Profil von marmotier

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Registriert seit dem: 30.12.2012

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"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es."
(Erich Kästner)
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"wie aber muss der erste, / der ein tier erschlug, erschrocken sein, / da, als er sah, dass das, / was eben flehend um sein leben schrie, / mit einem male nicht mehr da war." (frei nach Alfred Lichtenstein,1889-1914)
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"...aber ich, wär' ich allmächtig, ... ich könnte das Leiden nicht ertragen, ich würde retten, retten ..."
(Lenz in Büchners gleichnamiger Erzählung)
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Anzahl Gedichte: 219
Anzahl Kommentare: 207
Gedichte gelesen: 526.280 mal
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Titel
19 die liebe ist bei dir 18.01.13
Vorschautext:
es ist schon so viel schlimmes geschehen,
zu übersteh'n war nicht leicht.
du wolltest hinauf in sternenhöhen
und hast sie doch nie erreicht.

stets trieb dich die sehnsucht fortzugehen
und zwang dich tief in die knie.
du liesst selbst die grosse liebe verwehen
und träumtest sie irgendwie.

die sterne mag wohl ein gott bestehen.
ach, du bestündest sie nie.
...
18 das küken und sein tod 16.01.13
Vorschautext:
gerade geschlüpft.
ein winziges leben.
es friert. es hüpft.
die mutter wird wärme geben
und meine federn in ihre weben.
will mich an sie schmiegen,
unterm flügel liegen,
bei ihr will ich sein.

da packen es hände.
es piepst nur. kein schrei.
ein hahn. das ende.
...
17 hertrug es der wind 15.01.13
Vorschautext:
in ihren blicken war schon das fremde.
sie fanden die eigenen träume nicht mehr.
das ungeheure, das sie bedrängte,
verschlang sie, war ohne wiederkehr.

sie hätten nur einmal zu atmen brauchen,
ganz sacht und gelind.
sie hätten's gespürt mit geschlossenen augen.
hertrug es der wind
vom ufer, an dem die liebenden stehn
des nachts unterm mond.

...
16 vergib mir 13.01.13
Vorschautext:
noch heute steigen die tränen,
so fern und doch so nah.
da ist ein herzenssehnen,
als ob es gestern war.

den letzten kuss auf die wange,
ach, wie vergäss' ich ihn je.
verweht, vergangen schon lange,
doch immerwährendes weh.

du warst meine grosse liebe
und bist es, unendlich weit.
...
15 tiefer winter 11.01.13
Vorschautext:
vögel
ertrinken im schnee.
schatten,
gestalt,
zu schatten verweht.

lieder
stieben davon,
fremd dem, der singt.

farben
nicht mehr.
...
14 Sina, unser liebes kind 10.01.13
Vorschautext:
Sina kann jetzt purzelbaum
auf dem weichen kissen,
kann noch aufrecht gehen kaum,
will doch alles wissen.

wenn mama die füsschen hält,
kann man besser sehen,
auf dem kopf steht nun die welt
wie verdrehte feen.

papa lacht verkehrt herum,
mama gleich daneben.
...
13 träume 09.01.13
Vorschautext:
unten, am ufer des flusses,
spielen die träume
wie federn im wind,
schweben in räume
schlafender lieder,
wo wir nicht mehr sind.

unten, am ufer des flusses,
träume auch ich,
träume, ich finge sie wieder
für dich.

...
12 erste liebe 07.01.13
Vorschautext:
ich liebe dich.

frag nicht,
was soll ich sagen,
wenn alles schweigt und sich genügt?
kann nur die blumen zu dir tragen,
die unter deiner hand erblüht.

ich liebe dich.
ach wär uns doch ein leben,
das wie ein ring sich immer weiter zieht,
um uns einander hinzugeben.
...
11 winternacht 06.01.13
Vorschautext:
hinaus ging ich
in steingemeisselte nacht.

droben,
auf den wipfeln der bäume,
wippte ein stern

der gelbe mond war zu schwer.
der himmel ächzte schon unter der last
und warf einen schrei in den wind,
der mit schweren flügeln aus dem geäst aufstob.

...
10 das zögern der nacht 06.01.13
Vorschautext:
auch wenn das dunkel kommt,
denke ich,
werde ich überstehen.
ich werde aufstehn, mich wehren,
wie weiß ich noch nicht.
vielleicht,
dass das dunkel erschrickt.

vorher freilich
wird meine hand deine suchen,
dass du mich inniger spürst im träumen.
nach deinem atem werde ich lauschen,
...
9 erbarmen 05.01.13
Vorschautext:
es rührt mich an
der schrei geschundener tiere,
namenlos, ohne zahl,
deren qual die welt übersteigt.

manchmal weht noch ein name herüber:
Bukephalos, ertrunken im fernen Hydaspes,
Marengo, vom feind erbeutet,
siech lebend dahin,
oder dein name, Comanche,
vielfach verwundet,
allein die toten noch schützend
...
8 was bleibt 03.01.13
Vorschautext:
es bleibt
der rose ernstes erstaunen
über das eigene aufgehn.
für immer sich selbst genug.

im anschaun schon fern
stehn wir mit tiefen augen
allein.

nicht eins.
für immer getrennt.

...
7 berührung 01.01.13
Vorschautext:
bergen
wollt' ich dich.
gewiss,
ich wollte dich bergen.

aufschlug schon
mein herz.

aber der wind, der wind
und das meer, das so tief ist,
sie bargen und beide.

...
6 das verlöschen meines vaters 31.12.12
Vorschautext:
die stimme ist noch da.
und dann: ganz leise.
und dann: nichts mehr
als nur ein blick.

ich wache leise.
leise. leise.
nur für mich selbst.
zurück. zurück.

mutter. vater.
es wird schlimmer.
...
5 Sacre Coeur 30.12.12
Vorschautext:
unten Heine.
und oben die kleine
verlöschende kerze,
schon zaghaft entzündet.

heimat
den stufen.
ein wenig.

weit
über der stadt.

...
4 odile 30.12.12
Vorschautext:
ein hauch.
ein atem im wind.
blind
greift die hand
in den schatten der nacht,
der duft der sterne
kaum zu verwinden.

ahnst du uns noch, odile,
bevor wir erblinden?


...
3 abschied 30.12.12
Vorschautext:
er sagte: weit.
und sie: fliegt da ein vogel hin?
und: weit. was ist das?
was ist: dort?

der vorhang,
wenn er kam,
war immer zugezogen.

ich muss zurück,
wohin?

...
2 klage 30.12.12
Vorschautext:
wolfsmond.
undenkbar weites urgesicht,
vergess’ner brüder lautes licht.
auflodert blut.
es weint die nacht.


Copyright © Marmotier 2012
1 zu dir 30.12.12
Vorschautext:
fern war ich lang
und bang,
wie nächtens einsam hingestellt
in einer riesengrossen welt.

doch träume fliegen manchmal weite wege,
als wär'n sie eingeweiht in vogelflug,
der heimat zu, sich selbst genug.

so träum ich oft.

ach gott, als ob ich fliegen könnte…
...
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