Profil von Lars Abel

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Titel
100 Sommers Siegeszug
Vorschautext:
Egal wie weit der Wind die Blätter
dem Kältethron entgegentreibt
Der Sommer bleibt mir doch im Herzen
und mit ihm aufrecht meine Heiterkeit

Selbst wenn der Schnee die Stoppelfelder
mit weißer Decke überzieht
Der Sommer wird in mir nicht älter
sein Hauch noch zeitlos in mir liegt

Schon bald streu´ ich all seine Wärme
auf Wiesen, Wälder und das Eis
...
99 Sommersünde
Vorschautext:
Voll Zuversicht, voll Überschwang,
die Schatten kurz, die Strahlen lang,
das Aug' befeuert vorwärts blickt,
das Haupt, den Weg bejahend, nickt

So voller Glück, der Macht entrückt,
der Nacht, die alle Pracht zerstückt,
zum Lichte hin, den Wolken zu,
die Füße bar, ohn' Druck im Schuh

Bald wie der Wind, zum Flug bereit,
mein freier Geist zum Himmel schreit,
...
98 Lykantrophie
Vorschautext:
Der Spur von Tod, von Raub und Mord,
Ich folgte ihr zum Waldesrand,
kein Lebenszeichen fand ich dort,
der Sog hinein war fulminant

Die Neugier zwang mich in den Tann,
der Mond goss fahl sein Licht hinzu,
dann, eine Lichtung irgendwann,
und trügerische Ruh'

Ich schauderte, als das Geäst,
sich plötzlich auseinanderbog,
...
97 Heiligtum
Vorschautext:
Vom Fels jauchzt hell ein reges Rinnsal,
zwar schmal, doch stet und sonnenklar,
weh' dem, der je dies Recht dir stahl,
dies Recht, zu Glucksen, ohn' Gefahr

Noch funkeln deine zarten Tropfen
und springen froh von Stock zu Stein,
wer will sich da die Schulter klopfen,
die Trübnis solchen Glanzes sein?

Mich hat der Klang längst hingerissen,
der hohem Felswind innewohnt,
...
96 Und Mondlicht tränkt das Feld
Vorschautext:
Im Abendhauch weht sacht das Korn,
taucht ein in fahles Mondeslicht,
mein Ohr verzückt ein fernes Horn,
der Schatten Spiel mein Aug' besticht

Der Tag, zum Kompromiss bereit,
ergibt sich still in Lunas Wacht,
entlässt das Land in Dunkelheit,
sich labend an der Silberpracht

Mir offeriert der satte Schein
den Anblick einer Zauberwelt,
...
95 Wortkadaver
Vorschautext:
Du hast die Nacht heraufbeschworen,
ich höre, wie mein Atem weht,
die Welt hat Sonnenglanz verloren,
die Stimme mein flieht in's Gebet

Im Takt verteilen Lungenwinde
die Fetzen auf mein Schlafgemach,
die rechten Worte, wie ich finde,
erschließen sanft dir Glück und Schmach

Wer bist du, dass ich dir vertraue,
wo Dunkelheit doch Schreck auch birgt,
...
94 Frei
Vorschautext:
Der alte Mann hebt dann und wann,
wenn er die Regung leisten kann,
den krummen Finger in die Luft,
zu warnen jenen Flegel, Schuft,
der ihn zum Schergen degradiert
und dabei grinst, so ungeniert,
der ihn zum Helfershelfer macht
von Birkenau, ihm raubt die Kraft
und wieder blickt der Alte dann
den hoch erhob´nen Finger an,
den Wurm den jener junge Tor
wie drohend reckt vor ihm empor,
...
93 Lieb(e)los?
Vorschautext:
Frauen sind schwer,
schwer zu erlangen
Selbst wenn man sie hat,
muss man weiterhin bangen
Hier ein Verehrer,
da eine Rose
Gott sei Dank bin ich
der Frauenlose,
der einsame Cowboy,
den es nicht rührt,
ob sie mein oder dein
Verlangen schürt
...
92 Zum Lichte
Vorschautext:
Ein zarter Spross begehrt den Strahl,
der weltwärts von der Sonne fällt,
ein Mensch vergeht in Höllenqual,
wenn er sein Sein um Licht verprellt

Zu Stroh verdorret fettes Gras,
wo einzig Nacht es schwarz umwogt,
so kraft- und saftlos Flammenfraß
ohn´ Widerwehr am Halme tobt

Der Funkenflug ist viel genug,
ein Funke wird zum Bleigewicht,
...
91 Konsens
Vorschautext:
Gedanken schmerzen mich so sehr,
sie passen nicht zu meinem Leib
Mein Fleisch, fidel kommt es daher,
Der Geist sich an ihm reibt

Des Messers Schneide leg´ ich blank,
zu enden jenen ew'gen Krieg,
es ringt der Körper mit dem Geist so krank,
der Wahnsinn mich bestieg

Die Klinge treib' ich in den Bauch,
die Lippen Formen sich zum Schrei,
...
90 Mein böser Kater
Vorschautext:
Mein Kater bleibt im Kopfe mir,
er schrie als müsst´ er sterben,
die Pein zu lindern ich versucht,
ihm wollts´ nicht besser werden.

Tabletten gab ich ihm zu kaun´,
er musst sich übergeben,
hat wohl gedacht, ich meins´ nicht gut
und tracht´ ihm nach dem Leben.

Im Angriff suchte er sein Heil,
fuhr aus die spitzen Krallen,
...
89 Einsamer Rebenritter
Vorschautext:
Von Wind und Wetter schwer umkämpft
Und dennoch nie des Streitens müde
Dort auf dem Feld sah ich unlängst
Dich wachen über volle Blüte

Zwei Augen überblicken alles,
zwei Augen sehen mehr als eins
durchbohr´n, vom Rabenhain her krächzt es,
im Auftrag überreifen Weins

So reglos lauernd wirfst du Blicke
starrst immerzu und immerfort
...
88 Fluchtinstinkt
Vorschautext:
Du sprichst mich an ich geb´s zurück,
versuche zu verstehen.
Der Wind streicht sacht dein braunes Haar,
mein Herz liegt in den Wehen.
Ich blick´ die Schönheit vor mir an,
bezaubernd, himmlisch´ Wesen,
sie zieht mich ganz in ihren Bann,
ich möcht´ mich ihr ergeben.

Wir reden über dies und das,
die Welt und Religionen,
doch irgendwie ergründ´ ich nicht
...
87 Erzwungen
Vorschautext:
Liebe ist aus,
aus und vorbei
ich spür sie, du spürst sie:
Quälerei…
Wir zusammen,
keinen Sinn,
verdammen,
so gut wie weg ich bin…
Gefühl liegt am Boden,
zersplittertes Glas,
ausloten-
ist da noch was?
...
86 Pestfratze
Vorschautext:
Ich siech´ im Dreck, in Schweiß und Kot,
erwarte sehnlichst meinen Tod,
benebelt gaff' ich durch den Spalt
der Tür, mein Blick so krank, so kalt,
mein Körper längst lebendig tot,
der Eiter trieft durch meine Not,
so kriech' ich schleppend hin zur Tür,
zu grüßen Vater Tod

Der Kreis der Menschen mich verstieß,
mein Speichel sie erzittern ließ,
mein Leib, zerrüttet und entstellt,
...
85 Haus im Grünen
Vorschautext:
Lügt der Himmel wenn er traurig weint,
die Sonne, wenn sie freudig scheint?
Lügen bunte Blätter, wenn sie fallen?
Was nützt es wenn sie haltlos sich an' s Leben krallen?
Sie wispern offen mir vom Ende,
erfinden keine Gegenargumente

Ich denk', ich sprech' von heute an zum Regen,
es sieht zwar nicht so aus, als würd' er leben
Doch Worte hat er viele auf der Zunge,
den Ursprung atmet seine Lunge
Natur, die niemals sich verstellt,
...
84 Das Duell
Vorschautext:
Sie erzählte mir von Regen,
wenn ich von Sonne sprach,
sah Schatten auf den Wegen,
wo mich das Glück bestach
Ich folge meist der Logik,
sie baute auf ihr Herz,
bisweilen recht utopisch,
so nährte sie den Schmerz

Einst griff der Winter um sich,
ihr Herz litt Einsamkeit,
denn sie vermied es tunlichst,
...
83 Die Nackedei
Vorschautext:
Heissa- hopp, in Raserei,
bringt mich einst die Nackedei!
Man muss hier nicht lange suchen
Blanke Körper, da zwei Busen
Frauen, Männer, alle Wetter,
Niemals war der Ausblick netter!
Aus den Fluten steigt, da schau',
Eine hübsche Meerjungfrau!
Räkelt sich im flachen Wasser
Haut so jung, nichts war je straffer!
Geht man 'rum, die Leut' zu fragen,
woran sie sich hier so laben,
...
82 Dein wohligster Punkt
Vorschautext:
Meine Zunge umspielt
deinen wohligsten Punkt
Zur Genüge gelehrt
hast du mich die Kunst
Geschmack dran gefunden,
schon schmilzt du dahin
Ob ich's heute brauche..?
Versessen ich bin!

Jetzt will ich zu viel,
kann ihn schon wittern,
der mahnende Stich von dir
...
81 Wo Wind und Wogen
Vorschautext:
Wo Wind und Wogen kindlich
miteinander ringen
und Möwenrufe freudig
durch die Luft sich schwingen,
der warme Sand sich krieselnd
um die Füße legt,
und scheinbar niemand Groll
wider den Nächsten hegt,
dort wo die Burgen sandig
in die Höhe steigen,
und Böhen kichernd sich
an Zinnen reiben,
...