Profil von Anouk Ferez

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Anzahl Gedichte: 211
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Titel
191 Weil es so ist 12.04.17
Vorschautext:
Nie wieder mit suchenden Händen begreifen,
nie mehr ein dich-liebenden-Auges-Erspähn.
Die Früchte, die satt in den Seelen – ja, unseren!- reiften,
die müssen in Kälte und Dürre und Hunger vergehn.
WARUM?
Die Ernte verdorrte, und ich Irrlicht musste
wie blind über staubige Wege entfliehn,
und das wo ich tief, tief im Inneren wusste:
die Fäden, sie würden uns fest, fester ziehn.
WARUM?
Ich hör deinen Herzschlag in mir noch erschallen,
und hört auch der meine lang vor deinem auf…
...
190 Dieses Wort 06.04.17
Vorschautext:
Ein Wort durchtrennte alle dunklen Weben
als weit entfernten Lippen es entstiegen.
Es sirrte, flirrte, herzte – drauf ist’s sachte
libellengleich in Lüfte aufgestiegen.

Wie zarte Daunenfedern, Seifenblasen,
wie Pusteblumenschirmchen, Mückenschwärme,
durchquerte es selbst dunkle Wolkenfelder
mit seiner Wahrheit, Licht und Wärme.

Ein Wort, ein Wort, es flog libellengleich,
ein Wort .. ein tiefes, großes Wort es hing
...
189 Ich wünschte mir: ein Wort 04.04.17
Vorschautext:
Wasserfall, ich hör dein Brausen, Tosen, Rauschen,
ich habe mich – du glaubst nicht wie! – doch bloß gesehnt
nach seiner Stimme, die mir lieb und traut war
hab‘s bittend, fragend, flehend oft erwähnt.

Waldesrand, ich hör dein Rauschen, Knistern, Rascheln
Ich habe mich – voll Schmerz – so sehr verzehrt
nach seinem Lachen, seinen Sätzen, ach, nur Worten…
war dieser Wunsch zu viel, zu groß , war er … verkehrt?


Blumenmeer ich hör dein Summen, Singen, Kosen
...
188 19xx 03.04.17
Vorschautext:
Dies ist aus den 90-er Jahren. Es fiel mir auf einem vergilbten Zettel aus einem alten verstaubten Tagebuch undatiert entgegen. Plötzlich waren so unglaublich viele Jahre vergangen. Ich war wieder plötzlich wieder ein Mädchen und weinte.


19XX:
ICH HATTE HUNGER und wusste es nicht.
Hunger nach mehr Gerechtigkeit.
Jetzt, da ich ihn nicht stillen kann,
rechtelos, verkannt
ERKENNE ich

ICH HATTE SEHNSUCHT und wusste es nicht,
Sensucht nach Liebe.
...
187 Der Eine 01.04.17
Vorschautext:
Hat es dich im Schatten
meiner Wimpern gefroren?
Konnte dich meine Haut
nicht beflügeln?
Ich weiß, mein Blick
gab dich nicht frei…
War es mir denn verboten
deinen Willen zu satteln
und dein Ungemach zu zügeln?
Was für mich grad begann
war für dich längst…vorbei.

...
186 Lache! 30.03.17
Vorschautext:
Wie lang ist's her,
dass dein Lachen
in mein Ohr kullerte?
Wie weit liegt's zurück,
dass der Klang deiner Stimme
mir über den Scheitel strich,
meine Wangen benetzte,
um dann an meiner
Schulter zu ruhn.
Schwinge, Ton, küss mein Gemüt!
Möge die letzte Silbe nie verebben.

...
185 Engel 21.03.17
Vorschautext:
Am Wünschen und Nichtfassenwollen,
was unter Gottes Blick geschah,
am Sehnen und am Missverstehen
bin ich verzweifelt. Tage gehen
in Wochen über – deren Schar
lässt Mond um Mond wie Rubel rollen.

Mein Engel, in diffusen Augenblicken,
die aus dem Zug der Zeit sich lehnen,
kann sich mein Blick zum Himmel dehnen.
Hilf mir, dem Denken zu entrücken!

...
184 Es wispert "Abschied" 09.03.17
Vorschautext:
Flocken fallen stumm und sachte,
obschon der Mai von Sommer kündet.
Als ob versteckter Herbst es brachte,
dass Frühlingsfreud im Winter mündet.

So zeugt des Pfingstfests hellste Blüte
in aller Pracht von Sterblichkeit …
zart rieselt Schnee als Sterbekleid,
dass er Erinnerung behüte.

Es wispert „Abschied“ wie von Ferne…
zwei Füße, die schon nicht mehr sind…
...
183 verloschne kerzen 24.02.17
Vorschautext:
tränen tanzen
welke blüten
röten scheu das
urgestein
marmorwange
toter engel
fügt sich in den
reigen ein.

einsamkeit
sieh meine farben
tropf mich
...
182 Rote Brände 11.02.17
Vorschautext:
Ich treibe kraftlos. Längst erstickt dies Lebensdrängen.
Kein Fieber spült mehr meine matten Nerven.
Und unsre stark verzerrten Schatten werfen
sich gegen all die Fäden, Stricke
an denen baumelnd die Geschicke
von uns zwei müden Kriegern hängen.

Ich halt‘ es mit den wahren Sehnsuchtstollen,
so sind‘s die Lebensvollen, die mich so berücken,
die gleichfalls nehmen wie bestücken.
und donnernd jeden Gipfel überrollen.

...
181 Mein gläsernes Herz 03.02.17
Vorschautext:
Als deine Küsse noch
auf meinen Augen
ruhten,
barg der Wind
meinen Atem
in seinen Fluten
und es bog
sich ein jedes Wort
ins Schweigen
- und es zog
der Blick, der dir zu eigen,
mich tief, so tief in dich
...
180 Der letzte aller Sterne 14.01.17
Vorschautext:
Den Blick nach innen wird die Erde
sich ein letztes Mal in mir entfalten,
bevor die Schranken, die mich halten
sich heben, dass ich endlos werde.

Die Hände leer, ich taste blind,
vor mir gähnt dunkle Ferne.
Wo du einst standst, braust nun der Wind,
raubt mir den letzten aller Sterne.

Und meine Lippen atmen aus,
ein letztes müdes Nach-dir-fassen…
...
179 Geschichte einer Liebe 11.01.17
Vorschautext:
Als unser Glas noch voll war
maßen wir die Zeit an
Schneckenspuren
und irdene Schönheit an Libellenflügeln
–doch nichts kam DIR gleich.

Faun,
wie entfesselt
spieltest du die Fiddel,
brachtest meine Saiten
zur Krümmung
und faltetest Dimensionen
...
178 Kinder ( 3 Haiku bzw Senryu) 10.01.17
Vorschautext:
Nutella am Mund
- Mama, ich küss dir 'nen Bart!
Was sind Kinder süß.

*

Kleine Honighand
- Mama, ich wärm' mich an dir!
Liebe klebt ewig.

*

...
177 Die auf Theia ritt 09.01.17
Vorschautext:
Sag, erinnerst du dich
an mich,
ich bin die, die vor Äonen
auf Theia ritt,
sich mit deiner Erde
zu vermählen.
Wir zwei
erschafften den Mond
und in Chaos, Staub und Geröll
da brüteten wir
durchs kosmische Jahr
alles blaue Leben.
...
176 Die Voliere 09.01.17
Vorschautext:
Ihr Lied ist hinter goldenen Gittern
verstummt. Und jenes Flügelschlagen
aus vergangenen Liebestagen
gelähmt. Was bleibt ist nur ein Zittern.

So streckt sie sehnend, hungernd ihre Kehle
gen ›Jenseits-Gittern‹, raus, ins Lichterland
des nahen Heimatwaldes … doch die Hand,
die sie ergriff, bezwang auch ihre Seele.

Ihr leises Lied franst in die Stille.
Der, den sie liebt, ist fort gestoben.
...
175 Liebe ist (3 Haiku) 08.01.17
Vorschautext:
Kuss auf die Augen
Finger ganz eng verwoben-
kein Ring verspricht mehr

*

Geheime Sprache
zwischen liebenden Menschen
sagt mehr als ein Kuss

*

...
174 Hoffnung (Haiku) 07.01.17
Vorschautext:
Ein weißer Vogel
auf satten grünen Auen-
die Hoffnung stirbt nie

*

Ein Regenbogen
spannt sich zwischen den Wolken-
darüber wohnt Gott
173 Ohne Titel 06.01.17
Vorschautext:
Der Wind, er peitscht mich hart von Osten,
Ein Folterknecht, dem man gut zahlte.
Das Abendrot lässt alles rosten,
was einst in frischem Grün erstrahlte.

Bald räkeln sich die dürren Föhren,
in eine endlos schwarze Nacht.
Des Käuzchens Ruf ist schon zu hören.
Ein Alb hält mir zu Füßen wacht.

Ich drück mich zitternd in die Mulde,
die einst ein Bett im Wald gewesen.
...
172 Schwarzer Falter 05.01.17
Vorschautext:
Zeit fliegt.
Auf Adlerschwingen:
Ist das Ziel
entlegen.
Auf Libellenflügeln:
schillernd
der Sonne entgegen.
Mal gaukelt sie
als Motte ums Licht,
mal spielt sie uns vor
als vergehe sie nicht.
Mal lügt sie sich
...
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