Profil von Hihö

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Registriert seit dem: 22.12.2018

Pinnwand


Mag ein Tiergarten noch so gelungen anmuten –
immer doch bleibt er ein trauriges Gefängnis voll
unschuldiger Tiere! ... © da Hihö
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Wer die Wahrheit nicht weiß, ist bloß ein Dummkopf.
Wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.
(Bertolt Brecht, 1898 – 1956)
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Anzahl Gedichte: 529
Anzahl Kommentare: 34
Gedichte gelesen: 10.415 mal
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Titel
169 Elegie auf leisen Sohlen 04.09.19
Vorschautext:
Man könnt’ sich selbst den Hals umdrehn,
oder aber gleich ins Wasser gehn.
Doch die Feigheit ist ein guter Freund.
Es ist ja auch nicht so ernst gemeint.

Man geht sich selber auf die Socken,
und will nur allein zu Hause hocken.
Wirft man in den Spiegel einen Blick
schrickt man abrupt vor sich zurück.

Man studiert dann kurz mal das Gesicht.
Obwohl, nützen kann das freilich nicht.
...
168 Die Dreher (Kurzversion für Verlorene) 03.09.19
Vorschautext:
Weiblich
sind die
Kopfverdreher.

Männlich
sind die
Halsumdreher.

Männlich, weiblich:
Alle
sind sie
Wortverdreher.
...
167 Die Dreher (Erläuterung für Einsichtige) 03.09.19
Vorschautext:
Wie sie gehen:
Aufgetakelt, hingeschminkt.
Wie sie stehen:
Kopfverdreher!

Wie sie gehen:
Lachhaft muskelbepackt.
Wie sie stehen:
Halsumdreher!

Wenn sie gehen, wenn sie stehen:
Aufgelackt, ohne Geschmack.
...
166 Die alten Lieder! 03.09.19
Vorschautext:
Wo sind unsre alten Lieder,
die wir als Kinder gern gehört?
Kommen sie denn niemals wieder?
Mal ehrlich: Ist das nicht unerhört?

Und überhaupt: Wo sind die Leute,
denen man das Singen noch erlaubt?
Nur stupiden Popkram gibt es heute,
der uns das Gehör schon lang geraubt!

Zwar selbst ein alter Rocker,
hör ich auch das gute Volkslied gern.
...
165 Der Igel und der Frosch 03.09.19
Vorschautext:
Dem Igel dürstet, er will zum Bade,
den Pfad hinab zu des Teichs Gestade.
Weil Laufen mit Durst nicht so gesund,
denkt der Igel: „Ich mach mich kugelrund“.

So kugelt er bergab entlang dem Pfade
hin zu des Teiches ebenen Gestade.
Freudenvoll, daß er den Durst beende,
rollt er dahin, und dieses sehr behände.

Derweil: Der Frosch sein Bad beendet,
sich genüßlich nach dem Pfade wendet.
...
164 Das Erwachen des Herrn Hypo Chonder 03.09.19
Vorschautext:
Herr Hypo Chonder lag im Krankenhaus.
Man nahm ein Stück vom Darm ihm raus.
Doch als er erwachte
und nichts Schlimmes dachte,
sprach zu ihm der Doktor sachte:
„Wir haben innen drinnen was geseh’n –
ich denk, es bleiben Ihnen nur noch zehn."

Da fühlte sich Hr. Hypo arg beschissen,
und wollt’ es gleich genauer wissen.
Er fragte, seine Stimme klang gebrochen,
als hätt’ den Braten er bereits gerochen:
...
163 Aufg’schnappt’s 03.09.19
Vorschautext:
(am Weihnachtsmarkt)


Zwei Glühwein! …
… Swei Glühlein!
Wei Lühlei! ...
… Ei Buhei!
Flühei ...
… Slhei!
… sw?! ...
!?!

...
162 Äonenwende 02.09.19
Vorschautext:
Ungefragt hinein geworfen in die Welt.
Zur Menschheitsrettung hin bestellt,
verschwand er bald für viele Jahre.
Wohin er ging? Er suchte wohl das Wahre!
Was er tat? Er dachte nach für lange Zeit!
Er sann, wie Menschen man vom Leid befreit!

Er sprach und sagte alles was er dachte,
wenn auch mancher drüber lachte.
Er sprach von Frieden und von Liebe
und erntet dafür der Geißler Hiebe.
Sprach über Gnade und von Gottes Reich,
...
161 Todessehnsucht 02.09.19
Vorschautext:
Allzugern weile ich nicht mehr hienieden,
ein paar Jährchen noch, falls mir beschieden,
damit wär ich hoch zufrieden.

Längst schon geh ich an des Kindes Grabesstätte,
die ich mit ihm gern getauscht gesehen hätte.
Ich läge gern statt ihm in diesem Erdenbette.

Wohl weiß ich längst, sowie es jedermann erfährt,
daß sich der Tod vom Leben nährt,
nur scheint mir der Nutzen ganz und gar verkehrt.

...
160 Liebesglück zu Tränen 02.09.19
Vorschautext:
Wenn sich das Glück mal sehen läßt,
teile es mit jemandem – und halt es fest.
Ungeteiltes Glück! – Ich weiß nicht recht,
ob es sich allein ertragen möcht?
*****

Zwei Herzen, die in Lieb’ verbunden,
erfahren durch Enttäuschung Wunden.
Kurzzeitig mag man Herzen hintergehn!
Ob sie dann je wieder zueinander steh’n?

Mag sein, daß Herzen bald erkalten,
...
159 Kleines Herz im Liebesleid 02.09.19
Vorschautext:
Kleines Herz!
Verwirkst im Winterreigen
viel zu viel von deiner Kraft.
Hör! –
Es schweigen schon die Geigen.
Verlier nicht länger Lebenssaft!

Kleines Herz!
Laß los im Geben,
viel zu viel umsonst dahin.
Sieh! –
Schon faulen erste Reben,
...
158 Gedanken am Grab 01.09.19
Vorschautext:
Ist ihm das Gehen schon so schwer,
ist’s Bleiben ihm noch viel mehr!
Wozu Rosen in die Erde?
Und die Lieder ?
Ungehört!
Ob ich’s je verstehen werde?

Und des Priesters Worte überhört.
„… damit es werde
… aus der Erde in die Erde“
Was denn nur?
… Was nun werde?
...
157 Sonnenkleider 01.09.19
Vorschautext:
Er sah der Sonne rotes Nachtgewand,
ihm schien, als blute sie in tiefster Not.
Da dachte er in seinem Unverstand:
Bestimmt ist dies nun aller Tage Tod.

Sie tauchte hin ins weite Wolkenrund,
als wollte sie die Erde heimlich küssen.
Da aber tat der Zug der Gänse kund:
Sie will uns nur zum Abend grüßen.

Er sah der Sonne rotes Morgenkleid,
ihm schien, als würfe sie es in den Tag.
...
156 Hihös kurzgefaßter Lebenslauf 01.09.19
Vorschautext:
Obwohl, ich hatte hier nichts verloren,
wurde ich doch, wie alle andern auch,
als nigelnagelneues Kind geboren.
Sozusagen: Zum Hausgebrauch.

Die Schule hatte für die Eltern Gewicht
und daher war ich auch meist dort.
Ein Musterschüler war ich trotzdem nicht.
Doch ich kam voran: – … und dann fort.

Viel länger waren die Lebensmiseren
in meinem Beruf in aller Welt.
...
155 Fledermaus-Gespräche 31.08.19
Vorschautext:
(Persiflage in Oö. Mund-Art)


Vampire san, wie jeder weiß,
nix anderes als Fledermäus’.
Sie hängen herum in finst’ren Höh’n
w0 sie sich ollahaund erzöhn

Do frogt de ane: „Na, wia geht’s?"
Drauf sogt die aund’re: „I hob Aids!
Leida hob i mi nix gschissn
und woihlos umanaunda bissn!"
...
154 Dies stille Tal 31.08.19
Vorschautext:
Dies stille Tal ist hier
ein wahrlich schöner Wiesengrund.
So meine Fantasie erhebet mir
eines geduckten Hauses Rund.

Hier höre ich der Bäume Flüstern,
und murmelt mir der Bach: – „Nur zu!“
Wie auch die Wiesenblumen wispern:
„Hier findest du dein Wohl – dein’ Ruh’“

Wohlan denn! Daß ich hier verweile,
auf daß die Seele haltet stille Rast.
...
153 Das verlorene Gedicht 31.08.19
Vorschautext:
Da hab ich glatt ein Gedicht verloren!
Ach, was bin ich nur für ein Tropf?
Ich hatt’ es doch schon in den Ohren
und natürlich auch bereits im Kopf!

An einem lauen Sommerabend
saß ich einsam und allein
auf der Veranda; Ideen grabend,
bei einem netten Gläschen Wein.

Im Kopfe formten sich Gedanken:
wurden Sätze, wurden Reime,
...
152 Das richtige Maß 31.08.19
Vorschautext:
Wenn mich einstmals jemand früge,
wie viele Lebensjahre ich schon mit mir trüge;
„Ein paar Minuten!“ das wär’s was ich darauf sagte.
Und wenn nach meinen weißen Haare fragte,
sagte ich: „Man dürfe nicht vergessen,
das Leben mit dem richt'gen Maß zu messen.
Die Küsse meine Mutter; spät mußt ich’s erkennen,
sind das Einzige, das man kann Leben nennen.“


Copyright © da Hihö
2008
151 Ausgestiegen 31.08.19
Vorschautext:
Seit ich in meinem Blockhaus wohne,
selbst gebaut mit eigner Hand,
so sich nun mein Handwerk lohne
stadtentflohen, fernab am Land.

Seither kommt meine Seel' zur Ruh!
Stressisten seh ich äußerst selten,
schau ihnen höchst mitleidig zu.
Zwischen mir und ihnen liegen Welten.

Hab hier alles was ich brauche,
beweg mich nur in der Natur.
...
150 Am Grab des Kindes 31.08.19
Vorschautext:
Zu uns’ren Füßen ruht
das Unserkind; Nicht bös, nicht gut:
Hat geweint und hat gelacht,
hat gefühlt und hat gedacht.

Hat gekämpft, – hat nichts erstritten,
hat geliebt, – ... und hat gelitten.
Nun liegt es da, zu tot gestreckt,
wird niemals wieder aufgeweckt.

Wollt' Gott ihm doch dies Wunder tun:
Es bäte wohl:
...
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