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Anzahl Gedichte: 789
Anzahl Kommentare: 23
Gedichte gelesen: 150.634 mal
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Titel
789 Schweigen
Vorschautext:
die Last unausgesprochener Worte
liegt unangenehm schwer in der Luft
jeder Atemzug durch die stille Pforte
schweigend zum leisen Ende aufruft

tausend Worte liegen auf den Lippen
doch dein Schweigen spricht lauter
mein Blick ist deinem längst entglitten
nichts sagend abwesend schaut er

ich sehne mich nach der Anfangszeit
schweigsame Stille hieß Glücksgefühl
...
788 Dein Tropfen zuviel
Vorschautext:
Deine Verführung
verläuft entlang der Spuren
meiner Berührung,
gebrannt mit heißen Signaturen.

Getarnt als Bogenschütze,
dein Körper mein erträumtes Ziel,
durchzucken meine Pfeilspitzen
dein erogenstes Sinngefühl.

Du bist der volle Staudamm,
ich dein letzter Tropfen zum Bruch.
...
787 Seelenstreichler
Vorschautext:
einfach nur zusammen mit dir liegen
nichts weiter als uns nackt vor Augen
auch sonst wird nur geschwiegen
mit Blicken wir uns den Atem rauben

streicheln sanft und zart mit Sehgespür
scannen unserer Körper Konturen
benutzen nur unsere Biolaser hierfür
berührungslos, hinterlasśen keine Spuren

und doch registrieren wir jeden Blick
als wenn du mich real berührst
...
786 Sinnlichkeit
Vorschautext:
wenn sich unsere Körper wortlos unterhalten
ihre Sprache ist international verständlich
sinnlich sämtliche Sensoren einschalten
eindeutige Signale tauschen in- und auswendig

komm zu mir, taste dich vor
berühr mich, atme mich tief ein
komm ganz dicht bis an mein Ohr
lass deinen Geschmack der meine sein

benebelt von animalischen Lockstoffen
unsere Instinkte übernehmen die Sinnkontrolle
...
785 Lebensmitte - mitten im Leben
Vorschautext:
Statistisch mit um die 40 Lebensjahren
seine Lebensmitte man hat überschritten.
Doch selten wie heut' ist man im Unklaren,
die Garantie auf +40 Jahre ist entglitten.

Täglich wird berichtet von Krieg und Tod,
mitten im Leben dessen Ende stets droht!
Zu viele verlieren ihren Lebensgefährten,
bleiben zurück, erleben des Lebens Härten.

Und das weit vor der statistischen Mitte,
erbarmungslos schlägt das Schicksal zu!
...
784 Waldgrab
Vorschautext:
+++
Wo einst zur letzten Ruhe wurd gebettet,
ein Efeunetz sich entlang verkettet...
Unter ihm Schicksalsreste sich befinden,
letzte Lebensspuren sich dort verbinden.
Fragmente morscher Bretterstücke, einst gekreuzt,
verfaulte Trauerzeugen hinterbliebener Leuts.

Aufgegeben, vor Generationen verlassen,
übergeben an Kleinstkreaturenmassen,
welche sich gedankenlos damit befassen,
aus Verstorbenem Neues entstehen zu lassen.
...
783 Medium
Vorschautext:
Jede Frau ist einzigartig auf der Welt...
und folgt ihrer eigenen Prophezeiung!

Was immer man auch davon hält,
zu undurchsichtig ist ihr Warum.

Auch Moira sucht ihren Weg
durch des Lebens Sturm.
Von inneren Stimmen bewegt,
wird sie geleitet wie ein Medium!

Ihre Augen sind tiefe Teiche, die leise wispern,
...
782 Grollkontroll'
Vorschautext:
Wenn wir meinen,
wir hätten keinen Grund,
jemandem zu vergeben,
dann könnte folgender Befund
zum Nachdenken anregen.

Der schlimmste Feind wird beim Grollhegen
zum Mittelpunkt im weiteren Leben.
Mit soviel Einfluss auf das eigene Bestreben,
wird es keinen Seelenfrieden geben.

Groll schadet nur einem selbst,
...
781 Und es war Sommer (I)
Vorschautext:
In dieser lauschigen Sommernacht in der Strandbar warst du die schönste und sinnlichste Tänzerin. Eine betörend schöne Frau mit langen, leicht gelockten Haaren, einem wunderschönen Gesicht mit betörenden Augen und schlanker Nase, einem sehr ansehnlichen Körper mit schlanken, langen Beinen.
Mit deinen anmutigen und fließenden Bewegungen hast du die Blicke aller Männer auf dich gezogen. Trotz der hohen und dünnen Absätze deiner leichten, sommerlichen Riemchenschuhe schwebtest du sicher und elegant über den hölzernen Tanzboden und gingst auf in der rhythmischen Musik.

Noch vor wenigen Stunden kannten wir uns nicht. Endlich da! Ich wuchtete den Koffer auf das große französische Bett und sah mich im Hotelzimmer um. Es bot erstaunlich viel Platz, für ein 3-Sterne-Hotel und war sauber und frisch gelüftet. Ein großer Deckenventilator sorgte für die willkommene frische Böe, die die Luft im Raum bewegte, bei dieser Affenhitze im August. Trotzdem war mein Hemd gut zerschwitzt und ich zehrte es mir sogleich - mich schwer verrenkend -von der Haut. Zu meiner Überraschung besaß das Zimmer sogar einen kleinen Balkon, den ich dann auch gleich neugierig betrat. Man hatte einen herrlichen Ausblick auf das Meer - ok, zwischen zwei Hotels hindurch - doch für 3 Sterne, was will man mehr erwarten?!

Als ich gerade meine Arme hoch gen Himmel streckte und tief ein- und ausatmete, hörte ich hinter dem Sichtschutz zum Nachbarbalkon eine belustigte Frauenstimme:

"Naha!? Auch gerade erst angekommen?"

Und über die abgeschrägte Trennwandkante blitzte dein Augenpaar auf, mit einer Sonnenbrille im Haar.
Etwas erschrocken ob der unerwarteten Zuschauerin zuckte ich leicht zusammen, drehte meinen Kopf in deine Richtung und stammelte:

...
780 Etappen
Vorschautext:
Sucht man nach Anàlogien in der Natur,
um das Menschsein richtig zu ermessen,
auf der Erde findet sich dazu keine Spur,
derartige Wesen hat der Planet nie besessen.

Die Lebensphasen ähneln Pflanz' und Tier,
der Zellverfall begrenzt die Verweilzeit.
Krankheiten, Krieg, Mord sorgen dafür,
selten einer erreicht die Mindesthaltbarkeit.

Durch Mitgefühl selbst im Herzen verletzt,
sich Zugeneigte um sich sorgen, trauern,
...
779 Gedankenblitz
Vorschautext:
Oft, wenn ich so da sitz,
überrascht mich ein
Gedankenblitz!
Ohne Donner beim Gewitter,
durchzuckt mich ein
Gedankensplitter...

Erst einige Stunden/Tage vorher,
legte ich dazu die Lunte.
Überlegte angestrengt so sehr,
mit der Antwort auf der Zunge.

...
778 Nebelmond
Vorschautext:
Als ich mitten nachts aufwache,
liegt Nebel auf dem Mond.
Ein lichter Schleier kriecht sachte
hoch über dem dunklen Horizont.

Schäfchenwolkenwellen flüchten
vor dem unvermeidlichen Grau,
sie scheinen sich vor was zu fürchten,
Nebel scheucht sie ins finstere Blau.

Das rettende Ufer ist in weiter Ferne,
um nicht im Unbekannten zu ertrinken,
...
777 Wellen
Vorschautext:
Bei Anbruch des Tages
zitterte er in ihr,
seine Augen offenbarten es
gerichtet in ihr Visier,
seine anbrandenden Hüften,
die langsame Bewegung der Wellen
stießen in ihre Gelüste,
seine Auster unter Muscheln,
ihr Körper sein Hafen,
sein ewiges Ufer,
mitten in der Wüste.

...
776 Urlaub am Meer
Vorschautext:
viel zu lange ist es schon her
dass ich am Meeresufer stand
links und rechts ein Kind an der Hand
das dritte auf meinen Schultern

mein Blick weit in die Ferne gewandt
wo Himmel und Meer sich friedlich vereinten
barfuss stehend im weichen Dünensand
Segelboote die zuvor noch am Ufer anleinten

das Rauschen der Wellen in meinen Ohren
die Melodie des Meeres ist ein wohltuend Lied
...
775 Spuren im Sand
Vorschautext:
Dein Fuß tritt in meine Sandspur,
dass im Abdruck wir uns finden!
Doch verschmelzen sie uns nur,
wenn im Wasser sie verschwinden.
774 Briefliebschaft
Vorschautext:
Es gab eine Zeit, da schrieb ich Liebesbriefe,
eigens handgeschrieben auf allerlei Papier.
Mir war danach so aus meiner Herzenstiefe,
zerknüllte Versuche türmten sich neben mir.

Meine angeschriebene Liebe war weit weg,
Telefon noch nicht flat, es gab kein Internet.
Auch SMS waren ein Luxus, kosteten Geld,
man war somit auf Briefkontakt eingestellt.

Hielten uns so nah, wo wir getrennt waren.
Briefe, dank ihnen nicht allein in der Nacht,
...
773 Schicksalslinie
Vorschautext:
schon vor der Geburt unser Los begann
dank unserer Ahnen wir erst denkbar
die Existenz fing viel früher bereits an
woher wir kommen reichlich unklar

wie wir sind nun in dieser irdischen Form
die Genauswahl von den Eltern festgelegt
bestimmt unser Erscheinungsbild so enorm
was an Möglichkeiten in uns sich regt

was aus den Anlagen wir dann machen
ist uns vermeintlich selbst überlassen
...
772 Arwen & Aragorn
Vorschautext:
Als das Wasser fällt, scheint das Mondlicht anmutig hell,
wo der Wind in den wehenden Blättern leis flüstert.
Sie tanzt auf blühender Erde im beschimmerten Rondell,
zur Musik, die von der Brise luftig getragen knistert.

Beim sanftesten Klang des fröhlichen Elfensingsang
lächelt sie zum Tanzschritt des Frohsinns doch bang.
Arwen Evenstar, du bist sein Licht in der Dunkelheit,
wenn der Pfad der Schatten seine Grauen ihm zeigt.

Inmitten des Elfenliedes, aber in weiter Ferne,
ging er ins Exil, selbst erwählt, sichtlich ungerne.
...
771 Vor der Dämmerung
Vorschautext:
Triff mich wieder nach Einbruch der Dunkelheit,
folge der Krähe unheimliches Lied.
Um Mitternacht ist es endlich soweit,
ich bin es, der vor dir niederkniet.

Ein dünner Nebelschleier hüllt die Finsternis ein,
Umrisse obskurer Schatten der Nachtzeit,
eine nicht weit entfernte Silhouette
schwankt in der nackten Einsamkeit ...

Aus dem Krächzen des schwarzen Todesboten
blutet der Schrecken des Schattenreich'.
...
770 Schattenregen
Vorschautext:
Nichts ist unrein oder verboten
im klaren Wasser.
Niemand steht zwischen uns,
nur der Regen.
Dein Schweiß und deine Küsse
vermischen sich mit den
fallenden Tropfen und
jeder meiner Faser,
während meine Hände
den Perlen folgen verwegen,
die über deinen Körper rinnen,
und der Feuchtefilm
...