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| 258 | Es wird | |||
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Vorschautext: *** Nun eilt die Zeit den frohen Farben zu, auch wenn die Tage sich der Kälte beugen. Das Jahr legt ab den festen Winterschuh und liegt schon wunderbringend in den Zweigen. ... |
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| 257 | Das Schweigen der Dichter | |||
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Vorschautext: Manchmal schweigen alle Türen zu dem Herzen, hin zum Sinn. Kein Geschehen klopft von Außen -keine Regung innen drin. Sitze Helikon zu Füßen, bin wie Echo sprachberaubt. Mancher Hang zu grünen Höhen ist verschüttet und verstaubt. Und kein Sturm wirbelt Gefühle, auch kein Wind Erinnerung ... |
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| 256 | An dich | |||
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Vorschautext: Im Klang der Worte dir noch Tränen zittern, es stirbt gequält ein Lächeln auf den Lippen. Mit mattem Flor die Blicke sich vergittern, ins Uferlose scheinst du jetzt zu kippen. Ich stehe Tag für Tag am gleichen Hafen, aus dem du einst, wie frei, in Fernen schwebtest. Die Mahnungen dein Innerstes nicht trafen, weil du voll Glück im siebten Himmel schwebtest. Dies Glück scheint jetzt in Scherben zu zerfallen. Noch spricht dein Mund nicht klar des Herzens Sprache. ... |
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| 255 | Beethoven | |||
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Vorschautext: Höre ich Beethoven gerne, weil ich ihn gerne hören will? Oder will ich ihn gerne hören, weil man ihn gerne hören sollte? Oder sollte ich ihn gerne hören, weil es sich gehört, ihn gehört zu haben? Und soll ich ihn gerne gehört haben, weil er sich selbst gerne gehört hätte? Um zu wissen, wie es sich anhört, wenn man gerne gehört werden kann. Lisa Nicolis |
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| 254 | Das Warten | |||
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Vorschautext: Es drohten die Dornen im Heckengewirr, doch hab ich die purpurnen Rosen geköpft und streute ihr samtenes Licht in den Raum, hab Duft aus den flammenden Kelchen geschöpft. Es zeichnet vielleicht dieses dämmrige Licht in offener Tür deine Umrisse mir. Ich weiß dann im zartroten Schimmer wohl nicht, erträum ich dich noch, oder bist du schon hier. Ich fiebere, eng in mein Warten gehüllt und schaue im Geist in dein liebes Gesicht. ... |
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| 253 | Heut Morgen um sieben | |||
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Vorschautext: Ganz verwaschen und verwischt blickt heut durch das Wolkenmeer jämmerlich des Mondes Licht. Wolken hängen trüb und träg. überm Himmel kreuz und quer Ist aus Mondes Sicht recht schräg! Dieses Funzeln ängstlich bricht noch durch`s Grau. Und`s gräuelt sehr über`s gräulich Mondgesicht. ... |
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| 252 | Herbstgedanken | |||
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Vorschautext: Heute färbt der Herbst meine Gedanken, bin ein Stück Natur, bin Busch und Baum, ich versuch im Wind mal nicht zu wanken, zupft er auch an meiner Kleider Saum. Tönt nun golden meiner Stimmung Saiten, Glücksgefühl für mich zum wohl'gen Preis. Etwas Farbe will ich doch erstreiten: für'n Dezember, nur ein wenig Weiß! Sieh, auf meinen sturmgeformten Zweigen, flattert bunt mir noch ein müdes Blatt. ... |
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| 251 | Körperwelten | |||
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Vorschautext: Die Kniekehlen, die singen keine Lieder, der Augapfel schmeckt auch nicht frisch und süß, dein Zwerchfell braucht 'nen Modeschnitt nie wieder, der Zungenbrecher mundet meist ganz fieß. Die Fingerkuppen musst du nicht begehen, das Ohrläppchen wischt sicher keinen Staub. Dein Blickfeld musst du keinesfalls auch mähen, im Hörgang klingt ein Klang öfter auch taub. Das Augenlicht beleuchtet keine Nächte, das Doppelkinn braucht kein Doppelgesicht, ... |
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| 250 | Frühling im Wald | |||
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Vorschautext: *** Sie stehen starr, mit Lanzen aufgerüstet die türmehoch gespitzten Nadelbäume, wie fernöstliche Terrakottasöldner, wie Raumfähren, die träumen- Sternenträume. Sie stehn mit erdenferner, kühler Würde, der Wind hat keinen noch verkrümmt, verbogen. Doch hat der Tannen Heer kein Grün zum Keimen, zum Sprießen unter seinem Schutz bewogen. ... |
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| 249 | Der Fels in der Brandung | |||
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Vorschautext: Ein glitschiger Stein ist er nun, von Fernen umgeben, wo sich einst Leben klammerte und er es trug, wo die Brandung sich Wunden schlug und die Unendlichkeit aufhörte zu sein. Damals ein Fels zum Anlehnen und Halt. Jetzt alt und kalt und sie gleitet davon, ... |
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| 248 | Kindheit… | |||
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Vorschautext: Der Sonne war ich ein verwandtes Kind. In Regen kehrt’ ich ein, verträumt und heiter. War meinem Fluss am Dorfrand Wegbegleiter und war zu Hause stets im Sturm und Wind. Der Dämm’rung Licht, den goldnen Farbkontrast, die ließ ich wohlig durch die Sinne fließen. Die Erd’ liebkoste ich mit bloßen Füßen. Der Wiese war ich längst kein seltner Gast. Versunken in der wilden Blumen Pracht, in all den kindheitlichen Sommerzeiten, ... |
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| 247 | Wer, was, wie | |||
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Vorschautext: Dem Einen bin ich viel zu klein, bemitleidet mein bied'res Sein. Dem Andren bin ich viel zu groß beneidet und umgeht mich bloß. Der Dritte gönnt mir jederzeit die seichte Mittelmäßigkeit. Ein jeder legt sich was zurecht, mal bin ich falsch, mal bin ich echt, mal bin ich grob, mal viel zu fein. Es ist nicht leicht, ein Mensch zu sein. ... |
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| 246 | Das Schweigen | |||
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Vorschautext: Streut der Abend diese Leere durch den seichten Dämmerschein? Dunkelt er nur meine Blicke oder auch in mich hinein? Auf den hellen Sternenwegen, die ich mitgegangen bin, sagten wir schon alle Worte, führt kein Steg mehr zu uns hin. Jeder geht an seinem Ufer, gleisengleich, im müden Schritt. ... |
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| 245 | Spazifiziergang | |||
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Vorschautext: Die Schuhe schleifen gleichmütig über das Pflaster, die Jacke schlenkert mit mit Fingernspitzgefühl. Und es ist kühl. Die Hose schickt sich an, modisch designt, zu kneifen, während des Schales Enden verloren flatternd um sich greifen. ... |
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| 244 | Abendstunden | |||
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Vorschautext: Noch flimmert`s golden in der Bäume Kronen und lange Schatten zeichnen Geisterspuren. Es fließt das Sonnenlicht rot durch die Fluren, wie surreale Malervisionen. Der Tag vertaut in letzten Tränen, netzend das grüne Antlitz bunt beblümter Gärten und folgt der Sonne, seinem Weggefährten. Die Vögel kuscheln laubverdeckt, leis schwätzend. Der Glocken Kehlen in den fernen Türmen verschlingen kurz die jungfräuliche Stille. ... |
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| 243 | Erfahrungsgeschädigt | |||
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Vorschautext: Ich hätte soviel noch zu geben, doch keiner will etwas davon. Und manchmal würd' ich auch was nehmen, doch wer teilt mit mir das denn schon? Den täglich Weg, den ich da gehe, den ginge ich so gern zu zweit. Doch all die Wege mit viel Nähe sind mir dann wieder auch zu weit. Ich will, doch will ich's immer zaghaft, weil selten ich's auch richtig will. ... |
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| 242 | Rat- Schläge | |||
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Vorschautext: So lustig ist‘s an manchen Tagen, so traurig wird auch manche Stund. Musst nicht dann gleich `nen Rat mir schlagen, halt einfach deinen Mund. Warum willst du mich stets erziehen? Leg deine Sprüche doch auf Eis. `s gibt nichts in deinen Kopfarchiven, das ich nicht längst schon weiß. Lisa Nicolis |
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| 241 | Warum nur Hass? | |||
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Vorschautext: Abneigung, Hass sind Bürden, die deine Seele tragen muss, nicht die deiner Verhassten, nicht die der Feinde. Das Lächeln, das du andern schenkst, ist Licht, das sich nach innen drängt, das auch dich selbst erhellt. ... |
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| 240 | Abschied | |||
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Vorschautext: Ich sinke unerkannt ins Leere deiner trüben Augen. Und meine warme Hand vereist an deiner kalten Stirn. Dich kann ich auch im Herzen nur erkennen, so fremd du liegst in diesem kühlen Raum. Wenn du das bist hier in dem bleichen Laken, ... |
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| 239 | KI, die falsche Gefährtin? | |||
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Vorschautext: Wo sind meine, wo sind deine, Bilder, Verse, Kreationen? Wir sind träge, wir sind müde, lassen KI drüber thronen. Überall nur ihr Gesicht, unsres gibt es bald schon nicht. Trinken nur aus ihrer Quelle und vergessen unsre Seele. ... |
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