Raues Land

Ein Gedicht von Lars Abel
Ich liebe diese raue Landschaft,
die Kraft und freien Geist verstrahlt,
viel Herzblut ward ihr hingerafft,
dafür mit Weisheit sie nun prahlt

Die Hügel steigen aus dem Boden,
die Krater stürzen sich hinab,
man mag die Sträucher sämtlich roden,
sie sterben niemals ewig ab

Wer sich an ihren Wurzeln abtut,
und wütet wie die Axt im Wald,
der stößt auf siedend heiße Glut,
die drohend ihm engegenwallt

Erblickt man diesen Fleck mit Liebe,
errötet jeder Dornenstrauch,
so sprießen Blüten auf die Hiebe,
der Zorn verpufft wie Schall und Rauch

Ich liebe die vernarbte Seele,
die so viel zu erzählen hat,
sie dienet dabei keinem Hehle,
nimmt vor den Mund kein falsches Blatt

Was bieten schon die glatten Lande,
die jedes Auge schnell durchschaut,
die meistens kommen gut zu Rande,
vor deren Einklang es mir graut..

(C) Lars Abel

Informationen zum Gedicht: Raues Land

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20.02.2016
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