Profil von Lisa Nicolis

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Anzahl Gedichte: 268
Anzahl Kommentare: 159
Gedichte gelesen: 22.598 mal
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Titel
68 Blättertanz 23.10.25
Vorschautext:
Da seh ich wehmutsvoll
den bunten Blättern nach,
wie sie der Wind sich holt
und alle Bäume
kühl entkleidet.

Wie sich das Sterben,
das Verderben
im frohen Reigen wiegt;
wie all das rost’ge Rascheln hier
auch keinen Todestanz vollzieht.
Es lebt das Lied
...
67 Abendstunden 23.10.25
Vorschautext:
Noch flimmert`s golden in der Bäume Kronen
und lange Schatten zeichnen Geisterspuren.
Es fließt das Sonnenlicht rot durch die Fluren,
wie surreale Malervisionen.

Der Tag vertaut in letzten Tränen, netzend
das grüne Antlitz bunt beblümter Gärten
und folgt der Sonne, seinem Weggefährten.
Die Vögel kuscheln laubverdeckt, leis schwätzend.

Der Glocken Kehlen in den fernen Türmen
verschlingen kurz die jungfräuliche Stille.
...
66 Das Wunder 22.10.25
Vorschautext:
Morgens immer die Wolken in mir.
Das Wettertief schaufelt mich leer ,
der Lebensmut, den ich zurecht frisier
und die Wortlosigkeit tun's mir schwer.

Und heute war's irgendwie mir so leicht,
alle Sinne sind wieder vereint.
Wie hab ich das Wunder denn nur erreicht?
Ach, guck mal! Die Sonne scheint!

Lisa Nicolis
65 Brücken 22.10.25
Vorschautext:
Brücken, die fast Wurzeln schlagen,
dich an andre Ufer tragen,
sich ganz stolz auch widerspiegeln,
unsterblich mit sieben Siegeln.

Brücken die sich stolz erheben,
weiterführ'n ins nächste Leben,
wo dann alles besser wäre,
folge nur dem Schildermeere.

Brücke, grandioser Bogen,
führt dich, sicher, ungelogen,
...
64 Spazifiziergang 21.10.25
Vorschautext:
Die Schuhe schleifen gleichmütig
über das Pflaster,
die Jacke schlenkert mit
mit Fingernspitzgefühl.
Und es ist kühl.

Die Hose schickt sich an,
modisch designt, zu kneifen,
während des Schales Enden
verloren flatternd
um sich greifen.

...
63 Späte Gäste 21.10.25
Vorschautext:
Tolle Gäste, tolle Gäste.
„Hat mich wirklich sehr gefreut!“
Beide stehn sie angezogen
und zum Gehen schon bereit.

Doch er schüttet unverfroren,
wie ’ne Sintflut, über mich,
seine ursteinalten Witze
- jedes Wort ein Nadelstich.

Halbe Stunde schon verloren.
Fühl, das wäre jetzt genug!
...
62 Schweigen ist Gold 20.10.25
Vorschautext:
Ich zerkaue wieder alle Worte,
schmecken bitter und ich schluck sie schwer,
ich verbanne sie in Seelenorte
und ich schweige meine Lippen leer.

So erträumst du meine Sternennähe,
Schein sein, leuchten ohne eigner Glut
dass ich lautlos um dein Ego drehe,
wie die Nacht das um die Tage tut.

Redest nur dein Silber mir, das kühle,
bist nur deinem Selbstwert all zu hold.
...
61 Die Kette 20.10.25
Vorschautext:
Durch meine Vorfahren hab ich das Leben erreicht. Ströme der Menschlichkeit, die mich durchfließen, tragen das Gen der Vergangenheit und der Kreis wird sich so vielleicht niemals schließen. Mein Sein -ein Echo aus ferner Zeit, mit einem Hauch von Vergänglichkeit.

Ihre Geschichten kreisen leis mir im Geist. In meiner Zelle ruht die Essenz, die millionen Jahre schon reist, durch Herz und Blut, durch Geschichten von Eis und von Glut. Geschichten von Leben, von Kampf und vom Wandel der Zeit, von Schmerz, von Liebe und Leid, von Gefahren und von Beständigkeit.

So weben sich Fäden aus aller Zeit um mich und in mir auch, in Frieden und Streit, noch im Heut. Bin ein Teil eines ew' gen Geflechts und Verwebens. Millionen von Ahnen bestimmen auch jetzt noch ein Teil meines Lebens.

Lisa Nicolis
60 Herbstgedanken 19.10.25
Vorschautext:
Heute färbt der Herbst meine Gedanken,
bin ein Stück Natur, bin Busch und Baum,
ich versuch im Wind mal nicht zu wanken,
zupft er auch an meiner Kleider Saum.

Tönt nun golden meiner Stimmung Saiten,
Glücksgefühl für mich zum wohl'gen Preis.
Etwas Farbe will ich doch erstreiten:
für'n Dezember, nur ein wenig Weiß!

Sieh, auf meinen sturmgeformten Zweigen,
flattert bunt mir noch ein müdes Blatt.
...
59 Heut Morgen um sieben 19.10.25
Vorschautext:
Ganz verwaschen und verwischt
blickt heut durch das Wolkenmeer
jämmerlich des Mondes Licht.

Wolken hängen trüb und träg.
überm Himmel kreuz und quer
Ist aus Mondes Sicht recht schräg!

Dieses Funzeln ängstlich bricht
noch durch`s Grau. Und`s gräuelt sehr
über`s gräulich Mondgesicht.

...
58 Das Warten 17.10.25
Vorschautext:
Es drohten die Dornen im Heckengewirr,
doch hab ich die purpurnen Rosen geköpft
und streute ihr samtenes Licht in den Raum,
hab Duft aus den flammenden Kelchen geschöpft.

Es zeichnet vielleicht dieses dämmrige Licht
in offener Tür deine Umrisse mir.
Ich weiß dann im zartroten Schimmer wohl nicht,
erträum ich dich noch, oder bist du schon hier.

Ich fiebere, eng in mein Warten gehüllt
und schaue im Geist in dein liebes Gesicht.
...
57 Das Schweigen 17.10.25
Vorschautext:
Streut der Abend diese Leere
durch den seichten Dämmerschein?
Dunkelt er nur meine Blicke
oder auch in mich hinein?

Auf den hellen Sternenwegen,
die ich mitgegangen bin,
sagten wir schon alle Worte,
führt kein Steg mehr zu uns hin.

Jeder geht an seinem Ufer,
gleisengleich, im müden Schritt.
...
56 Brombeerenmär 16.10.25
Vorschautext:
Der Brombeerenbär liebte Brombeeren sehr,
drum fiel er so gern über Brombeeren her.
Da sagte 'ne Brombeere, Brombeerenbär,
ich bilde ab heut eine Brombeerenwehr,
dann wird's dir, du Brombeerenbär, richtig schwer.

Der Brombeerenbär sagt, nadann, bitte sehr,
so fress ich erst recht alle Brombeeren leer.
Die Worte die flogen ganz bös hin und her,
von Brombeere hin zu dem Brombeerenbär.

Am Ende da war in dem Brombeerenmeer
...
55 Beethoven 16.10.25
Vorschautext:
Höre ich Beethoven gerne,
weil ich ihn gerne hören will?
Oder will ich ihn gerne hören,
weil man ihn gerne hören sollte?
Oder sollte ich ihn gerne hören,
weil es sich gehört, ihn gehört zu haben?
Und soll ich ihn gerne gehört haben,
weil er sich selbst gerne gehört hätte?
Um zu wissen, wie es sich anhört,
wenn man gerne gehört werden kann.

Lisa Nicolis
54 Agoraphobistisches 16.10.25
Vorschautext:
Als heut die Straße sich
in meinem Blick verfing
und freudig,
nach so langer Zeit,
auch meinen Herzschlag tönte,
ließ ich mich
heldenhaft und sachte
von ihr
den Häusern lang begleiten
und suhlte mich
in ihrer sonn'gen Endlichkeit,
bis sie mich
...
53 An dich 15.10.25
Vorschautext:
Im Klang der Worte dir noch Tränen zittern,
es stirbt gequält ein Lächeln auf den Lippen.
Mit mattem Flor die Blicke sich vergittern,
ins Uferlose scheinst du jetzt zu kippen.

Ich stehe Tag für Tag am gleichen Hafen,
aus dem du einst, wie frei, in Fernen schwebtest.
Die Mahnungen dein Innerstes nicht trafen,
weil du voll Glück im siebten Himmel schwebtest.

Dies Glück scheint jetzt in Scherben zu zerfallen.
Noch spricht dein Mund nicht klar des Herzens Sprache.
...
52 Dämmerstunde 15.10.25
Vorschautext:
Abendmüd gleiten
die letzten Strahlen
ins Land.
Ahnung von Nacht
legt sich
über die Fluren,
umarmend
das Rund der Erde.
Vor meinem Fenster
greifen
die herbstkahlen Bäume
schon illusorisch
...
51 Abendstern 15.10.25
Vorschautext:
Abends holst du meine schönsten Träume,
wenn du, Abendstern, durchs Fenster schwebst.
Du berührst so still die Seelenräume,
wenn du mich zu deinem Leuchten hebst.

Und ich schwebe fort, vorbei an Sternen,
durch ein Nebel und durch Raum und Zeit.
Gibst mir Zuflucht, hoch in deinen Fernen
und mein Glück reicht sieben Himmel weit.

© Lisa Nicolis
50 Nur mehr 14.10.25
Vorschautext:
Im nächsten Leben, Gott,
lass mich nur Möwe sein,
oder nur Gischt,
nur Treibgut,
nur Sonne im Gesicht.
Oder ein Sandkorn, bitte,
sei es noch so klein,
oder auch mehr,
auch Meer…
nur Meer…
das möchte ich sein!

...
49 Mal so gesehen 14.10.25
Vorschautext:
Im Mond hat sich ein Stern verfangen,
`ne Wolke sitzt am Schornstein fest.
Im Kirchturm Glocken müd verklangen,
da baut Pegasus jetzt ein Nest.

Ein Leuchten springt aus allen Fenstern,
ein Strahl bricht grad sich das Genick.
Das Martinshorn, beliebt bei Gangstern,
blöckt in die Stille einen Knick.

Oktober schluckt schwer die Realien,
entblößt zu sein, das tut ihm weh.
...