Himmel und Hölle

Ein Gedicht von Lars Abel
Soeben fing ich an zu Leben,
goss Feuer in den Augenblick,
den Launen hab´ ich stattgegeben
und frei den Hals vom Mörderstrick

Vom morschen Stuhl hinabgesprungen,
durchdrungen noch von der Gefahr,
dem Tod mein Leben abgerungen,
verklungen war die Engelsschar

Das Letzte ließ ich mir nicht nehmen,
wenn sonst auch nichts mehr übrig schien,
die Macht, ein Dasein zu verfemen,
werft nicht der Welt zum Fraße hin

Ich folge stumm und mit den Augen,
im Glauben, dass der Schmerz verlebt,
den Narben, suche aufzusaugen,
das alte Blut, das ehern klebt

Im Abendrot erglimmen Scheiben,
verweile still im Farbenrausch,
beeilend, Altes abzuschreiben,
ihr Höllen, gönnt mir diesen Tausch

Ich fordere mein Auferstehen,
geh´ Teufel, nimm die Leiche hin,
ich weiche nicht ob deinem Flehen,
bis dass ich auferstanden bin

(C) Lars Abel

Informationen zum Gedicht: Himmel und Hölle

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20.02.2016
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