Profil von Lars Abel

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Anzahl Gedichte: 147
Anzahl Kommentare: 22
Gedichte gelesen: 72.050 mal
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Titel
67 Frei 21.12.15
Vorschautext:
Der alte Mann hebt dann und wann,
wenn er die Regung leisten kann,
den krummen Finger in die Luft,
zu warnen jenen Flegel, Schuft,
der ihn zum Schergen degradiert
und dabei grinst, so ungeniert,
der ihn zum Helfershelfer macht
von Birkenau, ihm raubt die Kraft
und wieder blickt der Alte dann
den hoch erhob´nen Finger an,
den Wurm den jener junge Tor
wie drohend reckt vor ihm empor,
...
66 Nur der Mond weiß 08.12.15
Vorschautext:
Im gleißenden Mondlicht mein Tagwerk vollbracht,
zerrüttet, weil in mir es Frieden nicht schafft
Ich tauche verloren die Klinge in´s Eis,
Perlen auf meiner Stirn, Perlen von Schweiß

Dein kirschrotes Blut glänzt im Mondeslicht fahl
Was träumte ich mir? Ein Ende der Qual?
Mein Lobeslied auf die Vergeltung verklingt,
ich wähnte, dass Rache den Frieden erzwingt

Es gibt Dich nicht mehr, was diente nun tot,
kauert im Schnee, still und kalt und so rot
...
65 Lied ewiger Nacht 04.12.15
Vorschautext:
Ein Lied wogt durch die schwarze Nacht
der Saiten warme Töne
und vor mir thront in stiller Pracht,
im dunkeln Nichts das Schöne

Hier endet allen Zwanges Macht,
fällt matt in sich zusammen
Ich ende eine öde Wacht,
hinfort des Alltags Zangen

Der Lärm der Welt beschämet schweigt
ob jener reinen Klänge
...
64 Vom Sehnen alter Tage 13.11.15
Vorschautext:
Dein Anblick reißt mich Meilen fort
Streift gute, schlechte Zeiten
Entführt mich an den Flammenort
An dem es galt zu streiten

Den Weg gebar dein Freiheitsgeist
Die Funken sprangen über
Der Kampf zusammen uns geschweißt
Und doch sind wir Betrüger

Heut' geht einjeder seinen Weg
Verleugnet jene Stunden
...
63 Torero 08.11.15
Vorschautext:
Es rauscht der Bach, der Wind durch´s Korn,
es protzen fette Ähren
Es senkt ein edler Stier sein Horn,
im Kampf sich zu bewähren

Es singt allein der Wind im Ohr,
die Menschenlaut´ ersterben
Mein Hirn halluziniert mir vor
Gemälde vom Verderben

Weiss nicht, ob mehr als ein Versuch
mir armem Schlucker ziemet
...
62 Schauermeister 08.11.15
Vorschautext:
Im Spätherbst streichst du über kahle Felder,
in allen Winkeln sich dein Hauch verkrallt
Ich fühl' es, wieder bin ich ein Jahr älter,
dein Ruf durch farbenlose Wälder hallt

Im Tann die frische Luft besingt ein Ende,
wo flüsterleis´ mein Blick die Kron´ beweint
bewusst mit dir ich meine Zeit verschwende,
wie ausgestorben dieser Augenblick erscheint

Durch dichte Nebelschwaden huschen Geister,
das Astloch eisig durch den Morgen äugt
...
61 Konsens 08.11.15
Vorschautext:
Gedanken schmerzen mich so sehr,
sie passen nicht zu meinem Leib
Mein Fleisch, fidel kommt es daher,
Der Geist sich an ihm reibt

Des Messers Schneide leg´ ich blank,
zu enden jenen ew'gen Krieg,
es ringt der Körper mit dem Geist so krank,
der Wahnsinn mich bestieg

Die Klinge treib' ich in den Bauch,
die Lippen Formen sich zum Schrei,
...
60 Im Dunstkreis 21.10.15
Vorschautext:
Mein Sehnen tobt im Morgenlicht,
Greint in des Alltags Schranken
Aus Lungen schwer mein Seufzer bricht
im Dunstkreis fahler Lampen

Das Himmelsgold durch's Fenster lugt,
So nah und doch so ferne
Gedankenlenken ich versucht,
Doch nimmer ich es lerne

Ideen drehen wie der Wind,
der Freie, Unbeschwerte
...
59 Dein Lachen 21.10.15
Vorschautext:
Gewiss, es rennt die Zeit davon
Schlägt nieder sich in Falten
Gewiss, ich sah mich selber schon
Zu lang nicht innehalten

Und ja, was heute gehet noch
Verschiebet nicht auf morgen
Und ja, Vertagtes ist ein Joch
Beschert der Seele Sorgen

Und dennoch blicke ich zurück,
Bestaun' was du vollbrachtest
...
58 Falls 21.10.15
Vorschautext:
Falls er denn je im Leben steht,
Zufrieden von sich sagte:
Ich hab mein Leben selbst gedreht,
Triumph nahm Angst, die Nackte

Falls ihm sich einst der Weg erschließt,
der Weg des werten Lebens
Falls Hoffnung in der Wüste sprießt
War Dursten nicht vergebens

Falls Leben einst nicht Sterben heisst,
So will er sich verlieben
...
57 Schenk´ mir Leben 21.10.15
Vorschautext:
Durch gelbe Blätter lichter Schein
Greift wärmend nach der Seele
Und ist der Herd auch noch so klein,
Im Funkenflug ich schwele

Der Brand erfasst mich ganz und gar,
Führt lichterlohe Flammen
So feurig werde ich gewahr,
dass Glut mich hält zusammen

Was Leib und Seel´ dereinst getrennt,
Sich eisig mir versagte
...
56 Backsteinhalle 16.10.15
Vorschautext:
Der Wut das Herz geöffnet heut´,
bis es sich vollgesogen ganz
Zu Brüllen er dann doch gescheut,
trotz Augen voller Zornesglanz

Das stumpfe Tun am fließend´ Band,
der grauen Halle Alltagsgeist
Er schlüg´ den Kopf noch vor die Wand,
bevor der Faden reisst

Vom Karle mir ward kundgetan,
vom Karle, der etwas verlor,
...
55 Hinübergleiten 12.10.15
Vorschautext:
Durch traute inn´re Wüste
irr´ ich nicht heute Nacht,
wenn nur der Traum mich küsste,
der mich zum König macht

In gold´nem Sonnenlichte
zerflössen Schand´ und Pein
Fern aller Welt Gerichte
sänk ich in´s Glück hinein

Mein Blick flög ohne Hemmnis
still über weites Land,
...
54 Keine Sieger... 03.10.15
Vorschautext:
Du ziehst mich süß in deinen Bann,
doch tust du's einzig fleischlich
du bist die Frau, ich nicht dein Mann
und glaub' mir, dabei bleib' ich

Solang' der Menschheit ich nicht trau',
wie könnte ich dich lieben?
Solang' die Nacht im Mensch ich schau',
gehorch' ich meinen Trieben

Die Liebe ist mir ein Begriff,
sein Inhalt stets sich wandelt
...
53 Soweit die Füße tragen 01.10.15
Vorschautext:
Totenstille, tiefer Schnee,
die Decke bricht geduldig
Langer Marsch, vorbei am See,
Gefühle viele mulmig

So viele Meilen stapf´ ich schon,
so viele werden folgen
Die Tundra trennt kein Farbenton
vom Himmel und den Wolken

Wasser friert, ward zugedeckt,
man könnte drüberschlittern
...
52 An die Nazikeulenschwinger 29.09.15
Vorschautext:
Die Beschränktheit mancher Menschen
lodert derzeit auf wie Feuer
Was manchem Schreiber sie kredenzen
bringt mir Wut, ist ungeheuer
Jeder könnte ein Rassist sein,
der die braune Brüh´ vertreibt
scheinbar flößt er sie dem Hirn ein,
scheinbar Wurst, in welchem Kleid

Oh welch´ festgefahr´nes Denken
dieser Tage um sich greift
Während Brüder sich befehden,
...
51 Einsamer Rebenritter 29.09.15
Vorschautext:
Von Wind und Wetter schwer umkämpft
Und dennoch nie des Streitens müde
Dort auf dem Feld sah ich unlängst
Dich wachen über volle Blüte

Zwei Augen überblicken alles,
zwei Augen sehen mehr als eins
durchbohr´n, vom Rabenhain her krächzt es,
im Auftrag überreifen Weins

So reglos lauernd wirfst du Blicke
starrst immerzu und immerfort
...
50 Hebamme 28.09.15
Vorschautext:
Feurig lodern bald die Flammen
Bauern, Adel, lauft zusammen!
Seht, wie sie das Weib dort brechen,
wie sie Totgeburten rächen
Obst und faule Eier fliegen,
ihr in's Angesicht gerieben
Panisch kniet sie vor dem Haufen
Kinder werfen, schreien, raufen
Zahnlos keifen auch die Alten,
sind mit Müh' zurückzuhalten
Schergen packen sie an Armen,
An den Haaren, Jubelscharen
...
49 Des Dichters Tod und Wiedergeburt 27.09.15
Vorschautext:
Der Dichter stirbt, er kann nicht mehr
er ekelt sich vor Schrift so sehr
er bricht den stumpfen Stift entzwei
und teilt das Blatt Papier durch drei
Er haut den Schädel auf den Tisch
bis vier zählt er, der Schmerz erlischt
Bei fünf nun starrt er nach der Uhr,
die hängt sechs Jahr´ schon dort im Flur
der siebte Himmel ihm verwehrt,
kein Fräulein seine Kunst begehrt
Der Achte wohl, falls es den gibt,
in dem der Mensch die Dichtkunst liebt
...
48 Sommers Siegeszug 25.09.15
Vorschautext:
Egal wie weit der Wind die Blätter
dem Kältethron entgegentreibt
Der Sommer bleibt mir doch im Herzen
und mit ihm aufrecht meine Heiterkeit

Selbst wenn der Schnee die Stoppelfelder
mit weißer Decke überzieht
Der Sommer wird in mir nicht älter
sein Hauch noch zeitlos in mir liegt

Schon bald streu´ ich all seine Wärme
auf Wiesen, Wälder und das Eis
...
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