Sortieren nach:

Gedichte über Gerechtigkeit - Seite 5


Was fehlt ...?

Wenn einem wer zufällig begegnet,
dessen Gesicht von Sorgen ist gequält,
was ihm wohl die Laune so verregnet,
fragt sich, was diesem Menschen fehlt?

Ist ihm gerade was Schlimmes passiert?
Das Entsetzen darüber unverkennbar ...
Fehlt ihm Hilfe, weil er ohnmächtig wirkt?
Ihm fehlt Beistand, das ist doch klar!

Tut ihm was weh, was ist sein Leid,
was verursacht diesen argen Schmerz,
was bedroht nur so seine Gesundheit?
Ein so kranker Körper ist kein Scherz.

Oder ist er arm und ihm fehlt Geld allzeit,
oder ist er reich, weiß damit nicht wohin?
Armen fehlt der Glaube an Gerechtigkeit,
Reichen steht nach mehr Luxus der Sinn.

Fehlt ihm auch nur der gesunde Verstand,
weshalb er freudlos die Umwelt bedroht?
Mit Sorgenfalten ist er bestens unerkannt,
immer mehr im Land fehlt es nicht an Not.

Es fehlt immer das, was man nicht hat!
Wenn man es dann hat, fehlt was anderes.
Wem nie was fehlte, der stumpft früh ab,
hält das Fehlen gar für was Spannendes...

Wem schon immer wieder was fehlte,
der erfragt selten erst bei wem die Ursache,
er erkennt intuitiv, was die Person quälte,
versucht zu helfen, "jetzt besser?" die Frage.

"Ja, klar! So wird's sein!", hämisches Grinsen,
so reagiert, wem nur Wegsehen fällt ein,
statt mitfühlendes, helfendes Hinsehen...
"Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!" ist seins.

Was fehlt denn jetzt wirklich auf dieser Welt?
Womit die Zukunft aller besser ausschaute?
Eine andere Menschheit, die zusammenhält?
Allein daran fehlt mir der Glaube ...

© meteor 2025
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen


Das Licht in uns

Unsere Augen suchen Wahrheit in einer Welt,
die ihre Lügen geschniegelt auf goldene Podeste erhebt.

Wir gehen durch den Schmutz der Zeit,
durch Städte voller kalter Münder,
durch Menschen,
die ihre Seelen an Macht, Geld und Aufmerksamkeit veräußern
wie Knechte eines sterbenden Systems.

Auf hohen Stühlen wird Gewalt zelebriert
wie ein sakraler Feiertag.
Männer in Anzügen sprechen von Frieden
und nähren zugleich die Maschinen des Todes.

Wem willst du noch glauben,
wenn selbst die Sprache verwest?
Wenn jedes Wort gebogen, gekauft und vergiftet wird?

Sie missbrauchen Vertrauen
wie schwache Körper.
Sie pressen Angst durch Bildschirme, Schlagzeilen und Melodien,
die längst kein Herz mehr tragen,
sondern nur noch Egos mästen,
Narzissten krönen
und die Leere vergolden.

Und wir?

Wir wühlen mit bloßen Händen
im Schlamm dieser Epoche,
im Sand,
im trüben Wasser,
auf der Suche nach dem letzten unverfälschten Rest Wahrheit.

Alles kippt.
Links. Rechts.
Zurück ins Nichts.

Die Masse skandiert Parolen,
doch niemand hört mehr zu.
Liebe wird gegen Lüge eingetauscht,
Wahrheit zur Illusion verspottet.
Und wer noch empfindet,
wird zum Schweigen gebracht.

Doch unsere Seelen,
so klein sie erscheinen mögen,
schlagen trommelnd gegen den Himmel
wie Fäuste gegen Mauern.

Denn wir glauben nicht daran,
dass im hohlen Klang verstimmter Trompeten
und groteskem Putengesang
Clowns der Gier,
diese Händler der Angst,
wirklich über das Schicksal der Welt verfügen dürfen.

Geld ist kein Gott.
Macht ist keine Wahrheit.
Und ein Mensch ohne Liebe
ist nichts weiter
als ein elegant verkleideter Abgrund.

Sie wollen, dass wir schweigen.
Dass wir knien.
Dass wir vergessen, wer wir sind.

Doch wir tragen noch Feuer in uns.

Während ihre Welt
an ihrer eigenen Kälte erstickt,
werden wir brennen.

Nicht für Ruhm.
Nicht für Parteien.
Nicht für ihre falschen Könige.

Sondern füreinander.

Denn am Ende dieser kranken Zeit
bleibt nur eines unzerstörbar:

Das Licht in uns


© Marcel Strömer
[Magdeburg, 09.05.2026]
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen