| Titel | ||||
|---|---|---|---|---|
| 4763 | Zwischen Reben | |||
|
Vorschautext: Zwischen Reben Gewendelte Ranken, die im Winde wanken, gewundene Reben, die nach oben streben – so zeigt sich das Weinland mit dem heurigen Segen, um sich auf die Augen genussvoll zu legen. Des Winzers Freude ... |
||||
| 4762 | Erstgeborene | |||
|
Vorschautext: Erstgeborene Haben sie nicht alles mitbekommen? Da ist nach der Entbindung elterliche Freude: Geborene werden gerne in den Arm genommen, Verwandte kommen – und auch viele Nachbarsleute, Treffen sich sodann im Storchenhaus, bringen Gechenke, Damit die Liebe ihre volle Kraft zum ersten Kindlein lenke. Nachfolgende Geschwister haben nur den Namen, Erstgeborene haben vieles längst erlernt, Verkörpern fortan jenen Lebensrahmen, ... |
||||
| 4761 | Organisationsnot | |||
|
Vorschautext: Organisationsnot Nicht jedes Haus hat auch ein Dach, Das dann vor schweren Wettern schützt, Nicht jeder Schrank hat ein Gefach, Das nur der eigenen Ordnung nützt. Man muss das schon organisieren, Was einem gute Laune schenkt Und nicht immer nur räsonieren, Wenn man den Blick zum Haufen lenkt. ... |
||||
| 4760 | Wasserfälle | |||
|
Vorschautext: Wasserfälle Will mir das Bild vom Wasserfall Nicht aus dem Kopfe gehen, Der früher mit so hellem Strahl Naturidyll ließ sehen? Ja, seltener sind sie geworden, Die Wasserfälle in der Nähe. Lebendig sind sie nur im Norden, Fallen herab, sind stark und zähe. ... |
||||
| 4759 | Es ist schön | |||
|
Vorschautext: Es ist schön Es ist schön, sich im Halbschlaf zu wiegen, Wenn im Dämmer die Sonne aufsteht Bienen, Hummeln Lavendel befliegen Und der Sommertag mit uns aufgeht. Sich noch einmal zur Liebsten zu drehen, Ihr schlafendes Lächeln ergründen Und ja nicht zu bald aufstehen, Damit die Kräfte nicht schwinden. ... |
||||
| 4758 | Kleines Glück | |||
|
Vorschautext: Kleines Glück Wolkenbänke, Wolkenhaufen Hindern uns an freiem Laufen, Bedecken große Himmelsweiten, Müssen sich langsam ausbreiten. Gähnend Wähnen treibt bisweilen Nichts zu ehrenvollem Eilen: Flieht die Treue aus den Breiten? Folgen Hirsche, die sich streiten? ... |
||||
| 4757 | Tierfreundin | |||
|
Vorschautext: Tierfreundin Da bin ich doch nun bass erstaunt, Dass in Italien – gut gelaunt! – Die Chefin in dem Stadthotel Sich für den Tierschutz öffnet schnell: Ein Zimmer für das Taubenpaar, Das stets glücksgurrend bei ihr war, Damit auf Bäumen, Häusern, Hecken Die Tauben früh zur Liebe wecken... ... |
||||
| 4756 | Familienclans | |||
|
Vorschautext: Familienclans Willst Du frei sein im Leben Und nach eigenen Sternen streben, Hüte Dich vor Clanverhalten, Das nur Macht will einbehalten. Da gibt es klar Hierarchien, Regiert Hackordnung allemal: Noch so sehr magst Du Dich mühen, Das wird oft zur Lebensqual. ... |
||||
| 4755 | Autonomie wieder gewinnen | |||
|
Vorschautext: Autonomie wieder gewinnen Bist Du alt, will niemand Dich mehr haben Und niemand will von Dir was wissen. Die Jugend will nur ihre Jugend haben, Mit Ihresgleichen eigene Flaggen hissen. Du hast Dein Bestes längst getan, gegeben, Nun endlich schlägt die Stunde tiefer Ruhe: Lass' andere nach ihren Sternen streben Und schnüre wieder eigene Wanderschuhe. ... |
||||
| 4754 | Morgenfrage | |||
|
Vorschautext: Hast Du mir nicht Mondgestein gebracht Oder gar Sternschnuppen gesandt Und bist mit Bedacht Mir ganz zugewandt? ©Hans Hartmut Karg 2019 * |
||||
| 4753 | Schweres Pflaster | |||
|
Vorschautext: Da wollte er nicht hin, wo er hin sollte Und sollte nicht da hin, wo er hin wollte. Die Bedingungen der Möglichkeiten Sind nicht immer die Möglichkeiten der Bedingungen. Also kreiste sein Stern nur in ausgetretenen Bahnen. ©Hans Hartmut Karg 2019 * |
||||
| 4752 | Im Paradiesgarten | |||
|
Vorschautext: Im Paradiesgarten Dort, wo meine Blumen blühen, Mit dem Leben mich versöhnen, Über mir die Wolken ziehen, Lässt die Seele sich verwöhnen Mit dem Glauben an ein Reich, Das Erd', Himmel, Freud zugleich. ©Hans Hartmut Karg 2019 ... |
||||
| 4751 | Der alte Adam | |||
|
Vorschautext: Der alte Adam Der alte Adam schaut doch recht Auf alle, die ihm schutzbefohlen, Von sich ist er sehr überzeugt. Er wünscht: Alles sei doch gerecht, Niemand werde allhier bestohlen, Wo er sich in das Leben beugt. Man sollte ja nicht ewig glauben, Der Apfel reiche für den Fall, Dass man so weiter handeln könnt', ... |
||||
| 4750 | Zerstörungswahn | |||
|
Vorschautext: Zerstörungswahn Man fragt sich, wie die Menschen ticken, Die anderen Raketen schicken Und laut in Jubel brechen aus, Wenn Schmerz löscht viele Leben aus. Es bleibt die schlimme Missetat, Bei der zerstört die alte Stadt: Lob vom Diktator wird bekommen, Wer sich das Töten vorgenommen. ... |
||||
| 4749 | Umgang mit der Gegenwart | |||
|
Vorschautext: Umgang mit der Gegenwart Haben Menschen nicht gelitten, Sind verzweifelt eingeschritten Gegen Unrecht, Not und Tod, Gegen Qualen, für ein Brot? Manchmal kommt's mir heut' so vor, Als wär' die Welt stets im Furor, Dem Qälen Täterlust geschuldet, Weil sie nur Schlimmes da geduldet, ... |
||||
| 4748 | Vergesslich ist die Dankbarkeit | |||
|
Vorschautext: Vergesslich ist die Dankbarkeit Da war die Krebserkrankung Einst Teil der Lebenskatastrophe, Und mit stetiger Todeswankung Erstarb die letzte Hoffnungsstrophe. Gesundet, da vergisst man das Und schreitet gerne ins Verdrängen. Man will doch leben, seinen Spaß, Mit Krankheiten sich nicht behängen. ... |
||||
| 4747 | Eine Herberge zu finden | |||
|
Vorschautext: Eine Herberge zu finden Es war zu allen Zeiten nicht leicht, Eine Herberge zu finden, Und zwar gerade in Krisenzeiten, Wo es kaum hinlänglich reicht, Sich zu schützen vor starken Winden, Um mit Sorge ins Leben zu schreiten. ©Hans Hartmut Karg 2026 ... |
||||
| 4746 | Der Hausarzt | |||
|
Vorschautext: Der Hausarzt Er hat zwar keinen Doktortitel, Doch hat er immer Zeit für mich. Er diskutiert mit mir die Mittel Und nimmt dabei zurück auch sich. Er drängt sich nie Patienten auf, Spielt sich nicht auf, als wär' er Pfau. Deshalb hat er großen Zulauf Von Älteren, die müde, grau. ... |
||||
| 4745 | Erdüberlastungstag, Erdzerstörungstag | |||
|
Vorschautext: Erdüberlastungstag, Erderschöpfungstag Seit gestern sind die Ressourcen aufgebraucht, Welche die Erde dieses Jahr schenken konnte. Wen kümmert das, wer lässt sein Auto stehen? Über mir Hubschrauber, unten rollende Autos. Wir vernutzen die Erde, bis sie nicht mehr kann. Können wir ohne die Erde denn leben? Die Erdüberlastung ist ein Leben auf Pump, Doch Menschen sind mit ihresgleichen beschäftigt. ... |
||||
| 4744 | Kellerkinder | |||
|
Vorschautext: Kellerkinder Früher konnte man sie allerorten sehen: Blumen an den Kellerfenstern und auf Treppen. Heute ist dort keine Pflanze mehr zu sehen, Diese Orte sind mithin entdarmte Steppen. Viele Mülleimer stehen allhier, Die Mülltrennung ist wirklich angesagt! Das Feigenblatt ist offenbar Panier, Damit ja kein Gewissen mehr das andere plagt! ... |
||||