Profil von marmotier

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"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es."
(Erich Kästner)
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"wie aber muss der erste, / der ein tier erschlug, erschrocken sein, / da, als er sah, dass das, / was eben flehend um sein leben schrie, / mit einem male nicht mehr da war." (frei nach Alfred Lichtenstein,1889-1914)
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"...aber ich, wär' ich allmächtig, ... ich könnte das Leiden nicht ertragen, ich würde retten, retten ..."
(Lenz in Büchners gleichnamiger Erzählung)
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Anzahl Gedichte: 219
Anzahl Kommentare: 207
Gedichte gelesen: 533.152 mal
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Titel
139 kindheit 08.09.14
Vorschautext:
du lieber Gott, ich bin noch klein,
und bitte, bitte glaube mir:
ich will stets brav und folgsam sein.
am liebsten käme ich zu dir.

doch leider hab ich keine zeit,
ich helfe Papa blumen binden,
steh dann am strassenrand bereit
und muss mit Mama käufer finden.

bald komme ich in die fabrik,
soll dort mit andern mädchen nähen.
...
138 bewahrt 03.09.14
Vorschautext:
es gibt augenblicke, die bleiben.
das herz lässt sie nicht mehr vergehn.
es kann keine zeit sie vertreiben,
kein sturmwind ins all sie verwehn.

einst sassen wir wange an wange.
für uns blieb die welt einfach stehn.
dann gingst du. ich wartete bange.
ich hab dich nie wiedergesehn.


Copyright © Marmotier 2014
137 schweigen 26.08.14
Vorschautext:
im garten wollte er nicht bleiben.
er fröstelte. es wurde kalt.
zu tisch sass er mit ihr im schweigen.
sie sprach nicht mehr. sie war schon alt.

ein pfleger brachte ihn ins zimmer.
"jetzt geht es aber schnell ins bett!"
das sagte er am abend immer.
mehr nicht. er aber fand es nett.

dann starrte er noch an die wände.
wo blieb sie jeden tag so lang?
...
136 schande 24.08.14
Vorschautext:
die welt ist aus den fugen.
in strömen fliesst das blut.
seit Abel sie begruben
nur habgier, hass und wut.

wie bestien wüten horden
und metzeln frau und kind.
kein ende hat das morden,
wo immer menschen sind.

in ost und west, in süd und nord,
im namen jeder religion,
...
135 tages ende 22.08.14
Vorschautext:
wenn die letzten schatten gehen
nach dem mühevollen tag,
dunkle bäume fröstelnd stehen
und im haus man ruhen mag,

wenn schon ins vergessen hallt
jedes lied, das heut erklungen,
spüren wir der zeit gewalt,
die das herz uns hat bezwungen.

unser tag ist nun zu ende,
und das leben fliesst dahin.
...
134 holterdiestolper 21.08.14
Vorschautext:
die beiden füsse tun's nicht mehr
und liegen oft im streit.
denn einer stellt sich immer quer,
zur eintracht nicht bereit.

will ich nach links, geht einer rechts,
der andere bleibt stehn.
und das ist für die richtung schlecht.
wie soll's da vorwärts gehn?

bevor man sich jetzt weiter plagt
und nicht geübt ist im spagat,
...
133 der enttäuschte ehegatte 19.08.14
Vorschautext:
für mich tut mein frauchen ja alles.
beim abwasch schau gerne ich zu,
bin da für den fall eines falles
und gönne mir sonst meine ruh.

da komme ich heut in die küche
und frag, wo das abendbrot bleibt.
zwar strömten schon leck're gerüche,
doch stand keine mahlzeit bereit.

sie schrie und war kaum zu verstehen.
ich mahnte sie nur an die pflicht.
...
132 inshallah 15.08.14
Vorschautext:
er blickte hinauf in die berge.
auf ihren gipfeln lag schnee.
er hütete seine herde
im kargen grasland am see.

zwei hatte er schon verloren.
sie waren im nebel verirrt.
er half ihnen, als sie geboren.
wie kinder, die man verliert…

Allah hatte seine gründe,
doch war ihm die herde so lieb.
...
131 die fabel von der schnecke und der raupe 09.08.14
Vorschautext:
aus ihrem schmucken kleinen haus
sah Lisbeth Schnecke gern heraus,
wie sich die andern so beeilten
und nie an einem fleck verweilten.
dies alles machte grossen spass:
die leute rannten, und sie sass.
sie hatte nie weit heimzukommen,
das häuslein wurde mitgenommen.

als Rosa Raupe zu ihr trat,
naschte sie grad vom blattsalat.
die lachte über sie und sprach:
...
130 so fern 27.07.14
Vorschautext:
einst stand ich am fremden meere.
die stadt lag weit hinter mir.
aufstob mein herz in die leere,
fand nimmer, nimmer zu dir.

ein weisses schifflein hell blinkte,
wo meer mit dem himmel sich eint.
ob jemand herüberwinkte?
wie sehr hab ich um dich geweint.


Copyright © Marmotier 2014
129 tierliebe 20.07.14
Vorschautext:
auf einer schnellen autobahn
sah man den lastzug fahren.
er nahm den weg seit jahren,
gelangte immer sicher an:
doch heut' zu einem brand es kam.

drin gab's ein wildes flattern
und aufgeregtes schnattern
von tausend gänsen oder mehr,

die jammerten und klagten sehr.
sie wollten aus dem käfig fort.
...
128 schattenvögel 07.07.14
Vorschautext:
weh uns,
welcher engel
käme zu trösten
unserer herzen not?
nicht einer träte hervor
aus dem dunklen bogen der nacht
und nähme der tränen sich an.
denn engel suchen,
überschäumend von dasein,
nur ihresgleichen.

wir aber
...
127 lieber besuch 21.06.14
Vorschautext:
ach, wie tröstlich ist das doch!
als ich heut im garten sass
und ein stückchen kuchen ass,
spähten aus dem mauerloch
keck zwei kleine äugelein,
näschen schnuppert' obendrein.
ja, wer mochte das denn sein?
doch nicht gar…? …ein mäuselein!

dann sah's mich, verschwand im nu,
lugte wieder, sah mir zu,
trippelte frech her ein stück,
...
126 Hannah ist jetzt da 01.06.14
Vorschautext:
Hannah, liebste Hannah,
heut kamst du auf die welt.
längst hatte dich die mama
beim lieben gott bestellt.

die naseweise kleine,
das ist dein schwesterlein.
sie lässt dich nie alleine
und wird stets bei dir sein.

dem papa kamen tränen
aus glück, als er dich sah.
...
125 neue freiheit 30.05.14
Vorschautext:
von fern ein ruf. sie schwebte.
"mein schatz, wo gehst du hin?"
"wie öde ich doch lebte!
ich gehe jetzt zu ihm."

"ich liebe dich noch immer,
kann alles nicht verstehn."
"weisst du, das schert mich nimmer.
lass mich ganz einfach gehn!

was einst war, ist vergangen.
jetzt endlich kommt mein tag.
...
124 schwalbenflüge 07.05.14
Vorschautext:
dort, wo die schwalben fliegen,
wär ich so gern zuhaus.
wollt mich mit ihnen wiegen,
zerzaust im sturmgebraus.

weit flög ich in die räume
der lieder hin im wind,
wo längst vergangne träume
nun selbst am träumen sind.

ins himmelblau gestiegen,
wär ich unendlich frei.
...
123 waidwund 30.04.14
Vorschautext:
die sonne sank in gluten
vom himmel in die nacht.
die welt begann zu bluten.
nur wölfe hielten wacht.

im baum sass schwarz ein rabe.
rot trieb im fluss ein schwan
als eine totengabe.
dann brach sich dunkles bahn.


Copyright © Marmotier 2014
122 stummer schrei 03.04.14
Vorschautext:
leben
nicht gegeben.
ungeboren
schon verloren.
nicht geblieben.
nie geliebt.

abgetrieben.

nur ein namenloser schmerz.
stummer schrei flieht himmelwärts.

...
121 weisse birken 30.03.14
Vorschautext:
birkenbäumchen, birkenbäumchen,
einst in mondes silberlicht
wir so traulich mit dir träumten.
sag, vermisst du sie denn nicht?

bist inzwischen gross geworden
und ein stolzer birkenbaum.
kalter wind weht aus dem norden.
so vergeht ein menschentraum.

träum mit mir zum letzten male.
es gibt keine wiederkehr,
...
120 mäuse sterben 21.03.14
Vorschautext:
erst waren's drei, dann waren's zwei,
und jetzt kommt keine mehr vorbei.
das schicksal schlug als katze zu.
am mausplatz herrscht jetzt todesruh.

was war das für ein mäuseleben!
kein mäusegott war ihnen hold.
vom himmel kam kein mäusesegen.
man hat sie einfach nicht gewollt.

Copyright © Marmotier 2014

...
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