Profil von Hihö

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Registriert seit dem: 22.12.2018

Pinnwand


Mag ein Tiergarten noch so gelungen anmuten –
immer doch bleibt er ein trauriges Gefängnis voll
unschuldiger Tiere! ... © da Hihö
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Wer die Wahrheit nicht weiß, ist bloß ein Dummkopf.
Wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.
(Bertolt Brecht, 1898 – 1956)
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Anzahl Gedichte: 528
Anzahl Kommentare: 34
Gedichte gelesen: 10.046 mal
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Titel
388 Manchmal-Poesie 28.10.19
Vorschautext:
Wo sich bedachte Wörter mischen,
ob warm, ob kalt,
ob jung, ob alt,
ob böse oder lieblich sie;
blitzt unverhofft ein Vers dazwischen.

Manchmal nennt man dies dann Poesie.


Copyright © da Hihö
2014
387 Manches Mal 28.10.19
Vorschautext:
Manches Mal wär ich gerne
wie einst, ein kleiner Knabe:
Bekäme schöne Schokoladensterne
oder manch andre süße Gabe.

Fühlte wieder wie ein Kind,
niemand tät mir was zuleide.
Pflückte Blumen froh im Sommerwind
und tanzte mit den Schafen auf der Weide.

Tauschte dafür gerne Geld auch und Verstand,
verzichtete auf das, was hinter finstren Türen.
...
386 Ling Lung Lang, der Schmetterling 27.10.19
Vorschautext:
Die Nachbarn des Ling Lung Lang
warteten tagtäglich bang,
daß die Sonne nieder ginge
und der letzte Ton verklinge,
da nachts noch nie ein Laut zu ihnen drang.

Denn es schmetterte Herr Lung Lang Ling
bevor er in die Dusche ging
ins Morgenrot seinen Gesang:
Und schmetterte Tag um Tag – und dies jahrelang!
Bald nannte man ihn deshalb „Schmetterling“.

...
385 LEHRBEAMTE 27.10.19
Vorschautext:
(Aphorismus)


Arrogante überhebliche Schergen
eines hin und hin menschenverachtenden
Staates, der nicht scheut, Tag um Tag gewalttätig
all kindliche Unschuld, Fantasie und Kreativität aus den
Köpfchen zu treiben, nur um Zahlen und Buchstaben anstatt
Mitgefühl, Erbarmen und Menschlichkeit einzunisten um
aus Lernende Leere, anstatt Gelehrte, zu machen.


...
384 LEBE JETZT! 27.10.19
Vorschautext:
(Aphorismus)


Fülle uns, mein Freund, nochmal die Gläser,
wir leben ja nur heut’ und allzuschnell entflieht
das endlich’ Leben uns und jedem – sei er noch so reich,
klug oder landesweit berühmt; selbst Heiligkeit hat keinem noch
geholfen – lange schon sind alle sie den letzten Weg gegangen.
Nur das Jetzt und Hier ist unser einzig’ wahres Leben;
selbst Nachruhm gibt nicht eine Stunde uns zurück.


...
383 Land ohne Grenze … 27.10.19
Vorschautext:
Buchstaben und Zahlen(des),
Einweisen(des) oder Ausweisen(des)?
ins fremde Land
ohne Grenze, am Rand.
Fremde neue Abhängigkeit,
noch unbefreit, noch unbereut.
Im Land ohne Grenze wird man erneut!

Frauen an der Straße heben
die Röcke wie zum Gruß mal eben.
Viel zu nahe dem Schlagbaum. Als rare
gefahrvolle billige Ware.
...
382 Krieg den Jägern 26.10.19
Vorschautext:
(gegen Mordlust und Habgier
wider Mensch und Tier)


Ach, die Sonne sinkt danieder in den Fluten.
Wer wollte da nicht gerne mitverbluten?
Hin zum Westen, hin zum Guten?
Wo Tugend und Moral längst umgebracht,
wo Freiheit schon lange sagt: „Gute Nacht!“

Und wieder ruft man: „Waidmanns Heil!“
Schwarze, Weiße ! Alle! Alle nehmen teil …
...
381 Krieg 26.10.19
Vorschautext:
Die einen zählen,
die anderen fallen.
Die einen befehlen,
die anderen zahlen.
Die einen profilieren,
die anderen krepieren.

Nichts Besonderes,
außer Mord im Akkord,
sozusagen: Mordakkord
Ist Gewalt denn je gerecht?

...
380 Kleine autodidaktische Bemerkung 26.10.19
Vorschautext:
Als Autodidakt bin ich wer,
der sich stets bildet; und nicht mehr.
Also wurd’ mir nie was vorgesprochen;
zu Prüfungen kam ich nie gekrochen.
Doch allzeit ist’s mein Bestreben,
allein Bestes von mir zu geben.

Wo ein Schlauer mich bestärkt,
hat manch andrer nichts gemerkt.
Solch einer wird niemals was sehn;
wohl auch den Schlußsatz nie verstehn.
Doch die Sprache gehört ja allen Leut’
...
379 Klapp trara, die Tiere 26.10.19
Vorschautext:
Amselmann und Meise,
zwitscherten recht leise.
Man erkannt’ es an der Weise:
Es ging um eine Hochzeitsreise.

Ein Storch, der hat zwei Beine:
zum Stehn braucht er das eine.
Was von fern ist schwer zu sehn;
das zweite Bein nimmt er zum Gehn.

Zwei Hunde flogen übers Haus
der eine sah schon müde aus,
...
378 Klapp trara, ’s ist Brandalarm 25.10.19
Vorschautext:
Klapphornverse gibt’s in ‘zig Variationen,
weil sie amüsant sind und sich lohnen.
So hab auch ich ganz ungeniert
ein paar Verslein hingeschmiert:
Vielleicht mach’ ich bald nix anders mehr,
weil’s so schön ist – und außerdem klappert’s schwer!
*****

Zwei Knaben klappern mit ihrem Horn,
der eine hinten, der andre vorn.
Auch in der Mitte klappert’s! Was soll das bloß?
Es brennt im Dorf! Heut‘ ist was los!
...
377 Kausalität 25.10.19
Vorschautext:
Schmetterlinge sah man mit den Flügeln schlagen
als wollten sie zum ersten Mal das Fliegen wagen.
Doch da erschrak des Windes Kindeskind,
und eilig lief es fort geschwind.

So rasend schnell stob es von dannen,
daß andre Windeskinder Lust am Spiel gewannen.
Sie tanzten, rauschten, pfiffen, – sausten übers Land.
Später wurden sie Orkan, Taifun und Sturm genannt.


Copyright © da Hihö
...
376 Kämpfers kleiner Abgesang 25.10.19
Vorschautext:
Das Leben ist mir nur Müh und Plag,
weshalb ich so nicht länger leben mag.
Vom Dasein gänzlich ausgeschunden
ist mein Leib übersäht mit Schrunden.

Wird’s mir auch gar schwer auf Erden.
Fällt's mir doch nicht leicht zu sterben!
Auch meine Seele ist voll tiefer Kerben,
darum HERR, laß mich endlich sterben!


Copyright © da Hihö
...
375 Inventur 25.10.19
Vorschautext:
Sturmgepeitschtes
zorniges Aufschäumen
der Wogen des Glücks.

Wenn auch im Tränentuch
noch Zuversicht keimt
und die Hoffnung gierig
stumpfen Blicks
nach der Vergangenheit schielt.

Mit den freudlosen Augen
unreifer Gleichgültigkeiten,
...
374 Inanna! Königin 24.10.19
Vorschautext:
(Nach einem Gebet auf sumerischen Tontafel - 4000 v. Chr.)


Zur Königin des Seins.
Zu Inanna hin – wir kommen!

Du, Königin der Schönheit.
Zu dir wir kommen.

Oh Königin der Lust.
Oh Einzige – wir kommen!

...
373 Herbstnacht 24.10.19
Vorschautext:
Wind in den Ästen,
je erzitternder Bäume
und düster werdende Räume;
… zugeknöpft sind Röcke wie Westen.

Am Ende der Häuser
winden sich verborgene Gassen
zwischen steinig-holprigen Straßen;
… und hastet eilig ein später Kartäuser.

Dumpf warnt fernes Beben
und keiner mag nunmehr gerne
...
372 Herbstdoppel 24.10.19
Vorschautext:
*
Herbe
Erste Stürme
Regnen uns bunt
Bemalte müde Blätter
Sowie hunderttausendfach
Tolle Farben in das nebelgraue Land
– – –
Trotz erster Fröste in der Nacht und
Schwerer Nebelschwaden
Bringst Freude du
Rundum uns
...
371 GEERBTE SÜNDE 24.10.19
Vorschautext:
(Aphorismus)


Die geerbte Sünde ist das Unrecht,
das Adam und Eva begangen haben sollen,
aber nicht haben, also sämtlich Nachfolgende nicht
begehen konnten, auch wenn es ehedem so gewesen wäre.
Alsdann besteht hier somit ein Unrecht, das später von
all den Erbsündenverbreitern begangen wurde,
da ohnehin keine noch so große Sünde an
etwaige Erben vererbt werden kann.

...
370 Geburtstagskater 23.10.19
Vorschautext:
Abgebrannt sind alle Kerzen!
Die Party war ja richtig nett.
Doch meinem Kopf gefällt’s, mich zu schmerzen.
Wie angewachsen lieg’ ich träg im Bett.

Ach! Hätte ich stilles Wasser nur getrunken,
wär ich in Trunkenheit nicht so versunken,
dann wär mein Denken heute rein und klar.
Auch hätt nach Schnaps ich nicht gestunken!
Sondern nach Parfum!
Wie’s vor der Feier war!

...
369 Finsternis 23.10.19
Vorschautext:
Gedankenversunken gehst du in die Nacht
derweil ringsum die Menschen schlafen.
Gespielt oder selbstgetäuscht erdacht,
etwa gar die andern Lügen strafen,
sie, die in festen Häusern, festen Betten
auf federgeweichten Unterlagen
sich zum nächsten Tag hin retten.
Manche davon auch das Sterben wagen.

In Wahrheit haben sie sich von Mal zu Mal,
zuvor, danach, – oder sonst gefunden
als eine unzählbare Menschenzahl;
...
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