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Anzahl Gedichte: 880
Anzahl Kommentare: 22
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Titel
880 Raumschiff Erde
Vorschautext:
Wir reisen auf einem orbitalen Habitat,
sind optimal angepasst am Lebensraum.
Unser Sonnenstern bestimmt die Fahrt,
sein rasantes Tempo spüren wir kaum.

Gestartet mit heftigem Impulsanschub,
schießen wir durch unsere Galaxie,
schauen aus Fenstern durch Lukenlup',
was wir sehen ist reinste Fantasie.

Unvorstellbare uralte Unendlichkeit,
darin sind wir nur ein Meerestropfen.
...
879 Dein Tropfen zuviel
Vorschautext:
Deine Verführung
verläuft entlang der Spuren
meiner Berührung,
gebrannt mit heißen Signaturen.

Getarnt als Bogenschütze,
dein Körper mein erträumtes Ziel,
durchzucken meine Pfeilspitzen
dein erogenstes Sinngefühl.

Du bist der volle Staudamm,
ich dein letzter Tropfen zum Bruch.
...
878 Seelenstreichler
Vorschautext:
einfach nur zusammen mit dir liegen
nichts weiter als uns nackt vor Augen
auch sonst wird nur geschwiegen
mit Blicken wir uns den Atem rauben

streicheln sanft und zart mit Sehgespür
scannen unserer Körper Konturen
benutzen nur unsere Biolaser hierfür
berührungslos, hinterlasśen keine Spuren

und doch registrieren wir jeden Blick
als wenn du mich real berührst
...
877 Sinnlichkeit
Vorschautext:
wenn sich unsere Körper wortlos unterhalten
ihre Sprache ist international verständlich
sinnlich sämtliche Sensoren einschalten
eindeutige Signale tauschen in- und auswendig

komm zu mir, taste dich vor
berühr mich, atme mich tief ein
komm ganz dicht bis an mein Ohr
lass deinen Geschmack der meine sein

benebelt von animalischen Lockstoffen
unsere Instinkte übernehmen die Sinnkontrolle
...
876 Vor der Dämmerung
Vorschautext:
Triff mich wieder nach Einbruch der Dunkelheit,
folge der Krähe unheimliches Lied.
Um Mitternacht ist es endlich soweit,
ich bin es, der vor dir niederkniet.

Ein dünner Nebelschleier hüllt die Finsternis ein,
Umrisse obskurer Schatten der Nachtzeit,
eine nicht weit entfernte Silhouette
schwankt in der nackten Einsamkeit ...

Aus dem Krächzen des schwarzen Todesboten
blutet der Schrecken des Schattenreich'.
...
875 Grollkontroll'
Vorschautext:
Wenn wir meinen,
wir hätten keinen Grund,
jemandem zu vergeben,
dann könnte folgender Befund
zum Nachdenken anregen.

Der schlimmste Feind wird beim Grollhegen
zum Mittelpunkt im weiteren Leben.
Mit soviel Einfluss auf das eigene Bestreben,
wird es keinen Seelenfrieden geben.

Groll schadet nur einem selbst,
...
874 Horizont
Vorschautext:
Morgenröte verdrängt die Nacht,
der Horizont neigt sich nach vorn,
die Dunkelhälfte umhüllte ihn sacht,
wie Morpheus im Traumsandkorn.

Mit dem Auftritt der güldenen Sonne
fällt der Schleier im Erdschattenbogen.
Mit der Sichtweite flüchten Phantome,
auf der Himmelslinie Zukunftsboten.

Im ewigen Umlauf des Erdplaneten
kreisen Gedanken im lange Ungewissen.
...
873 Ursprungszauber
Vorschautext:
Wie selbstverständlich wir es nehmen,
dieses unser aller Erdenleben.
Unser Ursprung ist uns ein Rätsel,
leisten uns dafür Glaubensgemetzel.

Wir suchen stets nach neuen Wundern,
ohne die uralten erforscht zu haben,
immer noch die Antworten schlummern,
auf die Fragen, wie, woher wir kamen.

Es bleibt ein Geheimnis des Universums,
wir sind nur gezauberte Symptome,
...
872 Feuervögel des Alls
Vorschautext:
aus unendlichen, dunklen Weiten
ohne Schall, nur in Photonen
Sternenfeuer wir zu euch geleiten
dauert der Flug auch Äonen

erreichen wir den Erdenhimmel
Trommeln begleiten den Gesang
wir Feuervögel bringen Echokrümel
vernehmt der Sterne Klang
871 Reset
Vorschautext:
Die Welt droht kaputt zu gehen,
alle Parameter deuten darauf hin.
Doch sie selbst bleibt bestehen,
regeneriert nach jedem Irrsinn.

Alles zurück auf Neuanfang,
wiedermal wird Tafel gewischt.
Ruhig und ohne viel Zeitzwang
den Planeten neu aufgehübscht.

Wen interessiert schon gestern?
Was zählt ist nur das Heute.
...
870 Kuscheln
Vorschautext:
Warum ist Kuscheln nur so reizvoll?
Tiefe Augenblicke, selbst im Dunkeln,
was macht einem da so liebestoll?
Vier Seelentore, die sich anfunkeln.

Man kommt sich so furchtbar nah,
Haut an Haut und Herz an Herz ...
Lippen werden zum Saugglockenpaar,
die Gefühle schweben himmelwärts.

Geborgen im gemeinsamen Schlaf,
wenn am verletzlichsten, anvertraut,
...
869 Dividieren
Vorschautext:
In Niedersachsens Grundschulen
will man Kindern Teilen erleichtern,
fürs "halbschriftliche" am buhlen:
Das soll das Rechnen bereichern.

Um 364 durch 7 zu dividieren,
wird erst 350 und 14 aufgeschrieben,
die 50 und 2 addiert sind 52 geblieben,
so soll man es einfacher kapieren.

Die 350 fallen vom Himmel, scheints?
Oder steckt darin nicht das Gleiche,
...
868 dir verfallen ...
Vorschautext:
es hat mich voll erwischt
bin in deinem Netz gefangen
war dir vermeintlich entwischt
lieg jetzt hier voller Verlangen

hab mich verknallt, in dich
sitz in der Achterbahn ganz vorn
aufgeregt, nach dir sehnsüchtig
hör mein Herz nach dir rumorn

ob ich wach bin oder träume
bin auf Entzug, weil du mir fehlst
...
867 Obi van Kimono
Vorschautext:
knapp im Kimono verhüllt
schleichst um mich herum
wie erregend sich das anfühlt
dein Verführspiel ein Unikum

dein Gürtel sitzt zu locker
der Ausschnitt legt dich frei
Augen groß wie bei Frogger
mein Seufzer atemlos anbei

Haut rãssiges Wildleder
feingegerbt und blank
...
866 Schattenzeit
Vorschautext:
Deine Silhouette lässt Schatten seufzen.
Deine Pirouetten erregen das Dunkel.
Deine Kontur will sich mit meiner kreuzen.
Zwei erigierte Seelen im Zwielicht funkeln.

Lüsterne Schemen verlangen Wagnis.
Düsteres Begehren im Finstern.
Vergehen sich im lasziven Schattenriss.
Im geteilten Abyss leidendes Zittern.

Im Schattenwurf vollzogene Lustrituale,
Schummerlicht erzeugt sakrale Fraktale.
...
865 Zeit schinden
Vorschautext:
Ich wollt, ich wär ein Schreiber,
dessen Zeilen würden wahr.
Ich wollt, ich wär schon weiter,
mein Wissen bleibt fehlbar.

Ich wollt, ich könnt alles erklären,
was mich am Grübeln hält.
Ich wollt, ich könnt im Schlaf hören,
die Antworten, die wer mir erzählt.

Ich wollt, ich würd den Sinn finden,
wieso das Leben entstanden ist.
...
864 Verhör
Vorschautext:
Wenn du nicht bei mir bist,
spüre ich tief drin in mir,
dass du mich auch vermisst,
mein Herz sehnt sich zu dir.

Als wir zusammen kamen,
sprengten wir jeden Rahmen.
Ich spür dich von ganz nahem,
liegst du in meinen Armen.

Wir können alles sein,
uns gehört die Welt allein.
...
863 Popanz!
Vorschautext:
Einst machte der kleine Firlefanz
ganz wichtig auf lauten Popanz!
Der Geck scharrte um sich herum
ein kreischendes Brimborium.

Doch sein Werk war nur Humbug,
er war ja nur ein Possenreißer,
vom Kokolores hatte man genug,
blümerant wurd's um ihn leiser.

Ein Rabauke der mit Mumpitz prahlt,
wirkt nach wie fader Muckefuck.
...
862 Früher und Heute
Vorschautext:
Früher wurde auf Papier gedruckt,
Hass in Phrasen in Gassen gespuckt.
Flugblätter geklebt an Wand zu Wand,
flog nur langsam von Hand zu Hand.
Die Worte zwar laut mit Wut verfasst,
stumpfe Massen unter sich bespaßt.
Lokal gebunden, ideologisch organisiert,
physisch greifbar, wer da propagiert.
Man sah die Gesichter, hörte den Schrei,
paar Mal im Jahr zog Hetze vorbei.
Kaum Zeit, um Wurzeln zu schlagen,
musste reifen zwischen den Alltagen.
...
861 Tiefenerfahrung
Vorschautext:
Das Flirren der schwülheißen Luft
über deinen sengenden, sanften Hügeln
verteilt deinen honigartigen Duft,
verleiht dir deiner Sinnlichkeit Flügel.

Deine Silhouette gleicht einer Sanduhr,
dein Ozean fließt im Gezeitenstrom,
verfolge Ebbe und Flut deiner Natur,
kühler Marmor feucht von Pheromon.

Schmelz deiner perlenden Gluttropfen
durchdringt die Schichten meiner Haut,
...