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| 2226 | Tantrengesänge und Unkenrufe | |||
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Vorschautext: Tantrengesänge und Unkenrufe Die Welt ist wie ein großer Weiher, Das Quaken der Frösche wird immer lauter. Oftmals hört nur noch Jammern und alte Leier Und des nachts erscheint gar der bunte Klabauter. Zwischen mystischer Ekstase und esoterischem Gehabe Schwingen Aufgaben und Ansprüche hin und her. Mancher vergisst darüber die faire Teilhabe, Denn anderen wird das Leben nur schwer. ... |
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| 2225 | Wären die Nöte der Zeit | |||
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Vorschautext: Wären die Nöte der Zeit Wären die Nöte der Zeit Nicht immer nur die meinen, So wäre ich gerne bereit, Auf Lösungen hin zu einen. Denn das Weltleiden, es verführt, Zeigt auf die Probleme der Welt, Wo nicht mehr lösungsgeführt Vieles auf Fluchten eingestellt. ... |
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| 2224 | Viele Schilder | |||
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Vorschautext: Viele Schilder Viele Schilder an der Wegabzweigung Geben Dir vor, klar zu informieren, Denn Du hast ja schon die Neigung, Dass Schilder Dich weiterführen. Bleibe vorsichtig und auf der Hut: Nicht jede Wegmarke meint es gut mit Dir! Vertrauensvoll glaubst Du, alles sei gut, Doch traue auch Deinem gesunden Gespür! ... |
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| 2223 | Händeringend | |||
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Vorschautext: Händeringend Es halten sich hartnäckig Gerüchte, Dass die Weltwirtschaft kollabiert, Despotentum und Fundamentalismus Überall im Weltkreis kooperiert. Solches auf die leichte Schulter zu nehmen Erwiese dem Weltfrieden einen Bärendienst: Der Naivling muss sich dabei schon schämen, Wenn er übersieht, wie man nach Machtzuwachs linst. ... |
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| 2222 | Das Verzeihen | |||
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Vorschautext: Das Verzeihen Längst treiben wieder mobbende Gesellen Es recht unlustig mit den Guten im Land, Lassen ihre roten Kämme anschwellen, Weil sie ohne Liebesglück und ohne Verstand. Wie Auerhähne auf einem Balzplatz, Wie Getriebene ohne eigene Vernunft Stehen sie immerzu im Modus der Hatz, Als wären sie in dauerkämpfender Brunft. ... |
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| 2221 | Was ist mit unserem Staat geschehen? | |||
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Vorschautext: Was ist mit unserem Staat geschehen? Was ist mit unserem Staat geschehen, Wenn wir auf unsere Straßen sehen, Auf Leitungen, die herunterhängen: Ist wenig geblieben vom einstigen Schengen? Ideen sind manchmal so wunderbar, Weil in früheren Zeiten man idealistisch war, Doch wenn uns die Realität eingeholt, Fragen wir gern: „Haben wir das gewollt!“ ... |
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| 2220 | Haben wir doch noch | |||
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Vorschautext: Haben wir doch noch Haben wir doch noch jene Leidenschaft, Um die notwendigen Arbeiten auszuführen Oder empfinden wir Leben nur noch als Last, Weil wir in uns keinen Antrieb mehr spüren? Ja, die Jugend von einst ist alt geworden, Die Gesellschaft insgesamt nicht mehr so agil: Da gibt es Bildungsferne und jene Konsorten, Deren Leben besteht nur aus Chillen als Ziel. ... |
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| 2219 | Im Dämmerlicht | |||
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Vorschautext: Im Dämmerlicht. So muss im Dämmerlicht mancher späte Tag Sich frohsinnend ins eigene Gemüt verkeilen, Weil er immerzu nur im Bett bleiben mag, Um dort aufkeimenden Gedanken zu enteilen Gäbe es nicht das Laufen, das elektrisiert, Das Liegen und Sitzen ist es doch nicht! Denn der Gang ist's, der den Menschen verführt, Um zu suchen nach einem lachenden Gesicht. ... |
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| 2218 | Zwei Schwäne | |||
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Vorschautext: Zwei Schwäne Stolz und majestätisch zum Ufer geschwommen Haben sie sich dort tatsächlich vorgenommen, Mit Passanten zu reden, die dem Ufer nah, Ob auch sie krank wären, hätten Corona. Für die Menschen aber scheinen sie Luft, Da vergeht ihnen nach einiger Zeit die Fragelust Und sie schwimmen hinaus zur Seemitte, Wo sie fern allem Lärm, aller scharrenden Schritte. ... |
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| 2217 | So bleibt Musik mir | |||
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Vorschautext: So bleibt Musik mir Freund, weine niemals um mich, Das solltest Du unterlassen, Wenn die Lebenssterne neigen sich Und ich gehe in fernere Straßen. Die Ohren können dann nicht mehr hören, Zähne sind nicht mehr essenverfangen, Dem Weiblichen muss ich abschwören, Aller Gier und allem Weltverlangen. ... |
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| 2216 | Coronaflucht | |||
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Vorschautext: Coronaflucht Auf einer Feier hab' ich mich angesteckt, Ich weiß wirklich nicht, woher Corona kam. Trotz Vierfachimpfung hat mich das Virus entdeckt, Jetzt sind Husten, Gliederschmerzen und Fieber dran. Das ist schon ein eigenartiges Gefühl, Wenn man als aktiver Mensch antriebslos herumliegt, Nichts mehr liest, der Tag ohne Ziel, Man sich stattdessen in luftenden Graubildern wiegt. ... |
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| 2215 | Ökologische Selbstfindung | |||
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Vorschautext: Ökologische Selbstfindung Ökologie wird der Mensch dann ernst nehmen können, Wenn er sich selbst nicht mehr so wichtig nimmt, Naturschändungen nicht verdrängt durch Gewöhnen, Sondern ein Verhalten auf Verzicht und Rettung trimmt. Nur wer lernt, von sich selbst abzusehen, Der kann seine Lebensführung kritisch bewerten, Da er mit kühlem Kopf Lösungen wird besehen, Wenn er selbst anerkennt die Weltbeschwerden. ... |
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| 2214 | Menschen hungern lassen | |||
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Vorschautext: Menschen hungern lassen Man kann überall Menschen hungern lassen, Sie seelisch austrocknen, wenn sie Kontakte pflegen, Die man nicht will und immerzu will hassen, Um sich einen höheren Herrschaftsanspruch zuzulegen. Je abhängiger Menschen von anderen Menschen sind, Desto mehr können sie an psychischem Aushungern leiden. Manche fallen gerade dadurch vollkommen durch den Wind, Weil sie das Eingelebte weder verlassen können noch meiden. ... |
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| 2213 | Macbethhafte Zeiten | |||
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Vorschautext: Macbethhafte Zeiten In harmloseren Friedenszeiten zeigte das Spiel Immer nur den mordlüsternen Gärtner. Unterhaltung hieß damals das große Ziel Und zuschauerschmunzelnd zog der zum Wärter. Den Mordgelüsten wollten wir doch alle entfliehen, Denn als Mörder sind wir nicht geboren – glauben wir! Wir selbst wollten nicht sterben, uns jedoch darum bemühen, Dass die gute Welt spielte und tanzte in Medien zum Klavier. ... |
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| 2212 | Das Weltgeschehen | |||
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Vorschautext: Das Weltgeschehen Manchmal hat der Erdball einen schlimmen Riss, Sieht aus, als wär' er ein Student mit Schmiss. Doch schaue ich dann genauer hin, Macht das vielleicht für uns doch noch Sinn. Zwar sind es die vielen gewaltigen Herren, Die an der Bewegung, den Polen zerren Und mit ihrer eigenen Nonchalance Immer wieder bringen die Erde aus der Balance. ... |
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| 2211 | Das Päckchen | |||
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Vorschautext: Das Päckchen Es kam ein Päckchen mir ins Haus, Die Nachbarn waren alle aus Und weil ein alter Mensch hilfreich, Nimmt er in Obhut es zugleich. Es war nicht groß, es war nicht klein, Ich nahm es, leicht musste es sein: Päckchen zeigen Bestellungsmarotten, Mitunter sind innen ja nur Klamotten... ... |
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| 2210 | Ach, Freunde | |||
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Vorschautext: Ach, Freunde In meinem quirligen Freundeskreis, Wenn die Sonne im Herbst nicht mehr so heiß, Treffen wir alle uns, um ein wenig zu paudern, So lässt uns das Weltgescheh'n nicht erschaudern. Von früher sprechen, ganz frei, unbeengt, Da wird auch das Ungute dieser Welt verdrängt: Man erinnert sich an frühere, bessere Zeiten, Als sich manche Feinde noch gut konnten leiden. ... |
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| 2209 | Rosenverführung | |||
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Vorschautext: Rosenverführung Da habe ich doch eine späte Rose geschnitten Und die Langstielige in eine hohe Vase gestellt, Denn es blieb für mich herbstens unbestritten, Dass die Schönheit sich so noch zu uns gesellt. Und ich sagte zu meiner Liebsten: „Schau, ist sie nicht ein Augenschmaus?“ Doch sie war ein wenig unwillig geblieben: „Die schaut ja leider nur zu Dir heraus!“ ... |
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| 2208 | Ja, Bauern suchen Frauen | |||
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Vorschautext: Ja, Bauern suchen Frauen Es ist nicht leicht als Mann liebevoll zu sein, Wenn man mit einem Erbe doch schwer belastet, Man täglich recht fleißig und doch sehr allein, Weil der allgemeine Status auch auf Fleißigen lastet. Der Nährstand hat es bis heute schwer: Lehrstand und Wehrstand muss er nähren Und bringt die Körner fast nicht mehr her, Wenn in Kriegen sich die Felder leeren. ... |
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| 2207 | Takt hat viel mit Respekt zu tun | |||
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Vorschautext: Takt hat viel mit Respekt zu tun Als ich ein kleiner Steppke war Und in der Flurstraße flanierte, Kam mir entgegen ein Nachbar, Bei dem ich einen Witzreiz spürte. „Grüß Gott, Herr Fußballer!“ sagt' ich – Und der verzog schlimm sein Gesicht. Es reizte, überkam mich halt, Doch was hatte ich angericht'? ... |
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