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Denkende müssen entfernt werden,
um nicht die Denkfaulen zu infizieren
und damit nicht weitere Denker entstehen. ... © da Hihö
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Statistiken


Anzahl Gedichte: 527
Anzahl Kommentare: 20
Gedichte gelesen: 10.880 mal
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Titel
407 Reigen 14.06.21
Vorschautext:
Hin und hin die Zeit vergeht.
Ohne jeden Unterlaß getanzt, gedreht.
Sinne nicht, fühle nur dein klopfend Herz.
Rasch wandelt Jugend sich in Altersschmerz.

Wer möchte wohl im Zorn, im Streite sein,
oder gar am Ende Schön mit Bös’ entweih’n?
Gläubig bleib den Pfeilen Amors anvertraut!
So erhält wohl jeder Mann die richt’ge Braut.


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...
406 Punktum 14.06.21
Vorschautext:
Eine starke eigne Meinung.
Fest und überhaupt –
und damit aus!

Niemals eine Änderung.
Wenn’s auch staubt –
und damit aus!

Kompromisse gibt es nicht.
Auch keinen Konsens –
und damit aus!

...
405 PROMETHEUS ETHON HERAKLES 13.06.21
Vorschautext:
(Aphorismus)


Angeschmiedet ohne Trank und Speis und
Träume, die ewig wachsende Leber hinreichend
dem immer wiederkehrenden Ethon für einen Götterverrat
an die unverdiente Menschheit als ein unbelohntes Opfer.
Ohne Gnade dem Unbill des Wetters für Jahrhunderte
der Unsterblichkeit übergeben, bis ein tapfrer
Herakles Mitleids aufgelöst, ihn löst.


...
404 Permanenter Wochenkalender 13.06.21
Vorschautext:
Montag

Bei uns im Land der Berge herrscht weithin große Not.
Politiker nennen’s: „Magersucht“,
’s Volk nennt’s: „Hungersnot!“

Dienstag

Politiker denken, fühlen nicht, doch sind sie sehr gescheit.
Sie halten unsre Gelder nur für sich allein bereit.

Mittwoch
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403 Peppos Zwickmühle 13.06.21
Vorschautext:
Der Lehrer lehrt, wenn auch im Stehn,
trotzdem aber mit Gewicht:
„Es tut der Wind so wehn
sagt man, wenn es mal im Bauche sticht!“

Da ruft Peppo gleich hinaus,
da’s ihm im Bauch umgeht:
„Darf ich schnell mal raus,
weil mir im Bauch der Wind so weht?!“


Copyright © da Hihö
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402 Patt 13.06.21
Vorschautext:
(Kalligramm)


An
den Häusern
kriechen Schatten,
bis an den Wänden sie ermatten,
während der Stern am Horizont ertrinkt
und ein altersmüder Tag zur Nacht hinsinkt.

Und die Schatten schleichen in die Nacht,
klirrend kalt – in sich völlig unbedacht,
...
401 Ohne Ketten 12.06.21
Vorschautext:
Einst gefunden,
nie gebunden,
nie gekettet,
sanft gebettet.

Für alle Zeit die Lieb’ gerettet!

Derweil wir uns versah’n –
sind unsre schönsten Jahre um.


Copyright © da Hihö
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400 Noch nicht 12.06.21
Vorschautext:
„Der Frühling“,
sagen sie.
„Der Frühling ist da!
All überall!“
So sagen sie.

Ich aber – ich glaub es nicht.
Nirgendwo ist neues Ried.

„Der Frühling“,
sagen sie.
„Der Frühling ist’s! Ja, ja!
...
399 NAH DER ABENDDÄMMERUNG 12.06.21
Vorschautext:
(Aphorismus)


... Gestalten, die über dunkle Brücken hasten,
vorüber an finstren Heiligen in müden Lichtern,
... und Wolken, die über den schwarzen Himmel flieh'n,
hinweg über Kirchengemäuern mit mahnenden Türmen.
... Einer, der an der granitenen Quaderbrüstung lehnt
und glitzerndes Abendwasser schaut,
die Hände auf geduldigen Steinen.


...
398 Nachts am Strom 12.06.21
Vorschautext:
Der Strom vor uns zerfließt –
und über uns ergießt
der Mond sein Licht auf dich;
Vergießt dabei auch sich.
Vergießt sein Licht auch über mich.

Der Strom vor uns vergißt –
... und über uns vergißt
der Mond das Leid;
Vergißt die Zeit.
Menschenleere weit und breit.

...
397 Na so was! 11.06.21
Vorschautext:
(Wachtelterrine mit Steinpilzen sowie Röstkartoffeln)


Man nehme Steinpilze an die 160 Gramm
und schaffe 410 Gr gerupfte Wachteln ran.
Auch Röstkartoffeln, ein halbes Kilogramm,
dazu gut 16 Deka süßen-sauren Rahm.
50 Gr Butter und 75 Gr von feinsten Mehlen;
auch ein Eßlöffel Mayonnaise darf nicht fehlen.

Wachtel tüchtig berühren,
sowie 15 Minuten gut frittieren.
...
396 Mehrlinge 11.06.21
Vorschautext:
Wären’s zwei – wären’s Zwillinge,
wären’s drei – wären’s Drillinge.
Vierlingen wären demnach also vier.

Doch eine Frage stellt sich peinlich hier:
„Woher nur kommen all die vielen Hundlinge?“


Copyright © da Hihö
2014
395 Manchmal-Poesie 11.06.21
Vorschautext:
Wo sich bedachte Wörter mischen,
ob warm, ob kalt,
ob jung, ob alt,
ob böse oder lieblich sie;
blitzt unverhofft ein Vers dazwischen.

Manchmal nennt man dies dann Poesie.


Copyright © da Hihö
2014
394 Manches Mal 10.06.21
Vorschautext:
Manches Mal wär ich gerne
wie einst, ein kleiner Knabe:
Bekäme schöne Schokoladensterne
oder manch andre süße Gabe.

Fühlte wieder wie ein Kind,
niemand tät mir was zuleide.
Pflückte Blumen froh im Sommerwind
und tanzte mit den Schafen auf der Weide.

Tauschte dafür gerne Geld auch und Verstand,
verzichtete auf das, was hinter finstren Türen.
...
393 Ling Lung Lang, der Schmetterling 10.06.21
Vorschautext:
Die Nachbarn des Ling Lung Lang
warteten tagtäglich bang,
daß die Sonne nieder ginge
und der letzte Ton verklinge,
da nachts noch nie ein Laut zu ihnen drang.

Denn es schmetterte Herr Lung Lang Ling
bevor er in die Dusche ging
ins Morgenrot seinen Gesang:
Und schmetterte Tag um Tag – und dies jahrelang!
Bald nannte man ihn deshalb „Schmetterling“.

...
392 LEHRBEAMTE 10.06.21
Vorschautext:
(Aphorismus)


Arrogante überhebliche Schergen
eines hin und hin menschenverachtenden
Staates, der nicht scheut, Tag um Tag gewalttätig
alle kindliche Unschuld, Fantasie und Kreativität aus den
Köpfchen zu treiben, nur um Zahlen und Buchstaben anstatt
Mitgefühl, Erbarmen und Menschlichkeit einzunisten um
aus Lernende – Leere anstatt Gelehrte – zu machen.


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391 LEBE JETZT! 09.06.21
Vorschautext:
(Aphorismus)


Fülle uns, mein Freund, nochmal die Gläser,
wir leben ja nur heut’ und allzuschnell entflieht
das endlich’ Leben uns und jedem – sei er noch so reich,
klug oder landesweit berühmt; selbst Heiligkeit hat keinem noch
geholfen – lange schon sind alle sie den letzten Weg gegangen.
Nur das Jetzt und Hier ist unser einzig’ wahres Leben;
selbst Nachruhm gibt nicht eine Stunde uns zurück.


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390 Land ohne Grenze … 09.06.21
Vorschautext:
Buchstaben und Zahlen(des),
Einweisen(des) oder Ausweisen(des)?
ins fremde Land
ohne Grenze, am Rand.
Fremde neue Abhängigkeit,
noch unbefreit, noch unbereut.
Im Land ohne Grenze wird man erneut!

Frauen an der Straße heben
die Röcke wie zum Gruß mal eben.
Viel zu nahe dem Schlagbaum. Als rare
gefahrvolle billige Ware.
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389 Krieg den Jägern 09.06.21
Vorschautext:
(gegen Mordlust und Habgier
wider Mensch und Tier)


Ach, die Sonne sinkt danieder in den Fluten.
Wer wollte da nicht gerne mitverbluten?
Hin zum Westen, hin zum Guten?
Wo Tugend und Moral längst umgebracht,
wo Freiheit schon lange sagt: „Gute Nacht!“

Und wieder ruft man: „Waidmanns Heil!“
Schwarze, Weiße ! Alle! Alle nehmen teil …
...
388 Krieg 08.06.21
Vorschautext:
Die einen zählen,
die anderen fallen.
Die einen befehlen,
die anderen zahlen.
Die einen profilieren,
die anderen krepieren.

Nichts Besonderes,
außer Mord im Akkord,
sozusagen: Mordakkord
Ist Gewalt denn je gerecht?

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