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Anzahl Gedichte: 791
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Titel
791 Dein Tropfen zuviel
Vorschautext:
Deine Verführung
verläuft entlang der Spuren
meiner Berührung,
gebrannt mit heißen Signaturen.

Getarnt als Bogenschütze,
dein Körper mein erträumtes Ziel,
durchzucken meine Pfeilspitzen
dein erogenstes Sinngefühl.

Du bist der volle Staudamm,
ich dein letzter Tropfen zum Bruch.
...
790 Seelenstreichler
Vorschautext:
einfach nur zusammen mit dir liegen
nichts weiter als uns nackt vor Augen
auch sonst wird nur geschwiegen
mit Blicken wir uns den Atem rauben

streicheln sanft und zart mit Sehgespür
scannen unserer Körper Konturen
benutzen nur unsere Biolaser hierfür
berührungslos, hinterlasśen keine Spuren

und doch registrieren wir jeden Blick
als wenn du mich real berührst
...
789 Sinnlichkeit
Vorschautext:
wenn sich unsere Körper wortlos unterhalten
ihre Sprache ist international verständlich
sinnlich sämtliche Sensoren einschalten
eindeutige Signale tauschen in- und auswendig

komm zu mir, taste dich vor
berühr mich, atme mich tief ein
komm ganz dicht bis an mein Ohr
lass deinen Geschmack der meine sein

benebelt von animalischen Lockstoffen
unsere Instinkte übernehmen die Sinnkontrolle
...
788 Lebensmitte - mitten im Leben
Vorschautext:
Statistisch mit um die 40 Lebensjahren
seine Lebensmitte man hat überschritten.
Doch selten wie heut' ist man im Unklaren,
die Garantie auf +40 Jahre ist entglitten.

Täglich wird berichtet von Krieg und Tod,
mitten im Leben dessen Ende stets droht!
Zu viele verlieren ihren Lebensgefährten,
bleiben zurück, erleben des Lebens Härten.

Und das weit vor der statistischen Mitte,
erbarmungslos schlägt das Schicksal zu!
...
787 Waldgrab
Vorschautext:
+++
Wo einst zur letzten Ruhe wurd gebettet,
ein Efeunetz sich entlang verkettet...
Unter ihm Schicksalsreste sich befinden,
letzte Lebensspuren sich dort verbinden.
Fragmente morscher Bretterstücke, einst gekreuzt,
verfaulte Trauerzeugen hinterbliebener Leuts.

Aufgegeben, vor Generationen verlassen,
übergeben an Kleinstkreaturenmassen,
welche sich gedankenlos damit befassen,
aus Verstorbenem Neues entstehen zu lassen.
...
786 Sprung der Delphine
Vorschautext:
im Sehnsuchtsschauer
in deinen Augen gebadet
die Zeit verliert ihre Dauer
bin im Hier begnadet

dein Anblick hypnotisiert
mein Verlangen ist akut
Empfangsbereitschaft garantiert
vorfreudig wallt mein Blut

nun durstig nach deinen Lippen
will mich mit Opiaten überschütten
...
785 Schweigen
Vorschautext:
die Last unausgesprochener Worte
liegt unangenehm schwer in der Luft
jeder Atemzug durch die stille Pforte
schweigend zum leisen Ende aufruft

tausend Worte liegen auf den Lippen
doch dein Schweigen spricht lauter
mein Blick ist deinem längst entglitten
nichts sagend abwesend schaut er

ich sehne mich nach der Anfangszeit
schweigsame Stille hieß Glücksgefühl
...
784 Medium
Vorschautext:
Jede Frau ist einzigartig auf der Welt...
und folgt ihrer eigenen Prophezeiung!

Was immer man auch davon hält,
zu undurchsichtig ist ihr Warum.

Auch Moira sucht ihren Weg
durch des Lebens Sturm.
Von inneren Stimmen bewegt,
wird sie geleitet wie ein Medium!

Ihre Augen sind tiefe Teiche, die leise wispern,
...
783 Grollkontroll'
Vorschautext:
Wenn wir meinen,
wir hätten keinen Grund,
jemandem zu vergeben,
dann könnte folgender Befund
zum Nachdenken anregen.

Der schlimmste Feind wird beim Grollhegen
zum Mittelpunkt im weiteren Leben.
Mit soviel Einfluss auf das eigene Bestreben,
wird es keinen Seelenfrieden geben.

Groll schadet nur einem selbst,
...
782 Und es war Sommer (I)
Vorschautext:
In dieser lauschigen Sommernacht in der Strandbar warst du die schönste und sinnlichste Tänzerin. Eine betörend schöne Frau mit langen, leicht gelockten Haaren, einem wunderschönen Gesicht mit betörenden Augen und schlanker Nase, einem sehr ansehnlichen Körper mit schlanken, langen Beinen.
Mit deinen anmutigen und fließenden Bewegungen hast du die Blicke aller Männer auf dich gezogen. Trotz der hohen und dünnen Absätze deiner leichten, sommerlichen Riemchenschuhe schwebtest du sicher und elegant über den hölzernen Tanzboden und gingst auf in der rhythmischen Musik.

Noch vor wenigen Stunden kannten wir uns nicht. Endlich da! Ich wuchtete den Koffer auf das große französische Bett und sah mich im Hotelzimmer um. Es bot erstaunlich viel Platz, für ein 3-Sterne-Hotel und war sauber und frisch gelüftet. Ein großer Deckenventilator sorgte für die willkommene frische Böe, die die Luft im Raum bewegte, bei dieser Affenhitze im August. Trotzdem war mein Hemd gut zerschwitzt und ich zehrte es mir sogleich - mich schwer verrenkend -von der Haut. Zu meiner Überraschung besaß das Zimmer sogar einen kleinen Balkon, den ich dann auch gleich neugierig betrat. Man hatte einen herrlichen Ausblick auf das Meer - ok, zwischen zwei Hotels hindurch - doch für 3 Sterne, was will man mehr erwarten?!

Als ich gerade meine Arme hoch gen Himmel streckte und tief ein- und ausatmete, hörte ich hinter dem Sichtschutz zum Nachbarbalkon eine belustigte Frauenstimme:

"Naha!? Auch gerade erst angekommen?"

Und über die abgeschrägte Trennwandkante blitzte dein Augenpaar auf, mit einer Sonnenbrille im Haar.
Etwas erschrocken ob der unerwarteten Zuschauerin zuckte ich leicht zusammen, drehte meinen Kopf in deine Richtung und stammelte:

...
781 Vernebelte Augen
Vorschautext:
Ist der Himmel voller Rauch vom Feuer,
wenn die Flammen über uns hochsteigen,
wo sind dann all die Unschuldsbeteurer,
werden sie mit Fingern auf uns zeigen?

Sind ihre Augen weiter dicht vernebelt?
Sehen sie ihren Irrtum doch noch ein?
Zusammen sind wir alle jetzt geknebelt,
der befreite Drache sucht uns alle heim.

Und drohen alle gemeinsam zu brennen,
bereiten wir uns auf das Ungeheuer vor.
...
780 Welt der Scherben
Vorschautext:
warme Sonne
päppelt mich auf
der Nacht entkommen
nimmt mein Leben
seinen Lauf

wollte nur ich selbst sein
rollte mich zu oft ein
in Fasśaden
die mir schaden

um anderen zu gefallen
...
779 Der Löwe
Vorschautext:
Sein Schritt ist mit den vielen Jahren
erfahrener und bedächtiger geworden.
Ihm ist, sein Stolz liegt im Bewahren
seiner Zuverlässigkeit im Geborgenen.

Der feste Gang selbstbewusst voran,
seine Gegenwart bleibt nie unbemerkt,
seine Aura zähmt jeden Streitanfang,
sein Blick respektvoll Autorität lehrt.

Selten noch flammt sein Jähzorn auf,
einst ungestüm war seine Jugend,
...
778 Nie allein
Vorschautext:
wenn ich alleine bin
bin ich nicht allein
es macht keinen Sinn
ohne Gedanken zu sein

im Stillen sie zu mir flüstern
im Dunkel ihr leises Wispern
uns gemein ist dieses Lüstern
insgeheim verspürtes Knistern

sie sind mir seelenverwandt
erklären mir meinen Verstand
...
777 Pantomime
Vorschautext:
Wenn Sprache ohne Schall spricht,
spiegelt sie sich wider im Gesicht.
Mit deinem ganzen Körper
bist du mir dann deutlich hörbar.

Beobachte deinen Ausdruckstanz,
deine eloquent bewegte Eleganz.
Klebe an deinen stummen Lippen,
sehe, was sie mir ausdrücken.

Folge deiner raffinierten Zunge,
sie formt sich zum Zeichenpinsel.
...
776 Obi van Kimono
Vorschautext:
knapp im Kimono verhüllt
schleichst um mich herum
wie erregend sich das anfühlt
dein Verführspiel ein Unikum

dein Gürtel sitzt zu locker
der Ausschnitt legt dich frei
Augen groß wie bei Frogger
mein Seufzer atemlos anbei

Haut rãssiges Wildleder
feingegerbt und blank
...
775 Gedankenblitz
Vorschautext:
Oft, wenn ich so da sitz,
überrascht mich ein
Gedankenblitz!
Ohne Donner beim Gewitter,
durchzuckt mich ein
Gedankensplitter...

Erst einige Stunden/Tage vorher,
legte ich dazu die Lunte.
Überlegte angestrengt so sehr,
mit der Antwort auf der Zunge.

...
774 Nebelmond
Vorschautext:
Als ich mitten nachts aufwache,
liegt Nebel auf dem Mond.
Ein lichter Schleier kriecht sachte
hoch über dem dunklen Horizont.

Schäfchenwolkenwellen flüchten
vor dem unvermeidlichen Grau,
sie scheinen sich vor was zu fürchten,
Nebel scheucht sie ins finstere Blau.

Das rettende Ufer ist in weiter Ferne,
um nicht im Unbekannten zu ertrinken,
...
773 Wellen
Vorschautext:
Bei Anbruch des Tages
zitterte er in ihr,
seine Augen offenbarten es,
gerichtet in ihr Visier.
Seine anbrandenden Hüften,
die langsame Bewegung der Wellen,
stießen in ihre Schlüfte,
wo sie heftig zerschellen.
Sie ist seine Auster unter Muscheln,
ihr Körper sein Hafen der Gelüste,
sein verführerisches Ufer,
mitten in der Wüste.
772 Urlaub am Meer
Vorschautext:
viel zu lange ist es schon her
dass ich am Meeresufer stand
links und rechts ein Kind an der Hand
das dritte auf meinen Schultern

mein Blick weit in die Ferne gewandt
wo Himmel und Meer sich friedlich vereinten
barfuss stehend im weichen Dünensand
Segelboote die zuvor noch am Ufer anleinten

das Rauschen der Wellen in meinen Ohren
die Melodie des Meeres ist ein wohltuend Lied
...