Profil von Marie Mehrfeld

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Anzahl Gedichte: 165
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Gedichte gelesen: 97.905 mal
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Titel
105 geronnene zeit 10.02.22
Vorschautext:
geronnene zeit
im bangen erstarrt
die frühjahrsblumen sie
vergessen das blühen und
hinter den schwarzen gardinen
des zimmers der kindheit im krieg
wehen die eisigen winde während sich
der grauregen schüttet über unbegrünten
fassaden der verblassenden winter häuser
neigt und biegt sich mir meine straßen laterne
müde lächelnd entgegen ganz ohne zu scheinen
angst und zuversicht sie schlummern seite an seite
...
104 ohne uns 27.01.22
Vorschautext:
wenn nach
uns alles beten
stumm verhallt sein

wird am ende der tage, ist
die welt wieder wüst und wild
wie am anfang, und die bitterkeit

der vergeblich geweinten tränen fällt
aus leerem himmel auf die ausgedörrte
erde, doch irgendwann, da wird es wieder

...
103 regentag 27.01.22
Vorschautext:
des regentags
grauer gleichmut
verdrängt erinnerung
an die herrlichkeiten der
abendröten meiner kindheit

©M.M.
102 Du weißt doch, dass er nicht wiederkehrt 18.01.22
Vorschautext:
Du wachst zu früh auf, dein Kopf ist schwer,
und fragst dich, wer bin ich nun wirklich, wer;
was lief im Leben denn falsch, was lief richtig,
was war für mich letztlich prägend und wichtig?

Wo ist der eine Weg, der nur mir bestimmt?
Das Grübeln dir den Atem fast nimmt; denn
dein zweifelndes Fragen nach dem Morgen,
du weißt genau, es bringt Qualen und Sorgen;

hör auf damit, bitte, das rate ich dir,
leb’ besser bewusst im Jetzt und im Hier,
...
101 und du lässt los 11.01.22
Vorschautext:
brennt kein Licht mehr
ticken die alten Uhren zu laut
in mir und in euch

fällt das Bunte das Gute
der Schoß der Vergessenheit
hinter den Wolken

stürzen die Sterne
verglühen im klagenden Bitten
schließen die Tore sich

...
100 Stadt im Winterkleid 08.01.22
Vorschautext:
Ausgestorben sei er, hieß es,
jener Herr mit Kälte, Schnee,
doch heut’ früh, mit aller Macht,
rein und weiß wie eh und je
kam ganz heimlich in der Nacht
weiße Pracht, so weit ich seh’,
lasse sie mir nicht vermiesen,
meine Großstadtwinterzeit,
freue mich, es ist so weit,
endlich hat’s bei mir geschneit,
lauf nach draußen, nur nicht hetzen,
atme tief, ich will’s genießen,
...
99 Das letzte Hemd - prosaische Gedanken zum Jahreswechsel 01.01.22
Vorschautext:
Von mir an mich zum neuen Jahr. Trenn dich

… von der kitschigen Blumenvase, die du schon seit
Jahrzehnten mit Abscheu betrachtest, lass sie fallen,
Tante Erna lebt nicht mehr.

… von schweren Gedanken, schreib sie auf einen
Zettel, zerreiß ihn, wirf die Schnipsel in die Luft,
der Wind wirbelt sie durcheinander, sie kehren
leichter zu dir zurück.

… von Erinnerungen an eine verflossene Freundin,
...
98 angekommen 27.12.21
Vorschautext:
bin angekommen, hab
Abschied genommen,
war fähig, zu lieben,
bin standhaft geblieben,

hab Leben geboren,
Vertrauen verloren,
hab Qualen erlitten
mit Flehen, mit Bitten

und habe, tief unten,
mich wieder gefunden,
...
97 Mein frohes Lied 26.12.21
Vorschautext:
In dieser dunkelgrauen Zeit
des stummen Klagens, falschen Sagens,
greif ich, von jeder Furcht befreit,
nach deiner ausgestreckten Hand -
und finde Trost so und auch Halt;
in mir ist jeder Hass verbrannt;
konturlos schwindet die Gewalt -
sie wird zu strahlend hellem Licht,
das meinen Tag zum Leuchten bringt;
hörst du mein frohes Lied denn nicht -
wie es vom Danken, Lieben singt?

...
96 Nicht nur im Traum 26.12.21
Vorschautext:
So weit bin ich gegangen -
mit mir allein;
von Traurigkeit umfangen -
so musst’ es sein;
die Wege sind beschwerlich -
im Abgesang;
das Leben ist gefährlich -
und auch so lang;
die Schmerzen ziehen Bahnen -
sie fesseln mich;
und langsam kann ich ahnen -
ich löse mich;
...
95 WunderWorte 19.12.21
Vorschautext:
Klare helle WunderWorte sind
im Traum zu mir gekommen
als Geschenk, dass ich sie horte,
haben mir den Schlaf genommen,

hindern mich am trägen Dösen,
wollen Freude mir bereiten
und mir sanft die Zunge lösen,
bringen Glanz aus fernen Zeiten,

eure Weisheit lässt mich staunen,
sollt euch über mich ergießen,
...
94 Gefühle zur Nacht 15.12.21
Vorschautext:
Gefühle zur Nacht,
Dunkelgeflüster im rostigen
Laub, Ungesagtes verhallt, wate
in stillen Pfützen, Wolkenwand flieht,
Tod der Tagmotte, verblühte Rose im Glas,
ein Tor fällt ins Schloss, heimliches Weinen, von
irgendwoher verhaltenes Murmeln, Mitternachtsgeläut
verklingt klagend, Augen spiegeln die Zeit im mondlosen
Himmel, alles Gewesene ruht nun im samtenen Mantelsaum,
verklingt klagend, Augen spiegeln die Zeit im Mondlosen,
irgendwoher verhaltenes Murmeln, Mitternachtsgeläut,
ein Tor fällt ins Schloss, heimliches Weinen, der
...
93 Vom Tanz auf dem Seil - prosaische Reflexion 15.12.21
Vorschautext:
Da kämpft man, müht sich,
erklimmt höchste Höhen, bangt
Hände haltend und meint, ein Ziel
vor Augen zu haben und zu ahnen, was
sich lieben heißt; redet über Nichtigkeiten
und weiß doch, dass das explosive Innenleben
rastlosen Denkens Dynamit enthält und mit gewissen
zündenden Gedanken nicht in Berührung kommen sollte;
und hofft unverdrossen weiter darauf, klug zu werden;
von wegen, denk’s nicht, setz auch nicht auf deine
Erinnerung mit ihren vergoldeten Dornen,
Vergangenheit ist unwiederbringlich,
...
92 Herbstliche Gedanken 09.12.21
Vorschautext:
Wir halten uns die Hände nun in warmen Räumen;
die Himmel leuchten nicht mehr goldenrot;
es lösen letzte Blätter trudelnd sich von Bäumen,
sie wissen nichts vom Wechsel in den Tod;

Melancholie beleuchtet alles, was einst war;
des Anfangs Zauber sucht man jetzt vergebens;
das bange Warten auf den Abschied von dem Jahr –
ist Ahnen der Vergänglichkeit des Lebens.

© M.M.
91 Spät ist es 09.12.21
Vorschautext:
Die stete Sicht auf Glück, das einstmals war, vergesst sie bloß, denn man kehrt nie zurück in jenen warmen Schoß; nun ist der Mond der Koffer, die niemandem gehören und der Verspätungen, die nicht mehr stören; der fremden Orte und der nie gewagten Worte; seid nicht so träg, Gedanken, biegt euch weit, und auch ihr Bücher - schreit

eure Wut ins blasse Nichts, sitzt zu Gericht mit dieser Welt; ihr Kröten, unkt laut, dass es gellt, bei Tag und Nacht, ihr habt die Macht; wir brauchen Wandel, rüttelt die Menschen aus dem Schlaf, bringt sie zum Handeln und weckt sie auf, dass Frieden werde; rettet die Erde; und du, rück nah zu mir, dass ich dich mag, das sag ich dir;

wir brauchen Liebe jetzt und Zärtlichkeit, halten uns warm, nehmen uns schützend in den Arm; Nacht ist es und mein Herz klopft laut, ich öffne meine Augen, wache auf, ich atme kaum, denn es war mehr als nur ein Traum, und es ist wichtig, dass ich’s sag, es ist die Wahrheit, auch am Tag, selbst in der Sterne Zeichen kannst du es lesen -

ja, dunkle Tage sind, du bist allein mit jenem Kind, das du gewesen; spät ist es, ich verlass mein Haus, flieg aus mir selbst heraus, lass mich herab am Seil, gewebt aus trocknen Tränen, ganz tief hinab ins Tal des Sehnens, und, der Vergeblichkeit zum Trotz, nach hellem Licht, dem sich Versenken; und auch dem Hoffen, ER wird es lenken.

© M.M.
90 und dennoch 26.11.21
Vorschautext:
und dennoch
träumen die Knospen
von neuem Leben, weicht die
Finsternis allmorgendlich dem jungen
Licht, dreht sich Mutter Erde unverdrossen
in gewohnter Bahn, begegnen mir die Kinder mit
Glück in den Augen; und eben grade ist mir, als warte
dennoch ein Summen der Hoffnung hinter den verdunkelten
Horizonten darauf, von hellem Mut - wieder erweckt zu werden


© M.M.
89 du meine amaryllis 26.11.21
Vorschautext:
bleierne himmel
so nacktschwarz die wälder
träume, die lautlos zerschellen

des nachbarn husten
nebel, sie lasten so schwer
ausgelesen die bücher

angst in köpfen
augen, die nicht mehr vertrauen
fäuste in Taschen geballt

...
88 an diesen sonnenarmen Tagen 25.11.21
Vorschautext:
an diesen sonnenarmen Tagen vielstimmigen Jammerns
schmecken kalte Winde nach Tod, Not, nach Einsamkeit,

versteckt sich die Wärme zugewandten Lächelns, die uns
heilen will, hinter dem kalten Tuch verordneter Masken,

droht die Liebe im Sumpf des Murrens, im Sprachlosen
des Leidens zu ertrinken; an diesen sonnenarmen Tagen

lauschen wir unter verdunkelten Himmeln zur Mitternacht
schlaflos dem stillen Raunen der Vergangenheitsgeister,

...
87 und du lässt los 17.11.21
Vorschautext:
brennt kein Licht mehr
ticken die alten Uhren zu laut
in mir und in euch

fällt das Bunte das Gute
der Schoß der Vergessenheit
hinter den Wolken

stürzen sich Sterne
verglühen im klagenden Bitten
schließen die Tore sich

...
86 Unbehütet 17.11.21
Vorschautext:
Den Haselnussstock abgelegt auf dem Fels
hoch oben, da hockte sie zitternd aus Angst
vor dem Ziegenbock, mit gesenkten Hörnern

zum Angriff bereit, hatte sie ihre lieben Kühe
wieder alleine gelassen auf der Milchweide,
die sie bewachen soll, hatte erneut versagt,

du taugst nicht zur Kuhhirtin, hörte sie von
der alten Bäuerin, Mädchen aus der großen
Stadt mit den langen Zöpfen, den traurigen

...