Profilfoto von Hans Hartmut Dr. Karg

Profil von Hans Hartmut Dr. Karg

Typ: Autor
Registriert seit dem: 18.01.2017

Statistiken


Anzahl Gedichte: 6.863
Anzahl Kommentare: 0
Gedichte gelesen: 2.086.668 mal
Sortieren nach:
Titel
4763 Zwischen Reben
Vorschautext:
Zwischen Reben

Gewendelte Ranken,
die im Winde wanken,
gewundene Reben,
die nach oben streben –
so zeigt sich das Weinland
mit dem heurigen Segen,
um sich auf die Augen
genussvoll zu legen.

Des Winzers Freude
...
4762 Erstgeborene
Vorschautext:
Erstgeborene

Haben sie nicht alles mitbekommen?
Da ist nach der Entbindung elterliche Freude:
Geborene werden gerne in den Arm genommen,
Verwandte kommen – und auch viele Nachbarsleute,
Treffen sich sodann im Storchenhaus, bringen Gechenke,
Damit die Liebe ihre volle Kraft zum ersten Kindlein lenke.

Nachfolgende Geschwister haben nur den Namen,
Erstgeborene haben vieles längst erlernt,
Verkörpern fortan jenen Lebensrahmen,
...
4761 Organisationsnot
Vorschautext:
Organisationsnot

Nicht jedes Haus hat auch ein Dach,
Das dann vor schweren Wettern schützt,
Nicht jeder Schrank hat ein Gefach,
Das nur der eigenen Ordnung nützt.

Man muss das schon organisieren,
Was einem gute Laune schenkt
Und nicht immer nur räsonieren,
Wenn man den Blick zum Haufen lenkt.

...
4760 Wasserfälle
Vorschautext:
Wasserfälle

Will mir das Bild vom Wasserfall
Nicht aus dem Kopfe gehen,
Der früher mit so hellem Strahl
Naturidyll ließ sehen?

Ja, seltener sind sie geworden,
Die Wasserfälle in der Nähe.
Lebendig sind sie nur im Norden,
Fallen herab, sind stark und zähe.

...
4759 Es ist schön
Vorschautext:
Es ist schön

Es ist schön, sich im Halbschlaf zu wiegen,
Wenn im Dämmer die Sonne aufsteht
Bienen, Hummeln Lavendel befliegen
Und der Sommertag mit uns aufgeht.

Sich noch einmal zur Liebsten zu drehen,
Ihr schlafendes Lächeln ergründen
Und ja nicht zu bald aufstehen,
Damit die Kräfte nicht schwinden.

...
4758 Kleines Glück
Vorschautext:
Kleines Glück

Wolkenbänke, Wolkenhaufen
Hindern uns an freiem Laufen,
Bedecken große Himmelsweiten,
Müssen sich langsam ausbreiten.

Gähnend Wähnen treibt bisweilen
Nichts zu ehrenvollem Eilen:
Flieht die Treue aus den Breiten?
Folgen Hirsche, die sich streiten?

...
4757 Tierfreundin
Vorschautext:
Tierfreundin

Da bin ich doch nun bass erstaunt,
Dass in Italien – gut gelaunt! –
Die Chefin in dem Stadthotel
Sich für den Tierschutz öffnet schnell:

Ein Zimmer für das Taubenpaar,
Das stets glücksgurrend bei ihr war,
Damit auf Bäumen, Häusern, Hecken
Die Tauben früh zur Liebe wecken...

...
4756 Familienclans
Vorschautext:
Familienclans

Willst Du frei sein im Leben
Und nach eigenen Sternen streben,
Hüte Dich vor Clanverhalten,
Das nur Macht will einbehalten.

Da gibt es klar Hierarchien,
Regiert Hackordnung allemal:
Noch so sehr magst Du Dich mühen,
Das wird oft zur Lebensqual.

...
4755 Autonomie wieder gewinnen
Vorschautext:
Autonomie wieder gewinnen

Bist Du alt, will niemand Dich mehr haben
Und niemand will von Dir was wissen.
Die Jugend will nur ihre Jugend haben,
Mit Ihresgleichen eigene Flaggen hissen.

Du hast Dein Bestes längst getan, gegeben,
Nun endlich schlägt die Stunde tiefer Ruhe:
Lass' andere nach ihren Sternen streben
Und schnüre wieder eigene Wanderschuhe.

...
4754 Morgenfrage
Vorschautext:
Hast Du mir nicht Mondgestein gebracht
Oder gar Sternschnuppen gesandt
Und bist mit Bedacht
Mir ganz zugewandt?

©Hans Hartmut Karg
2019

*
4753 Schweres Pflaster
Vorschautext:
Da wollte er nicht hin, wo er hin sollte
Und sollte nicht da hin, wo er hin wollte.
Die Bedingungen der Möglichkeiten
Sind nicht immer die Möglichkeiten der Bedingungen.
Also kreiste sein Stern
nur in ausgetretenen Bahnen.

©Hans Hartmut Karg
2019

*
4752 Im Paradiesgarten
Vorschautext:
Im Paradiesgarten

Dort, wo meine Blumen blühen,
Mit dem Leben mich versöhnen,
Über mir die Wolken ziehen,
Lässt die Seele sich verwöhnen
Mit dem Glauben an ein Reich,
Das Erd', Himmel, Freud zugleich.


©Hans Hartmut Karg
2019
...
4751 Der alte Adam
Vorschautext:
Der alte Adam

Der alte Adam schaut doch recht
Auf alle, die ihm schutzbefohlen,
Von sich ist er sehr überzeugt.
Er wünscht: Alles sei doch gerecht,
Niemand werde allhier bestohlen,
Wo er sich in das Leben beugt.

Man sollte ja nicht ewig glauben,
Der Apfel reiche für den Fall,
Dass man so weiter handeln könnt',
...
4750 Zerstörungswahn
Vorschautext:
Zerstörungswahn

Man fragt sich, wie die Menschen ticken,
Die anderen Raketen schicken
Und laut in Jubel brechen aus,
Wenn Schmerz löscht viele Leben aus.

Es bleibt die schlimme Missetat,
Bei der zerstört die alte Stadt:
Lob vom Diktator wird bekommen,
Wer sich das Töten vorgenommen.

...
4749 Umgang mit der Gegenwart
Vorschautext:
Umgang mit der Gegenwart

Haben Menschen nicht gelitten,
Sind verzweifelt eingeschritten
Gegen Unrecht, Not und Tod,
Gegen Qualen, für ein Brot?

Manchmal kommt's mir heut' so vor,
Als wär' die Welt stets im Furor,
Dem Qälen Täterlust geschuldet,
Weil sie nur Schlimmes da geduldet,

...
4748 Vergesslich ist die Dankbarkeit
Vorschautext:
Vergesslich ist die Dankbarkeit

Da war die Krebserkrankung
Einst Teil der Lebenskatastrophe,
Und mit stetiger Todeswankung
Erstarb die letzte Hoffnungsstrophe.

Gesundet, da vergisst man das
Und schreitet gerne ins Verdrängen.
Man will doch leben, seinen Spaß,
Mit Krankheiten sich nicht behängen.

...
4747 Eine Herberge zu finden
Vorschautext:
Eine Herberge zu finden

Es war zu allen Zeiten nicht leicht,
Eine Herberge zu finden,
Und zwar gerade in Krisenzeiten,
Wo es kaum hinlänglich reicht,
Sich zu schützen vor starken Winden,
Um mit Sorge ins Leben zu schreiten.

©Hans Hartmut Karg
2026

...
4746 Der Hausarzt
Vorschautext:
Der Hausarzt

Er hat zwar keinen Doktortitel,
Doch hat er immer Zeit für mich.
Er diskutiert mit mir die Mittel
Und nimmt dabei zurück auch sich.

Er drängt sich nie Patienten auf,
Spielt sich nicht auf, als wär' er Pfau.
Deshalb hat er großen Zulauf
Von Älteren, die müde, grau.

...
4745 Erdüberlastungstag, Erdzerstörungstag
Vorschautext:
Erdüberlastungstag,
Erderschöpfungstag

Seit gestern sind die Ressourcen aufgebraucht,
Welche die Erde dieses Jahr schenken konnte.
Wen kümmert das, wer lässt sein Auto stehen?
Über mir Hubschrauber, unten rollende Autos.
Wir vernutzen die Erde, bis sie nicht mehr kann.
Können wir ohne die Erde denn leben?

Die Erdüberlastung ist ein Leben auf Pump,
Doch Menschen sind mit ihresgleichen beschäftigt.
...
4744 Kellerkinder
Vorschautext:
Kellerkinder

Früher konnte man sie allerorten sehen:
Blumen an den Kellerfenstern und auf Treppen.
Heute ist dort keine Pflanze mehr zu sehen,
Diese Orte sind mithin entdarmte Steppen.

Viele Mülleimer stehen allhier,
Die Mülltrennung ist wirklich angesagt!
Das Feigenblatt ist offenbar Panier,
Damit ja kein Gewissen mehr das andere plagt!

...