Profil von Christoph Hartlieb

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Geburtsdatum: * 24.12.1934

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Anzahl Gedichte: 46
Anzahl Kommentare: 3
Gedichte gelesen: 934 mal
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Titel
46 Festhalten - Loslassen 27.09.21
Vorschautext:
... Ein Mensch, soeben erst entbunden,
kann meistens schon nach ein paar Stunden
die Fingerchen zusammenkneifen,
um festzuhalten und zu greifen.
... Vielleicht wird er sein ganzes Leben
umsonst die Fähigkeit erstreben,
das, was ihm glückte zu erfassen,
freiwillig wieder loszulassen.
Was ist dir wichtiger: Erwerben, festhalten, sammeln, besitzen oder: Loslassen können, verzichten, sich trennen, teilen?
Silesio
45 Alleine oder zusammen? 26.09.21
Vorschautext:
…. Aleine leben, das ist gut,
so macht, wer solches tut, sich Mut.
Er muss auf keinen Rücksicht nehmen
und dich vor keinem andern schämen.
…. Alleine Leben, das ist dumm,
so schimpft ein anderer herum.
Da steh ich auf verlornem Posten
und schlag mich durch auf andrer Kosten.
…. Zusammen leben, das ist gut,
wie´s auf der Tradition beruht.
Der andere kann unterstützen,
wenn eigene Mühen nichts mehr nützen.
...
44 Du sollst, du musst, das darfst du nicht 25.09.21
Vorschautext:
…Ein Menschlein, frisch auf dieser Welt,
gerade aus dem Ei gepellt,
mit andern Worten, neu geboren,
steckt bis zu den zerknautschten Ohren,
vom großen Zeh bis hin zum Bauch
nicht nur in Windeln, sondern auch
in einem Wirrwarr von Geboten,
die sein Geschick zusammenknoten.
…Dies ist verboten, jenes Pflicht:
Du sollst, du musst, das darfst du nicht.
Sei leise. Iss. Trink´s ja nicht. Trink´s.
Gerade aus. Nach rechts. Nach links.
...
43 Herbsttag in Westmidland 24.09.21
Vorschautext:
... Ein Dichtwerk der Sonderklasse für unkonventionelle Leserinnen und Leser
... Ein wolkenoser Himmel lockt nach draussen, wer noch drinnen hockt.
Die Sonne streichelt meine Haut, als wär sie Mann und ich die Braut.
Getreidefelder liegen brach. Ich denke vor und denke nach.
Ich denke nach und denke vor. So vieles gibt´s, was ich verlor.
Der Bauer pflügt das brache Feld. Viel Arbeit ist´s und wenig Geld.
Ich mach, obwohl ich das nicht muss, mit meinem Kunstwerk einfach Schluss.
Silesio
42 De mortuis nil nisi bene 23.09.21
Vorschautext:
... Man weiss, dass keiner ewig lebt,
auch wenn er sehr am Leben klebt,
und selbst der grösste Missetäter
muss sterben, früher oder später.
Wenn man ihn dann zur Ruhe bettet,
wird, was nicht stimmte, gern geglättet.
So lernten wir´s schon in der Penne:
De mortuis nil nisi bene.
... Spät, aber doch entschläft ein Mann,
ein Meckerfritze und Tyrann.
Sein letzter Gang wird gross gefeiert.
Die Witwe, tief und schwarz verschleiert,
...
41 Glücksuche 22.09.21
Vorschautext:
… Jetzt ist es Zeit, das Glück zu suchen,
von Glücksbegeisterung entfacht,
wie du Rosinen suchst im Kuchen,
weil Glück gewöhnlich glücklich macht.
… Jetzt ist es Zeit, das Glück zu finden,
denn Glück gehört dem, der das Glück entdeckt.
Doch lass es dir nicht gleich entwinden,
wenn dein Glück andrer Ärger weckt.
… Jetzt ist es Zeit, das Glück zu halten.
Glück geht und kommt, Glück kommt und geht
in ständig wechselnden Gestalten.
Greif zu, ansonsten kommt dein Griff zu spät.
...
40 Am schönsten ist es zu vergessen 21.09.21
Vorschautext:
… Einst war ich jung, so herrlich jung,
voll Hoffnung und Begeisterung.
Jetzt herrschen Stille, Flaute, Ende,
ich werd zur traurigen Legende.
Refrain: Schön sind das Saufen und das Fressen,
am schönsten ist es zu vergessen.
… Einst fuhr ich durch die weite Welt
mit viel Vergnügen, wenig Geld.
Jetzt schaff ich kaum noch hundert Meter,
nein, nicht sofort, erst etwas später.
Refrain
… Einst konnte ich mich frei bewegen,
...
39 Jenseits der Zeit 20.09.21
Vorschautext:
Des Menschen Heimat ist die Erde,
und damit lebt er in der Zeit.
Nichts ist in seinem Stirb und Werde
von diesem Teufelskreis befreit.
Refrain:
Doch Gott ist aus der Zeit gefallen,
und seine Schöpfungsworte hallen,
jenseits des Raums, jenseits der Zeit
von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Der Mensch in seinem Tun und Lassen
ist unentrinnbar und komplett,
...
38 Messen müssen 19.09.21
Vorschautext:
Wir Menschen messen furchtbar gerne
Gewichte, Geld, Intelligenz,
Atome etwa oder Sterne,
die Leistung männlicher Potenz.
Refrain:
Wir Menschen wollen ständig messen,
Lebendiges ins Schema pressen,
obwohl es keinen Maßstab gibt,
wo man geliebt wird oder liebt.

Wir messen Schönheit, Kunst, Ideen,
den Stand der Produktivität,
...
37 Gerupftes Huhn 18.09.21
Vorschautext:
… Es kam mir irgendwie zu Ohren,
das Schicksal habe dich geschoren,
geschnappt, gebeutelt und gerupft,
so wie ein Huhn, das erst noch hupft
und plötzlich kopflos und verhutzelt
in irgendeiner Pfanne brutzelt.
Es fragt verzweifelt, wenn auch stumm:
Warum geschah mir das, warum?
Jedoch der Koch hat andre Sorgen,
als ihm sein Henkerohr zu borgen.
… Du warst krank oder bist es noch,
stöhnst unter einem schweren Joch,
...
36 Vergesslichkeit 17.09.21
Vorschautext:
…Wer älter wird, merkt, dass er´s wird,
auch an dem Umstand, dass er irrt,
dass er verlegt, vertauscht, vergisst,
mit einem Wort, ein Trottel ist,
obwohl, so schwört er laut und heiß,
er ganz genau weiß, dass er´s weiß.
Die Wahrheit wird zum bloßen Schein:
Er weiß es, doch ihm fällt´s nicht ein.
Er kann sein Großhirn noch so pressen,
wonach er sucht, das ist vergessen.
Gerade wusste er es noch,
jetzt gähnt da ein Gedächtnisloch.
...
35 Ich möchte eine Möwe sein 16.09.21
Vorschautext:
... Ich möchte eine Möwe sein
in Sturmgebraus und Sonnenschein,
kein Adler, Büffel oder Löwe,
nein, schlicht und einfach eine Möwe.
... Ich möchte wie die Möwen schrein
im Schwarm mit andern und allein,
wo Meer und Land zusammenprallen
hoch oben schweben und nicht fallen.
... Ich möchte jenseits aller Pein
der Sehnsucht Möwenflügel leihn,
befreit von erdenschweren Dingen
zu fernen Horizonten schwingen.
...
34 Wer sich nicht wundert, der ist tot 15.09.21
Vorschautext:
… Wer sich nicht wundert, der ist tot.
Das Wunder ist ein Angebot,
wenn platte Selbstverständlichkeiten
dir Schmerz und Atemnot bereiten,
… wenn du, halb blind, nicht weiterweißt,
das letzte Rettungsseil zerreißt.
wenn ziellos die Gedanken kreisen
und keinen Weg ins Freie weisen,
… wenn nichts so bleibt, wie´s einmal war,
beliebig, haltlos, austauschbar,
wenn du erstickst in Müll und Plunder,
gerade dann geschieht: Das Wunder.
...
33 Die Wahrheit dazwischen 14.09.21
Vorschautext:
Das Gute und das Böse sind
nur Anhaltspunkte für ein Kind.
Erst wenn sich Gut und Böse mischen,
zeigt sich, die Wahrheit liegt dazwischen.
Silesio
32 Es geht ein Spalt durch meine Brust 13.09.21
Vorschautext:
… Es geht ein Spalt durch meine Brust,
es ist, als hätte ich zwei Seelen.
Auch Goethe hat das schon gewusst.
Gern möchte ich seinen „Faust“ empfehlen.
… Der Heinrich war ein kluger Mann
auf vielen geistigen Gebieten,
bis seine Ziele irgendwann
total in Widerspruch gerieten.
… Auch ich hab ständig nachgedacht,
nie endete das hohe Streben.
Ich hab gegrübelt Tag und Nacht,
schier unerschöpflich war mein Streben.
...
31 Irgendwie beschissen 11.09.21
Vorschautext:
… Es geht bergauf, es geht bergab,
und meistens werd ich mitgerissen.
Ich fühl mich stark, ich fühl mich schlapp
und immer irgendwie beschissen.
… Na ja, manchmal fühle ich mich auch so richtig frisch, fromm, fröhlich frei.
... Und wie kommst du so zurecht?
Silesio
30 Mein Kühlschrank 10.09.21
Vorschautext:
In meiner Küche steht ein Schrank.
Erstaunlich, aber Gott sei Dank.
Da kann ich voll Vergnügen wühlen
in leckren Dingen, die da kühlen,
darunter auch Delikatessen
für andre und zum Selberessen.
... Leider lässt sich der Inhalt kaum reimen. Deshalb unterbreche ich meine Reime kurz und fahre in Prosa fort: Scharf, sauer, frisch, süß, bitter, herb, weich, gebraten, gebacken, gepökelt, gemischt, geschnitzelt, geschnetzelt, verpackt, angebrochen usw. usf.
... Ich prüfe, schnuppre, rieche, lecke,
entkorke, wühle, schmatze, schmecke.
Welch eine wunderbare Gabe!
Schön, dass ich diesen Kühlschrank habe.
Er wird für mich von früh bist spät
...
29 Die Poesie und das Nichts 09.09.21
Vorschautext:
… Diogenes in seiner Tonne
philosophierte über Nichts.
Ich selber such im Strahl der Sonne
den Reim des Viererzeilgedichts.
… Heureka, ich habe ihn, den Reim! Findet ihr nicht auch: Genial! „Viererzeilsgedichts“ heißt er, (Genitiv)! Wohl noch kein deutscher Dichter vor mir ist wohl durch eine kühnere Wortbildung hervorgetreten!
Silesio
28 Vierzeiler, Ein Jammer, dass ich sterben muss 08.09.21
Vorschautext:
… Ein Jammer, dass ich sterben muss
und alles damit kommt zum Schluss.
Am schlimmsten ist es, dass ich dann
mein Totsein nicht genießen kann.
… Stets kürzer meine kurzen Schritte,
stets kürzer meine Lebenszeit.
Kein neuer Anfang, keine Mitte,
nur Tod und Ende weit und breit.
… Nun kann es nicht mehr lange dauern,
die Erdentage sind gezählt.
Da helfen weder Mut noch Mauern.
Drum lasse los, was dich noch quält.
...
27 Morgen ist F... 07.09.21
Vorschautext:
Morgen ist Faulheit, wenn du vergisst,
was auch schon heute unaufschiebbar ist.
Morgen ist Frage, wie kannst du dem Leben
Inhalt und Tiefe und Festigkeit geben.
Morgen ist Fremde, denn keiner kann sagen,
wohin die Winde des Schicksals dich tragen.
Morgen ist Ferne, wenn endlose Nacht
dir deine Kissen zur Folterbank macht.
Morgen ist Freiheit, wenn Nebel verschwindet
und deine Hoffnung Betätigung findet.
Silesio
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