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Registriert seit dem: 22.12.2018

Pinnwand


Mag ein Tiergarten noch so gelungen anmuten –
immer doch bleibt er ein trauriges Gefängnis voll
unschuldiger Tiere! ... © da Hihö
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Wer die Wahrheit nicht weiß, ist bloß ein Dummkopf.
Wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.
(Bertolt Brecht, 1898 – 1956)
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Anzahl Gedichte: 529
Anzahl Kommentare: 34
Gedichte gelesen: 10.415 mal
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Titel
349 Wende vor Beginn 18.10.19
Vorschautext:
Am Beginn
vor dem Ende
käm die Wende
vorm Gewinn

Lange weisende
kreisende
Gedanken
Diffuses Schwanken
Wanken

Noch diese eine
...
348 Weint doch nicht 18.10.19
Vorschautext:
Weint doch nicht, ich habe ja gelebt,
hab nach ew’gem Leben nie gestrebt.
Denkt nicht, daß wir uns ferne sind,
ich streichle euch als Abendwind.

Seht hin, wenn der Tag sich neigt
und aus dem Dunkel ferne Sterne zeigt –
abends – wenn der Himmel geht zur Ruh
leuchte ich als Stern euch zu.

Teilt gerecht, was ich hinterlassen habe,
nehmt es all hin als Abschiedsgabe. –
...
347 Wär wo was … 18.10.19
Vorschautext:
Wär wo was zu sagen,
tut man sich sehr schwer,
denn Worte können plagen,
und schmerzen manchen sehr.

Wär wo nichts zu klagen,
tut man sich nicht schwer,
hätten Worte was zu sagen,
sprudelten sie nicht so sehr daher.

Wär wo viel zu tragen,
tut sich’s Sagen schwer,
...
346 Wäldchens Trost 17.10.19
Vorschautext:
(Limerick)


Auf selben Baumstrunk sitzt er nieder,
sonnenlichtgetroffen, auch diesmal wieder
laubzersprenkelt sein Gesicht;
Sanft tanzt Dunkel hier mit hellem Licht.
Still lauscht er alsbald der Bäume Lieder.

Noch ist Tag! Er kann den Mond schon sehn.
Ahnt die Sterne, die am Himmel gehn.
Doch wieder, wie so oft,
...
345 Waidmanns Heil 17.10.19
Vorschautext:
Hingestreckt liegt's Wild am Rain,
getötet ist der stolze Hirsch.
Vom Glück träumt auch das Mägdlein
gleich dem Jäger auf der Pirsch.

Dicht an dicht stehn die Bäume,
verblutet längst der stolze Hirsch.
Ach wie gleichen sich die Träume:
Mägdleins Hoffen, Waidmanns Pirsch.

Leise plätschert es am Weiher
Im Gras verdeckt liegt tot der Hirsch.
...
344 Vorweihnacht 17.10.19
Vorschautext:
Im Bürgergarten
stehn dieselben Stände.
Diese Zeit lehrt warten.
Alles staut sich allen in die Hände
und bunte Lichterketten beglitzern dreist
bepunschte Kerle, die lauthals schreien.
Glühweintrunken zusammengekreist
mehr zu erhalten. In Dreierreihen!

Doch er geht nur still vorbei,
huscht Schattengleich den Stand entlang,
wo der Wind hin weht im immer selben Einerlei:
...
343 Von Gutem und von Schlechtem 17.10.19
Vorschautext:
Sagst du von mir nur Gutes,
weil du denkst: Man tut es!
Da raunen sie rundum leise
und wollen dafür Beweise.

Flüsterst aus List du Schlechtes,
womöglich gar noch Ungerechtes.
Ja, dies glauben dir sogleich alle!
Ohne Beweise! Und in jedem Falle!


Copyright © da Hihö
...
342 Von Frau zu Frau 16.10.19
Vorschautext:
(Die Mär von der Eierfrau)


„Was drückt Ihr Euch so ohne Mann herum?
Schaut Euch doch um einen Neuen um!“

„Wozu brauch’ ich einen neuen Mann?
Ich schuf mir stattdessen Legehühner an!“

„... und was tragt Ihr in eurem Korbe hier?
Liebste Eierfrau, so sagt es mir!“

...
341 Vom Unterschied 16.10.19
Vorschautext:
„Was suchst du hier in diesem Mist?“
„Ich suche das, was nicht zu finden ist!“
*

„Ich suche hier in diesen vielen Knochen,
(die Freude läßt mein Herz schon pochen)
den Unterschied zwischen Sklaven und Herrn.
Ja, den fände ich nur allzugern!

Doch ich kann ihn nicht entdecken:
Weder zwischen Apachen und Azteken,
noch zwischen Katholiken und Protestanten.
...
340 Vom Kummer-Schlummer 16.10.19
Vorschautext:
Sie tranken Sekt. Sie hatten Kummer.
Ein Gescheiter und ein Dummer.
Sie stießen auf die Zukunft an –
(was man wohl verstehen kann).

Das „Heut“ und „Morgen“ nickten sich an
(was man wohl auch verstehen kann).
Die wußten nichts von deren Kummer,
derweil die Durstigen befiel der Schlummer.


Copyright © da Hihö
...
339 Vom Bienenstich zum Bienenstich 16.10.19
Vorschautext:
Jammer nicht und lamentiere nicht,
wenn dich mal ein Bienchen sticht.
Es stach nur zu in größter Not!
Du leidest Schmerz, es aber litt den Tod.
***

Einen Konditor kennst du sicherlich!
Der packt für jeden – auch für mich.
Doch macht er gewiß allein für dich
auch einen süßen leck’ren „Bienenstich!“
***

...
338 Virusattacke 16.10.19
Vorschautext:
Falls
Computerviren
sich mal fadisieren
könnte es leicht passieren
daß sie beginnen auszuschwirren
und meinen Rechner fragmentieren.
Das würde mich echauffieren
es würde mich verwirren
tät mich arg irritieren
ich müßte formativ
formatieren
format
...
337 Verschollen 16.10.19
Vorschautext:
Was hat man alles in uns eingefüllt?
Uns öde Grammatik eingetrichtert.
Nur war der Kopf nie recht gewillt
und die Regeln nie richtig abgesichert.

Wo sind sie, die richtig geformten Sätze?
Verschollen? Nach wenigen Jahren schon?
Jedenfalls stellt mancher oft an vordere Plätze
das fürchterliche Ego-Wörtchen „ICH“, – – –
nur dies ist (leider) die stets drängelnde (erste) Person.


...
336 Verbraucht 16.10.19
Vorschautext:
Morgens beugt die Sonne
ihre Strahlen ihm zur Wonne.
Als Morgengruß in ganzer Pracht,
doch leider nur für den Moment gemacht.

All seine Liebe ausgehaucht,
ohne Warnung aufgebraucht.
wie Tage die sich zum Ende neigen
und düster sich als Schatten zeigen.

Abends fällt die Sonne aus dem Land.
Dunkelheit nimmt überhand,
...
335 Verantwortung 16.10.19
Vorschautext:
Man hätt’ gerne höchste Posten!
Gut dotiert und mit viel Macht!
Nur, wenn’s nicht läuft, darf’s nichts kosten!
Anstand und Moral? – Darob wird gelacht!

Um der Verantwortung zu entrinnen,
wäre erstens:
Natürlich alles zu bestreiten,
zweitens:
Sich einer Krankheit zu entsinnen,
oder drittens:
In den Suizid zu schreiten.
...
334 Veits Verwirrung 15.10.19
Vorschautext:
Hier liegt nun, wie aufgebahrt
was grad noch blühend Leben ward,
hingestreckt auf dunkler Matte
auf des Stubentisches harter Platte.

Entsetzt rennt Veit hinaus,
ein Gottesfluch erfüllt das Haus.
Das Gesicht vergräbt er in die Hände,
denkt gar schaurig an seine eignes Ende.

Minutenlang und schockbetroffen,
nichts zu ändern, nichts zu hoffen.
...
333 Vaterstolz 15.10.19
Vorschautext:
„Emil kann schon so gut sprechen,
dabei ist er gerade mal ein Jahr!
Er wird mal alle Sprechrekorde brechen.
Ist das nicht wunderbar?“

Um dieses Freunden vorzuführen,
will Papa sein Söhnlein animieren.

„Emil!
Sag doch mal Rhinozeros
– und sag’s recht schön,
damit’s auch alle gut verstehn!“
...
332 … und wir laufen lang 15.10.19
Vorschautext:
Schreitet uns ein Engel
einher beim Erblicken dieser Welt?
Überläßt uns gar und ganz dem Eilen dieses Seins?
Ganz und gar allein in diesem hastig angetrieb’nen Leben?

Dieses einzig’ Dürfen,
dies einzig’ Müssen, das uns widerfährt,
ist wohl immerzu ein spät-lehrreiches Dahin-Erleben,
in dem wir stets irren ohne Wissen, ... ohne Wiederkehr.

… doch wir laufen schnell und weit und bang
... und wir glauben ... und wir hoffen
...
331 … und wie’s mal war 14.10.19
Vorschautext:
Wieder mal ging er die Wege,
die er als Schüler einst beschritt.
Da entdeckt’ er an der alten Säge
Bäume, in deren Rinde er einst schnitt.

Ihren! – Seinen Name ritzte er ein.
Dazwischen ward ein Herz zu sehen.
Kann es denn nur Zufall sein,
daß Liebe neu sich wagt zu regen?

…und Erinnerung wirft ihn zurück
in ein unbekümmert freies Leben.
...
330 Unbequeme und Bequeme 14.10.19
Vorschautext:
Ich gedenke oft der Unbequemen,
die in bösen Zeiten bei mir weilen,
die mich auch schweigend nehmen
und selbstlos meine Sorgen teilen!

Ich misse nie die allzu Bequemen,
die um mein Wohlbefinden fragen,
die voll Bedauern sich benehmen,
in ihren Augen aber Kälte tragen.

Ich erfreue mich der Unbequemen,
die auch an düstren Tagen fragen,
...
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