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| 1068 | Nicht perfekt... | |||
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Vorschautext: Ist der Mensch etwa perfekt? Die Frage muss man wohl verneinen, sonst könnte er, was in ihm steckt, wohl mit anderem Talent vereinen. Versucht er ´s , heisst es sein Bestreben ist nur dazu noch angetan, bei den Leuten anzugeben. Tut er ´s nicht, heisst ´s Zeit vertan. Und so wird er hingerissen zwischen Drang und Wohlverhalten, Tätigkeit und Ruhekissen, wie und was sollt er gestalten? ... |
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| 1067 | Laternenlicht | |||
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Vorschautext: Der Schein der Gaslaterne Das warmen gelbe Licht Ergänzt das Licht der Sterne Doch wetteifert er nicht. Er grenzt im Schummerkreise wirkend bescheiden ein Und wird auf diese Weise Nicht Hochmut sternklar sein. Und meine Augen danken Dem irdisch künstlich Licht ... |
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| 1066 | Alles Natur | |||
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Vorschautext: Trügerisch ist die Idylle in des Waldes dunkler Stille. Leises Rascheln – und schon fliegt lautlos eine Waldohreule und das Mäuschen nicht in Eile Vorwitz mit dem Leben büßt! Überall auf Schritt und Tritt läuft Gevatter Hein auch mit. Niemand ist davor gefeit vor dem Ende seiner Zeit. ... |
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| 1065 | Liebe ist doch nur ein Märchen | |||
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Vorschautext: Weil ich dich liebte, tat ich dies und jenes, was ich unterließ. Ich wollte einfach dir gefallen, du brachtest mir das Blut zum Wallen. Du aber hast mich nicht beachtet; und jetzt im Nachhinein betrachtet, da find ich mein Verhalten ärmlich. Du sagtest deutlich es: erbärmlich! Die Liebe zeiht nicht alle Torheit, doch Torheit letztlich dich befreit ... |
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| 1064 | Liebe zur Antike | |||
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Vorschautext: „Warum die Liebe zur Antike?“ fragt mich ein alter Kamerad. „Da gab es doch auch die Xantippe, so ´n Weib, das keiner gerne hat. Auch die Eurynnien die auf Rache stets jagten, wer nicht brav gewesen und Cerberus, der ständig wache die Toten hindert am Verwesen. Die Frauen waren auch nicht treu, wie Helena uns hat bewiesen ... |
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| 1063 | Vorsicht ist geboten | |||
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Vorschautext: Glücklich du, die du der Rose gleichst, der zarten Blütenblätter Sanftheit dir zuteil, wie du dem Anblick deine Schönheit reichst. Auf deinen Düften schwebt des Amors Pfeil. Und doch begehr´ sie nicht, der Flora schönes Kind. Betrachte nur den Anblick stolzer Herrlichkeit. Bedenke, daß an ihrem Stengel Stacheln sind, die blut´ge Wunden reißen können jederzeit. |
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| 1062 | An Dich | |||
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Vorschautext: Ich liebe die Sonne und Sternenlicht, graue Wolken und Dunkelheit liebe ich nicht. Ich liebe das Wort, das in Klarheit man spricht heimliches Tuscheln und Lügen nicht. Ich liebe das Meer und die weite Sicht, den Dschungel der Städte liebe ich nicht. Ich liebe wenn jemand das Brot mit mir bricht Elend und Hunger der Welt lieb ich nicht. ... |
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| 1061 | Neidhammel | |||
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Vorschautext: Ach was muß man so im Leben Für ein Stück vom Kuchen geben Alle woll´n das größte Stück Es bleiben Krümel nur zurück Die sind dann für mich bestimmt Weil kein Anderer sie nimmt Sammel sie behutsam ein Bin zufrieden so zum Schein Blicke über ´n leeren Tisch Verstohlen aber doch neidisch ... |
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| 1060 | Ärgerphilosophie | |||
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Vorschautext: Ärger gibt ´s an allen Ecken wie ein Pilz verbreitet sich Anstößiges – hängt sich wie Kletten an die Stimmung – ärgerlich! Ärger ist des Chaos Frucht und die wird besonders groß wenn man Ärger nicht gesucht, verursacht durch Regelverstoß Ärger kommt, wenn was daneben geht – und zwar was unerwartet. ... |
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| 1059 | Dichter | |||
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Vorschautext: Ich schöpfe aus dem Quell der alle Lebensflüsse speist der den Weg des Menschen von Anfang bis Ende weist von quirliger Freude vom tosenden Fallen auf dem Wege des Heute und des Morgen – und allen Abzweigen, Umwegen, Irrungen Untiefen, Wirbeln und Wirrungen ... |
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| 1058 | Tanz in den Mai | |||
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Vorschautext: Nacht hat die Sterne ausgeknipst graues Himmeldunkel erlaubt keinen Mond Mainacht ist; nicht wie früher als Sternefunkeln freute. Dröhnende Bässe verdrängen Musik Menschen zappeln in den Mai, verrenken sich paarweis oder allein nur keine Berührung, keine Nähe jeder für sich schweissekstasisch, ausgelassenes freudloses Laut begrüsst eine grünende Zukunft. Der Tanz in den Mai stößt an ... |
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| 1057 | Würde bis zum Tod | |||
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Vorschautext: Wie jedem Menschen Freude, Leid und Bürde vom Schicksal unabwendbar aufgetragen entwickelt sich im Dasein jene Würde die unverletzlich eigen dir bis zu den letzten Tagen. Und stets begleitend hält der Würde Weg sich dein Gewissen als ein mahnend Korrektiv so halte ein – und dein Verhalten leg behutsam es in seine Hand, wenn es dich rief. Gemeinsam so den Lebensweg beschreiten reinen Gewissens und mit ruhiger Würde ... |
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| 1056 | Hauspoet ist wetterfühlig | |||
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Vorschautext: Ach herrje, wird der Mensch alt werden auch Gefühle kalt. Sehnsucht nach Frühlingsgefühlen werden schnell das Mütlein kühlen: mit dem Alter kommt die Fäule spürbar an der Wirbelsäule. Musst im Garten heben, bücken und der Schmerz zieht in den Rücken. Zeiten werden eingeschränkt in denen man vorm Bildschirm hängt. Ihn hat der Regen stets gedauert, hat auf den Sonnenschein gelauert, ... |
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| 1055 | Mein Pegasus | |||
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Vorschautext: Im Märzen spannt der Bauer dann nicht Rösslein, nein, den Trecker an. Mein Dichterross, der Pegasus auch aus den Hufen kommen muss. Hab das Gefühl, dass er noch lahmt, darum hab ich ihn auch ermahnt: er soll zum Höhenflug mich bringen und nicht so ungezügelt springen, denn in der geistigen Dressur hilft einzig Disziplin mir nur. Der Pegasus sagt darauf schlicht: „du bist es, den der Hafer sticht. ... |
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| 1054 | April,April | |||
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Vorschautext: Warum ist der April am ersten Tag der Tag von kleinen Scherzen? So sagt ´s mir doch, ihr klugen Lexika! Seit meiner Kindheit hasse ich von Herzen das ewige April, April, wenn es geschah und ich das Datum hab verschwitzt, somit nicht aufmerksam genug, wenn andere weit mehr gewitzt, ich aber dann das Opfer ward von Trug. Auch in der Zeitung wurd´ dick aufgetragen, mit Bilderfälschung ziemlich primitiv ... |
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| 1053 | Dazwischen | |||
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Vorschautext: Gerne hätte ich dir einen Tag geschenkt, der sich zwischen unseren Alltag drängt. Nicht Zukunft, nicht das Heut´ oder Morgen, ich würd´ mir den Tag von der Ewigkeit borgen. Doch gibt ´s ein Hindernis: Unfähigkeit, man kann nicht so spielen mit der Zeit! Es bleibt bei der eingezwängten Nacht, die uns ein irdisch Paradies gebracht. |
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| 1052 | Oftmals selbst verschuldet | |||
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Vorschautext: Der Mensch kann einsam sein, gleichwohl er nicht allein. Er gleicht dem Vogel , der im Schwarme fliegt und dennoch abstürzt, weil er nicht genügend Aufwind kriegt. Der Schwarm zieht weiter unterdessen, ihn kümmert nicht was da gewesen. Am Boden oft zerschmettert liegt, der, den die Einsamkeit besiegt. ... |
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| 1051 | Einbruch der Nacht | |||
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Vorschautext: Abend drückt mit sanfter Hand Phoebus hintern Horizont. Venus nun am Himmel thront, Friede legt sich übers Land. Amseln haben ausgesungen, Kreatur sucht ihre Ruh, bleicher Mond schaut dabei zu, wie die Wolken aufgesprungen. Dunkelheit – noch sehr verhalten- zieht grau-schwärzlich übers Feld, ... |
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| 1050 | Dünnschichtig | |||
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Vorschautext: Erdlinge sind wir aus dem Stoff, den der Planet selbst generiert, aus einer Kruste, die den wahren Kern des Geodäten nur kaschiert. In seinem Innern tobt heiße Magnaflut, auf der Kontinente schwimmend sich bewegen und stetig, unsäglich langsam ... |
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| 1049 | Was soll man davon halten? | |||
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Vorschautext: Schade, dass ich eitel bin, denn es hat doch keinen Nutzen hat man sich nur stets im Sinn, und andre mir die Nase Putzen. Ausserdem bin ich noch stolz, hab den Hochmut fest gepachtet, und ich bin aus jenem Holz, welches Reisig streng verachtet. Dreist kann man mich auch noch nennen. Frechheit siegt, das ist mein Spruch, ... |
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