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Gedichte über Gerechtigkeit - Seite 2


Woher?

Wo kommen plötzlich diese Menschen her?
Diese mitfühlenden, so sozialen Wohltäter.
Zur Weihnachtszeit geben sie den Samariter,
barmherzig gegenüber bedürftige Mitglieder
dieser teils immer asozialeren Gesellschaft.
Immer weniger schaffen es aus eigener Kraft.

Die Reichsten der Reichen werden reicher,
die Ärmsten der Armen bleiben arm,
die einseitige Schere spreitzt sich weiter,
die Politik will, dass die Oberen Steuern sparn.

Alle Jahre wieder die selbe Scheinheilgkeit,
Leute, macht euch zum Spenden bereit!
Mit nur 5 € bist du namentlich dabei!
Fürs restlich Jahr bleibst du Spender frei!

Frei von jeglicher Mitverantwortung im Land.
Frei von allem Asozialen, was so auch stattfand.
Frei vom Hinsehen, was lebt im Straßenrand.
Frei von Schuld an diesem Staatszustand.
Freigespendet von Gewissensbissen...
Befreit von Anteilnahme, trotz Mitwissen.

Einmal im Jahr menschlich sein!
Mehr braucht es nicht, um ganzjährlich
als barmherziger Samariter zu gelten.
Danach bildet man sich ein,
zwischen sich und den wirklich Reichen
liegen gravierende Welten.

Empört über so dreist vorgehaltenem Spiegel,
zeigt man auf mich, was mach ich besser?
Reflexhaft zeigt man Stacheln wie ein Igel,
schiebt mich vor als sozialen Gradmesser.

Doch wer nur nach einer Ausrede sucht,
ist mit seinen eigenen Werten uneins.
Er hofft, ein offizieller Vorwand sei genug,
ein schlechtes Gewissen braucht es keins.

Weihnachten muss erst das ganze Jahr sein,
dann wäre Barmherzigkeit jederzeit "möglich".
Stell dir vor, Menschen laden Menschen ein,
diese Zeilen hier wären auch für mich unnötig...

Frohe Weihnachten!

© meteor 2024
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Spaziergang

und wieder dreh ich meine Runden
alleine in der Natur, hab mich gefunden
wann nur mag meine Seele gesunden?
zahlreich, tief sind ihre Wunden...

über Feldwege und durch dichte Wälder
meide Teerstraßen, große Menschenfelder
will niemanden jetzt um mich haben
die nur wieder die Ursachen erfragen
was dazu führte, zu all diesen Narben

mit den Jahren bin ich mir längst im Klaren
das menschliche Versagen schuld waren
Reue und Buße machen nicht ungeschehen
was über Kinderseelen ließ man ergehen

und noch heute gibt es dafür Fürsprecher
Prügelstrafe und Demütigung wären ok!
die Kindeserziehung gestattet Verbrecher
hilflos, wehrlos ... Unrecht tut jedem weh!

wieso wurden und werden Täter resozialisiert?
ihre Taten bequem als Krankheit kategorisiert!
Opfer mit "Wird schon wieder!" abserviert...
keinen kümmert, was aus ihnen später wird
was geschehen ist, ist "leider" mal passiert!
lieber werden Täter zu Opfern umdeklariert

was hat sie nur zu ihren Taten verleiten lassen?
wie konnten sie nur was sie lieben so hassen?
mussten sie eine schwere Kindheit ertragen?
mit ihren Narben ein Weiterleben allein wagen?
ihr zerstörtes Urvertrauen führte zum Versagen...

und so dreh ich wieder meine Runden
hab mir meine Fäuste fest angebunden
benutze sie nur gegen Unrecht in mir
grün und blau befleckt ist meine Seele
tränengefüllte Pfützen umgeben das Papier
auf dem ich mit Kerben die Tage zähle
und ich stehe, gehe, lebe weiter im Hier
verhindere, dass ich selber andere quäle
auch in mir versteckt sich dieses Tier
ich werde es bändigen, das versprech ich...

... mir!

© meteor 2025
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