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| 208 | Dies Jahr die Krähen | 25.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Diesjährig sind meine Krähen so stumm. Sie fliegen herum, sie stürzen sich vor meinem Fenster im Flug, in Scharen, vorbei. Kein Ton und kein Schrei! Das urtraute Krah, ist nun nicht mehr zu hören, als wollten sie niemanden stören, als hätte sich Furcht in ihr Gleiten gestaut, als wollten sie sagen: ... |
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| 207 | Die Traumgängerin | 25.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Irgendwann brach die Nacht entzwei, Wege zum Träumen wurden frei, flossen wie Wellen mit einher, wurden zu Weiten und zu Meer. Ich wurde auch zu Welle, Gischt, in der des Mondes Schein zerzischt. Mit Silberstaub das Himmelszelt mir so mein Wogenrauschen hellt. ... |
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| 206 | Schönes böses Leben | 23.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Dieses Leben hat uns Leben einst gegeben, sind mit Freud ein Leben lang daran gebunden. Doch es streut dann hin und wieder, ungelegen, gern mal Salz hinein in manche frische Wunden. Schenkt uns Rosen gern, auch Früchte und die Sonne, schenkt uns Honig. Doch es geizt nicht an Problemen. Lässt uns öfters mal im Regen stehn, auch ohne tröstend, liebend in die Arme uns zu nehmen. ... |
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| 205 | Januarmorgen | 22.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Ich gleite aus dem Schweigen. Groß und kalt stand diese Stille um mich aufgebaut. Ich hörte sie zuweilen viel zu laut und etwas hatte mir den Schlaf gekrallt. Noch warm stahl sich die Nacht aus diesem Raum. Ich hätte sie so dringend noch gebraucht. Die Scheiben hat sie blumig angehaucht, und floh durch Gärten mit dem weißen Saum. ... |
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| 204 | Was ist nah und was ist fern? | 22.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Milliarden Sachen weit im All seh ich das fremde Licht von einem weit entfernten Stern, doch wie viel Uhr es allemal gerade ist, das weiß ich nicht. Die Wanduhr, einen Meter nah, ist viel zu fern. Ich glaub, da wär es logisch, sich richtig anzustrengen, ... |
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| 203 | Mitternächtliches | 21.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Im All drüben sonnt sich jetzt mächlich der Mond, die Mitternacht friert vor sich hin, vorm Fenster, wo immer noch Januar wohnt, greift ein Ast nach dem Sternbaldachin. Beim Nachbarn da flattert noch unruhig 's Licht, der Fernseher hat keinen Schlaf. Der Nachbar nur sieht das Geflattere nicht. Er ruht in den Kissen wohl brav. ... |
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| 202 | Sternenfunkelnlang | 15.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Ich öffne meinen Fensterladen mit großer Ahnungslosigkeit, da spinnt der Winter Glimmerfaden, webt meinen Tannen duft’ges Kleid. Welch Freude! Dieser Sternenvorhang schmückt immerhin so wundervoll die Welt in ihrem Mörderurdrang, lässt hoffen, sternenfunkelnlang, als ob es nur noch frieden soll. ... |
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| 201 | Stimmungstief | 15.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Heute gilt es, keine Luftschlösser zu bauen, denn die Luft ist dick und eisigkalt. Träge fließt der Lebenssaft im Morgengrauen und du fühlst dich hundert Jahre alt. Deine Stimmung haust in dunklen Wetterhütten und dein Wille liegt auf Lagerstroh. Reg dich nicht, du wirst die letzte Kraft verschütten und es nützt dir gar nichts, sowieso. ... |
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| 200 | Es musste raus | 14.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Heut geht's mir gar nicht gut. Es hapert wieder da und dort. Mir fehlt's an Kraft, mir fehlt's an Mut. Auch wenn es dich gar nicht bewegt. Ich sag's nur so. Ich pust es raus, damit es drin nicht Wurzeln schlägt. ... |
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| 199 | Wortlos | 14.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Meine Welt ist so weit, doch sie reicht dir nur bis an die Grenzen meiner Wortfindung. Darüber hinaus kann nur ich sie ertasten. Folgen kannst du mir nicht, denn hin zu ihren Höhen, und meist Tiefen, bist du blind ... |
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| 198 | Schneeverwehen | 10.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Im hellen Licht unsrer Laterne verwirbeln sich Millionen Sterne und landen windböenzerfetzt am Erdboden, ganz dicht vernetzt. Das leise Rieseln ist Geschichte, als tobten tausend schlimme Wichte hoch oben auf dem Himmelszelt und schütteten weiß diese Welt. ... |
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| 197 | Hexenstaub | 08.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Belanglose Worte. Die Wahrheit -verbogen, um dich von Gefühl’n zu entbinden. Vielleicht komm ich einmal durch’s Dunkel geflogen und werde dicht trist und alleine wohl finden und werd’ dich mit Zauber umwinden. Ich werde mich hinter dem Spiegel verstecken und tief in die Augen dir sehen. Ich werde mir heimlich dein Fühlen erwecken und werde dein Inneres leise begehen. ... |
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| 196 | Hohlraum | 08.01.26 | ||
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Vorschautext: *** In den Fängen solcher trüber Tage, fühlt die Seele sich als hohler Raum, drin sich, zage, jedes Schreiten in der echolosen Stille stumpf verläuft. Als ob das Meer ... |
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| 195 | „Winterzauber“ | 03.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Silbern strahlt der Mond durch alle Straßen, gläsern und so fahl ist sein Gesicht, schaut die Sterne, die in Bäumen saßen, kleidet sie in glimmerbuntes Licht. Kälte knirscht schon weiß unter den Sohlen, und der Atem schwirrt ins Dunkle hin, wie ein Teil der Seele, die verloren Halt sucht unterm kühlen Baldachin. ... |
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| 194 | Es schneit | 03.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Die Nacht hat die Landschaft in Wunder gesteckt, die Bäume zum schneeweißen Träumen geweckt. Das Herz wird so warm, dass das Wunder vergeht, wenn's Staunen, die Freude und 's Trara rüberweht? Wird ewig nicht sein, doch der Blick aus dem Zimmer, der brennt in die Seele ein persönliches Immer. ... |
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| 193 | Jahreswechsel | 02.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Danke, lieber Weihnachtsmann, es war schön mit dir, doch nun öffnet sich für uns eine neue Tür. Und da tappsen wir hinein, ’s wird schon nicht so schrecklich sein… © Lisa Nicolis |
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| 192 | Wolkenrücken nur zu blicken | 02.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Erdhin kaum noch Sonnenstunden, himmelweit Winter in Sicht. Wolken krall’n sich’s Sonnenlicht ziehn vorüber erdgebunden, rückwärts dunkelgrau umwunden, drüber strahlendes Gesicht, das sie zeigen, uns zum Spott, immer nur dem lieben Gott. ... |
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| 191 | Wollen (Nonsens absolut) | 02.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Ich würd’ so gerne wollen wollen, wenn ich das Wollen wollen will. Doch meistens will das Wollenwollen, wenn ich’s dann will nicht halten still. Dann will mein Wille nicht mehr wollen, ... |
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| 190 | Vergangen | 01.01.26 | ||
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Vorschautext: *** In den Wipfeln pfiff der Wind gestern wehmutsvolle Weisen, nahm die Blätter windgeschwind mit auf wunderbunte Reisen. Schaue heut zum Fenster raus und da herrscht nur rost’ges Schweigen. Trostlos sieht der Garten aus, weg ist er, der bunte Reigen. ... |
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| 189 | Wintertag | 01.01.26 | ||
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Vorschautext: *** Unter jedem Schritt Dezemberrauschen auf den Wegen voller Blättersterben, buntes Allerlei von Sommerscherben, drin sich längst verlor`ne Träume bauschen. Überm Horizont ein dunkles Regen herbstgelad’ner schwerer Wolkenschergen, dass die Schatten sich in uns verbergen und sich über unsre Seelen legen. ... |
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