Profil von Lisa Nicolis

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Registriert seit dem: 14.09.2025

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"Zwei Handvoll Morgenwind, 'ne Prise Sonne kurz nach Mitternacht zwischen die Finger rieseln lassen, als wär es Morgen, der Puls im Lebensrhythmus und der Systolische nur ein böser Traum".


Ich wurde mal gefragt, was ich unter "Hobbydichterin" verstehe. Also das, was man unter Hobby so versteht: einer nimmt ein Brett und schlägt so lange Kerben hinein, bis er einen Spatz in der Hand hält, der nicht mehr wegfliegen kann.
Ich bearbeite auch eine leere Seite so lange, bis es aussieht, als hätte ich ein Gedicht unter der Hand, das ich nicht mehr wegleugnen kann. Bei manchen Holzschnitzern würde Brâncuși, bei mir Hölderlin sagen "es ist Kitsch". Also ist es Hobby.
Aber geschnitzt ist geschwitzt und gedichtet ist gedichtet, oder?
Ist der Wind nur Künstler, wenn er Dünen verformt? Und wenn er mein Dach wegbläst und es quer uber Nachbars Abwrackkarre legt, ist das abstrakte Kunst oder Kitsch? Ich bitte euch! Immer diese Schubladen!
Wer erlaubt es sich überhaupt, diese Definitionen und dieses Inkategoriendenken zu erbringen? Berufsdichter?
Hut ab vor dem, der es besser kann als ich. Wie mein Lieblingsbarde Rilke. Für mich ist mein Rilkeband meine lyrische Bibel.
Aber in meiner Küche koche ich noch immer das Süppchen, das ich mit meinen Zutaten zuwegen bringe. Bocuse hat den Ruf, aber Oma konnte es auch ganz gut.
Schau, was Hobbyköche auf den Straßen Asiens allerlei zusammendichten! Und die Konsumenten lesen es schmatzend auf, auch ohne nach Sternen zu gucken. Zu solchen Wesen zähle ich wohl.
Meine Gedichte haben noch nie ein Dach abgedeckt und haben niemandem, niemandin geschadet, außer dem, der, die sie liest. Da aber, selber schuld. Und die Übelkeit der Leser dauert nie länger als ein Drehschwindel. Und der ist nicht schön, aber ungefährlich.
Wollte ich nur mal betonen.

@Lisa Nicolis

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http://meinegedankenbilder.blogspot.de

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Anzahl Gedichte: 230
Anzahl Kommentare: 139
Gedichte gelesen: 14.700 mal
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Titel
30 Meine Bega 04.10.25
Vorschautext:
Zwischen Rohr und Schilfes Schneide
trägt sie sich und ihre Lasten,
schwenkt, leicht kräuselnd, ohne Hasten
um der Heide Trauerweiden.

Loses Band auf weiten Fluren,
wie vom Wind ins Land getragen,
folgt sie nachts den Himmelswagen
auf den feinen Sternenspuren.

Morgens tauchen müde Strahlen,
weit gereist, in ihre Tiefen,
...
29 Kindheit… 04.10.25
Vorschautext:
Der Sonne war ich ein verwandtes Kind.
In Regen kehrt’ ich ein, verträumt und heiter.
War meinem Fluss am Dorfrand Wegbegleiter
und war zu Hause stets im Sturm und Wind.

Der Dämm’rung Licht, den goldnen Farbkontrast,
die ließ ich wohlig durch die Sinne fließen.
Die Erd’ liebkoste ich mit bloßen Füßen.
Der Wiese war ich längst kein seltner Gast.

Versunken in der wilden Blumen Pracht,
in all den kindheitlichen Sommerzeiten,
...
28 Gegooglete Heimat 04.10.25
Vorschautext:
Wild verwachs’ne Wassergräben,
schiefe Zäune, altes Haus
all das wollt ich nochmals leben,
zieh mit Google Maps hinaus.

Freue mich der blum’gen Wiesen
vom Akazienwald gesäumt,
blühender Kastanienriesen
-all das 50 Jahr’ versäumt.

Will noch sehn die wilden Rosen,
Schafgarben am Wegesrand
...
27 Alltagsmorgen 03.10.25
Vorschautext:
Habe zu viel Schlaf getrunken,
gehe so noch traumversunken
wieder entgegen dem Regen,
der den Tag mir verhagelt,
den Drohungen, totalvernagelt,
der Weltidioten, den Hiobsboten,
den offenen Türen,
die zurück zu mir führen.

Ob ich`s nun nicht,
oder mag…
egal. Guten Tag!
...
26 In den Karpaten 03.10.25
Vorschautext:
Mit schwieligen Händen durchbricht er das Brot
und legt es vor uns auf den Tisch.
Er teilt selbstverständlich mit uns seine Not,
das knusprige etwas aus Wasser und Schrot,
und Tee aus ’nem Kräutergemisch.

Die Wände aus Lehm sind von selbiger Hand
und schützen uns jetzt vor dem Sturm.
Der Heiland blickt tröstend auf uns von der Wand
- zumindest hat er auch ein trock'nes Gewand.
Im Holz eines Schranks nagt ein Wurm.

...
25 Diese Ringe... 03.10.25
Vorschautext:
Ringe,
Ringe,
große,
kleine
fallen,
fallen
über mich
und sie
zeichnen
ihre Rillen in die Seele,
ins Gesicht.
Jeden Tag die gleichen Engen,
...
24 Der Fels in der Brandung 02.10.25
Vorschautext:
Ein glitschiger Stein ist er nun,
von Fernen umgeben,
wo sich einst Leben
klammerte und er es trug,
wo die Brandung sich
Wunden schlug
und die Unendlichkeit
aufhörte zu sein.
Damals ein Fels
zum Anlehnen und Halt.
Jetzt alt und kalt
und sie gleitet davon,
...
23 Der Faden 02.10.25
Vorschautext:
Da hängt ein Faden aus dem Nichts,
Mein Blick steigt hoch an ihm und bleibt
mit ihm an einer Wolke hängen.

Die schwebt im Schimmer eines Lichts,
das in azurnen Fernen treibt,
lieblich umhüllt von sanften Klängen.

Soll ich den Faden zieh‘n und brav
erwarten, wo er sich verliert?
Soll ich mich lieber an ihn binden?

...
22 Fragen, fragen 02.10.25
Vorschautext:
Hätten Sterne keinen Halt,
wohin würden sie dann fliegen?
Könnten Bäume nicht nur stehn,
würden sie gern öfter liegen?

Könnt das Wetter nur noch schnei’n,
würde es auch gerne blitzen?
Ist die Zeit im Flug vorbei,
würd’ sie gern dazwischen sitzen?

Würd’ der Wind, statt trostlos weh‘n,
lieber schöne Lieder singen?
...
21 Dir zum Trost 30.09.25
Vorschautext:
Pfirsichblüten, zart und rosig,
wie ein süßer Kindermund
- oft hab ich sie still betrachtet
und bewundert manche Stund.

Pfirsichblüten- längst vergangen,
erste Liebe- auch vorbei...
All die wohlig süßen Früchte
erntet man nicht nur im Mai.

Stürme werden manche prüfen,
ob sie reifewürdig sind
...
20 Ein*e Meise*r 30.09.25
Vorschautext:
September ist's, die Mitternacht ist leise.
Die Lampe steht im Hof auf einem Bein
und irgendwo verzwitschert sich 'ne Meise.
Die Nacht ist ö￶d, sie fühlt sich wohl allein.

Bin voller Freude, dank der frischen T￶öne.
Dann schlummert sie sich fort, wird leiser schon,
Ich dank ihr fürs Konzert, im Herz das Sch￶öne...
War es ein Meiser wohl, der sprang von Ton zu Ton?

Lisa Nicolis
19 Das Schweigen der Dichter 29.09.25
Vorschautext:
Manchmal schweigen alle Türen
zu dem Herzen, hin zum Sinn.
Kein Geschehen klopft von Außen
-keine Regung innen drin.

Sitze Helikon zu Füßen,
bin wie Echo sprachberaubt.
Mancher Hang zu grünen Höhen
ist verschüttet und verstaubt.

Und kein Sturm wirbelt Gefühle,
auch kein Wind Erinnerung
...
18 Agoraphobie 28.09.25
Vorschautext:
Ich streife mir die schweren Möbel ab
und meinen Blicken all die Porzellangesichter.
Die Teppichmuster hab ich abgelegt
entschlossen,
von den zimmersteifen Füßen.

Und lasse sie zerbröckeln,
die Bilder, die vergilbten,
die mich so fest umrahmten.

Ich gehe ganz entblößt hinaus,
bekleide mich aufs neu
...
17 in memoriam W.B. 27.09.25
Vorschautext:
Pollenstaubiges Fenster,
der Regen fließt vorbei.
Er zeichnet nassklar die Rinnen
für Blumenseelen frei.

Schneeweiß-staubiges Dasein,
der Regen fließt vorbei.
Er saugt in sein tristes Strömen
den allerletzten Schrei.

Todesfarbenes Pflaster,
der Regen fließt vorbei.
...
16 Ich würde gerne wieder reisen 26.09.25
Vorschautext:
Ich würde gerne wieder reisen,
und wär es nur in deine Welt,
unter ein wörterwarmes Zelt.

Und du erzählst von alten Tagen,
deine verklärten Längstgeschichten,
von Orten, die mich niemals sahen,
doch deine Stimme
mich zu ihnen tragen.
.
Ich würde gerne wieder reisen
auf Silbengleisen
...
15 Dämmerung 26.09.25
Vorschautext:
Der Abend ist kühl wie ein Seidengewand,
drin golden noch schimmern die Fernen,
verwirkt mit dem blitzenden mystischen Band
von nebelgeborenen Sternen.

Es atmet das Dunkel die duftschwüle Luft,
vom Tage vergessene Spuren
und legt sich in mondscheingewrungener Kluft
auf stille gespenstische Fluren.

Die Buchen noch zeichnen am lispelnden Hain
ein Lichtes, wie Silbergestalten.
...
14 Worte 25.09.25
Vorschautext:
Dein Sommer war in jedem Wort verborgen,
du hülltest mich in bunte Silbenblüten,
es gab ein jetzt, kein gestern und kein morgen,
von deinem Wortwall ließ ich mich umhüten.

In Wörternächten gab es Silbenrieseln,
ein Rosarotes schon im Morgengrauen,
es war so schön im warmen Wörternieseln
in meinem blumenbunten Wortvertrauen.

Nun ist es Herbst. Schon treiben müde Silben
im Fluss der Zeit wie überwelkes Hoffen,
...
13 Kreislauf 25.09.25
Vorschautext:
Erst träumte sich der Herbst die Farben
des Sommers in das Laub der Bäume.
Dann bündelte er Feuergarben
und zündelte der Blätter Säume.

Mild aus den Wolkenspalten rieseln
der Sonne weit gereiste Strahlen.
An Wegen glänzt das Weiß der Kieseln,
Kastanien drauf mit dunklen Schalen.

Bald fließen alle bunten Farben
hin in den Leib der Mutter Erde.
...
12 Herbstanfang 25.09.25
Vorschautext:
Er kniet noch im Grün,
noch sommerverträumt,
und was er berührt, was er greift,
was hin zur Vollendung hin reift,
das zeichnet er kühn
in rostbraun und golden gesäumt.

Sie winken sich los,
sie welken im Hauch
des feuchtkühlen Winds, Blatt für Blatt,
vom Gelb und vom Rot farbensatt,
gelöst, fremd und bloß
...
11 Nachtgedanken 23.09.25
Vorschautext:
Ruhelos pflügen die Gedanken
mir um den Acker dieser Nacht.
Bleich fällt der Mond aus allen Wolken,
und hat mein Denken hell gemacht.

Drin, in den Bäumen vor dem Fenster,
wo kurz ein weißer Engel lag,
schlummert nun, in des Kirschbaums Blüten,
müde jetzt der vergang’ne Tag.

Ruhelos, wie meine Gedanken
fließt auch dahin der Wolken Band.
...