext: Ein glitschiger Stein ist er nun, von Fernen umgeben, wo sich einst Leben klammerte und er es trug, wo die Brandung sich Wunden schlug und die Unendlichkeit aufhörte zu sein. Damals ein Fels zum Anlehnen und Halt. Jetzt alt und kalt und sie gleitet davon, ... |
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| 23 | Der Faden | 02.10.25 | ||
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Vorschautext: Da hängt ein Faden aus dem Nichts, Mein Blick steigt hoch an ihm und bleibt mit ihm an einer Wolke hängen. Die schwebt im Schimmer eines Lichts, das in azurnen Fernen treibt, lieblich umhüllt von sanften Klängen. Soll ich den Faden zieh‘n und brav erwarten, wo er sich verliert? Soll ich mich lieber an ihn binden? ... |
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| 22 | Fragen, fragen | 02.10.25 | ||
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Vorschautext: Hätten Sterne keinen Halt, wohin würden sie dann fliegen? Könnten Bäume nicht nur stehn, würden sie gern öfter liegen? Könnt das Wetter nur noch schnei’n, würde es auch gerne blitzen? Ist die Zeit im Flug vorbei, würd’ sie gern dazwischen sitzen? Würd’ der Wind, statt trostlos weh‘n, lieber schöne Lieder singen? ... |
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| 21 | Dir zum Trost | 30.09.25 | ||
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Vorschautext: Pfirsichblüten, zart und rosig, wie ein süßer Kindermund - oft hab ich sie still betrachtet und bewundert manche Stund. Pfirsichblüten- längst vergangen, erste Liebe- auch vorbei... All die wohlig süßen Früchte erntet man nicht nur im Mai. Stürme werden manche prüfen, ob sie reifewürdig sind ... |
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| 20 | Ein*e Meise*r | 30.09.25 | ||
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Vorschautext: September ist's, die Mitternacht ist leise. Die Lampe steht im Hof auf einem Bein und irgendwo verzwitschert sich 'ne Meise. Die Nacht ist öd, sie fühlt sich wohl allein. Bin voller Freude, dank der frischen Töne. Dann schlummert sie sich fort, wird leiser schon, Ich dank ihr fürs Konzert, im Herz das Schöne... War es ein Meiser wohl, der sprang von Ton zu Ton? Lisa Nicolis |
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| 19 | Das Schweigen der Dichter | 29.09.25 | ||
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Vorschautext: Manchmal schweigen alle Türen zu dem Herzen, hin zum Sinn. Kein Geschehen klopft von Außen -keine Regung innen drin. Sitze Helikon zu Füßen, bin wie Echo sprachberaubt. Mancher Hang zu grünen Höhen ist verschüttet und verstaubt. Und kein Sturm wirbelt Gefühle, auch kein Wind Erinnerung ... |
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| 18 | Agoraphobie | 28.09.25 | ||
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Vorschautext: Ich streife mir die schweren Möbel ab und meinen Blicken all die Porzellangesichter. Die Teppichmuster hab ich abgelegt entschlossen, von den zimmersteifen Füßen. Und lasse sie zerbröckeln, die Bilder, die vergilbten, die mich so fest umrahmten. Ich gehe ganz entblößt hinaus, bekleide mich aufs neu ... |
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| 17 | in memoriam W.B. | 27.09.25 | ||
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Vorschautext: Pollenstaubiges Fenster, der Regen fließt vorbei. Er zeichnet nassklar die Rinnen für Blumenseelen frei. Schneeweiß-staubiges Dasein, der Regen fließt vorbei. Er saugt in sein tristes Strömen den allerletzten Schrei. Todesfarbenes Pflaster, der Regen fließt vorbei. ... |
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| 16 | Ich würde gerne wieder reisen | 26.09.25 | ||
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Vorschautext: Ich würde gerne wieder reisen, und wär es nur in deine Welt, unter ein wörterwarmes Zelt. Und du erzählst von alten Tagen, deine verklärten Längstgeschichten, von Orten, die mich niemals sahen, doch deine Stimme mich zu ihnen tragen. . Ich würde gerne wieder reisen auf Silbengleisen ... |
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| 15 | Dämmerung | 26.09.25 | ||
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Vorschautext: Der Abend ist kühl wie ein Seidengewand, drin golden noch schimmern die Fernen, verwirkt mit dem blitzenden mystischen Band von nebelgeborenen Sternen. Es atmet das Dunkel die duftschwüle Luft, vom Tage vergessene Spuren und legt sich in mondscheingewrungener Kluft auf stille gespenstische Fluren. Die Buchen noch zeichnen am lispelnden Hain ein Lichtes, wie Silbergestalten. ... |
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| 14 | Worte | 25.09.25 | ||
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Vorschautext: Dein Sommer war in jedem Wort verborgen, du hülltest mich in bunte Silbenblüten, es gab ein jetzt, kein gestern und kein morgen, von deinem Wortwall ließ ich mich umhüten. In Wörternächten gab es Silbenrieseln, ein Rosarotes schon im Morgengrauen, es war so schön im warmen Wörternieseln in meinem blumenbunten Wortvertrauen. Nun ist es Herbst. Schon treiben müde Silben im Fluss der Zeit wie überwelkes Hoffen, ... |
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| 13 | Kreislauf | 25.09.25 | ||
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Vorschautext: Erst träumte sich der Herbst die Farben des Sommers in das Laub der Bäume. Dann bündelte er Feuergarben und zündelte der Blätter Säume. Mild aus den Wolkenspalten rieseln der Sonne weit gereiste Strahlen. An Wegen glänzt das Weiß der Kieseln, Kastanien drauf mit dunklen Schalen. Bald fließen alle bunten Farben hin in den Leib der Mutter Erde. ... |
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| 12 | Herbstanfang | 25.09.25 | ||
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Vorschautext: Er kniet noch im Grün, noch sommerverträumt, und was er berührt, was er greift, was hin zur Vollendung hin reift, das zeichnet er kühn in rostbraun und golden gesäumt. Sie winken sich los, sie welken im Hauch des feuchtkühlen Winds, Blatt für Blatt, vom Gelb und vom Rot farbensatt, gelöst, fremd und bloß ... |
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| 11 | Nachtgedanken | 23.09.25 | ||
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Vorschautext: Ruhelos pflügen die Gedanken mir um den Acker dieser Nacht. Bleich fällt der Mond aus allen Wolken, und hat mein Denken hell gemacht. Drin, in den Bäumen vor dem Fenster, wo kurz ein weißer Engel lag, schlummert nun, in des Kirschbaums Blüten, müde jetzt der vergang’ne Tag. Ruhelos, wie meine Gedanken fließt auch dahin der Wolken Band. ... |
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| 10 | Kinderlachen | 22.09.25 | ||
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Vorschautext: Den schönsten Klang der Welt lacht dir ein Kind entgegen. Es braucht nur seiner Stimme Ton, dich zu bewegen. Und gibt es Schöneres, als Licht in Kinderaugen, die staunend sich an Wundern clever saugen? Doch siehst du Angst und Schmerz in diesem Seelenspiegel, du kannst die Peiniger nicht schleifen hinter Schloss und Riegel, ... |
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| 9 | Keinmondscheingedicht | 22.09.25 | ||
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Vorschautext: Ich bin wach und meine Blicke brechen sich durchs Fensterglas, sie verlier'n sich durch die Bäume und der Himmel ist so nass. Heute schwimmt der Mond auf Wolken und die Nacht ist viel zu grau. Sie verschlang schon alle Lichter, seit ich durch das Fenster schau. Komm, jetzt schließe deine Augen, ruf den letzten Blick zurück. ... |
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